{"id":60914,"date":"2016-04-02T14:19:17","date_gmt":"2016-04-02T12:19:17","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=60914"},"modified":"2019-07-11T14:31:06","modified_gmt":"2019-07-11T12:31:06","slug":"so-macht-man-hana-mobil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/so-macht-man-hana-mobil\/","title":{"rendered":"So macht man Hana mobil"},"content":{"rendered":"<p>Stellen wir uns folgendes Anwendungsbeispiel vor: Es soll eine Anwendung zur Unterst\u00fctzung von Service-Mitarbeitern erstellt werden. Die Service-Mitarbeiter sind bei Kunden vor Ort unterwegs, um Reparaturen oder Wartungen durchzuf\u00fchren, ben\u00f6tigen also eine Mobile-Anwendung f\u00fcr ihre Arbeit.<\/p>\n<p>Diese stellt den Service-Mitarbeitern Daten zu Ger\u00e4ten des Kunden bereit und h\u00e4lt zu jedem Ger\u00e4t eine Service-Historie vor. Die Ger\u00e4te-Daten werden in einem SAP-System gehalten und gepflegt.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-1263561954\"><div id=\"great-2768937678\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p>Die Service-Anwendung verwaltet die Service-Historien. Teile der Service-Daten m\u00fcssen wieder in das SAP-System \u00fcbertragen werden, um beispielsweise Abrechnungen zu erstellen.<\/p>\n<h3>Master f\u00fcr Stammdaten<\/h3>\n<p>Um die Anwendung umzusetzen, werden also eine mobile Anwendung als Frontend sowie ein Backend zur Datenhaltung und zum Zugriff auf SAP-Daten ben\u00f6tigt. Die Kommunikation zwischen Front- und Back\u00adend erfolgt \u00fcber eine REST-Schnittstelle.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Umsetzung gibt es diverse technologische Ans\u00e4tze \u2013 im Folgenden sollen s\u00e4mtliche Bestandteile anhand des von SAP angebotenen Technologie-Stacks realisiert werden. Technologisch gesehen verbergen sich hinter der Applikation im Backend eine Hana-Infrastruktur mit XS-Services und ein SAP-System.<\/p>\n<p>Letzteres fungiert als Master f\u00fcr die Stammdaten. Das Hana-System, der Master f\u00fcr die Bewegungsdaten, beinhaltet neben einer reinen Datenbank auch einen Webserver, der Webcontent bereitstellt und durch eine integrierte Laufzeitumgebung (die sog. XS-Engine) auch serverseitig JavaScript ausf\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Wenn nur einfache lesende oder schreibende Operationen notwendig sind, kann der Zugriff auf die Daten \u00fcber sog. ODATA-Services erfolgen. Diese folgen dem REST-Prinzip und sind u .a. mit JavaScript einfach zu verwenden.<\/p>\n<p>Der Entwickler erh\u00e4lt dabei den kompletten Satz an CRUD-Operationen f\u00fcr eine Tabelle. Komplexe Gesch\u00e4ftslogik kann mit der bereits erw\u00e4hnten XS-Engine oder direkt in der Hana-Datenbank umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Die Zugriffe auf die Services und Daten sind durch das integrierte SAP-Rechtesystem gesch\u00fctzt. Die Synchronisierung der Daten zwischen Hana und SAP erfolgt \u00fcber den sogenannten Landscape Transformation Server (LTR).<\/p>\n<p>Das ist ein Dienst, der zwei Datenquellen \u2013 in diesem Fall Datenbanktabellen \u2013 anhand von gegebenen Strategien synchron h\u00e4lt. So verf\u00fcgt der LTR beispielsweise \u00fcber die n\u00f6tigen Funktionen, um \u00c4nderungen an den Stammdaten sofort in die zugeh\u00f6rigen Hana-Datenbanktabellen zu synchronisieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr die umgekehrte Synchronisierung m\u00fcssen jedoch zun\u00e4chst entsprechende Services auf dem SAP-System implementiert werden, die von Hana dann angesteuert werden k\u00f6nnen, sobald Daten \u00fcber das Frontend ge\u00e4ndert wurden.<\/p>\n<h3>SAPUI5 und OpenUI5<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Entwicklung mobiler Frontends, denn prim\u00e4rer Einsatz der Anwendung ist der vor Ort, bietet sich JavaScript-Frame\u00adwork SAPUI5 bzw. die entsprechende Open-Source-Variante OpenUI5 an.<\/p>\n<p>Dieses JavaScript-MVC-Framework, vergleichbar etwa dem popul\u00e4ren AngularJS, baut auf jQuery auf und ist dadurch relativ schnell erlernbar. SAPUI5 enth\u00e4lt bereits fertige Oberfl\u00e4chen-Komponenten und Funktionalit\u00e4ten f\u00fcr den Zugriff auf Daten.<\/p>\n<p>Diese bereitgestellten Komponenten sind auf die Anbindung von ODATA-Services ausgelegt. Das erleichtert in einer Anwendung wie der hier beschriebenen das Databinding und erm\u00f6glicht es, auch komplexe Suchen oder Filter einfach umzusetzen.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu AngularJS bringt SAPUI5 bereits fertige L\u00f6sungen f\u00fcr das Layouting und Styling der Anwendung mit. Das Layouting ist responsiv, was die breite Unterst\u00fctzung von unterschiedlichen mobilen Endger\u00e4ten vereinfacht.<\/p>\n<p>Mithilfe des vorgefertigten Look and Feel lassen sich auch in kurzer Zeit grafisch ansprechende Anwendungen erstellen, Anpassungen dagegen gestalten sich oft sehr aufw\u00e4ndig. SAP stellt daf\u00fcr nun einen Theme-Designer zur Verf\u00fcgung, der Anpassungen am Look and Feel vereinfachen soll.<\/p>\n<p>Apache Cordova wird zus\u00e4tzlich verwendet, um die SAPUI5-Anwendung in einen nativen Anwendungsrahmen zu verpacken. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei mobilen Applikationen ist die Offlinef\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Die Applikation sollte in der Lage sein, die in der Hana-Datenbank abgelegten Daten zumindest teilweise vorzuhalten, um etwaige Verbindungsst\u00f6rungen zu kompensieren oder gar einen kompletten Offlinebetrieb zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>SAPUI5 bietet dazu leider keine fertige L\u00f6sung. Die technische Umsetzung bedient sich zum einen sogenannter \u201eStorages\u201c, einem SAPUI5-Konstrukt, um beliebige Daten strukturiert lokal abzulegen, und zum anderen der M\u00f6glichkeit, Callbacks an den Datenabfragen zu registrieren.<\/p>\n<p>Alle Zugriffe auf Daten k\u00f6nnen dadurch \u2013 falls n\u00f6tig \u2013 auf die lokale Datenbasis umgeleitet werden. Bei Verf\u00fcgbarkeit des Backends kann die lokale Datenbasis dann wieder mit dem Backend synchronisiert werden.<\/p>\n<p>Die Hardware-Anforderungen f\u00fcr ein Hana-System sind sehr hoch \u2013 die Minimalkonfiguration f\u00fcr ein System erfordert mindestens 128 GB an Hauptspeicher und eine nicht n\u00e4her genannte Menge an Plattenspeicher.<\/p>\n<p>Unsere Installation wird momentan mit 500 GB Plattenplatz betrieben. Alternativ gibt es die M\u00f6glichkeit, Hana-Instanzen in der Cloud zu nutzen, sei es \u00fcber SAP oder \u00fcber Amazon Web Services. Das spart Zeit und Kosten f\u00fcr Installation der Hardware, Nutzungskosten fallen in Abh\u00e4ngigkeit von Systemgr\u00f6\u00dfe und Rechenlast an.<\/p>\n<p>Dadurch bietet sich die Cloud-Nutzung gerade f\u00fcr Entwicklungszwecke an, allerdings gibt es im Betrieb einige Einschr\u00e4nkungen in Bezug auf Datenmodellierung und Zugriffsm\u00f6glichkeiten auf die Hana-Instanz.<\/p>\n<p>Um diesen Einschr\u00e4nkungen zu entgehen, empfiehlt sich der Betrieb einer eigenen Hana-In\u00adstallation. Insbesondere bei der Anbindung eines weiteren SAP-Systems zum Zwecke der Synchronisierung der Daten bietet eine eigene Plattform deutlich mehr Flexibilit\u00e4t.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich feststellen, dass sich Hana grunds\u00e4tzlich als Plattform f\u00fcr komplexe mobil-zentrierte Anwendungen eignet. Mit SAPUI5 setzt die Walldorfer Softwareschmiede auf moderne Webtechnologien.<\/p>\n<p>Sowohl bei Frontend- als auch Backend-Entwicklung bewegt man sich in der JavaScript-Welt: Da SAP bekannte Bestandteile wie jQuery verwendet, k\u00f6nnen Entwickler auf ihr vorhandenes JavaScript-Wissen zur\u00fcckgreifen.<\/p>\n<p>Die Erstellung von Services anhand von vorhandenen Datenbanktabellen gestaltet sich einfach, bietet aber dennoch ausreichende Flexibilit\u00e4t, um auch komplexere F\u00e4lle abzubilden. Das Framework ist auf das Zusammenspiel mit Hana abgestimmt, f\u00fchrt also in dieser Kombination recht schnell zu brauchbaren Ergebnissen, w\u00e4hrend es ohne Hana kaum Vorteile gegen\u00fcber anderen Alternativen bietet.<\/p>\n<p>Aufgrund der mit den Lizenzen und dem Betrieb der Hardware verbundenen Kosten eignet sich der Einsatz prim\u00e4r f\u00fcr Betreiber, die SAP-Systeme bereits im Einsatz haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Gesch\u00e4ftsanwendungen m\u00fcssen auf Stammdaten aus SAP-Systemen zugreifen. Diese Daten m\u00fcssen einer Vielzahl von unterschiedlichen \u2013 auch mobilen \u2013 Clients zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Wie kann ein solches System mit Hana umgesetzt werden? 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