{"id":61771,"date":"2015-07-01T13:52:13","date_gmt":"2015-07-01T11:52:13","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=61771"},"modified":"2019-07-31T14:07:28","modified_gmt":"2019-07-31T12:07:28","slug":"offene-tueren-fuer-datenbanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/offene-tueren-fuer-datenbanken\/","title":{"rendered":"Offene T\u00fcren f\u00fcr Datenbanken"},"content":{"rendered":"<p>Aus Marketingsicht ist die Historie der Datenbankverwendung aus SAP-Sicht eine Meisterleistung: Jahrzehntelang degradierte man die besten Datenbanken zu primitiven Datenspeichern.<\/p>\n<p>Intelligente Datenverarbeitung fand ausschlie\u00dflich in den SAP-Applikationsservern statt. Man schimpfte lautstark \u00fcber die Unf\u00e4higkeit der DB-Anbieter und welche schlechte Leistung diese erbringen.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de great-entity-placement\" style=\"float: left;\" id=\"great-3452912786\"><div id=\"great-3729999108\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6Ja0zaCg0ss\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_bdc_2026_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p>Man erfand Hana und um die ERP-Leistung zu verbessern, erm\u00f6glichte SAP nun einen Schritt, den man IBM, Oracle und Microsoft jahrelang vorenthielt \u2013 Datenverarbeitungsfunktionen d\u00fcrfen und m\u00fcssen aus dem ERP-Applikationsserver n\u00e4her zu den Daten in den Datenbankserver verlagert werden.<\/p>\n<p>Welcher Kunde hatte im ersten Quartal den h\u00f6chsten Umsatz? F\u00fcr jede SQL-Datenbank eine einfache und elementare Funktion: in einer Tabelle das Maximum suchen.<\/p>\n<p>Das schafft jeder Anbieter innerhalb weniger Millisekunden, unabh\u00e4ngig von der DB-Gr\u00f6\u00dfe. Nicht so in einem R\/3-System! Zuerst muss die gesamte Tabelle vom Datenbankserver auf den Applikationsserver geladen werden, dann startet ein Abap-Programm, um in der lokalen Tabelle nun das Maximum zu finden.<\/p>\n<p>Dieses stark vereinfachte Beispiel veranschaulicht den prinzipiellen Datenpfad in einem R\/3-System. Der Datenbankserver ist lediglich ein Speicher, die komplette Anwendungslogik fand und findet im Applikationsserver statt.<\/p>\n<p>Daraus erkl\u00e4rt sich auch, warum es vor der gro\u00dfen Virtualisierungswelle in den R\/3-Rechenzentren f\u00fcr jedes R\/3-Modul auch einen eigenen Server gab. Viel Blech \u2013 zur Freude der Hardware-Anbieter.<\/p>\n<p>SQL-Datenbanken k\u00f6nnen mehr! Das Konzept eines sehr reduzierten und normierten Umgangs mit den unter R\/3 liegenden Datenbanken machte f\u00fcr SAP viel Sinn. So konnte man \u201eneutral\u201c am Markt auftreten und IBM, Oracle und Microsoft die Chance geben, ein Teil der Community zu werden.<\/p>\n<p>Wo Licht ist, ist auch Schatten: Dieser generische Datenbankansatz schickte nur allzu oft das Antwortzeitverhalten in den Keller. Man versuchte in der SAP-Szene mit gewaltigem Hardware-Aufwand die jeweilige Antwortzeit knapp unter einer Sekunde zu halten \u2013 auf Dauer war das naturgem\u00e4\u00df kein erfolgreicher Weg.<\/p>\n<p>Als Hana auf den Markt kam und SAP zum Leistungsbeweis gezwungen war, lockerte man das Konzept. Genau betrachtet war es eine Revolution, auch wenn es sehr \u201esimple\u201c klang:<\/p>\n<p>Die ERP-Funktionen sollen zuk\u00fcnftig n\u00e4her an die Daten gekoppelt werden und Basisfunktionen wie Min\/Max-Suche, W\u00e4hrungsumrechnung etc. sollen vollst\u00e4ndig aus dem Abap-Code ausgegliedert und als origin\u00e4re Datenbankfunktion ausgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Hier schl\u00e4gt theoretisch die Stunde der Datenbankanbieter IBM, Oracle und Microsoft. Wenn nicht mehr jeder Datenverarbeitungsschritt im Abap-Server erfolgen muss, dann kann die SQL-Datenbank ihre Leistung unter Beweis stellen.<\/p>\n<p>Mit Hana war also SAP gezwungen, die ERP-Datenbank erstmals nicht mehr als Datenarchiv, sondern als intelligentes System f\u00fcr das Datenmanagement zu verwenden. Eine Schl\u00fcsselfunktion f\u00fcr die Schnittstelle zwischen ERP-Applikationsserver und SQL-Datenbank sind die Core Data Services, dazu gibt es ein Dokument:<\/p>\n<p>SAP Hana Core Data Services (CDS) Reference, SAP Hana Platform SPS 09, Document Version 1.1 (2015-02-16, PDF 120 Seiten). Unter anderem setzt IBM einige Hoffnung in diese Schnittstelle, um DB2 wieder attraktiver f\u00fcr Business-Suite-7-Anwender (ECC 6.0) zu machen.<\/p>\n<p>Aber nicht nur bei S\/7, sondern auch bei S\/4 k\u00f6nnte CDS und in der Folge BFL (SAP Business Function Library) eine Chance f\u00fcr IBM, Oracle und Microsoft werden. Auch zu BFL gibt es ein PDF mit 158 Seiten.<\/p>\n<p>Die m\u00e4\u00dfige Geschwindigkeit eines R\/3-Systems war somit auch der Software-Architektur geschuldet: Das Zusammenspiel von Datenbank- und Applikationsserver, also die ersten zwei Stufen des SAP\u2019schen dreistufigen Client\/Server-Modells, war alles andere als optimal.<\/p>\n<p>Durch die Eigenentwicklung einer SQL-Datenbank scheint SAP dieses Problem schmerzhaft erkannt zu haben. Mit viel Wirbel und Begeisterung wurde somit auch die \u201eInnovation\u201c vorgestellt, dass nun Daten und Funktionen auf der Hana-Datenbankplattform n\u00e4her zusammenr\u00fccken.<\/p>\n<p>Des Guten zu viel? Einmal dabei, die Schnittstelle zwischen Applikations- und Datenbankserver aufzubrechen, hat SAP umgehend auch zahlreiche ERP-Funktionen als Datenbankfunktion ausprogrammiert, sodass der ERP-Abap-Applikationscode \u00fcber weite Strecken zu einem Aufruf von Hana-Funktionen mutiert.<\/p>\n<p>Was die Hana-Plattform leisten kann, ist am besten nachzulesen in SAP Hana Predictive Analysis Library (PAL), SAP Hana Platform SPS 09, Document Version 1.1 (2015-10-16, PDF 384 Seiten). Das k\u00f6nnte wiederum zum Stopper f\u00fcr IBM, Oracle und Microsoft werden.<\/p>\n<p>Hana ist auch eine SQL-Datenbank. Durch CDS gibt es eine transparente Schicht zwischen dem Applikations- und Datenbankserver. S\/7 und S\/4 k\u00f6nnen auch die \u201eintelligenten\u201c SQL-Funktionen einer Datenbank nutzen, was sich positiv auf die Verarbeitungsgeschwindigkeit auswirkt.<\/p>\n<p>Hana ist aber auch wesentlich mehr als eine SQL-Datenbank, siehe PAL, und somit werden SoH (S\/7 auf Hana) und S\/4 wesentlich mehr an die darunter liegende Plattform auslagern, als die SQL-Datenbanken von IBM, Oracle und Microsoft bereitstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>SAP hat somit die \u201e\u00d6ffnung\u201c sinnvoll genutzt, um einerseits das Antwortzeitverhalten dramatisch zu verbessern, andererseits um gleich wieder die Mitbewerber auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Wie also IBM, Oracle und Microsoft zuk\u00fcnftig die Gunst der Stunde auf Basis von CDS nutzen werden und wollen, ist momentan noch ungewiss. Tatsache hingegen ist, dass sich mit CDS\/BFL f\u00fcr alle SQL-Datenbanken ein gro\u00dfes Fenster an Optionen auftut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das SAP\u2019sche Datenbankdilemma tangierte viele Jahre nur IBM, Oracle und Microsoft. Dann betrat SAP selbst mit MaxDB, Sybase ASE\/IQ und Hana den Datenbankmarkt und merkte, dass die Strategie katastrophal ist. 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