{"id":67102,"date":"2020-07-02T13:48:57","date_gmt":"2020-07-02T11:48:57","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=67102"},"modified":"2024-01-19T14:48:43","modified_gmt":"2024-01-19T13:48:43","slug":"cloud-auf-dem-pruefstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/cloud-auf-dem-pruefstand\/","title":{"rendered":"Cloud auf dem Pr\u00fcfstand"},"content":{"rendered":"\n<p>Sehr unterschiedliche, aber in ihrer Kooperation mit SAP und Microsoft sehr erfolgreiche IT-Anbieter hat das E-3 Magazin an den runden Tisch gebeten. Thomas Herrmann von NetApp, Peter H\u00f6roldt von Libelle und Claus Siepler von T-Systems diskutieren mit Chefredakteur Peter M. F\u00e4rbinger \u00fcber die Herausforderungen und Roadmaps eines SAP-Betriebs in der digitalen Transformation.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Lange Zeit hie\u00df es bei SAP \u201eCloud first\u201c und manchmal auch \u201eCloud only\u201c. Kann dieses Cloud-Paradigma f\u00fcr die ganze SAP-Community gelten, f\u00fcr alle Branchen, Funktionen und Szenarien? Was bedeutet Hybrid Cloud?<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Thomas Herrmann, NetApp: <\/strong>Wie sich die SAP in den vergangenen zehn Jahren auf die Cloud fokussiert hat, sieht man beispielsweise am Kauf von SuccessFactors f\u00fcr das Talent-Management, des E-Commerce-Spezialisten Hybris, der Reisekostensoftware Concur und Qualtrics f\u00fcr das Experience Management. <\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-1156934901\"><div id=\"great-888873703\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Diese \u00dcbernahmen haben das Gesch\u00e4ft mit Unternehmenssoftware aus der Cloud gepusht. Allerdings k\u00f6nnen nicht alle SAP-Kunden diese Cloud-Option ziehen, da im \u00f6ffentlichen Sektor und in einigen Branchen Vorschriften gelten, die das Nutzen von Public-Cloud-Services f\u00fcr bestimmte Anwendungsf\u00e4lle untersagen. <\/p>\n\n\n\n<p>Wer hingegen Cloud-Services bezieht, dessen Cloud-Anwendungen m\u00fcssen sich mit den lokalen Systemen und vor allem mit dem Core-ERP interagieren lassen. Deshalb kristallisieren sich hybride Szenarien als das Zukunftsmodell f\u00fcr das moderne Unternehmen heraus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Peter H\u00f6roldt, Libelle:<\/strong> Unserer Projekt- und Betriebserfahrung nach gibt es weder heute noch morgen das eine Operationsmodell, dem alle Unternehmen folgen m\u00f6chten. <\/p>\n\n\n\n<p>So unterschiedlich wie Unternehmen aufgestellt sind, so unterschiedlich stellen sich Anforderungen und nicht zuletzt auch Gef\u00fchlswelten der Entscheider dar. Wir haben vor einiger Zeit eine zugegebenerma\u00dfen nicht repr\u00e4sentative Studie mit Libelle-Kunden gemacht, die sich in Sachen Cloud f\u00fcr die kommenden drei Jahre eher zur\u00fcckhaltend bis ablehnend ge\u00e4u\u00dfert haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem gefiltert auf Unternehmen des gesamten Mittelstands von klein bis gro\u00df zeigte das Ergebnis, dass dabei weder Projektlast wegen z. B. Hana- oder S\/4-Umstellungen noch funktionale oder technische Aspekte die gr\u00f6\u00dften Rollen spielten, sondern vielmehr Punkte wie \u201ebereits get\u00e4tigte Investitionen in Bestandssysteme\u201c, \u201emangelndes Vertrauen in cloudbezogene Infrastrukturen\u201c sowie \u201efehlende Erfahrung\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p>Unserer Meinung nach werden Unternehmen an dem cloudbasierten SAP-Betrieb langfristig jedoch nur sehr bedingt vorbeikommen, daf\u00fcr sind die absehbaren Rahmenbedingungen der Applikationshersteller, aber auch die Vorteile eines Cloud-Betriebs einfach zu gro\u00df. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Weg dorthin wird auf jeden Fall ein sehr weiter sein. Und deswegen haben aus unserer Sicht \u2013 zumindest Stand heute und bis auf Weiteres \u2013 gerade im SAP-Umfeld alle Operationsmodelle gleichberechtigte G\u00fcltigkeit: reiner On-premises-Betrieb, reiner Cloud-Betrieb (wo bereits umsetzbar), Multi-Cloud-Betrieb und der hybride Cloud-Ansatz.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"800\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Thomas-Herrmann.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-67104\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Thomas-Herrmann.jpg 800w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Thomas-Herrmann-150x150.jpg 150w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Thomas-Herrmann-768x768.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Thomas-Herrmann-100x100.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Thomas-Herrmann-480x480.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Thomas-Herrmann-640x640.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Thomas-Herrmann-720x720.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Thomas-Herrmann-24x24.jpg 24w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Thomas-Herrmann-48x48.jpg 48w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Thomas-Herrmann-96x96.jpg 96w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Thomas-Herrmann-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Claus Siepler, T-Systems: <\/strong>Wenn man in die \u201eneue Welt\u201c einer SAP geht, dann kommt man an der SAP-Cloud-Plattform nicht vorbei. Der Digital Core, also die alte SAP-Business-Suite-Welt, soll m\u00f6glichst keine oder zumindest eine wenig individuelle Auspr\u00e4gung haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Individualisierung, die ja jeder Kunde w\u00fcnscht und braucht, findet in der SAP-Cloud-Plattform statt und damit ist die Cloud eine unabdingbare Komponente. Das trifft auch zu, wenn Prozesse anderer SAP-Anwendungen, wie zum Beispiel der SAP Sales Cloud oder SuccessFactors, integriert und individuell, mit agilen Methoden, erweitert werden sollen. <\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmensindividuelle Prozesse werden so als Erg\u00e4nzung zu Standardprozessen in die Cloud verlegt. Damit hat man in aller Regel schon eine Mischung aus einer Private Cloud und einer Public Cloud, also eine hybride Cloud.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die digitale Transformation in Richtung Hana, S\/4 und auch Cloud oder Hybrid Cloud ist vielfach anerkannt. Wie steht es um Investment Protection, Intellectual Property, Risk Controll und Compliance?<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Siepler:<\/strong> Entscheidend ist eine wasserfeste Digitalisierungs-Roadmap, die auch Aktivit\u00e4ten zur Absicherung von Intellectual Property, Compliance und Investitionen bzw. Vermeidung des Eintritts bekannter Risiken enthalten muss.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer detaillierten Vorstudie werden zusammen mit den Kunden die wesentlichen strategischen Eckpfeiler festgelegt, die Ist- und Zielsituation betrachtet und eine passende Roadmap erstellt. <\/p>\n\n\n\n<p>Somit ist es m\u00f6glich, das Zielszenario unter Ber\u00fccksichtigung der genannten Themen zu gestalten. Dar\u00fcber hinaus gilt es, hier auch die Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H\u00f6roldt: <\/strong>Gerade Hybridans\u00e4tze respektieren bereits get\u00e4tigte Investitionen und vorhandene Infrastrukturen. Mit dem schrittweisen Umstieg von zu unterschiedlichen Zeitpunkten abgeschriebenen Infrastrukturen zum Cloud-Betrieb l\u00e4sst sich der klassische Hardwarezyklus aufbrechen und \u00adCapex in Opex umwandeln. <\/p>\n\n\n\n<p>Gerade in den frisch durchlebten Pandemiezeiten, in denen bei vielen Unternehmen deutliche Zur\u00fcckhaltung in Sachen Investment und Investmentplanung besteht, erweist sich dies als unglaublich vorteilhaft. Die M\u00f6glichkeit eines dynamischen Rightsizing entspannt ungemein. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Libelle-Kunden, die uns entsprechende Einblicke gew\u00e4hren, kann ich nur sagen: Es funktioniert. Und wir sorgen daf\u00fcr, dass der Kunde auch innerhalb der Libelle-Automatisierungsl\u00f6sungen von diesem Rightsizing profitieren kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch das Thema Risk Control und Compliance ist sehr interessant: Wir sehen bei den gro\u00dfen Cloud-Anbietern Infrastrukturen, physikalische Vorkehrungen, Zertifizierungen und \u00c4hnliches, f\u00fcr deren Erreichung auch viele Enterprise-Kunden Investments in On-premises-Rechenzen\u00adtren betreiben m\u00fcssten, die nur schwer zu stemmen sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Korrigieren Sie mich gerne, aber die letzte Zahl, die ich z. B. von Microsoft im Kopf habe, ist eine Milliarde Euro f\u00fcr den Ausbau der Azure-Infrastruktur. Monat f\u00fcr Monat f\u00fcr Monat. <\/p>\n\n\n\n<p>Dazu habe ich seitenweise Folien gesehen mit den Zertifizierungen aus allen Regionen der Welt sowie Dokumentationen und Bilder \u00fcber Rechenzentren mit unglaublichen physikalischen Schutzma\u00dfnahmen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"800\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Peter-Hoeroldt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-67105\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Peter-Hoeroldt.jpg 800w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Peter-Hoeroldt-150x150.jpg 150w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Peter-Hoeroldt-768x768.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Peter-Hoeroldt-100x100.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Peter-Hoeroldt-480x480.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Peter-Hoeroldt-640x640.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Peter-Hoeroldt-720x720.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Peter-Hoeroldt-24x24.jpg 24w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Peter-Hoeroldt-48x48.jpg 48w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Peter-Hoeroldt-96x96.jpg 96w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Peter-Hoeroldt-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Herrmann: <\/strong>Die digitale Transformation geschieht nicht von heute auf morgen. SAP-Kunden werden ihre bestehenden Umgebungen weiterhin betreiben und mit der neuen Cloud-Welt verbinden m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<p>Sie stehen vor der Entscheidung, welche Informationen in die Cloud d\u00fcrfen und welche nicht, womit wir bei Intellectual Property, Risk Control und Compliance in der Cloud sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Das sind die wichtigsten Aspekte, die Unternehmen branchen\u00fcbergreifend noch von der Cloud abhalten. Ein durchg\u00e4ngiges Sicherheitskonzept, erarbeitet f\u00fcr eine hybride Landschaft, beseitigt Bedenken und ist die Cloud-Eintrittskarte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H\u00f6roldt:<\/strong> Gerade bei ohnehin cloudkritischen Gespr\u00e4chspartnern war dieses \u201eMeine Daten sind dann noch nicht mal mehr bei mir im Haus, wie kann ich sicher sein, dass da niemand zus\u00e4tzlich zugreift\u201c ein schwerwiegender Punkt, das zeigte sich ja auch in der vorhin zitierten Studie. <\/p>\n\n\n\n<p>Das sind nat\u00fcrlich relevante Bedenken, gerade bei solchen Unternehmen, die diese Art von St\u00f6rungen bereits zu verkraften hatten. Die Libelle-Antwort darauf: Wenn solche Bedenken vorhanden sind, belassen Sie Produktivsysteme derzeit on-premises, nutzen Sie aber die Vorteile des Cloud-Betriebs f\u00fcr nicht produktive Umgebungen und anonymisieren Sie entsprechende Daten. <\/p>\n\n\n\n<p>Selbst wenn dann ein unberechtigter Zugriff oder Datenabfluss in der Cloud gegeben w\u00e4re, w\u00e4re es \u00e4rgerlich, aber kein DSGVO-Versto\u00df. So etwas bietet sich dann z. B. auch f\u00fcr erste Schritte in die Cloud an, um Erfahrung und Vertrauen aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was k\u00f6nnten in der digitalen Transformation f\u00fcr einen SAP-Bestandskunden \u201eQuick Wins\u201c sein?<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Herrmann: <\/strong>Es gibt in dem Sinne nur Vorteile. Am Ende z\u00e4hlen f\u00fcr Entscheider ein schneller ROI, weniger Kosten, wachsender Umsatz und steigender Gewinn, wohin sie sich mit der digitalen Transformation eben \u00fcber kurz oder lang hinbewegen. SAP-Anwenderfirmen, die diesen Weg nicht gehen wollen, riskieren, dass die Konkurrenz an ihnen vorbeizieht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H\u00f6roldt: <\/strong>Die konkreten Anwendungsf\u00e4lle seitens Libelle: kurz mal neue Sandboxes hochziehen f\u00fcr einen wochenweisen Betrieb. Analyse- und Reporting-Systeme f\u00fcr quartalsweise Zwecke mit dann frischen Daten versehen, f\u00fcr ein paar Tage voll aufdrehen, die rechenintensiven Prozesse laufen lassen und dann den Rest des Jahres wieder auf kleiner Flamme weiterbetreiben oder ganz schlafen schicken.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnliches f\u00fcr DR-Szenarien im hybriden Betrieb, anstelle von Investments in doppelte Hardware an unterschiedlichen Standorten, die nie voll genutzt wird: produktive Systeme on-premises, DR-Systeme in der Cloud mit minimalen Ressourcen im Normalbetrieb, die im Falle eines Falles dynamisch hochgedreht werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich mit einer Georedundanz gem\u00e4\u00df BSI-Empfehlungen, was auch nicht f\u00fcr jedes mittelst\u00e4ndische Unternehmen ohne Weiteres on-premises aufzubauen ist. Und so vieles mehr.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Siepler: <\/strong>Die ersten Schritte in die digitale Welt sind in der Regel Vorbereitungen wie Housekeeping oder das Konsolidieren gewachsener IT-Landschaften. Allein hier sind schon \u201eQuick Wins\u201c realisierbar. <\/p>\n\n\n\n<p>Durch den Wechsel auf die SAP-S\/4-Hana-Plattform ergibt sich aufgrund der drastisch erweiterten M\u00f6glichkeiten der Nutzung von SaaS (Software as a Service) aus der Cloud ein enormer Gewinn, der schnell realisierbar ist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ein \u201eReleasewechsel\u201c in die Cloud kann bei wenig Abap-Modifikation noch ein \u00fcberschaubarer Schritt sein, aber wie steht es um den operativen Betrieb mit Entwicklung, Qualit\u00e4tssicherung, Tests und System Copy in Microsoft Azure?<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Herrmann:<\/strong> Der Betrieb einer hybriden SAP-Landschaft mit Entwicklung, Qualit\u00e4tssicherung, Tests und System Copy w\u00e4re eine echte Herausforderung, wenn die beiden Welten, On-premises und Azure, als Insell\u00f6sungen realisiert sind. Das l\u00e4sst sich kaum bew\u00e4ltigen. <\/p>\n\n\n\n<p>Nur eine cloudf\u00e4hige Plattform wie die NetApp Data Fabric, welche On-premises-, Cloud- und Multi-Cloud-Szenarien integriert und das Datenmanagement vereinheitlicht, realisiert das flexible Hin- und Herschieben von Daten und sorgt so f\u00fcr einen reibungslosen Betrieb.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"800\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Claus-Siepler.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-67106\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Claus-Siepler.jpg 800w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Claus-Siepler-150x150.jpg 150w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Claus-Siepler-768x768.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Claus-Siepler-100x100.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Claus-Siepler-480x480.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Claus-Siepler-640x640.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Claus-Siepler-720x720.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Claus-Siepler-24x24.jpg 24w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Claus-Siepler-48x48.jpg 48w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Claus-Siepler-96x96.jpg 96w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Claus-Siepler-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Siepler:<\/strong> In diesem Fall h\u00e4ngt es ma\u00dfgeblich davon ab, welche Technologie man zur Erstellung von Systemkopien nutzt. Wenn man etwa Snapshot-Technologie zur Erstellung der Kopie nutzt, ist das Verfahren nicht einfach so \u00fcbertragbar. <\/p>\n\n\n\n<p>Das bedeutet: Man muss gegebenenfalls neue Verfahren implementieren. Der Hauptaufwand bei der Erstellung einer Systemkopie liegt allerdings in den Post-Copy-Aktivit\u00e4ten. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese sind aber automatisierbar, auch gibt es daf\u00fcr fertige L\u00f6sungen am Markt. Komplizierter wird es, wenn man Kopien \u00fcber Cloud-Grenzen hinweg erstellen will, etwa aus der Private Cloud in eine Public Cloud. <\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Fall muss man in aller Regel die Daten bei der Erstellung einer Kopie komplett von einer Welt in die andere \u00fcbertragen, was bei gro\u00dfen Systemen zu langen Laufzeiten f\u00fchrt und eine gewisse Netzwerkbandbreite voraussetzt. Snapshot- und Cloning-Verfahren auf Hardwarebasis sind hier nicht m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H\u00f6roldt:<\/strong> Seitens Libelle reduzieren wir dieses gesamte Vorgehen ja bereits on-premises auf den sprichw\u00f6rtlichen Knopfdruck mit minimalen manuellen Eingriffen, optimalerweise komplett automatisiert vom Start \u00fcber die gesamten Vorarbeiten, die physikalische Kopie und alle Nacharbeiten, bei Bedarf inklusive DSGVO-konformer Anonymisierung, bis zur Wiederfreigabe des refreshten oder neuen Systems. <\/p>\n\n\n\n<p>Nachteinsatz? Wochenendeinsatz? Je nach Umgebung reicht im Extremfall gerne auch mal eine l\u00e4ngere Mittagspause, zumindest aber gibt es eine mehr als deutliche Reduktion der Durchlaufzeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterst\u00fctzt durch z. B. die M\u00f6glichkeiten der NetApp-Mittel, die die physikalische Kopie auch nochmals ungemein beschleunigen, lassen sich noch eindrucksvollere Effekte erzielen. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei einem unserer Kunden, der badenIT in Freiburg, haben wir vor externem Publikum ein HR-System in netto 23 Minuten komplett refresht und anonymisiert. On-premises: ohne besondere Anpassungen. Das sind Realwerte und nicht nur Marketing. <\/p>\n\n\n\n<p>Solche Zahlen sind gerade im Rahmen von Migrationsprojekten eine M\u00f6glichkeit, um Testsysteme oder auch ganze Testlandschaften parallel mit aktuellen Daten zu refreshen. <\/p>\n\n\n\n<p>So haben wir Kunden, die in Projekt-Crunchtimes mehrfache Refreshes pro Woche machen, sowohl f\u00fcr die produktiven R\/3-Umgebungen als auch f\u00fcr die im Aufbau befindlichen S\/4-Landschaften, einfach um jederzeit einen verl\u00e4sslichen Ausgangsstand in den Umgebungen zu haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Die SAP-Basis bzw. die Projektteams sorgen dabei mit unseren Mitteln ganz einfach und mit enorm schneller Reaktion und Durchlaufgeschwindigkeit f\u00fcr eine regelm\u00e4\u00dfige, saubere Basis f\u00fcr alle Entwickler und Tester. <\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Kompetenz der Projektpartner sind das unserer Meinung nach wichtige Bestandteile und beste Voraussetzungen f\u00fcr erfolgreiche Migrationsvorhaben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Siepler:<\/strong> Daher sollte man sich sehr wohl \u00fcberlegen, ob und wie man die Systeme verteilt, um hier ein Optimum zu erreichen. Unser Ansatz ist es, durch standardisierte Schnittstellen zu den verschiedenen Clouds diese Themen im Rahmen des Multi- und Hybrid-Cloud-Managements beherrschbar und damit die verschieden ausgepr\u00e4gten Cloud-Landschaften betreibbar zu machen. Damit erhalten Kunden einen einheitlichen Service.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie wenige oder viele Experten und Berater braucht der SAP-Bestandskunde f\u00fcr seine Hana- und S\/4-Transformation in Richtung Hybrid Cloud und Microsoft Azure?<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Siepler: <\/strong>Die Zielplattform der eigentlichen Transformation sollte letztendlich nur im Rahmen des Aufbaus des Cloud-Szenarios wichtig sein. Es werden also \u2013 genau wie bei einer Transformation in eine Private Cloud \u2013 OS-, DB- und SAP-Basis-Experten gebraucht, die die Vorbereitungen und Durchf\u00fchrung der Transformation supporten. Somit sollte sich diese Zahl nicht wesentlich ver\u00e4ndern, die notwendigen Skills in Bezug auf die Cloud dazu schon.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H\u00f6roldt: <\/strong>Na ja, wenn es um das rein technische Lift und Shift eines Bestandssystems eins zu eins auf das gleichartige Azure-System geht, sprechen wir von einer einmaligen Einrichtung der Migrate2Cloud-L\u00f6sung je System im Umfang von ein bis drei Tagen durch einen Berater. <\/p>\n\n\n\n<p>Danach kann beliebig oft der Knopf gedr\u00fcckt werden, um Testabl\u00e4ufe des Umzugs durchzuf\u00fchren und danach den urspr\u00fcnglichen Stand wiederherzustellen. Das sind dann jeweils Aufw\u00e4nde, die n\u00e4her an Minuten als an Tagen liegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich unterst\u00fctzen wir und unsere Partner dabei sehr gerne, aber es ist dann so gesehen eigentlich auch keine Raketenwissenschaft mehr, die richtigen Kn\u00f6pfe zu finden. Solche Umz\u00fcge machen wir mit den Libelle-Werkzeugen seit nunmehr \u00fcber 25 Jahren, dementsprechend gut funktioniert das mit unseren Tools. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn es um die Migration in Richtung Hana und S\/4 geht, verweisen wir lieber auf die Kollegen, bieten aber gerne die vorhin beschriebenen Werkzeuge f\u00fcr aktuelle Testsysteme und Sandboxes an und nat\u00fcrlich f\u00fcr das Lift und Shift.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Aus Ihrer pers\u00f6nlichen Erfahrung und Expertise: Welchen Mehrwert k\u00f6nnten Sie einem SAP-Bestandskunden bei der Transformation in Richtung Hana, S\/4 und Azure versprechen? Und warum?<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>H\u00f6roldt: <\/strong>Was uns unsere Kunden berichten: technische und kaufm\u00e4nnische Dynamik, bessere Basis-Services gegen\u00fcber Fachbereichen, weniger Stress im Projektablauf und im t\u00e4glichen Betrieb, mehr Zeit f\u00fcr spannendere und mehrwertigere Aufgaben f\u00fcr hochbezahlte SAP-Profis.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herrmann: <\/strong>Was wir in der Praxis bereits an Mehrwert sehen, l\u00e4sst sich im Einzelnen f\u00fcr die Anwendergruppen wie folgt he\u00adrunterbrechen: Hana-Anwender profitieren von einer performanten Datenhaltung sowie der Verarbeitung und Analyse gro\u00dfer Datenmengen nahezu in Echtzeit. <\/p>\n\n\n\n<p>Daneben stellen sich erhebliche Vereinfachungen ein, etwa beim Datenmodell. In Summe wird das Unternehmen innovationsf\u00e4higer. Bei S\/4 stechen vor allem die k\u00fcrzeren Innovationszyklen, die End-to-End-Prozess-Integration, weniger Wartungen und somit geringere Betriebskosten hervor. <\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich hingegen f\u00fcr Azure entscheidet, f\u00fcr den rechnet sich nicht nur das \u201ePay as you go\u201c-Modell, sondern der Zugang zu unbegrenzter Rechenleistung, die schnelle Bereitstellung von Ressourcen beziehungsweise Technologien auf Knopfdruck. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese Unternehmensgruppe kann schnell auf Marktver\u00e4nderungen reagieren, da ihre Projekte eine geringe Laufzeit aufweisen, sie einen besseren Zugang zu wichtigen Informationen hat und ihre Daten \u00fcberall sowie jederzeit mobil verf\u00fcgbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Siepler: <\/strong>Mit der neuen Plattform S\/4 Hana in einer Azure-Cloud erhalten unsere Kunden den Zugriff auf eine riesige Auswahl neuer Services, sogenannte Microservices, die nahtlos an die SAP-Applikationen angebunden werden k\u00f6nnen und deren Service nach Nutzen verrechnet wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Im reinen Digital Core sind eher die Vereinfachung bestehender Business-Prozesse und die Integration aller verf\u00fcgbaren digitalen Innovationen \u2013 IoT, AI, Blockchain etc. \u2013 zu nennen. <\/p>\n\n\n\n<p>Last but not least nat\u00fcrlich auch die Performance und Skalierbarkeit der Systeme. Aus Sichtweise der Infrastruktur ist die quasi sofortige Verf\u00fcgbarkeit der Ressourcen sicherlich ein sehr gro\u00dfer Vorteil der Public Clouds \u2013 und das an vielen Standorten. <\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die verschiedenen Preismodelle kann man entscheiden, ob man die Ressourcen l\u00e4ngerfristig ben\u00f6tigt oder nur kurzzeitig, beispielsweise um ein neues Release zu testen oder eine Projektumgebung zu erstellen. Auch die Verwendung von Templates zum Aufbau der Infrastruktur macht Sinn und vereinfacht die Umsetzung eigener Standards.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Thomas Herrmann von NetApp, Peter H\u00f6roldt von Libelle und Claus Siepler von T-Systems \u2013 danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vorteile eines SAP-Betriebs in einer Microsoft-Azure-Cloud sind unbestritten \u2013 aber die SAP-Community ist heterogen. 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