{"id":66227,"date":"2020-04-23T11:59:00","date_gmt":"2020-04-23T09:59:00","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=66227"},"modified":"2022-05-01T09:56:21","modified_gmt":"2022-05-01T07:56:21","slug":"erp-architektur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/erp-architektur\/","title":{"rendered":"ERP-Architektur"},"content":{"rendered":"\n<p>Professor Hasso Plattner hat sich bez\u00fcglich der In-memory-Computing-Datenbank Hana die falschen Freunde ausgesucht: Gemeinsam mit Intel wurde ein Konzept f\u00fcr in-memory-basierte Datenbanken am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam entwickelt. Acht Jahre sp\u00e4ter stellt sich heraus, dass fast alle Konzepte richtig waren \u2013 nur nicht die Hardwarebasis und das Konzept der Appliances.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Fehler ist heute offensichtlich: SAP und die Forscher am HPI hatten eine CPU-zentrierte Sichtweise. Ausgehend von den \u00fcberragenden Leistungsmerkmalen eine Intel-Xeon-Prozessors fokussierten sich die Datenbankdesigner auf das Datenblatt dieser CPU. <\/p><div class=\"great-fullsize-content-de great-entity-placement\" style=\"float: left;\" id=\"great-3844448917\"><div id=\"great-4285320429\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6ZGXMPyM-nU\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26-04_29_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Was sie \u00fcbersahen, war der Umstand, dass eine Datenbank eine perfekte Plattform aus CPU, Cache, Memory, I\/O, Disk etc. braucht. Ein leistungsf\u00e4higerer Prozessor ist wichtig und die Freundschaft zwischen SAP und Intel wiegt schwer, aber eine Datenbank wie Hana braucht mehr, eben eine perfekte Betriebssystem- und Hardware-Architektur. <\/p>\n\n\n\n<p>Mit Linux war die Entscheidung perfekt, bei Intel gab es \u201enur\u201c einen Prozessor \u2013 bei IBM gibt es mit Power ein Architekturmodell und einen ganzen Server.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Experten war bereits kurz nach den ersten Installationen von Hana auf der Intel-Architektur klar, dass Leistung, Skalierung und Virtualisierung hier nur unzureichend umgesetzt werden k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber Intel wollte oder konnte nicht nachbessern. Vielleicht erlag Intel auch dem Trugschluss, dass die Verbindung mit SAP \u00fcber jeden Zweifel erhaben w\u00e4re. Und wirklich: Professor Hasso Plattner und der damalige SAP-Technikvorstand Vishal Sikka wehrten sich lange gegen eine Portierung der Hana-Datenbank auf die IBM-Power-Architektur. <\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl in der Szene bereits alle wussten, dass HoP, Hana on Power, die wesentlich bessere Antwort ist, verweigerte SAP dem Partner IBM lange Zeit die Hana-Zertifizierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Intel-Plattform wurden hingegen die Hana-Probleme von Tag zu Tag gr\u00f6\u00dfer. Die Appliance-Gr\u00f6\u00dfen entsprachen nicht den Vorstellungen der SAP-Bestandskunden. <\/p>\n\n\n\n<p>Hingegen wusste die gesamte SAP-Community, dass das Hana-Betriebssystem Suse Linux auch f\u00fcr die IBM-Power-Architektur zur Verf\u00fcgung stand und somit ein Wechsel problemlos m\u00f6glich w\u00e4re. <\/p>\n\n\n\n<p>Endlich gab SAP nach und IBM konnte offiziell beweisen, dass die Rechnerarchitektur von Power einem Intel-Prozessor bez\u00fcglich Hana um Dimensionen \u00fcberlegen ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich hat sich IBM auch nicht mehr auf das Appliance-Modell mit T-Shirt-Gr\u00f6\u00dfen eingelassen, sondern gleich Hana-Server nach den Vorstellungen der SAP-Bestandskunden zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Power-Akzeptanz am HPI<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Einstellung der SAP und des HPI zu IBM Power hat sich letztendlich gewandelt: Einen Onlinekurs zur Zukunft des Computings startete das Hasso-Plattner-Institut am 1. Mai vergangenen Jahres. Er dauerte vier Wochen und wird kostenlos auf der IT-Lernplattform openHPI angeboten: \u201eFuture of Computing \u2013 IBM Power 9 and beyond\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>HPI-Professor Andreas Polze, Fachgebietsleiter Betriebssysteme und Middle\u00adware, organisierte den Kurs gemeinsam mit Hildegard Gerhardy von der IBM Academic Initiative Europe und Wolfgang Maier, Direktor der IBM-Hardwareentwicklung in B\u00f6blingen. <\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWir stellen den Teilnehmern unterschiedliche Ans\u00e4tze vor, mit denen die Herausforderungen der Digitalisierung, vor allem das exponentielle Wachstum von Daten, gemeistert werden k\u00f6nnen\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>erl\u00e4uterte Informatikprofessor Polze.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuverl\u00e4ssigkeit, Hochverf\u00fcgbarkeit und Servicefreundlichkeit der Systeme erfordern hochentwickelte, ausgefeilte Hardware, Betriebssysteme und anwendungsneutrale Programme, um in gro\u00dfem Umfang Transaktionen abwickeln zu k\u00f6nnen. Ein Schwerpunkt des Kurses \u00fcber die Zukunft des Computings wurde auf Technologien rund um IBM Power Systems gezeigt. <\/p>\n\n\n\n<p>In seiner Open-Power-Initiative kooperiert IBM mit mehr als 300 Mitgliedsunternehmen, darunter Google, Samsung und Nvidia, um von der Software bis zur Hardware vielf\u00e4ltige Innovationen zu kreieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Professor Plattner betonte bei seiner Sapphire-Keynote 2019 in Orlando das enorme Datenwachstum und die Notwendigkeit, mit geeigneten Rechnerarchitekturen und Datenbanken schnell Antworten finden zu m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach seiner Vorstellung h\u00e4tte der Wechsel auf Hana innerhalb der SAP-Community in etwa drei Jahren erfolgen sollen. Nun dauert der \u201eDatenbank-Versionswechsel\u201c schon etwas l\u00e4nger, was wahrscheinlich auch auf die unzureichende Intel-Plattform in den ersten Jahren von Hana zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Hana-Entwicklung am Hasso-Plattner-Institut an der Universit\u00e4t Potsdam war abgestimmt mit Intel und fokussiert auf die x86-Architektur der Xeon-Prozessoren. Aber die Power-Architektur von IBM erwies sich als das bessere Fundament.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Alles SQL, oder?<\/h3>\n\n\n\n<p>Die In-memory-Computing-Datenbank Hana hat viele gro\u00dfartige Vorteile gegen\u00fcber klassischen SQL-Datenbanken \u2013 nicht weil SAP besser ist, sondern weil Professor Hasso Plattner den Mut zu einem Neuanfang hatte: <\/p>\n\n\n\n<p>Hana konnte ohne Altlasten und Kompatibilit\u00e4tsvorgaben auf den Rei\u00dfbrettern in Potsdam am Hasso-Plattner-Institut und in Walldorf in der SAP-Zentrale entstehen. In Potsdam forschten und programmierten die Studenten von Professor Plattner gemeinsam mit Alexander Zeier. <\/p>\n\n\n\n<p>Zur operativen Reife wurde Hana vom Mathematiker und Ex-SAP-Technikvorstand Vishal Sikka in Palo Alto, Kalifornien, gef\u00fchrt. Allen drei \u2013 Plattner, Zeier und Sikka \u2013 darf man unterstellen, dass sie nicht nur erstklassige Kenner der Intel-Prozessor-Architektur waren, sondern auch fest daran glaubten, dieser Allzweckprozessor sei am besten f\u00fcr ihre Hana-Datenbank geeignet \u2013 ein Irrtum, wie sich offiziell im Jahr 2014 herausstellte.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201ePower 8 und auch Power 9 wurden jeweils neu und speziell f\u00fcr die Verarbeitung gro\u00dfer Datenmengen entwickelt, mit gro\u00dfer Memorybandbreite \u2013 Faktor vier gr\u00f6\u00dfer als Intel x86, mehr Cache, Faktor f\u00fcnf mehr Cache als x86 sowie hohe Perfor\u00admance, Faktor zwei pro Core im Benchmark, bis zu Faktor vier bei realen Kunden- Workloads, des Weiteren h\u00f6here Flexibilit\u00e4t mit PowerVM, hohe Zuverl\u00e4ssigkeit durch Redundanz, insbesondere bei den Power-Enterprise-Servern\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>best\u00e4tigt im E-3 Gespr\u00e4ch Andreas Klaus Span, Director und Business Unit Executive f\u00fcr SAP Hana on Power. <\/p>\n\n\n\n<p>Allgemein sticht aber nach Meinung von Andreas Span das Argument, dass Intel x86 aus dem Commercial-Sektor mit dem Ansatz \u201egood enough\u201c stammt und Power immer den Anforderungen der Enterprise-Welt gerecht werden musste und somit ein ganz anderes Architekturmodell entwickelt hat.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Differenzierungsfaktor: Power<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Marktforscher von IDC sind der \u00dcberzeugung, dass Power-Systeme f\u00fcr Hana und S\/4 einen \u00fcberzeugenden Differenzierungsfaktor bedeuten. Power wurde f\u00fcr sehr datenintensive Workloads wie Hana konzipiert und umfasst leistungsstarke integrierte Virtualisierung, die SAP-zertifiziert ist, sowie zahlreiche Merkmale zur Verbesserung der Zuverl\u00e4ssigkeit. Andreas Span: <\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDazu kommt das exponentielle Wachstum der Hana-Datenbanken und der Daten im Allgemeinen, welche geradezu nach einem flexibel anpassbaren TCO-Ansatz schreien. Gemessen daran ist Power nicht nur die h\u00f6herwertigere, stabilere Plattform, sondern auch die g\u00fcnstigere.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Flexibilit\u00e4t von IBM-Power-Systemen erlaubt die gleichzeitige Ausf\u00fchrung mehrerer Umgebungen. So kann man beispielsweise ungenutzte Kapazit\u00e4t aus der produktiven Umgebung f\u00fcr die Entwicklung oder f\u00fcr Benutzerakzeptanztests verwenden. <\/p>\n\n\n\n<p>Verglichen mit den meisten anderen Architekturen erzielt IBM Power daher gr\u00f6\u00dfere Effizienz aus gemeinsam genutzten Ressourcen. Es h\u00e4ngt wie immer von der Gr\u00f6\u00dfe ab: <\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eEs mag aber durchaus Bereiche geben, gepr\u00e4gt von kleinen Datenbanken und einer \u00fcberschaubaren Anwendungsanzahl, wo sich Intel rechnet. Aber meist nur in dem neuerdings auch von SAP empfohlenen TDI-Ansatz (Tailored Datacenter Integration) \u2013 nicht als Appliance!\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die gesamte Power-Plattform ist f\u00fcr Hana zertifiziert. <\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eOnce and for all\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>erkl\u00e4rt Andreas Span. <\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDas hei\u00dft, wir m\u00fcssen nicht jeden Server einzeln zulassen und bei geringsten \u00c4nderungen neu absegnen lassen, wie das der Fall bei Appliances ist. Wenn neue Releases auf den Markt kommen, werden die schon in der Entwicklungsphase gemeinsam getestet, und wenn alles gut geht, wird der Dokumentationsstand der SAP zeitnah hochgezogen \u2013 die ber\u00fchmten SAP-Notes.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/2005_Coverstory_E-3_Magazin-Mai.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"125\" title=\"Erp-architektur\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory.jpg\" alt=\"Download Coverstory\" class=\"wp-image-37442\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory.jpg 1000w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory-960x120.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ver\u00e4nderungen beherrschen den beruflichen Alltag. 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