{"id":61249,"date":"2015-12-03T13:01:18","date_gmt":"2015-12-03T12:01:18","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=61249"},"modified":"2019-07-19T11:24:09","modified_gmt":"2019-07-19T09:24:09","slug":"schluesselfaktor-kommunikation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/schluesselfaktor-kommunikation\/","title":{"rendered":"Schl\u00fcsselfaktor Kommunikation"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt keine reinen IT-Projekte. Vorhaben (Systemeinf\u00fchrungen, Optimierungen, Entwicklungen) sind immer in den Kontext Betriebswirtschaft (Prozesse, Funktionen, Verfahren) und Mensch (Entscheider, Anwender) eingebunden.<\/p>\n<p>IT, Betriebswirtschaft und Mensch bedingen und beeinflussen sich gegenseitig. Sie sind gleichbedeutende Aspekte der Arbeit. Bei Pikon nennt man das den 3-Punkt-Ansatz.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de great-entity-placement\" style=\"float: left;\" id=\"great-1397293368\"><div id=\"great-1261895224\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6Ja0zaCg0ss\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_bdc_2026_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<h3>3-Punkt-Ansatz<\/h3>\n<p>Kommunikation und Motivation sind eng miteinander verbunden. Doch wie entsteht eigentlich Motivation? Die Psychologie liefert daf\u00fcr verschiedene Modelle. Mir gef\u00e4llt der folgende Ansatz \u201eSinn \u2013 Autonomie \u2013 Anerkennung\u201c am besten:<\/p>\n<p>Demnach k\u00f6nnen sich Menschen f\u00fcr ein Vorhaben nur dann erw\u00e4rmen, wenn sie den Sinn verstanden haben. Sie brauchen eigene Gestaltungsspielr\u00e4ume. Wenn dann die Aussicht auf Anerkennung dazukommt, sind wichtige Voraussetzungen daf\u00fcr erf\u00fcllt, dass Menschen in einem Projekt auch schwierige Probleme l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Die Kommunikation ist das Vehikel dazu. An dieser Stelle zwei Anregungen f\u00fcr Videos: Simon Sinek beschreibt in seinem Beitrag \u201eHow great Leaders inspire\u201c gleicherma\u00dfen verst\u00e4ndlich wie anschaulich, warum wir den Sinn eines Vorhabens verstehen m\u00fcssen, um einer Sache folgen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sinek bietet drei v\u00f6llig unterschiedliche Beispiele: die Gebr\u00fcder Wright, Martin Luther-King und Steve Jobs. Ein anderes Video (\u201eThe sur\u00adprising truth about what motivates us\u201c) stammt von Dan H. Pink. Er zeigt ebenfalls auf sehr anschauliche Art und Weise, warum die oben genannten Faktoren unser Verhalten deutlich mehr beeinflussen als zum Beispiel materielle Faktoren.<\/p>\n<h3>Sieben Schritte<\/h3>\n<p>Doch wie kommen wir von diesen abstrakten Vor\u00fcberlegungen zu einem konkreten Konzept f\u00fcr eine gelungene Kommunikation? Folgende Schritte k\u00f6nnen in jedem Projekt eingesetzt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Vorbereitung: 360-Grad-Analyse, Sinn vermitteln, Wirkungen erkl\u00e4ren,Atmosph\u00e4re schaffen<\/li>\n<li>Umsetzung: Zuspitzung und Emotionalisierung, Botschaften + Kan\u00e4le, Monitoring<\/li>\n<\/ul>\n<h3>360-Grad-Analyse<\/h3>\n<p>Die Vorbereitung beginnt mit der Frage: Wer hat im Unternehmen welche Sicht auf ein Projekt? Unterschiedliche Menschen in verschiedenen Funktionsbereichen betrachten das Gleiche mit v\u00f6llig unterschiedlichen Augen. Auch zwischen den Hierarchieebenen gibt es sehr unterschiedliche Sichten. Wichtig bei der Vorbereitung von kommunikativen Ma\u00dfnahmen ist vor allem eine gr\u00fcndliche Betrachtung dieser einzelnen Perspektiven. Zur Visualisierung dient die \u201eWand der Wahrheit\u201c. Auf jeweils einem Flipchart werden die wesentlichen Einstellungen und Meinungen zu einem Vorhaben dokumentiert. Diese k\u00f6nnen zuvor in Kurzinterviews nach dem Motto \u201eWas nun, Frau\/Herr X?\u201c ermittelt werden.<\/p>\n<h3>Sinn vermitteln<\/h3>\n<p>Im Mittelpunkt steht die Frage: Warum machen wir dieses Projekt? Es ist wichtig, bei der Antwort nicht zu kurz zu springen. Der Sinn eines Projekts ist nicht, Kosten zu sparen oder Durchlaufzeiten zu optimieren. Das sind notwendige Ergebnisse. Der Sinn aber leitet sich aus der generellen Mission des Unternehmens ab. Es geht um die \u00dcberzeugung, warum dieses Projekt notwendig ist. Dies kann kurz und pr\u00e4gnant in einem Mission Statement formuliert werden.<\/p>\n<h3>Wirkungen erkl\u00e4ren<\/h3>\n<p>Aus notwendigen Ver\u00e4nderungen ergeben sich f\u00fcr Betroffene und Beteiligte viele Fragen:<\/p>\n<ul>\n<li>Nutzt das Projekt unserem Unternehmen?<\/li>\n<li>Nutzt es seinen Mitarbeitern?<\/li>\n<li>Was verbessert sich?<\/li>\n<li>Was verschlechtert sich?<\/li>\n<li>Was bedeutet es f\u00fcr mich pers\u00f6nlich und meine Arbeit?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Meistens k\u00f6nnen diese Fragen nicht alle oder nicht alle zu 100 Prozent beantwortet werden. Daraus wiederum entstehen Widerst\u00e4nde, die pers\u00f6nlich und vielschichtig sind. Im Gespr\u00e4ch unter Kollegen verst\u00e4rken sich diese Aspekte dann h\u00e4ufig noch gegenseitig.<\/p>\n<p>Das h\u00e4ngt unter anderem daran, dass Menschen sich offenkundig die Gefahren und Risiken, die mit einer Ver\u00e4nderung einhergehen, leichter vorstellen k\u00f6nnen als Potenziale und Chancen.<\/p>\n<p>Deshalb ist es wichtig, m\u00f6glichst viele Widerstandslinien im Unternehmen zu antizipieren. Ein gutes Mittel ist es, die Wirkungen des Projekts m\u00f6glichst genau zu beschreiben. Proaktives Mitliefern von Ursache-Wirkung-Beziehungen sorgt f\u00fcr Transparenz und Nachvollziehbarkeit und hilft beim Abbau von Widerst\u00e4nden und \u00c4ngsten.<\/p>\n<p><strong>Beispiel:<\/strong> Wenn wir in Zukunft mit einem SAP-System arbeiten, werden die Verk\u00e4ufe zwischen rechtlich selbstst\u00e4ndigen Einheiten unseres Unternehmens wesentlich vereinfacht, weil weniger Belege manuell anzulegen sind.<\/p>\n<p>Die frei werdenden Kapazit\u00e4ten wollen wir in der Pflege der Kundenbeziehungen einsetzen. \u00c4ngsten und Widerst\u00e4nden kann man auch gut dadurch begegnen, dass man explizit sagt, was ein Projekt nicht erreichen will (z. B. Stellenabbau, Standortschlie\u00dfungen).<\/p>\n<p>Wer sich mit Wirkungen besch\u00e4ftigt, sollte auch Nebenwirkungen nicht vergessen. Das erfordert viel Empathie und das Bewusstsein, dass die Auseinandersetzung damit das Projekt nicht behindert, sondern letztlich bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Wenn ich wei\u00df, welche Nebenwirkungen die Mitarbeiter besch\u00e4ftigen, kann ich entsprechende Abhilfe schaffen. Dabei ist Kreativit\u00e4t und neues Denken gefordert. Eva Reinhards, eine Kommunikationsberaterin aus Saarbr\u00fccken, hat in einem Projekt zum Beispiel ein Sorgentelefon f\u00fcr die Projektmitarbeiter eingerichtet.<\/p>\n<p>Dorthin konnten sich die Mitarbeiter mit allem wenden, was sie bedr\u00fcckte. Zum Beispiel auch dann, wenn aufgrund projektbezogener \u00dcberstunden mal die Kinder nicht von der Kita abgeholt werden konnten.<\/p>\n<h3>Atmosph\u00e4re schaffen<\/h3>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Schwachstelle in der Projektkommunikation ist die Fokussierung auf Zahlen, Daten und Fakten. Diese sind wichtig \u2013 aber eben nicht ausreichend. Anders formuliert: Ein guter sachlicher Kern ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung f\u00fcr eine gewinnende Kommunikation.<\/p>\n<p>Gerade die eingangs genannten Videos der Vordenker Simon Sinek und Dan H. Pink zeigen auf, dass Menschen sich nicht \u00fcber reine Sachbotschaften oder materielle Anreize gewinnen lassen. Motivation wird vielmehr \u00fcber emotionale Faktoren erreicht.<\/p>\n<p>Deshalb darf und muss eine gute Projektkommunikation eben auch emotional sein. Doch wie erreicht man das? Ein wirkungsvolles Mittel ist, wenn es charismatische F\u00fchrungskr\u00e4fte gibt, die sich einer emotionalen Ansprache bedienen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Denken wir beispielsweise an viele Top-Trainer im Fu\u00dfball wie J\u00fcrgen Klopp oder J\u00fcrgen Klinsmann. Selbstverst\u00e4ndlich kann man das nicht erzwingen. Viele F\u00fchrungskr\u00e4fte geh\u00f6ren zur rationalen Fraktion und sollten sich nicht dazu \u00fcberwinden, jetzt den Motivationsk\u00fcnstler zu geben.<\/p>\n<p>Sie sollten aber andererseits diesen Zusammenhang auch nicht leugnen und sich dann eben andere Personen suchen, die in diese Rolle schl\u00fcpfen. Die k\u00f6nnen aus den eigenen Reihen kommen. Es hat sich aber auch bew\u00e4hrt, in einem Kick-off-Meeting mal einen externen Redner einzuladen.<\/p>\n<p>Damit wir uns nicht falsch verstehen \u2013 es geht nicht darum, dass ein Externer den Projektplan vorstellt. Der Externe sollte einfach \u201eseinen\u201c Vortrag halten \u2013 zum Beispiel zum Thema Motivation. Sportler oder K\u00fcnstler kommen hier infrage.<\/p>\n<p>Durch solche Auftritte entsteht eine ganz andere Atmosph\u00e4re. Wenn in diesem Rahmen dann ein Dialog mit den Betroffenen in Gang gesetzt wird, wenn in Gruppenarbeiten, Workshops oder \u201eHearings\u201c dar\u00fcber gesprochen wird, was im Projekt passieren soll, welche Erwartungen seitens der Unternehmens- oder Projektleitung da sind und welche Unterst\u00fctzung im Projekt gew\u00e4hrt wird, dann startet ein Projekt ganz anders als gew\u00f6hnlich. Mitarbeiter empfinden das auch immer wieder als Wertsch\u00e4tzung und berichten gerne davon.<\/p>\n<h3>Botschaften + Kan\u00e4le<\/h3>\n<p>Veranstaltungen und Events sind ein wichtiger Faktor einer emotionalen Kommunikation. Es geht aber auch darum, die Botschaften zuzuspitzen und klar und deutlich zu vermitteln. Ein weiterer Punkt besteht darin, die Inhalte abgestimmt auf verschiedenen Medien und Kan\u00e4len zu kommunizieren.<\/p>\n<p>Welche Kan\u00e4le m\u00f6glich und sinnvoll sind, h\u00e4ngt von der Gr\u00f6\u00dfe und der Bedeutung des Projekts f\u00fcr ein Unternehmen ab. In gro\u00dfen Projekten k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich zu den klassische Kan\u00e4len (Projekt-Newsletter, Informations-Meetings, Artikel in der Firmen-Zeitung, Posterkonzepte) vor allem auch Video-Botschaften eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Aber Originalit\u00e4t und Innovationskraft haben meist nicht viel mit Gr\u00f6\u00dfe zu tun. Es gibt auch die kleinen, sehr innovativen Konzepte, die eine Projektkommunikation spannend machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnen zum Beispiel Workshops auch in Form sogenannter Bar-Camp-Konzepte abgehalten werden. Dort treffen sich die Teilnehmer und entscheiden gemeinsam per Zuruf \u00fcber die Agenda.<\/p>\n<p>Solche Konzepte orientieren sich sehr stark am Informationsbed\u00fcrfnis der Teilnehmer. Einer der wichtigsten Punkte ist, dass die Projektkommunikation von einer Person \u00fcbernommen wird, die ansonsten keine Aufgabe im Projekt hat.<\/p>\n<p>Diese Arbeit kann von Projektleitern nicht noch \u201enebenbei\u201c erledigt werden. Es ist wichtig, dass der Kommunikator den richtigen Abstand zum Projekt hat. Nur so kann er wichtige Zusammenh\u00e4nge erkennen und n\u00f6tigenfalls gegensteuern.<\/p>\n<p>Viele werden jetzt vielleicht fragen, was das alles kostet. Die ehrliche Antwort ist, dass eine gut gemachte Kommunikation nicht zum Nulltarif zu haben ist. Die Gegenfrage lautet: Was kostet es, auf eine wirkungsvolle Kommunikation zu verzichten?<\/p>\n<h3>Monitoring<\/h3>\n<p>Kommunikation lebt von der st\u00e4ndigen Verbesserung. Monitoring kann in einem vergleichbaren Format wie die 360-Grad-Analyse am Anfang erfolgen. Jetzt lautet die Frage: \u201eWie haben Sie das Projekt erlebt und wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen?\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr alle CIOs, IT-Leiter und SAP-Verantwortlichen, mithin also f\u00fcr die Leser dieses Magazins, z\u00e4hlt die Kommunikation zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren ihrer Arbeit. 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