{"id":63238,"date":"2019-10-28T15:50:20","date_gmt":"2019-10-28T14:50:20","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=63238"},"modified":"2024-01-19T14:49:48","modified_gmt":"2024-01-19T13:49:48","slug":"s-transformation-strategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/s-transformation-strategie\/","title":{"rendered":"S\/4-Transformation und Strategie"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend zahlreiche SAP-Bestandskunden die technische Transformation auf die Datenbankplattform Hana durchf\u00fchren, ist laut Aussage der DSAG-Investitionsumfrage die Adaption von S\/4 noch hinter der Erwartungshaltung:<\/p>\n<h3>Wie erkl\u00e4rt man sich bei Syniti diese Zur\u00fcckhaltung gegen\u00fcber S\/4?<\/h3>\n<p><strong>Frank Schuler:<\/strong> Aus meiner Sicht gibt es zwei Gr\u00fcnde f\u00fcr die momentane Zur\u00fcckhaltung: Erstens, SAP S\/4 Hana ist noch nicht funktions\u00e4quivalent zu SAP ECC 6.0, noch sind nicht alle Branchenl\u00f6sungen vollst\u00e4ndig umgesetzt.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-3883734705\"><div id=\"great-3315675007\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p>SAP hat die Entwicklungsplanung zwar ver\u00f6ffentlicht, aber entsprechend warten manche Kunden noch ab.<\/p>\n<p>Zweitens. der Umstieg kann komplex sein, ein detaillierter Umstellungsplan ist unumg\u00e4nglich. Nicht alle Kunden haben einen solchen ausf\u00fchrbaren Plan.<\/p>\n<p>Da zum Beispiel Module im Personalwesen und im Einkauf nicht mehr im S\/4-Hana-Kern, sondern in Cloud-Anwendungen zur Verf\u00fcgung gestellt werden, ist eine Cloud-Strategie notwendig.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches gilt f\u00fcr Schnittstellen, Anpassungen und die Benutzeroberfl\u00e4che: Die Integration von lokalen L\u00f6sungen mit Cloud-Anwendungen erfordert eine f\u00fcr Echtzeitverarbeitung ausgelegte Schnittstellenstrategie und eventuell die Erg\u00e4nzung bestehender Entwicklungsstandards.<\/p>\n<p>Und: Um das Potenzial der neuen Benutzeroberfl\u00e4che SAP Fiori voll zu nutzen und Anwender zu \u00fcberzeugen, sind externe Zugriffsstrategien inklusive Sicherheitskonzepten erforderlich.<\/p>\n<h3>SAP bewirbt S\/4 auch mit innovativen, neuen Gesch\u00e4ftsprozessen \u2013 aber was z\u00e4hlt mehr: Daten-Management oder Prozess-Management?<\/h3>\n<p><strong>Schuler:<\/strong> Im Endeffekt bringen nat\u00fcrlich verbesserte Gesch\u00e4ftsprozesse den Mehrwert, aber damit diese funktionieren, m\u00fcssen die Daten stimmen, sonst gibt es zum Beispiel Medienbr\u00fcche.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus erfordert k\u00fcnstliche Intelligenz eine ganz neue Art von Datenqualit\u00e4t. Selbst wenn die Daten korrekt, eindeutig und relevant sind, k\u00f6nnen sie etwa immer noch voreingenommen sein, was nicht zu optimalen Ergebnissen f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ein hoher Datenqualit\u00e4tsstandard ist nur mit funktionierendem Daten-Management m\u00f6glich.<\/p>\n<h3>Wie bewerten Sie aus Ihrer Sicht die Vor- und Nachteile des Greenfield- und Brownfield-Ansatzes f\u00fcr S\/4-Transformationen?<\/h3>\n<p><strong>Schuler:<\/strong> Die Frage zwischen Neuimplementierung oder Konvertierung kann nicht pauschal beantwortet werden, sie erfordert eine umfassende Evaluierung. Erstens:<\/p>\n<p>Abh\u00e4ngig von Modulen und Anpassungen, aber auch von den Daten, kann eine Konvertierung technisch unm\u00f6glich sein, insbesondere, wenn das System inkonsistente Altdaten beinhaltet.<\/p>\n<p>Zweitens: Ist es inhaltlich lohnenswert zu konvertieren? Nur wenn zumindest eines der bestehenden Systeme eine Prozessimplementierung inklusive Datenbestands nahe der Zielkonfiguration hat, kann eine Konvertierung \u00fcberhaupt Sinn machen.<\/p>\n<p>Entscheidend ist, ob die Nacharbeiten den Aufwand einer Neuimplementierung \u00fcbertreffen und ob die Zielkonfiguration aus einer Konvertierung \u00fcberhaupt erreicht werden kann.<\/p>\n<h3>Welche Verfahren und Werkzeuge empfehlen Sie f\u00fcr einen Landscape Transformation als Voraussetzung f\u00fcr eine S\/4-Implementierung?<\/h3>\n<p><strong>Schuler:<\/strong> Auch wenn eine Konvertierung m\u00f6glich ist, kann ein prozessorientiertes Datenmigrationswerkzeug unabdingbar sein. Das liegt daran, dass Datenqualit\u00e4t kein rein technisches Thema ist:<\/p>\n<p>Es m\u00fcssen Experten der jeweiligen Gesch\u00e4ftsbereiche strukturiert einbezogen werden, um Dateninkonsistenzen und L\u00fccken zu beheben. Andernfalls kann es passieren, dass die Neuerungen von S\/4 schlichtweg nicht nutzbar sind.<\/p>\n<p>Bei den Echtzeitauswertungen von operationalen Daten zum Beispiel und der optimalen Nutzung der neuen Datenstrukturen wie New General Ledger, Material Ledger oder Business Partner kann SAP S\/4 Hana ohne die richtige Datenqualit\u00e4t so gut wie keinen Mehrwert leisten.<\/p>\n<p>Und sollen weitere Systeme in das konvertierte S\/4-System konsolidiert werden \u2013 und die damit verbundenen Kosteneinsparungen machen oft einen entscheidenden Teil der Profitabilit\u00e4tsrechnung aus \u2013 muss manches Projekt ohne wiederverwertbares Datenmanagementkonzept gestoppt oder zumindest verschoben werden, noch bevor es wirklich begonnen hat.<\/p>\n<h3>Verwenden Sie in Ihren Transformationsprojekten auch den SAP Data Hub?<\/h3>\n<p><strong>Schuler:<\/strong> Ja, wir verwenden den SAP Data Hub, aber nicht f\u00fcr Systemkonvertierungen, denn daf\u00fcr ist er nicht gemacht, sondern:<\/p>\n<p>Erstens, f\u00fcr replikationsfreien Zugriff auf riesige Datenbest\u00e4nde. Dies ist notwendig, da das Speichern enormer Datenbest\u00e4nde and deren Abfrage ausgekl\u00fcgelte Techniken wie Hadoop MapReduce erfordert. Eine Replikation in andere Applikationen wie Business Warehouse ist daher nicht mehr m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Zweitens, f\u00fcr massiv parallele Datenverarbeitung inklusive k\u00fcnstlicher Intelligenz. Der replikationsfreie Zugriff auf riesige Datenbest\u00e4nde erfordert enorme Verarbeitungskapazit\u00e4ten, um diese den Zielanwendungen im erforderten Format zur Verf\u00fcgung stellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und drittens, f\u00fcr Metadaten-Management inklusive Lineage.<\/p>\n<h3>Gibt es Kennzahlen f\u00fcr die Datentransformation bei S\/4-Projekten hinsichtlich des Aufwands, Zeit, Kosten etc.?<\/h3>\n<p><strong>Schuler:<\/strong> Ja, die gibt es, allerdings sind sie sehr spezifisch. Ich w\u00fcrde immer eine individuelle Bewertung empfehlen.<\/p>\n<h3>M\u00fcssen alle Daten eines ECC-Systems nach S\/4 \u00fcberf\u00fchrt werden oder gibt es auch Archivl\u00f6sungen?<\/h3>\n<p><strong>Schuler:<\/strong> Im Regelfall sollten nicht alle ECC-Daten \u00fcberf\u00fchrt werden, im Besonderen nicht so wie sie sind. Konventioneller zeilenorientierter Speicher ist vergleichsweise g\u00fcnstig, wohingegen spaltenbasierter und In-Memory Speicher einen zum Teil erheblichen Aufschlag kostet.<\/p>\n<p>Daher sollten Datenobjekte, die nicht von einer spaltenbasierten Architektur profitieren, aber auch Datenobjekte, auf die nur selten zugegriffen wird, archiviert werden.<\/p>\n<p>Echtzeit-Auswertungen auf operationalen Daten erfordern zudem eine ganz neue Datenqualit\u00e4t. Die Daten, inklusive der Masterdaten, m\u00fcssen von sich aus stimmig sein.<\/p>\n<h3>Welche Erfahrungen haben Sie bez\u00fcglich klassischer ECC-Datenbankgr\u00f6\u00dfen in der Berechnung des Hana-Memory-Sizing?<\/h3>\n<p><strong>Schuler:<\/strong> Der S\/4-Hana-Sizing-Report als Teil eines S\/4-Readiness-Checks gibt einen guten Anhaltspunkt. Allerdings w\u00fcrde ich immer eine Sandbox-Migration einplanen, nicht nur um den tats\u00e4chlichen Speicherbedarf zu ermitteln, sondern auch um den gesamten Konvertierungsansatz zu evaluieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>E-3 Interview mit Frank Schuler, SAP Mentor und Vice President SAP Technical Architecture bei Syniti: 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