{"id":70696,"date":"2021-02-18T08:00:00","date_gmt":"2021-02-18T07:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=70696"},"modified":"2025-08-23T14:54:18","modified_gmt":"2025-08-23T12:54:18","slug":"modellbasiertes-systems-engineering","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/modellbasiertes-systems-engineering\/","title":{"rendered":"Modellbasiertes Systems Engineering"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Zeitpunkt ist ideal, sich mit Systems Engineering auseinander-, oder besser noch: zusammenzusetzen. SAP hat vor Kurzem mit Intelligent Product Design (IPD) eine Cloud-L\u00f6sung lanciert, die die tiefe Integration von Systems-Engineering-Szenarien in die PLM- und SAP-Infrastruktur erm\u00f6glicht und damit modellbasiertes Systems Engineering (MBSE) industrialisiert. Zu den Highlights von SAP IPD geh\u00f6ren: modellbasiertes Anforderungsmanagement und Systems Engineering; Kollaborationsfunktionen f\u00fcr die workflowbasierte Zusammenarbeit; Testmanagement zur Verifizierung und Validierung; und Anforderungserfassung aus dem Produktbetrieb.<\/p>\n\n\n\n<p>Der gro\u00dfe Vorteil von IPD ist, dass keine Schnittstellen in die SAP-Welt mehr entwickelt werden m\u00fcssen und CAD-agnostisch gearbeitet werden kann. Die bisherigen ersten Gehversuche, sich mit Free\u00adware-Produkten in diese Richtung zu bewegen, wurden oftmals von der eigenen IT-Abteilung j\u00e4h beendet. Mit IPD ist es m\u00f6glich, den Anfangspunkt von PLM mittels umfassender Anforderungsmodellierung vorzuverlagern und die Ankn\u00fcpfung an SAP-Objekte nicht erst mit SAP Engineering Control Center (ECTR) zu starten.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de great-entity-placement\" style=\"float: left;\" id=\"great-3503324327\"><div id=\"great-3431052898\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6ZGXMPyM-nU\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26-04_29_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Der Enterprise Architect Designer for IPD (Werkzeug f\u00fcr die modellbasierte Systementwicklung) arbeitet mit SysML. Standardisiert ist die Beschreibungssprache SysML schon lange, doch von einer breiten Akzeptanz konnte bisher nicht gesprochen werden. SysML verbessert die disziplin\u00fcbergreifende Kommunikation erheblich, weil sich Systeme durch Modelle ganzheitlich beschreiben lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>E-3 Gespr\u00e4chspartner Jakob R\u00f6hrenbach, Account Executive Digital Supply Chain SAP bei Cenit, gibt Hilfestellung: \u201eBei Systems Engineering besteht die Herausforderung darin, die in den Systemmodellen verborgenen Mehrwerte in den Prozessen transparent zu machen.\u201c Die Methoden zu Systems Engineering sind seit Langem bekannt und zumindest Wissensfragmente hierzu sind in nahezu jedem Betrieb vorhanden, betont R\u00f6hrenbach; notwendig sei aber der Impulsgeber von au\u00dfen, wenn es darum geht, Systems Engineering nachhaltig und umfassend zu etablieren. Und genau in dieser Rolle sieht man sich: \u201eCenit war als SAP-Partner von Anfang an fokussiert auf die fr\u00fchen Phasen des Produktlebenszyklus: auf die Entstehung der 2D- und 3D-CAD-Modelle und deren \u00dcberf\u00fchrung in weitere Downstream-Prozesse, etwa im Bereich der Fertigung. Begleitet haben wir unsere Kunden auch bei der Einf\u00fchrung von 3D-Master-Konzepten. Entstanden ist daraus eine enorme Kompetenz in Form einer Beratungsmannschaft und Expertise, dies in einem Lieferkettenmodell abzubilden\u201c, sagt R\u00f6hrenbach.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Digital Supply Chain<\/h3>\n\n\n\n<p>SAP hat mehrere E2E-Ans\u00e4tze im K\u00f6cher, unter anderem einen f\u00fcr die Digital Supply Chain. In der Lesart der Walldorfer ist diese Wertsch\u00f6pfungskette Design to Operate (D2O) unterteilt in die Phasen Design, Plan, Build, Deliver und Operate, wobei sich die Dom\u00e4ne von MBSE auf Design im D2O-Zyklus konzentriert, doch eben auch f\u00fcr die anderen Abschnitte Wertbeitr\u00e4ge liefern kann. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBislang spannte sich die D2O-Kette h\u00e4ufig \u00fcber Daten- und Abteilungssilos mit System- und Organisationsbr\u00fcchen. MBSE kann hier sowohl methodisch wie auch prozesstechnisch einen Ansatz bieten, nicht nur in den Engineering-Disziplinen auf ein dom\u00e4nen\u00fcbergreifendes Produktmodell zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen, sondern auch Aspekte des gesamten PLM-Zyklus zentral und neutral vorzuhalten\u201c, sagt der zweite E-3 Gespr\u00e4chspartner, Christian Markus, Experte f\u00fcr MBSE und SAP IPD bei der Cenit-Tochter Coristo, und betont: \u201eDas Besondere bei der neuen L\u00f6sung SAP IPD ist ihre tiefe Integration und damit der Zugriff auf SAP-Business-Objekte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was unterscheidet den Anspruch des MBSE auf Durchg\u00e4ngigkeit bei der Kommunikation mit den verschiedenen Stakeholdern von jenem des 3D-Masters?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIm Grunde genommen sind es zwei parallel laufende Ans\u00e4tze, die sich gegenseitig erg\u00e4nzen. Die Wirksph\u00e4ren sind voneinander getrennt, denn das Systemmodell umfasst alle entwicklungsrelevanten Inhalte und Zusammenh\u00e4nge, w\u00e4hrend im 3D-Master geometriebasiert Informationen, etwa f\u00fcr die Fertigung, mitgef\u00fchrt werden. Insbesondere Anforderungen und deren Beziehung zu den \u00c4nderungen werden \u00fcber das Systemdiagramm widerspruchsfrei im Systemmodell abgebildet\u201c, erkl\u00e4rt R\u00f6hrenbach.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Systemmodell umfasst sogenannte Satisfied-Beziehungen zur Anforderungsmodellierung und Verified-Beziehungen zu Testszenarien. R\u00f6hrenbach gibt aber zu bedenken, dass Systems Engineering nicht nur als reines Requirements Engineering, also als Anforderungsmodellierung, verstanden werden sollte, obwohl dies nat\u00fcrlich ein ganz wesentlicher Punkt dabei sei. Gemeinsam sei beiden Ans\u00e4tzen, MBSE und 3D-Master, dass sie beide auf den digitalen Zwilling einer serialisierten (Produkt-)In\u00adstanz einzahlen. \u201eDas MBSE-Modell ist dann sehr wertvoll, wenn ein virtueller Prototyp erzeugt werden soll, weil alle strukturierten Wirkzusammenh\u00e4nge quasi auf Abruf bereitstehen und zu jeder Zeit transparent ist, was getestet wird\u201c, erg\u00e4nzt Christian Markus \u2013 MBSE-Modelle st\u00fcnden am Anfang eines digitalen Fadens, der zum digitalen Zwilling f\u00fchren kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Digitaler Zwilling<\/h3>\n\n\n\n<p>Modellbildung im Sinne von Systems Engineering ist f\u00fcr die meisten Unternehmen durchaus in Sichtweite. Sie werden ja t\u00e4glich \u00fcber die Autorenwerkzeuge wie MCAD oder ECAD neu erzeugt beziehungsweise verfeinert. Jedoch gibt es im Bereich des Anforderungsmanagements noch viele Grauzonen, weil hierbei gerne mit MS Excel gearbeitet wird. \u201eDas Wichtige am Anfang ist, mit einem klaren Willen Systems Engineering anzugehen. Die Ist-Aufnahme ist notwendig, zum Beispiel um sich zu vergegenw\u00e4rtigen, wie viel davon bereits im Haus verankert ist: Wer im Unternehmen ist daran interessiert? Wer ist informiert? Und wer ist begeistert von MBSE?\u201c, fragt Markus in der Rolle des Change Agent.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ist die Zeit reif f\u00fcr ein Beispiel. Der bekannte Systemdenker Russell Ackoff hat sich intensiv mit Objektzusammenh\u00e4ngen und agilen Grenzen des Machbaren auseinandergesetzt: \u201eProbleme m\u00fcssen nicht gel\u00f6st, sondern aufgel\u00f6st werden\u201c ist einer seiner starken S\u00e4tze, von denen man sich auch in der Produktentwicklung inspirieren lassen kann. Gemeinsam mit SAP hat Cenit den Trainingsplan eScooter entworfen. \u201eDie Entscheidung, einen eScooter als System zu modellieren, war motiviert von der Idee, einen weitgehend mechanischen Motorroller zu einem gelebten IoT-Szenario mit Elektrorollern in Free-Floating-Sharing-Systemen zu erweitern\u201c, sagt Markus.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Zentrum des Trainingplans steht das rekuperative Bremsen bei den Elektrorollern. Lohnt sich dies bei einem derart leichten Fahrzeug oder ist eine Segelfunktion nicht doch besser? Das Feedback aus dem Feld (per Service-App) ergab, dass sich die Kunden gerade beim Bergabfahren eine Rekuperation w\u00fcnschten, da sie sich scheuen, die Bremsen hei\u00df zu fahren. Bisher wurde diese Art von R\u00fcckgewinnung lediglich aus der Sicht des Energiemanagements diskutiert, nicht jedoch aus der Sicht einer Customer Experience. Au\u00dferdem lie\u00df die Service-App verlautbaren, dass die verbauten Scheibenbremsen nicht die Anforderungen \u00fcber die gesamte Betriebszeit des Scooters erf\u00fcllen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMan kommt auf intuitive Weise weg von einem Pipe und hin zu einem Platform Thinking, bei dem die Zielgruppe aktiv das Produktdesign mitgestaltet. Hier offenbart sich der Systemgedanke, dass n\u00e4mlich das Produkt nicht allein im Schaufenster steht, sondern in einem Nutzungs- und Umweltkontext\u201c, sagt R\u00f6hrenbach und Markus f\u00fcgt hinzu: \u201eDahinter steht der Ansatz, viel n\u00e4her am Markt zu entwickeln als bisher. MBSE auf Basis von SAP IPD ist genau das Instrument, dieses agile Entwickeln zu praktizieren, denn \u00fcber IPD ist es m\u00f6glich, eine viel gr\u00f6\u00dfere Anzahl an R\u00fcckmelde\u00adkan\u00e4len f\u00fcr ein Produkt zu erschlie\u00dfen.\u201c Die meisten Ingenieure denken intuitiv in Modellen, auch wenn sie vielleicht eine andere Terminologie daf\u00fcr verwenden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/e3mag.com\/partners\/cenit-ag\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"112\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CENIT.jpg\" alt=\"https:\/\/e3mag.com\/partners\/cenit-ag\/\" class=\"wp-image-11361\" title=\"Modellbasiertes systems engineering\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CENIT.jpg 1000w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CENIT-768x86.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CENIT-100x11.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CENIT-480x54.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CENIT-640x72.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CENIT-720x81.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CENIT-960x108.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sich mit Systems Engineering besch\u00e4ftigt, wird automatisch zum Grenzg\u00e4nger. 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