{"id":60650,"date":"2013-04-01T09:25:33","date_gmt":"2013-04-01T07:25:33","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=60650"},"modified":"2024-02-05T14:17:58","modified_gmt":"2024-02-05T13:17:58","slug":"zukunftskonzept-mes-4-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/zukunftskonzept-mes-4-0\/","title":{"rendered":"Zukunftskonzept MES 4.0"},"content":{"rendered":"<p>Industrie 4.0 beschreibt, wie intelligente Werkst\u00fccke mit Maschinen kommunizieren, selbstst\u00e4ndig den optimalen Weg durch die Fertigung finden und damit ohne eine zentrale Steuerung zum fertigen Endprodukt werden.<\/p>\n<p>Man spricht hier von Cyber Physical Systems (CPS). Der Mensch unterst\u00fctzt und greift nur bei Bedarf regulierend in das System ein. Dabei entstehen unweigerlich gro\u00dfe Datenmengen, die Auskunft \u00fcber den aktuellen Zustand des Gesamtsystems und der einzelnen Werkst\u00fccke geben.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de great-entity-placement\" style=\"float: left;\" id=\"great-2514125441\"><div id=\"great-1346300793\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6ZGXMPyM-nU\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26-04_29_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p>Zur Verarbeitung dieser Daten sieht Industrie 4.0 dezentrale IT-L\u00f6sungen aus der Cloud vor. \u00dcber die Anbindung an ein ERP-System liest man in diesem Zusammenhang bisher noch wenig \u2013 im Gegensatz zu MES-Systemen.<\/p>\n<p>Zurzeit besch\u00e4ftigen sich viele Forschungseinrichtungen und Fertigungsunternehmen mit Industrie 4.0 und erproben unterschiedliche Ans\u00e4tze zur Verwirklichung der vision\u00e4ren Ideen.<\/p>\n<h3>Ansatzpunkte f\u00fcr MES<\/h3>\n<p>Bei aller Dezentralit\u00e4t hat die Erfahrung gezeigt, dass eine zentrale Instanz zur Koordinierung und Synchronisation f\u00f6rderlich ist. Schon heute profitieren Manufacturing-Execution-Systeme von einer hohen Erfassungsdichte und vielen Sensoren in der Fertigung.<\/p>\n<p>Diese Daten werden in einer zentralen Produktionsdatenbank zusammengef\u00fchrt und ergeben ein Gesamtbild der Fertigung, das die Grundlage f\u00fcr gesicherte Entscheidungen und die Optimierung der Fertigungsprozesse bietet.<\/p>\n<p>Auch Industrie 4.0 braucht Transparenz auf der Basis von Echtzeitdaten und kann dabei durch die F\u00e4higkeiten eines MES wirkungsvoll unterst\u00fctzt werden. Durch das zentrale integrative Datenmanagement kann ein MES sehr schnell mit den vorhandenen Informationen arbeiten, da nicht erst mehrere Datenquellen angefragt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Koppelung der autonomen CPS an die MES-Datenbank macht deren Kommunikation effizienter \u2013 und dadurch auch das Gesamtsystem. Zudem ist die Koppelung an ein ERP-System zentral einfacher zu realisieren als dezentral.<\/p>\n<p>Damit ein Manufacturing Execution System den Anforderungen von Industrie 4.0 gerecht wird, muss es viele neue Funktionen und F\u00e4higkeiten mitbringen. MES 4.0 fasst diese Bedarfe zu einem schl\u00fcssigen Konzept zusammen.<\/p>\n<h3>Praktische Anwendungsf\u00e4lle<\/h3>\n<p>An der Spitze von MES 4.0 steht die horizontale Integration, also die Verkn\u00fcpfung der Daten \u00fcber alle am Fertigungsprozess beteiligten Ressourcen hinweg mit dem Ziel, autonome Insell\u00f6sungen und zus\u00e4tzliche Schnittstellen zu vermeiden. Die VDI-Richtlinie 5600 spricht hier von den drei Bereichen Fertigung, Qualit\u00e4t und Personal. Diese sind jedoch ganzheitlich zu betrachten.<\/p>\n<p>Das integrative MES-Datenmanagement stellt mit seinem \u00fcbergreifenden Ansatz sicher, dass alle Ressourcen (Maschinen, Werkzeuge, Personal, Einstellparameter, Fertigungshilfsmittel, Pr\u00fcfpl\u00e4ne) rechtzeitig verf\u00fcgbar sind und optimal ausgelastet werden.<\/p>\n<p>Dies f\u00f6rdert die \u00dcberlegenheit einer autonomen Industrie-4.0-Fertigung durch hohe Variantenvielfalt und flexible Lieferf\u00e4higkeit. Auch wird die Online-F\u00e4higkeit eines MES-Systems zum absoluten Muss.<\/p>\n<p>Im Zuge der Dezen\u00adtralisierung von Fertigungssystemen ist neben der Erfassung und Verarbeitung in Echtzeit auch die Offline-F\u00e4higkeit der MES-Komponenten wichtig. Sollte die Verbindung einer Maschine oder eines Sensors zur zentralen Datenbank gest\u00f6rt sein, m\u00fcssen intelligente Komponenten diese Zeit \u00fcberbr\u00fccken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dies ist im Hinblick auf l\u00fcckenlose Dokumentation und optimalen Fertigungsdurchlauf von gro\u00dfer Bedeutung. Industrie 4.0 fordert aufgrund unterschiedlicher Systeme den Einsatz einer standardisierten Kommunikation wie UMCM (Universal Machine Connectivity for MES) zwischen den Maschinen und dem MES-System.<\/p>\n<p>Mit UMCM k\u00f6nnen die Maschinen einfach angebunden und notwendige Daten wie Zeitstempel, Z\u00e4hlerst\u00e4nde, Maschinenstatus, Mengen und Prozesswerte \u00fcbernommen werden.<\/p>\n<p>Das Management eines Fertigungsunternehmens wird immer intensiver in die produktionsrelevanten Entscheidungsprozesse einbezogen. Gesicherte Entscheidungen lassen sich jedoch nur treffen, wenn den Verantwortlichen die erforderlichen Informationen in geeigneter Form vorliegen.<\/p>\n<p>Das MES der Zukunft stellt Kennzahlen oder andere Auswertungen zu wichtigen Produktionsparametern zeitnah und managementtauglich zur Verf\u00fcgung. Auch die Weitergabe von verdichteten Informationen aus der Produktion an ein ERP- oder Business-Intelligence-System wird an Bedeutung gewinnen, um Gesch\u00e4ftsprozesse End-to-End bewerten und optimieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Durch die Dezentralisierung von Prozessen in der Fertigung m\u00fcssen auch die Mitarbeiter flexibler agieren k\u00f6nnen. Mobile Endger\u00e4te und die dazu passenden MES-Anwendungen stellen alle Daten genau dort zur Verf\u00fcgung, wo sie ben\u00f6tigt werden. Einige praxisnahe Szenarien sollen dies verdeutlichen:<\/p>\n<h4>Smarte Instandhaltung<\/h4>\n<p>\u00dcber sein Smartphone wird ein Instandhalter \u00fcber eine Maschinenst\u00f6rung informiert. Mit dem gleichen Ger\u00e4t kann sich der Mitarbeiter sofort die notwendigen Informationen zur betroffenen Maschine anzeigen lassen, online einen Instandhaltungsauftrag generieren und die Problempunkte vor Ort mit der eingebauten Kamera dokumentieren.<\/p>\n<p>Die Bilder werden automatisch dem Instandhaltungsauftrag und der Maschinenhistorie zugeordnet. Genauso kann sich der Instandhalter gespeicherte Informationen zu fr\u00fcheren Ausf\u00e4llen ansehen.<\/p>\n<p>Basierend auf den historischen Daten und dem aktuellem Zustand kann er entscheiden, welche Ma\u00dfnahmen ergriffen werden m\u00fcssen, und diese sofort in die Wege leiten \u2013 und das alles ohne Wegezeiten und Handaufschreibungen direkt an der Maschine.<\/p>\n<h4>Mobile Traceability<\/h4>\n<p>Dank der im Smartphone eingebauten Kamera k\u00f6nnen Halb- oder Fertig-<br \/>\nprodukte in WIP-Best\u00e4nden \u00fcber Identtr\u00e4ger gescannt werden. Mit einer mobilen MES-L\u00f6sung kann somit ein Meister bei seinem Fertigungsrundgang Material identifizieren und weitere Informationen abrufen. Die Verbindung der realen Welt mit dem virtuellen Abbild im MES wird durch solche Funktionen auf eine nahezu triviale Weise hergestellt.<\/p>\n<h4>Mobiles Fertigungsmonitoring<\/h4>\n<p>Zu den trivialen M\u00f6glichkeiten mobiler Clients z\u00e4hlt die ortsunabh\u00e4ngige Verf\u00fcgbarkeit von Informationen \u00fcber den aktuellen Zustand der Fertigung beziehungsweise einzelner Ressourcen.<\/p>\n<p>So kann sich ein Schichtf\u00fchrer \u00fcber den Status der Auftr\u00e4ge in seinem Verantwortungsbereich informieren, auch wenn er in einer Produktionsbesprechung oder bei seinem Vorgesetzten im B\u00fcro ist. Dies vermeidet unn\u00f6tige Anrufe und reduziert Wartezeiten.<\/p>\n<h4>Ausblick<\/h4>\n<p>Einige der genannten Themen sind bereits in MES umsetzbar. Allerdings ist der daf\u00fcr erforderliche Aufwand bei vielen MES-Lieferanten noch sehr hoch. ERP-Systeme sind meist noch gar nicht f\u00fcr dezentrale Fertigungskonzepte vorbereitet.<\/p>\n<p>Zuk\u00fcnftige Technologien und Konzepte wie MES 4.0 werden die heutigen L\u00f6sungen smarter und flexibler machen. Industrie 4.0 wird nicht ohne MES auskommen. Insbesondere werden moderne MES-L\u00f6sungen als Bindeglied zwischen dem ERP-System und der autonomen Fertigung von elementarer Bedeutung sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zukunftsweisende Strategien wie Industrie 4.0 mit Fokus auf dezentrale Fertigungsprozesse generieren neue Anforderungen an die Fertigungs-IT \u2013 insbesondere an ERP und Manufacturing-Execution-Systeme (MES). 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