{"id":6345,"date":"2016-11-01T00:47:00","date_gmt":"2016-10-31T23:47:00","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=6345"},"modified":"2024-01-19T14:52:58","modified_gmt":"2024-01-19T13:52:58","slug":"digitalisierung-ist-mehr-als-software","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/digitalisierung-ist-mehr-als-software\/","title":{"rendered":"Digitalisierung ist mehr als Software"},"content":{"rendered":"<h3>Was war die Motivation f\u00fcr die DSAG, sich auf das Thema Business oder digitale Transformation als Leitthema des Jahreskongresses 2016 festzulegen?<\/h3>\n<p><strong>Marco Lenck:<\/strong> Praktisch jede F\u00fchrungsebene in Unternehmen hat sich bereits mit dem Thema digitale Transformation auseinandergesetzt. Und in der Folge ist es ein Topthema auf IT-Leitungsebene geworden, mit der Kernfrage:<\/p>\n<p>Was kann unsere IT zur Business-Transformation beitragen?<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-1477187657\"><div id=\"great-4028367315\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p>Produkte lassen sich digitalisieren, Services, vielleicht auch M\u00e4rkte. In fast jeder Branche wird dazu irgendetwas passieren. Und genau das Irgendetwas treibt die F\u00fchrungsebenen um.<\/p>\n<p>Bislang ging es haupts\u00e4chlich darum, effiziente Core-Prozesse zu realisieren und effektiv zu unterst\u00fctzen \u2013 etwa mit Standardsoftware und ERP-Systemen.<\/p>\n<p>Digitalisierung von Information und Management geht dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<h3>Was hei\u00dft das konkret?<\/h3>\n<p><strong>Lenck:<\/strong> Wie ver\u00e4ndern sich meine M\u00e4rkte und meine Gesch\u00e4ftsmodelle im Markt und in meiner Branche.<\/p>\n<p>Wie kann mein Unternehmen dort differenzierend agieren? Diese Kernfrage stellen wir uns mittlerweile neu. Weil die Zahl der M\u00f6glichkeiten drastisch zugenommen hat.<\/p>\n<p>Und: Man agiert komplett anders mit Produkten, mit Services oder mit Kunden im Markt. Wobei Digitalisierung mehr als Software ist.<\/p>\n<p>Wir wissen, dass die DSAG-Community sich intensiv mit der digitalen Transformation auseinandersetzt und zahlreiche Fragen dazu hat, die \u00fcber SAP-Themen oder -Aspekte hinausgehen.<\/p>\n<h3>Was tut die DSAG im Einzelnen, damit die Mitglieder sozusagen in die \u201edigitale Spur\u201c kommen?<\/h3>\n<p><strong>Lenck:<\/strong> Es gibt unsere Arbeitskreise, ferner finden regelm\u00e4\u00dfige Meetings statt, auch ist der Informations- und Wissensaustausch im DSAGNet, einer exklusiven Austauschplattform f\u00fcr DSAG-Mitglieder, sehr intensiv.<\/p>\n<p>Daneben denken die Vorstandsmitglieder Themen an. Alles das, was wir innerhalb der DSAG erarbeiten, stellen wir den DSAG-Mitgliedern zur Verf\u00fcgung \u2013 zum Thema SAP, aber auch zum Thema digitale Transformation.<\/p>\n<p>Wir forcieren nat\u00fcrlich den Wissenstransfer unter den DSAG-Mitgliedern.<\/p>\n<p>F\u00fcr die \u00fcber 4.500 Teilnehmer des Jahreskongresses gab es nicht nur sehr viele Informationen. Sie haben viele Fragen aus ihren Unternehmen zum Thema digitale Information zum Jahreskongress mitgebracht. Und die werden zum Beispiel in den Kaffeepausen sozusagen mit Gleichgesinnten diskutiert \u2013 angereichert um Informationen, die man in den Arbeitskreisen oder Foren erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>So entwickeln sich Meinungen oder es verfestigen sich konkrete Vorgehensweisen. Das ist das, was die DSAG beitragen kann.<\/p>\n<p>Das wird hier und da nicht ausreichen, aber das sind wesentliche Bausteine.<\/p>\n<p>Vielleicht noch: Wir arbeiten gerade an einer Handlungsempfehlung digitale Transformation, die voraussichtlich Ende November zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p>Und: Wir intensivieren die Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmens- und Industrienetzwerken, gerade vor dem Hintergrund der Business-Transformation.<\/p>\n<h3>SAP hat das neue S\/4 Hana als den \u201edigitalen Kern\u201c bezeichnet. Im Kern ist der Business-Suite-Nachfolger aber erst einmal ein Software-Package, oder?<\/h3>\n<p><strong>Lenck:<\/strong> Aus unserer Sicht ist S\/4 Hana vorrangig ein Ersatz f\u00fcr ERP.<\/p>\n<p>Es wurde sozusagen Ballast abgeworfen, den das SAP ERP mit sich herumgeschleppt hat. Sei es bei der Datenbank, sei es bei den Transaktionen durch vereinfachte Datenmodelle.<\/p>\n<p>Es hat auch einen gewissen Anspruch, redundanzfrei zu sein. Dinge aber nur technisch anders zu machen ist nicht wirklich ein gro\u00dfer Sprung nach vorn. Wir ben\u00f6tigen neue Funktionalit\u00e4t sowie eine Reintegration von anderen Systemen in S\/4 Hana.<\/p>\n<p>Das hat bis dato noch nicht stattgefunden. Mit der neuen S\/4-Version 1610 als funktional erweitertem ERP-System gegen\u00fcber der Business Suite, die wir heute haben, findet eine Neupositionierung statt.<\/p>\n<p>Letztendlich kann man es so sehen: S\/4 ist eine Art Wette auf die Zukunft.<\/p>\n<h3>Wird S\/4 seinen Weg machen, ein Erfolg werden?<\/h3>\n<p><strong>Lenck:<\/strong> Ich glaube, ja. Es wird \u00fcber viele Jahre ein Alternativprodukt zur Business Suite sein.<\/p>\n<p>Aber: Wir sehen keine schnelle Abl\u00f6sung. Wir glauben, dass mehr und mehr Unternehmen auf diese Plattform gehen wollen.<\/p>\n<p>Sie sollten aber genau \u00fcberlegen, warum sie das tun, und diese Frage gut beantworten k\u00f6nnen. Performance allein reicht nicht aus. Das gen\u00fcgt den meisten Anwendern nicht.<\/p>\n<p>Es geht vor allem um vereinfachte Datenmodelle oder um eine neue Benutzeroberfl\u00e4che.<\/p>\n<h3>Ist das Upgrade auf S\/4 aktuell ein Thema, mit dem sich schon viele SAP-Bestandskunden auseinandersetzen?<\/h3>\n<p><strong>Lenck: <\/strong>Es gibt momentan viele Unternehmen, die sich mit dem m\u00f6glichen S\/4-Upgrade besch\u00e4ftigen. Und es werden immer mehr.<\/p>\n<p>Aber ein ERP-System wird nicht mal soeben gewechselt. Und es ist auch nicht ganz so einfach. Wenn man ein Projekt konzipiert, dann stellt man fest, dass es eine Reihe von Altlasten gibt.<\/p>\n<p>Momentan besch\u00e4ftigt sich das Gros der SAP-Bestandskunden mit einer 1:1-Migration.<\/p>\n<p>Ist ein Brown-Field-Approach, bei dem ich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck Vorhandenes \u00fcbernehme, oder ist ein Green-Field-Ansatz, bei dem man quasi alles neu macht, das Beste f\u00fcr mein Unternehmen? Diese Frage stellen sich momentan viele Unternehmen.<\/p>\n<p>Aus unserer Sicht werden wir in zwei bis drei Jahren eine nennenswerte Anzahl auch von gr\u00f6\u00dferen Kunden auf der S\/4-Plattform sehen. Gleichfalls wird es \u00fcber das Jahr 2020 hinaus aber nach wie vor einen gro\u00dfen Anteil an Business-\u00adSuite-Kunden geben.<\/p>\n<h3>Apropos Business-Suite-Unterst\u00fctzung. K\u00f6nnte es sein, dass es eine SAP-Unterst\u00fctzung \u00fcber 2025 hinaus geben wird?<\/h3>\n<p><strong>Lenck:<\/strong> SAP hat angek\u00fcndigt, dass die Wartung der Business Suite bis mindestens 2025 l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Wartung hei\u00dft f\u00fcr uns: Produktentwicklung bis 2025. Es gibt f\u00fcr die Business Suite bis heute kein Nachfolgeprodukt.<\/p>\n<p>S\/4 wurde explizit als neues Produkt positioniert. Bis 2025 sind es immerhin noch neun Jahre. Die DSAG wird sich rechtzeitig dar\u00fcber Gedanken machen, wie mit dem Thema \u201eUnterst\u00fctzung der Business Suite bis 2025\u201c umzugehen ist.<\/p>\n<h3>Wie quasi aus dem Nichts wurde am 7. September die Verf\u00fcgbarkeit von SAP BW\/4 Hana angek\u00fcndigt. Die Meinung der DSAG dazu?<\/h3>\n<p><strong>Lenck:<\/strong> Es ist ein Faktum, dass BW on Hana das zurzeit am meisten installierte On-Hana-Produkt darstellt.<\/p>\n<p>Man kann schon fast sagen: BW on Hana ist eine Art Go-to-Release.<\/p>\n<p>Anwender sind in der Nutzung ge\u00fcbt. Jetzt kommt mit S\/4 ein ERP-Produkt dazu, bei dem sich die Frage stellt: Ist ein BW-System noch erforderlich?<\/p>\n<p>Eine Frage, die man sich ohnehin kritisch stellen sollte. Viele Unternehmen werden dies mit einem Nein beantworten, viele Unternehmen werden dies mit einem Ja beantworten. Weil sie mit einem BW deutlich mehr machen als ausschlie\u00dflich operatives Reporting.<\/p>\n<p>Und diese Unternehmen, die das auch zuk\u00fcnftig anstreben, sind sicherlich gut beraten, eigenst\u00e4ndige BW-Installationen zu betreiben.<\/p>\n<p>Und es macht sehr viel Sinn, dies mit Hana zu tun.<\/p>\n<p>Nun ist BW\/4 Hana da, und man fragt sich: Was macht ein BW\/4 Hana anders als ein BW on Hana?<\/p>\n<p>Und die Frage sollten sich die Anwender auch stellen.<\/p>\n<p>SAP erkl\u00e4rt, wir haben das BW-System entschlackt und BW\/4 Hana basiert auf einer anderen Architektur. Sicherlich sollte man sich als SAP-BW-Anwender gut \u00fcberlegen und hinterfragen, was ein Wechsel in puncto Betrieb, in puncto Use- oder Business-Case, Lizenzen und anderes mehr mit sich bringt.<\/p>\n<h3>Hat sich die etwas z\u00f6gerliche Einstellung der Mitglieder, die eine DSAG-Umfrage zum Thema Cloud Computing zum Jahresbeginn zutage f\u00f6rderte, ver\u00e4ndert?<\/h3>\n<p><strong>Lenck:<\/strong> Von der Hana Enterprise Cloud, kurz: HEC, als Betriebsmodell h\u00f6rt man derzeit wenig. Nach wie vor ist die Cloud-Wahrnehmung unter den DSAG-Mitgliedern sehr ambivalent.<\/p>\n<p>Ein Teil ist der Auffassung: Okay, mein Gesch\u00e4ftsmodell hat damit kein Problem; Cloud Computing ist f\u00fcr mich gefahrenfrei.<\/p>\n<p>Ein anderer m\u00f6chte nach wie vor keine gesch\u00e4ftskritischen Daten in der Cloud ablegen. Bei der HCP, der Hana-Cloud-Plattform, hingegen gibt es faktisch zwei Zielrichtungen. Das eine ist die Nutzung einer Entwicklungsplattform, um Softwareentwicklung zu betreiben und\u00a0 Anwendungen on premise zu verwenden. Ferner lassen sich mit HCP unternehmens\u00fcbergreifende Prozesse aufbauen und nutzen. F\u00fcr derartige Prozesse macht es sehr wohl Sinn, auch auf Cloud im Rahmen des Hybrid-Cloud-Computings zu setzen.<\/p>\n<p>An dieser Ecke hat die Awareness gegen\u00fcber dem Cloud Computing ein St\u00fcck weit zugenommen.<br \/>\n<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissensvermittlung und -bereitstellung sowie intensive Diskussionen zum Brennpunktdauerthema digitale Transformation standen im Mittelpunkt des DSAG-Jahreskongresses 2016 im September in N\u00fcrnberg. 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