{"id":61576,"date":"2015-09-01T10:57:57","date_gmt":"2015-09-01T08:57:57","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=61576"},"modified":"2019-07-30T11:03:51","modified_gmt":"2019-07-30T09:03:51","slug":"sap-bw-in-zeiten-von-hana","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/sap-bw-in-zeiten-von-hana\/","title":{"rendered":"SAP BW in Zeiten von Hana"},"content":{"rendered":"<p>Ein SAP BW wurde grunds\u00e4tzlich entwickelt, um aus verschiedenen SAP- und Non-SAP-Systemen Daten derart abzulegen, dass ein performanter Zugriff f\u00fcr Datenanalysen \u00fcber Fachbereichsgrenzen hinweg erm\u00f6glicht wird.<\/p>\n<h3>Historie<\/h3>\n<p>Seiner Zeit empfahl sich das Stern-Schema, um solche Datenmengen zu handhaben. So wurden Datenbanken initial als analytisch (OLAP) oder transaktional (OLTP) eingestellt, um einen effizienten Datenzugriff zu erm\u00f6glichen. In einem OLTP-System einen analytischen Zugriff abzusetzen macht jedoch genauso wenig Spa\u00df wie in einem OLAP-System transaktional zu arbeiten. F\u00fcr analytische Zugriffe sind spaltenorientierte Datenbank-Managementsysteme (DBMS) besser als zeilenorientierte DBMS geeignet. Um die analytischen Zugriffe auf das SAP BW zu verbessern, wurde daher mit dem SAP BW Accelerator ein spaltenorientiertes DBMS ausgeliefert.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-907642669\"><div id=\"great-1997074410\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<h3>Kehrtwende<\/h3>\n<p>Mit einer Hana-Datenbank werden die Datenzugriffe aufgrund der In-memory-Datenhaltung sowohl f\u00fcr analytische als auch f\u00fcr transaktionale Zugriffe performant. Die Einstellung der DB f\u00fcr OLAP oder OLTP f\u00e4llt weg.<\/p>\n<p>Da statistisch weitaus mehr lesend auf die Daten zugegriffen wird als schreibend, werden die Daten in Hana im Standard spaltenorientiert abgelegt. Eine zus\u00e4tzliche Zeilenorientierung empfiehlt sich f\u00fcr Tabellen, auf die schreibend zugegriffen wird.<\/p>\n<p>Da die Hana-DB die von SAP bevorzugte DB f\u00fcr die ERP-Anwendungen ist, k\u00f6nnen nun alle operativen Daten auch sofort f\u00fcr Analysen genutzt werden. Wozu dann noch ein SAP BW?<\/p>\n<p>Auf das SAP BW k\u00f6nnten Sie in dem Moment verzichten, in dem Sie alle \u2013 unternehmensweit alle \u2013 Daten inkl. Historie in dieser einen Hana-DB haben. Technisch ist solch ein Szenario realisierbar. Aber leider besteht IT nicht nur aus Technik.<\/p>\n<h3>Anforderungen an ein zentrales System<\/h3>\n<p>Historie: Da Echtzeitdaten vor allem f\u00fcr das operative Reporting geeignet sind, ist festzulegen, welche Daten in der Hana-DB f\u00fcr strategische Aussagen historisiert werden sollen.<\/p>\n<p>Damit der Speicherbedarf nicht unn\u00f6tig steigt und somit zus\u00e4tzliche Speicher- und damit Lizenzkosten verursacht werden, kann mit einem Nearline Storage gearbeitet werden. Leider wird dabei die Performance f\u00fcr strategische Berichte beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<p>Datenverschneidung und -anreicherung: Alle Fachbereiche, die noch nicht ihre Daten in dieser Hana-DB haben, m\u00fcssen angedockt werden, um ihre Daten f\u00fcr einen unternehmensweiten, fach\u00fcbergreifenden Zugriff zur Verf\u00fcgung zu stellen. Hierzu m\u00fcssen anschlie\u00dfend fach\u00fcbergreifende Datenmodellierungen und auch Datenanreicherungen stattfinden.<\/p>\n<p>Datenqualit\u00e4t und -aktualit\u00e4t: Die vorgehaltenen Daten m\u00fcssen unternehmensweit einen Single Point of Truth bilden. Hierzu ist genau abzustimmen, welche Daten zu welchem Zeitpunkt wie berechnet und eingeschr\u00e4nkt zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Aktuell bedeutet in diesem Zusammenhang nicht unbedingt in Echtzeit.<\/p>\n<p>Berechtigungen: Stellen Sie sich vor, Sie haben die Gesamtverantwortung der Personaldaten im Unternehmen und verantworten in dieser Rolle auch das SAP-HR-System.<\/p>\n<p>Sie sollen jetzt zusammen mit dem SAP ERP auf einem System alle Mitarbeiterdaten ablegen. Werden Sie nachts ruhig schlafen? Noch heute wird bei der Entscheidung nach einem SAP-BW-HR-System lieber ein eigenes System bevorzugt, als in das bereits existierende zentrale BW-System zu gehen, wo unterschiedliche Fachbereiche ihre Daten vorhalten.<\/p>\n<p>Auch wenn das Berechtigungswesen entsprechend aufgebaut werden kann. Es geht um ein sehr sensibles Thema der Datenhoheit und damit des Datenschutzes. Es gilt hier immer noch: Je isolierter das System, desto besser.<\/p>\n<p>Application Service Management: Ein zentrales System \u2013 wie auch immer geartet \u2013 muss auch verwaltet werden. Welcher Fachbereich erkl\u00e4rt sich bereit, diese zentrale Instanz f\u00fcr die anderen Fachbereiche und den Vorstand vorzuhalten?<\/p>\n<p>Dabei geht es um Themen wie Installation, Upgrade, laufender Betrieb, Lizenzen, Projekte, \u00adChange Management, Notkorrekturen, Sarbanes-Oxley Compliance, Self Services u.v.a.m. Kurzum, das gesamte Application Service Management muss f\u00fcr das System betrieben werden.<\/p>\n<p>Kosten: Der operative Betrieb eines solchen zentralen Systems ist somit mit Aufwand und damit mit Kosten verbunden, nicht zuletzt aufgrund der ben\u00f6tigten Arbeitskr\u00e4fte. Diese Kosten m\u00fcssen, am besten verursachergerecht, verteilt werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein strategisches Reporting in einer Hana-DB m\u00fcssen vor allem die ersten beiden Punkte bzgl. Historie und Datenverschneidung gekl\u00e4rt sein.<\/p>\n<h3>Reporting mit SAP BW<\/h3>\n<p>Durch den Einsatz einer Hana-DB unter einem SAP-BW-System sind nicht nur die Aktivierungen von Datent\u00f6pfen und Antwortzeiten von Berichten schneller geworden, sondern es besteht die M\u00f6glichkeit, Echtzeitdaten aus einem herk\u00f6mmlichen operativen SAP System (ERP, CRM etc.) mit in das SAP-BW-Berichtswesen zu integrieren.<\/p>\n<p>Hierzu werden die Daten, die die Gesch\u00e4ftsleitung oder der Fachbereich brauchen, mithilfe des SAP Landscape Transformators (SLT) in die Hana des SAP BW repliziert.<\/p>\n<p>Aus dem jeweiligen Hana-Schema heraus k\u00f6nnen nun die replizierten Tabellen in Form von Information-Views (Analytical oder Calculation Views) direkt oder noch mit zus\u00e4tzlicher Logik versehen im SAP BW mithilfe von virtuellen Infoprovidern angezeigt bzw. in Multiprovider eingebaut und damit mit bestehenden Berichten verschnitten werden.<\/p>\n<p>Die im SAP-BW-Umfeld genutzten Content- und Analyseberechtigungen k\u00f6nnen f\u00fcr die Analyse von derartigen Echtzeitdaten genauso genutzt werden.<\/p>\n<p>Das ist ein nicht zu untersch\u00e4tzender Vorteil gegen\u00fcber der direkten Datenanalyse auf der Hana-Tabelle, die ihrerseits eine eigene Berechtigung verlangt, die es zu verwalten gilt.<\/p>\n<h3>Umbau SAP BW<\/h3>\n<p>Um die bestehende SAP-BW-Landschaft f\u00fcr die Zukunft vorzubereiten, sind folgende Investitionsschritte notwendig:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">1. Hana-zertifizierte Hardware.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">2. Hana-Lizenzen \u2013 neben der OEM f\u00fcr reine SAP-BW-Nutzung auch der Hana Modeller.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">3. Migration auf SAP BW on Hana.<\/p>\n<p>Wird bereits dar\u00fcber nachgedacht, S\/4 einzusetzen, so muss \u2013 etwas anders skaliert \u2013 der Investitionsschritt 1 auch getan werden. Sollte also Hardware-technisch sowieso ein IT-Umbau anstehen, so k\u00f6nnte ein solcher Schritt bereits in Erw\u00e4gung gezogen werden.<\/p>\n<p>Mit einem BW on Hana besteht die M\u00f6glichkeit, die neuen Eigenschaften und Funktionalit\u00e4ten von Hana bereits einzusetzen und Erfahrungen mit der Echtzeitdatenbank zu sammeln.<\/p>\n<p>Auch bietet das SAP BW mittlerweile einfachere Modellierungsm\u00f6glichkeiten (Stichworte ADSO, Composite Provider), die \u2013 vor allem mit der Eclipse-basierten Vorw\u00e4rtsmodellierung \u2013 den Umgang mit dem SAP BW wesentlich vereinfachen.<\/p>\n<p>Vor allem der Einsatz der Composite Provider im Zusammenhang mit fachbereichsspezifischen Workspaces erlaubt einen Self-Service-BI-Ansatz, mit dem Fachbereiche ihre Berichte mit eigenen Zuordnungen erweitern und anschlie\u00dfend mit den bestehenden Berechtigungen ausf\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch wenn derartige Erweiterungen wohl nur von einem Power\u00adUser durchgef\u00fchrt werden, so gibt es dem Fachbereich doch eine Flexibilit\u00e4t, die den IT-Governance-Richtlinien entspricht. Der Workspace selbst wird dabei von der IT zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<h3>Zuk\u00fcnftige Nutzung des SAP BW<\/h3>\n<p>Es ist nach der initialen Migration des bestehenden SAP-BW-Inhaltes m\u00f6glich, neue BW-Inhalte unter Ber\u00fccksichtigung des Schichtenmodells (Stichwort LSA++ etc.) so aufzubauen, dass das Reporting sowohl f\u00fcr operative als auch f\u00fcr strategische Zwecke genutzt wird.<\/p>\n<p>Das stellt f\u00fcr die Fachbereiche einen immensen Vorteil dar. Werden weitere Daten ben\u00f6tigt, kann die IT die ben\u00f6tigten Tabellen\/Views in der Replikation via SLT einfach hinzunehmen. Aufw\u00e4ndige Realtime-Data-Acquisition-Ex\u00adtraktoren (RDA) entfallen und m\u00fcssen nicht mehr gewartet werden.<\/p>\n<p>Vorstellbar ist auch, die BW-Funktionalit\u00e4t lediglich f\u00fcr die Historisierung und Datenanreicherung zu nutzen und am Ende direkt aus Hana heraus die Berichte aufzubauen, ohne die OLAP-Funktionalit\u00e4t zu nutzen.<\/p>\n<p>Da derzeit die BEx-Query noch immer die Surrogate ID (SID) nutzt, werden etwa 80 Prozent der gesamten Berichtslaufzeit f\u00fcr das initiale Erstellen und Mapping der SID verbraucht. Bei direkter Hana-Nutzung w\u00fcrden die Berichte somit insgesamt schneller prozessiert.<\/p>\n<p>Am Ende der derzeitig geplanten Road\u00admap steht ein S\/4, mit dem nicht nur alle bekannten SAP-Modelle vereinfacht werden, sondern u. a. auch die BW-Funktionalit\u00e4t enthalten ist.<\/p>\n<p>Sollte sich herausstellen, dass das zentrale BW-System in solch einem zentralen S\/4 aufgehen k\u00f6nnte \u2013 nicht nur technisch, sondern vor allem vom Gesichtspunkt der IT Governance aus \u2013, so wurden alle bisherigen Investitionen nicht umsonst get\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Im Gegenteil, es wurden wertvolle Erfahrungen im Umgang mit einer komplexen Hana-Landschaft gesammelt, die helfen werden, die richtige Entscheidung f\u00fcr oder gegen ein zentrales Data Warehouse zu f\u00e4llen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wozu noch ein SAP BW nutzen, wenn mit Hana alles einfacher und schneller wird? 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