{"id":61388,"date":"2015-11-03T09:45:51","date_gmt":"2015-11-03T08:45:51","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=61388"},"modified":"2019-07-24T09:55:18","modified_gmt":"2019-07-24T07:55:18","slug":"hana-roadmapping-die-daten-falle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/hana-roadmapping-die-daten-falle\/","title":{"rendered":"Hana-Roadmapping &#8211; Die Daten-Falle"},"content":{"rendered":"<p>In diesem Artikel stellen wir ein Roadmapping-Modell f\u00fcr einen schrittweisen Einstieg vor. Neben Software, Hardware und entsprechenden Mitarbeitern braucht man f\u00fcr den Eintritt in die sch\u00f6ne neue Welt von Digitalisierung und Big Data vor allem eines: Daten.<\/p>\n<p>Mit der Sammlung unverdichteter Rohdaten im Universal Journal, im Central Finance und im One Exposure from Operations Hub oder mit dem neuen, stark virtualisierten LSA++-Architekturmodell schafft die SAP derzeit geeignete Beh\u00e4ltnisse f\u00fcr die Auswertung gro\u00dfer Datenmengen. Schade nur, dass deren Inhalt f\u00fcr statistische Analysen oft nicht zu gebrauchen ist.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-3242679257\"><div id=\"great-829644573\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p>Der Grund: Einerseits sind bestehende Gesch\u00e4ftsprozesse nicht an dieser Zielvorstellung ausgerichtet, andererseits h\u00e4ngt bei praktisch allen statistischen Verfahren die Aussagekraft von Stichprobenumfang und -g\u00fcte ab. Will sagen: Wer sich jetzt \u00fcber sein Zielbild in Sachen Digitalisierung und den Weg dorthin keine Gedanken macht, der steht in zehn Jahren datenseitig mit leeren H\u00e4nden da.<\/p>\n<h3>1. Migration<\/h3>\n<p>F\u00fcr SAP-Kunden beginnt der Einstieg in die digitale Unternehmenssteuerung mit einer Migration von einer klassichen Datenbank wie Oracle oder MaxDB auf Hana. Diese reine Datenbankmigration f\u00fchrt dazu, dass Berichte und ausgew\u00e4hlte Funktionen (zum Beispiel Transformationen oder Aktivierungen im BW) deutlich schneller werden.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem stehen neue Schnittstellen (z. B. zu ereignisverarbeitenden Systemen oder zu Hadoop) zur Verf\u00fcgung. Ohne neue Gesch\u00e4ftsprozesse liegen diese Schnittstellen aber erst einmal brach.<\/p>\n<p>Ein Return-on-Investment aus einer reinen Datenbankmigration ergibt sich nur f\u00fcr den Fall, dass die Beschleunigung von Softwarefunktionen allein schon Nutzen stiftet.<\/p>\n<p>Wenn zum Beispiel durch eine schnellere Aktivierung und durch den Wegfall einzelner Prozessschritte (zum Beispiel: L\u00f6schen und Neuaufbau von Indizes, Datenbankstatistiken und Roll-up) Ladeprozesse im BW um 50 oder 75 Prozent schneller laufen, dann kann dies zwei Konsequenzen haben:<\/p>\n<p>Engp\u00e4sse bei der Batch-Verarbeitung l\u00f6sen sich in Wohlgefallen auf und entscheidungsrelevante Daten stehen der Fachseite schon fr\u00fch am Morgen und nicht erst am Nachmittag zur Verf\u00fcgung. Ersteres hilft vielleicht dabei, neue Hardware-Investitionen zu vermeiden, Letzteres mag zu besseren Entscheidungen f\u00fchren.<\/p>\n<h3>2. Neue Funktionen<\/h3>\n<p>Ist die Umstellung der Datenbank erst einmal erledigt, lassen sich die neuen \u201eSimple\u201c-L\u00f6sungen der SAP einfach \u00fcber das Switch Framework (SFW5) aktivieren.<\/p>\n<p>Das Resultat: Weitere Gesch\u00e4ftsprozesse werden durch schlankere Tabellenstrukturen und Code Push-down beschleunigt und ganz neue Funktionen (zum Beispiel das neue Bank Account Management im Cash Management) bereitgestellt.<\/p>\n<p>Nach der Migration ist es auch an der Zeit, kundenspezifische L\u00f6sungen Hana-fit zu machen. Logischerweise wird man sich hierbei zun\u00e4chst einmal auf geschwindigkeitskritische Gesch\u00e4ftsprozesse konzentrieren.<\/p>\n<h3>3. Neue Methoden<\/h3>\n<p>Als Plattform und zentraler Hub f\u00fcr die Datenbereitstellung \u00f6ffnet Hana T\u00fcren in Richtung Ereignisstr\u00f6me (Stichwort: ESP Plug-in for Hana Studio) und schwach strukturierte\/unstrukturierte Daten (Stichworte: HDFS\/MapReduce oder NoSQL).<\/p>\n<p>Nur: Klassische ERP-Gesch\u00e4ftsprozesse haben keine Verwendung f\u00fcr derartige Daten. Entsprechende Wertpotenziale lassen sich nur durch die Umgestaltung bestehender Prozesse erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>So w\u00e4re es etwa denkbar, Daten aus sozialen Netzwerken zur Betrugspr\u00e4vention zu verwenden und fragw\u00fcrdige Zahlungsvorschl\u00e4ge zwecks weiterer Analyse hervorzuheben.<\/p>\n<p>Hierzu m\u00fcssen aber Anwendungen (SAP Fraud Management, Business Rules Framework) eingerichtet und bestehende Applikationen (zum Beispiel: das Zahlprogramm\/F110) eventuell erweitert werden. Der Kunde ist also noch st\u00e4rker gefordert als beim \u201eTuning\u201c von Berichten oder Ladeprozessen.<\/p>\n<h3>4. Neue Algorithmen<\/h3>\n<p>Die durch Hana erreichbare Beschleunigung macht es m\u00f6glich, bekannte Algorithmen anders als bislang zu nutzen oder neue, performanceintensive Algorithmen erstmalig einzusetzen.<\/p>\n<p>Beispiel: Eine Segmentierung von Kunden nach Preissensitivit\u00e4t kann jetzt nicht nur einmal monatlich, sondern praktisch fortlaufend stattfinden. Anstatt \u2013 wie bislang \u2013 Basis- und Premiummarken mit klar definierten Zielgruppen unterschiedlich zu bepreisen, kann jetzt auch ein und dasselbe Produkt uhrzeitabh\u00e4ngig zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden.<\/p>\n<p>Mit der fl\u00e4chendeckenden Einf\u00fchrung einer digitalen Preisauszeichnung ist nach Fluglinien und Webshops auch der station\u00e4re Handel jetzt dabei, die technischen Voraussetzungen f\u00fcr eine zeitorientiere Kundensegmentierung zu schaffen.<\/p>\n<h3>5. Neue Strategien<\/h3>\n<p>Sensordaten liefern rasch gro\u00dfe Mengen an teilweise fehler- oder l\u00fcckenhaften Daten. Das allein stellt eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr klassische IT-Organisationen dar.<\/p>\n<p>Hinzu kommt aber ein weiteres Problem: Das Internet der Dinge hat n\u00e4mlich obendrein die \u2013 aus Governance-Sicht \u2013 \u00e4u\u00dferst unangenehme Eigenschaft, sich strukturell st\u00e4ndig zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Ein Mittelklasse-Pkw kann momentan Daten aus etwa 100 bis 150 Sensoren liefern. Mit jedem Modellwechsel kommen neue hinzu, fallen alte weg oder \u00e4ndern sich deren technische Eigenschaften.<\/p>\n<p>Mit den Messeinheiten in einem Smartphone oder einem Pumpengeh\u00e4use sieht es nicht anders aus. Datenfl\u00fcsse und Funktionen, die auf der Annahme stabiler Eingabedaten fu\u00dfen, sind also schon vor dem Go-Live obsolet.<\/p>\n<p>Um mit instabilen Rahmenbedingungen umgehen zu k\u00f6nnen, braucht es neue Architekturmodelle in der IT. Sp\u00e4testens in dieser Phase steht eine grundlegende Neugestaltung der Datenarchitekturen und der Datenfl\u00fcsse an.<\/p>\n<h3>6. Neue Paradigmen<\/h3>\n<p>Mit den Entwicklungsschritten 4 und 5 (in der Grafik) halten geschlossene R\u00fcckkoppelungskreisl\u00e4ufe \u2013 in Prozessleitsystemen l\u00e4ngst Usus \u2013 Einzug in die Steuerung von Gesch\u00e4ftsprozessen.<\/p>\n<p>Aber w\u00e4hrend ein Maschinenpark in der Produktion einen relativ stabilen Rahmen f\u00fcr die Definition von Regeln bietet, fallen Entscheidungen in Gesch\u00e4ftsprozessen in einer Umwelt, die sich st\u00fcndlich oder min\u00fctlich grundlegend \u00e4ndert.<\/p>\n<p>Der Versuch, die Spielregeln dieser Umwelt in starren Regeln (und Customizing-Einstellungen) abzubilden, muss zwangsl\u00e4ufig scheitern. \u00dcber kurz oder lang werden Organisationen deshalb gezwungen sein, Entscheidungen an sich selbst anpassende (auto-adaptive) Algorithmen zu delegieren.<\/p>\n<p>Das mag ungewohnt oder sogar furchteinfl\u00f6\u00dfend klingen. Wenn wir aber ehrlich sind, dann \u00fcberlassen wir im Alltag Entscheidungen l\u00e4ngst Algorithmen, von denen wir nicht mehr wissen, wie sie im Detail funktionieren.<\/p>\n<p>Kaum jemand pr\u00fcft jede Anweisung seines Navigationssystems auf der Karte nach, die wenigsten Disponenten werden wissen, wie die Bedarfsplanung im SAP ERP funktioniert, und nur wenige Flugpassagiere haben Bedenken, in eine Maschine einzusteigen, die bei schlechter Landebahnsicht vom Rechner und nicht von der Crew gelandet wird.<\/p>\n<h3>Daten als kritischer Erfolgsfaktor<\/h3>\n<p>Business Cases mit Mustererkennung und maschinellem Entscheiden sind mit heutigen Datenbest\u00e4nden aber oft gar nicht umsetzbar. Musterkennende Algorithmen in der Betrugspr\u00e4vention zum Beispiel brauchen saubere und granulare Daten aus vielen Hundert oder gar Tausend gut und klar strukturiert dokumentierten F\u00e4llen.<\/p>\n<p>Um in einem, zwei oder drei Jahrzehnten \u00fcber einen solchen Datenschatz zu verf\u00fcgen, muss heute mit Architekturgestaltung und Sammlung begonnen werden. Internet-Giganten wie Amazon oder Google haben das l\u00e4ngst erkannt. Den Pionieren von Big Data geht es in erster Linie darum, eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Menge an Daten zu sammeln und flexibel strukturierbar zu verwalten.<\/p>\n<p>Was sich mit diesen Daten dann sp\u00e4ter machen l\u00e4sst, dar\u00fcber kann man sich auch in zehn Jahren noch Gedanken machen. Vor diesem Hintergrund d\u00fcrfte auch Googles Einstieg in die Automobilindustrie, die Robotik oder das Gesch\u00e4ft mit Haustechnik zu sehen sein.<\/p>\n<p>In allen drei F\u00e4llen geht es nicht prim\u00e4r um den Verkauf von Hardware, sondern um die Herrschaft \u00fcber die von der Hardware produzierten Datenbest\u00e4nde.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Wer ein Haus baut, der beginnt nicht erst beim Verlegen der Dachziegel mit der Planung. Architektur und Design des Geb\u00e4udes werden definiert, schon lange bevor der erste Bagger auf das Grundst\u00fcck f\u00e4hrt. Vielleicht entsteht die Vision sogar noch vor dem Grundst\u00fcckskauf.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wird es w\u00e4hrend der Umsetzung der Baupl\u00e4ne Anpassungen geben. Der Baugrund selbst h\u00e4lt die eine oder andere \u00dcberraschung bereit oder ein Fenster muss f\u00fcr eine bessere Aussicht ein paar Zentimeter verschoben werden.<\/p>\n<p>Ebenso wie beim Bau muss aber auch eine Datenarchitektur nicht zwangsl\u00e4ufig starr sein. F\u00fcr Kunden und Interessenten bietet Horv\u00e1th &amp; Partners ab Dezember 2015 ein Roadmapping-Bootcamp mit Videos und Webinaren an.<\/p>\n<p>Hierbei werden wir uns intensiver mit der Frage befassen, wie flexible Datenarchitekturen f\u00fcr die Digitalisierung aussehen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unstrukturierte Daten, das Internet der Dinge, maschinelles Lernen und Entscheiden: F\u00fcr viele Kunden werden f\u00fcnf, zehn oder 15 Jahre ins Land gehen, bevor die gesamte funktionale Bandbreite von Hana im Einsatz ist. 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