{"id":61200,"date":"2015-12-03T11:10:37","date_gmt":"2015-12-03T10:10:37","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=61200"},"modified":"2019-07-18T09:21:46","modified_gmt":"2019-07-18T07:21:46","slug":"in-memory-ist-nicht-genug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/in-memory-ist-nicht-genug\/","title":{"rendered":"In-memory ist nicht genug"},"content":{"rendered":"<p>Selbst bei SAP hat man inzwischen eingesehen, dass die urspr\u00fcngliche, so genial einfach erscheinende Idee, s\u00e4mtliche Daten permanent im Memory zu halten, teils nicht durchf\u00fchrbar, teils nicht genug ist.<\/p>\n<p>Sie ist etwa dann nicht durchf\u00fchrbar, wenn eine Datenbank in gr\u00f6\u00dferem Umfang historische Daten enth\u00e4lt, deren Laden ins Memory zu einer Kostenexplosion beim ben\u00f6tigten Memory f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de great-entity-placement\" style=\"float: left;\" id=\"great-2857666602\"><div id=\"great-3590585359\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6Ja0zaCg0ss\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_bdc_2026_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_bdc_2026_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p>Daten permanent im Memory zu halten gen\u00fcgt au\u00dferdem nicht, weil jede Datenbank die Persistenz der in ihr abgelegten Daten gew\u00e4hrleisten muss.<\/p>\n<p>Es ist demnach notwendig, persistente Speichermedien zu nutzen, und sinnvoll, sich \u00fcber die m\u00f6glichst effiziente Nutzung dieses Speichers Gedanken zu machen. In der Oracle-Datenbank gibt es seit vielen Versionen schon zwei Technologien, die dieser effizienten Nutzung dienen:<\/p>\n<p>Partitionierung und Komprimierung. Und es gibt zwei Technologien, weil das Wort \u201eeffizient\u201c zwei verschiedene Bedeutungen haben kann.<\/p>\n<h3>Was zusammengeh\u00f6rt: Partitionierung<\/h3>\n<p>\u201eEffiziente Nutzung des Speicherplatzes\u201c \u2013 das kann zun\u00e4chst einmal hei\u00dfen: Daten sollen so abgelegt werden, dass beim Zugriff auf noch nicht im Memory befindliche Informationen m\u00f6glichst wenige I\/O-Vorg\u00e4nge stattfinden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>\u201eOptimierung der Datenspeicherung\u201c bedeutet dann, dass Daten nicht (wie es standardm\u00e4\u00dfig geschieht) in zuf\u00e4lliger Reihenfolge abgelegt werden, sondern unter Ber\u00fccksichtigung der Frage, welche Datengruppen sp\u00e4ter wieder gemeinsam ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p>Eine Tabelle zu parti\u00adtionieren hei\u00dft, sie in solche Teilgruppen zu zerlegen. Eine Partition beinhaltet dann beispielsweise alle Daten, die in einem bestimmten Monat neu eingef\u00fcgt wurden oder einer bestimmten Filiale zugeordnet sind.<\/p>\n<p>F\u00fcr SAP-on-Oracle-Kunden ist die Partitionierung bei SAP BW standardm\u00e4\u00dfig eingeschaltet, sie profitieren also sofort davon. Freigegeben und unterst\u00fctzt ist Oracle Partitioning aber f\u00fcr alle SAP-NetWeaver-Applikationen. Es kann also auch in Nicht-BW-Systemen eingesetzt werden. F\u00fcr die Implementierung steht dann z. B. die SAP Partitioning Engine zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h3>Komprimierung<\/h3>\n<p>\u201eEffiziente Nutzung des Speicherplatzes\u201c kann aber auch hei\u00dfen: Daten sollen so abgelegt werden, dass sie m\u00f6glichst wenig Speicherplatz beanspruchen und dass das gigantische Wachstum der Datenbanken gebremst werden kann.<\/p>\n<p>\u00dcber mehrere Versionen der Datenbank-Software hinweg betrachtet, bedeutet das, dass die Effizienz der Datenspeicherung permanent gesteigert werden muss, sodass der gleiche Datenbestand von Version zu Version immer weniger Speicherplatz beansprucht.<\/p>\n<p>Und eine zus\u00e4tzliche Forderung hei\u00dft, dass all dies geschehen soll, ohne dass der Kunde daf\u00fcr den Preis einer Performance-Verschlechterung bezahlen muss.<\/p>\n<p>Bereits Oracle Database 11g setzte auf das Konzept, Werte, die mehrfach auftauchen, nicht mehrfach zu schreiben. Das gilt f\u00fcr Tabellen ebenso wie f\u00fcr Indizes. Die Komprimierungsrate, die dadurch erreicht werden kann, h\u00e4ngt von der Charakteristik der Daten und von der Anwendung ab.<\/p>\n<p>\u00dcblicherweise k\u00f6nnen Daten aus SAP BW (BI) st\u00e4rker komprimiert werden als Daten aus SAP ERP (ECC), und SAP CRM erlaubt sogar noch gr\u00f6\u00dfere Einsparungen. Im Schnitt ben\u00f6tigt eine mit Oracle Database 11g vollst\u00e4ndig komprimierte Datenbank im SAP-Umfeld 55 Prozent weniger Speicherplatz als die entsprechende unkomprimierte.<\/p>\n<h3>Auf die Temperatur kommt es an<\/h3>\n<p>Eine h\u00e4ufig gestellte Frage lautet: Warum wird eigentlich die komprimierte Abspeicherung von Daten nicht zum Standard gemacht?<\/p>\n<p>Einen Teil der Antwort erh\u00e4lt man, wenn man auf diejenigen SAP-BW-Tabellen blickt, die f\u00fcr das Laden neuer Daten verwendet werden. Solche Tabellen w\u00fcrde man gerne komprimieren, aber das w\u00fcrde den Ladevorgang erheblich verz\u00f6gern.<\/p>\n<p>Hier setzt Oracle Database 12c an, und zwar durch die Einf\u00fchrung eines neuen Parameters. In Version 11g kann der Anwender im Hinblick auf jede Tabelle und jeden Index die Frage beantworten, ob dieses Objekt komprimiert werden soll.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Antworten sind \u201eJa\u201c oder \u201eNein\u201c. In Version 12c wird zus\u00e4tzlich die Frage gestellt, wann neue oder ge\u00e4nderte Daten komprimiert werden sollen. M\u00f6glich sind nun also Antworten der Art: \u201eJa, aber erst in einer Woche.\u201c<\/p>\n<p>Erst durch diesen neuen Parameter k\u00f6nnen die f\u00fcr das Laden von Daten ben\u00f6tigten Tabellen in die Komprimierung einbezogen werden: Geladen werden zun\u00e4chst unkomprimierte Daten (keine Verl\u00e4ngerung der Laufzeit), die erst nachtr\u00e4glich, d. h. zu einem geeigneten Zeitpunkt komprimiert werden (deferred compression).<\/p>\n<p>Diese L\u00f6sung wurde in Oracle Data\u00adbase 12c so generell gestaltet, dass sich mit ihr ein komplettes Information Lifecycle Management (ILM) implementieren l\u00e4sst. Es st\u00fctzt sich auf zwei neue Features:<\/p>\n<ul>\n<li>Die sogenannte Heat Map \u00fcberwacht automatisch, wie intensiv Daten genutzt werden. Sie unterteilt dabei in \u201ehei\u00dfe Daten\u201c, die h\u00e4ufig lesend und schreibend genutzt werden, \u201ewarme Daten\u201c, die nur lesend genutzt werden, und \u201ekalte Daten\u201c, die sehr selten oder gar nicht mehr genutzt werden.<\/li>\n<li>Automatic Data Optimization (ADO) erlaubt es, genauer zu definieren, was \u201ehei\u00df\u201c, \u201ewarm\u201c und \u201ekalt\u201c bedeuten soll, und festzulegen, was beim \u00dcbergang der Daten vom hei\u00dfen in den warmen oder vom warmen in den kalten Zustand geschehen soll.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Daten k\u00f6nnen bei der Ver\u00e4nderung ihrer \u201eTemperatur\u201c auf andere Speichersysteme ausgelagert werden, ein Vorgang, der auch als \u201eStorage Tiering\u201c bezeichnet wird. So lassen sich etwa kalte Daten auf langsame und damit kosteng\u00fcnstigere Platten auslagern.<\/p>\n<p>\u00dcber die Automatic Data Optimization definiert der Datenbankadministrator Regeln, die die unterschiedlichen \u201eTemperaturzust\u00e4nde\u201c beschreiben, beispielsweise, dass Daten, die 180 Tage lang nicht ver\u00e4ndert wurden, als \u201ekalt\u201c anzusehen sind.<\/p>\n<p>\u201eCompression Tiering\u201c entscheidet dann zus\u00e4tzlich dar\u00fcber, wie stark die angewendete Komprimierung sein soll; auch hier kann der Zeitfaktor eine Rolle spielen. Wenn Daten etwa l\u00e4nger als 360 Tage nicht mehr angefasst wurden, k\u00e4me die st\u00e4rkste Komprimierung zum Zuge.<\/p>\n<h3>\u201eInnerhalb\u201c ist besser als \u201ein der N\u00e4he\u201c<\/h3>\n<p>Diese umfassenden Komprimierungskonzepte und -technologien f\u00fcr Oracle Database 12c bieten insbesondere im Vergleich zu SAP-eigenen L\u00f6sungen Vorteile. So wird bei Hana auch die kontinuierlich wachsende Datenbank zum Problem.<\/p>\n<p>Um den Produktivbetrieb nicht zu behindern, setzt SAP auf \u201eNear-Line-Storage\u201c, was nichts anderes bedeutet, als Daten aus der Produktivdatenbank herauszuziehen und separat zu speichern, wenn auch \u201enahe\u201c an der Datenbank. Mit Oracle Database k\u00f6nnen Daten wesentlich l\u00e4nger in der Produktivdatenbank gehalten werden, da sie erheblich st\u00e4rker komprimiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Oracle Exadata<\/h3>\n<p>Wer die Oracle-Datenbank noch weiter ausreizen m\u00f6chte, ist mit den Engineered Systems von Oracle gut bedient. Die f\u00fcr den Datenbankbetrieb optimierte Exadata-Datenbankmaschine beherrscht noch weitere Optimierungs- und Effizienzsteigerungsmethoden:<\/p>\n<p>Mit der Hybrid Columnar Compression bieten Exadata-Systeme zus\u00e4tzliche, st\u00e4rkere Komprimierungsalgorithmen, sodass Compression Tiering in zahlreichen Stufen m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich erweitert eine Exadata die Datenbank um \u201eSmart Storage\u201c. Damit wird ein Teil der datenintensiven Berechnungen vom Datenbank-Server in die Storage-Server verlagert. So k\u00f6nnen etwa bei Abfragen Tabellen und Indizes, die nicht relevant sind, bereits auf Storage-Ebene ausgefiltert werden, um den I\/O deutlich zu reduzieren.<\/p>\n<p>Oracle Database bietet also vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten der Optimierung und Effizienzsteigerung f\u00fcr den Datenbank-Storage. Wer diese M\u00f6glichkeiten f\u00fcr seine SAP-Systeme einsetzt, kann die Ressourcen besser nutzen, ohne dabei auf Datenbank-Performance zu verzichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manche meinen, mit In-memory brauche man sich \u00fcber die Speicherung der Daten keine Gedanken mehr zu machen. Oracle hat sich schon immer bem\u00fcht, Daten m\u00f6glichst effizient abzuspeichern. 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