{"id":65580,"date":"2020-03-06T14:43:42","date_gmt":"2020-03-06T13:43:42","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=65580"},"modified":"2024-01-19T14:49:26","modified_gmt":"2024-01-19T13:49:26","slug":"digitalisierung-von-foerderportalen-drei-stolperfallen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/digitalisierung-von-foerderportalen-drei-stolperfallen\/","title":{"rendered":"Digitalisierung von F\u00f6rderportalen: Drei Stolperfallen"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Zuge der Digitalisierung r\u00fcsten F\u00f6rderbanken auf, um f\u00fcr  ihre Kunden interessant zu bleiben: Sie investieren in den Aufbau digitaler Kan\u00e4le und bieten umfangreiche Online-Services von der komfortablen F\u00f6rderberatung bis hin zur elektronischen Abwicklung des gesamten Lebenszyklus von F\u00f6rderantr\u00e4gen an. <\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem Werkzeugkasten eines Software-Entwicklers: Bei neuen Online-Services wie beispielsweise einem Internetportal f\u00fcr Kunden, spricht vieles daf\u00fcr, sich f\u00fcr ein fertiges Softwareprodukt zu entscheiden.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-2434809491\"><div id=\"great-3323110097\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Dass dieser Ansatz oftmals zu kurz greift und gerade in der fr\u00fchen Phase wichtige und notwendige Entscheidungen aufschiebt, zeigen die im Folgenden beschriebenen drei Stolperfallen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Falle: Duplizierte Prozesse oder der offensichtliche Weg sind nicht unbedingt das Beste.<\/h3>\n\n\n\n<p>Es scheint auf den ersten Blick verlockend, bestehende analoge Prozesse in einer Eins-zu-eins-Umsetzung zu erfassen und die Abbildung im Internetportal danach zu strukturieren. Zusammen mit den durchzuf\u00fchrenden Aktivit\u00e4ten m\u00fcssen insbesondere Formulare, Unterlagen, Nachweise u. \u00e4. \u00fcbertragen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der 1-zu-1-\u00dcbernahme solcher Elemente in ein Kundenportal besteht das Risiko, dass technologische M\u00f6glichkeiten ungenutzt bleiben. Die Folge ist dann \u2013 trotz aktueller Technologie \u2013 ein schlechteres Ergebnis als in den urspr\u00fcnglichen analogen Prozessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der gro\u00dfe Vorteil in einer gef\u00fchrten digitalen Informationsaufnahme im Gegensatz zur Erfassung durch Papierformulare besteht in der Option, auf Eingaben des Kunden zu reagieren sowie ihn \u00fcber Fehler und erweiterte F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten zu informieren.<\/p>\n\n\n\n<p>So m\u00fcssen nicht mehr s\u00e4mtliche Konstellationen abgebildet werden und der Kunde muss sich nicht durch umfangreiche und un\u00fcbersichtliche Antr\u00e4ge qu\u00e4len. Das gesamte Vorgehen wird verschlankt. Ziel eines Internetportals sollte es sein, dem Kunden Arbeit abzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies gelingt, wenn der Aufwand f\u00fcr die Datenerfassung m\u00f6glichst gering gehalten wird. In vielen F\u00f6rderantr\u00e4gen sind umfangreiche Angaben, die auch \u00fcber \u00f6ffentliche Verzeichnisse zug\u00e4nglich sind (etwa Adressregister), und bestimmte Schl\u00fcssel (etwa f\u00fcr Branchen) erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Falle: Fehlendes Nutzererlebnis oder der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.<\/h3>\n\n\n\n<p>Durch Internetportale treten F\u00f6rderunternehmen in direkten Kontakt mit Kunden und Partnern. Ein wesentlicher Mehrwert eines solchen Portals ist das Verlagern von Erfassungsaufw\u00e4nden zum Kunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl also ein Interesse daran besteht, die Online-Antragsstellung zu forcieren, wird das entsprechende Tool h\u00e4ufig stiefm\u00fctterlich behandelt. Dabei darf das Nutzererlebnis nicht \u00fcbergangen werden, da in Zeiten niedriger Zinsen Kunden nicht mehr unbedingt auf F\u00f6rderkredite angewiesen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Ansprechende Oberfl\u00e4chen sind wichtig und m\u00f6glicherweise ein entscheidendes Merkmal gegen\u00fcber Wettbewerbern, um die Kunden zu gewinnen. Langfristig riskieren die F\u00f6rderbanken erstens, dass potenzielle Kunden wegen unverst\u00e4ndlicher oder zu aufw\u00e4ndiger Beantragungsprozesse in einem Portal auf Produkte am freien Markt ausweichen oder ganz auf eine F\u00f6rderung verzichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Risiko nimmt noch zu, je weiter die Usability eines F\u00f6rderportals vom Look &amp; Feel und dem Komfort des Marktdurchschnitts abweicht. Es empfiehlt sich, im Rahmen der Konzeption f\u00fcr ein Internetportal das Nutzungserlebnis des Kunden in den Vordergrund, mindestens aber auf die gleiche Stufe wie die Anforderungen der f\u00f6rdergebenden Fachbereiche zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Falle: \u00dcbersch\u00e4tzte Absicherungsma\u00dfnahmen<\/h3>\n\n\n\n<p>Kein F\u00f6rderinstitut m\u00f6chte unsichere Software einsetzen. Schon gar nicht, wenn hier\u00fcber sensible pers\u00f6nliche Daten erfasst werden. F\u00fcr Portalsysteme m\u00fcssen laut Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik Schutzbedarfskategorien f\u00fcr die Kategorien \u201eVerf\u00fcgbarkeit\u201c, \u201eVertraulichkeit\u201c und \u201eIntegrit\u00e4t\u201c festgelegt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese haben gravierende Auswirkungen auf die notwendigen technischen Absicherungsma\u00dfnahmen. Eine realistische und kritische Bewertung zu Beginn des Projekts ist sinnvoll, denn eine Einstufung sollte weder leichtfertig noch pauschal mit \u201esehr hoch\u201c erfolgen.<br><br>Fazit oder Sturzprophylaxe: Um keinen Sturz zu riskieren, sollte man nicht stolpern. Um Stolperfallen aus dem Weg zu r\u00e4umen, m\u00fcssen vor der Entscheidung f\u00fcr oder gegen eine Standard- bzw. Individualsoftware m\u00f6glichst alle Bed\u00fcrfnisse erkannt und erfasst werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Komplexit\u00e4t ist hierbei nicht zu untersch\u00e4tzen. F\u00fcr den konkreten Fall einer Portall\u00f6sung hei\u00dft das, nicht nur offensichtliche Auswahlkriterien, sondern alle entscheidungsrelevanten Faktoren einzubeziehen. Die drei erl\u00e4uterten Stolperfallen vermitteln hierzu einen ersten Eindruck.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu ber\u00fccksichtigende Aspekte w\u00e4ren etwa die Frage nach einer elektronischen Identifikation (z. B. \u00fcber einen elektronischen Personalausweis oder einen Video-Identifikationsdienst) und Autorisierung (z. B. \u00fcber digitale Signaturen).<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die erfolgreiche Gestaltung eines Onlineportals bleibt also zu empfehlen, keine vorschnelle Entscheidung zu treffen, d. h. keine Software zu w\u00e4hlen, die sich letztlich als aufw\u00e4ndig (und teuer) in der Anpassung oder schlimmstenfalls als g\u00e4nzlich ungeeignet entpuppt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background has-vce-txt-background-color has-vce-txt-color is-style-wide\"\/>\n\n\n<h4><strong>\u00dcber die innobis AG<\/strong><\/h4>\n<p><!-- \/wp:post-content --><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Die Innobis AG ist seit \u00fcber 25 Jahren IT- und SAP-Dienstleister f\u00fcr Banken und Finanzdienstleister. Das Serviceportfolio reicht von der Beratung \u00fcber die Softwareentwicklung bis hin zum Application Management.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Innobis hat bereits erfolgreich mehrere Kundenportal-L\u00f6sungen bei F\u00f6rderbanken konzipiert und eingef\u00fchrt, die entsprechenden Sicherheitsanforderungen im sensiblen Bankenumfeld umgesetzt und besch\u00e4ftigt sich aktuell mit der Modernisierung der Erfassungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr F\u00f6rderantr\u00e4ge.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:heading {\"level\":4} --><\/p>\n<h4><strong>\u00dcber die Autoren: <\/strong><\/h4>\n<p><!-- \/wp:heading --><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><strong>Arne Schultz<\/strong>, Leiter Development &amp; Integration Services bei der innobis AG, ist seit 2004 in der SAP-Beratung und -Entwicklung t\u00e4tig. Neben der \u00fcbergreifenden Betreuung strategischer Kundenverh\u00e4ltnisse sowie der Qualit\u00e4tssicherung ist er in Projekten haupts\u00e4chlich mit der Projektleitung und Architekturberatung betraut.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><strong>Bj\u00f6rn Kibbel<\/strong> ist seit 1999 bei der innobis AG t\u00e4tig. Als Manager Development und Integration Services analysiert er bankfachliche Gesch\u00e4ftsprozesse und die damit verbundenen Anforderungen an die IT-\/SAP-Landschaft und \u00fcbernimmt die Architekturberatung bei Banken. Der studierte Diplom-Physiker ist ein erfahrener Projektleiter.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><strong>Beide Autoren<\/strong> begleiten seit vielen Jahren F\u00f6rderinstitute bei der Umsetzung digitaler Strategien, insbesondere im Bereich von F\u00f6rderportalen.<\/p>\n<p><em>Kuratiert von Peter M. F\u00e4rbinger<\/em><\/p>\n<p><!-- wp:button {\"customBackgroundColor\":\"#d56802\"} --><\/p>\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link has-background\" href=\"https:\/\/www.innobis.de\/\" style=\"background-color:#d56802\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Innobis.de<\/a><\/div>\n<p><!-- \/wp:button --><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zuge der Digitalisierung r\u00fcsten F\u00f6rderbanken auf, um f\u00fcr ihre Kunden interessant zu bleiben: Sie investieren in den Aufbau digitaler Kan\u00e4le und bieten umfangreiche Online-Services von der komfortablen F\u00f6rderberatung bis hin zur elektronischen Abwicklung des gesamten Lebenszyklus von F\u00f6rderantr\u00e4gen an. 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