{"id":55323,"date":"2018-12-10T08:00:44","date_gmt":"2018-12-10T07:00:44","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=55323"},"modified":"2022-05-01T10:33:35","modified_gmt":"2022-05-01T08:33:35","slug":"herausforderung-iot-die-digitale-logistikkette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/herausforderung-iot-die-digitale-logistikkette\/","title":{"rendered":"Herausforderung IoT &#8211; Die digitale Logistikkette"},"content":{"rendered":"<p>Technologien wie IoT und fortgeschrittene Bilderkennungssysteme bergen speziell f\u00fcr die Logistik eine Vielzahl von g\u00fcnstigen Optimierungsm\u00f6glichkeiten. Bisher steht das Thema jedoch in vielen Unternehmen noch am Anfang. Gerade weil die Logistik ein Zusammenspiel unterschiedlichster Partner mit jeweils ganz eigenen Ausgangslagen ist, stellt sich die Frage nach der Finanzierung neuer technologischer L\u00f6sungen als besonders komplex dar.<\/p>\n<p>So hat beispielsweise ein Industrie\u00adunternehmen vielleicht die Motivation, seine Hoflogistik zu automatisieren, der Logistikdienstleister jedoch nicht die Mittel, sich auf eine Vielzahl unterschiedlicher L\u00f6sungen bei seinen Kunden einzustellen.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-1391465950\"><div id=\"great-70600420\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p><em>\u201eDie gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bei der Einf\u00fchrung von neuen Technologien liegt in der Inkompatibilit\u00e4t mit bestehenden Systemen\u201c<\/em>: Das stellt die Studie <em>\u201eChancen der digitalen Transformation\u201c<\/em> der Bundesvereinigung Logistik (BVL) fest, f\u00fcr die rund 1350 Teilnehmer befragt wurden. Zwar sch\u00e4tzen 73 Prozent der befragten Unternehmen die Chancen der digitalen Transformation f\u00fcr ihr Unternehmen als hoch bis sehr hoch ein. Doch mehr als die H\u00e4lfte der Unternehmen will erprobte Praxisl\u00f6sungen abwarten.<\/p>\n<p><em>\u201eDiese Haltung kann gesch\u00e4ftssch\u00e4digend sein, denn im digitalen Zeitalter ist eine hohe Innovationsgeschwindigkeit wichtiger denn je\u201c<\/em><\/p>\n<p>mahnen die Autoren der Studie.<\/p>\n<h3>Datenbasierte Logistik<\/h3>\n<p>Der Preisverfall bei Sensoren, RFID-Chips und Kameras macht es m\u00f6glich: Heute kann ein avisierter Transport am Werkstor per kognitivem Service mit OCR-Nummernschilderkennung verifiziert, ihm automatisch vom System die Schranke ge\u00f6ffnet und ein Platz zugewiesen werden.<\/p>\n<p>Immer mehr logistische Objekte wie Container, Wechselbr\u00fccken, Bahnwaggons, Paletten, Beh\u00e4lter, Trucks, Tanks und Schiffe sind mit entsprechender Technologie ausgestattet, generieren Daten und stellen diese bereit.<\/p>\n<p>Technologien zur Standortbestimmung, zum Echtzeittracking und zur Echtzeitvisualisierung schaffen die massiven Probleme ab, die heute in der Praxis entstehen, weil man nicht genau wei\u00df, wo genau sich zum Beispiel ein Transport, Equipment oder Produkt befindet.<\/p>\n<p>Sensoren f\u00fcr die Temperatur\u00ad\u00fcberwachung oder F\u00fcllstandsmessung l\u00f6sen automatisiert Prozessschritte aus, Drohnen helfen bei der Inventur, Apps auf mobilen Devices ersetzen manuelle Schritte und erfassen Daten direkt am Ort des Prozessgeschehens.<\/p>\n<h3><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Herausforderung iot &#8211; die digitale logistikkette\" class=\"aligncenter size-full wp-image-55324\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Christiaan-Carstens.jpg\" alt=\"Christiaan-Carstens\" width=\"800\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Christiaan-Carstens.jpg 800w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Christiaan-Carstens-150x150.jpg 150w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Christiaan-Carstens-768x768.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Christiaan-Carstens-100x100.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Christiaan-Carstens-480x480.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Christiaan-Carstens-640x640.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Christiaan-Carstens-720x720.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Christiaan-Carstens-24x24.jpg 24w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Christiaan-Carstens-48x48.jpg 48w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Christiaan-Carstens-96x96.jpg 96w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Christiaan-Carstens-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/h3>\n<h3>Neue Daten kommen<\/h3>\n<p>Die wohl gr\u00f6\u00dfte Umstellung auf die digitale Logistik liegt im Umgang mit zahlreichen Hardware-Daten aus Sensoren und anderen Edge-Devices: Darauf sind derzeit die wenigsten Unternehmen vorbereitet.<\/p>\n<p>Zum einen ist eine gezielte Ausrichtung der IT-Infrastrukturen und -Architekturen auf den Umgang mit unterschiedlichsten Datenformaten notwendig. Zum anderen erschweren die Architekturen der prozesssteuernden SAP-Systeme, die sich bewusst nach au\u00dfen abschotten, die Integration von Non-SAP-Echtzeitdaten.<\/p>\n<p>Unternehmen stehen dabei vor zahlreichen Herausforderungen: So sind nicht nur die Systeme intelligent zu \u00f6ffnen, sondern es steht auch die Identifikation an, welche Daten konkret an welcher Stelle des Prozesses helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das bedeutet: In der digitalen Supply Chain m\u00fcssen die Systeme an der jeweiligen Stelle im Prozess in der Lage sein, Daten unterschiedlicher Herkunft smart zu integrieren und den Prozess zu orchestrieren.<\/p>\n<p>Das Beispiel eines Unternehmens aus der Lebensmittelbranche zeigt, wie Daten zur Prozess\u00adautomatisierung beitragen k\u00f6nnen: Die Trailer m\u00fcssen hier vor dem Transport eine bestimmte K\u00fchltemperatur aufweisen.<\/p>\n<p>Zuvor fand dieser Prozess rein manuell statt, indem ein Mitarbeiter auf dem Bildschirm die Informationen zu K\u00fchltemperaturen verfolgte und dann entsprechende Prozesse im System anstie\u00df.<\/p>\n<p>Heute meldet ein Sensor im Trailer, wenn die Temperatur erreicht ist, und der Trailer wird automatisch im System f\u00fcr die Beladung freigegeben. Die Connectivity zwischen Endger\u00e4ten und dem SAP-System ist vor allem f\u00fcr gro\u00dfe Konzerne eine besondere Herausforderung, deren Systeme in Internet- und Intranet-Zonen unterteilt sind: Die Diskussion der Sicherheitsaspekte dauert hier oft l\u00e4nger als die eigentliche Umsetzung.<\/p>\n<h3>Flexible Zwischenschicht organisiert Daten<\/h3>\n<p>Erforderlich sind f\u00fcr die digitale Supply Chain neben einem transparenten Daten- und Prozessmodell auch ein Integrations-Layer, auf dem Daten zusammenflie\u00dfen und per Regelwerk festlegt ist, was mit welchem Datum geschieht und welche Prozessschritte wie beeinflusst werden: keine kleine Herausforderung.<\/p>\n<p>Perspektivisch k\u00f6nnten auch intelligente Algorithmen f\u00fcr selbstlernende Systeme bei der Erstellung und Pflege dieser Regelwerke helfen. Eine Integrationsebene ist auch deshalb wichtig, weil Logistik- und Industrieunternehmen mit immer mehr (IoT-)Plattformen in Ber\u00fchrung kommen \u2013 also mit immer mehr Datendrehscheiben zur Anbindung externer Partner.<\/p>\n<p>Entscheidend sind deshalb generische Integrationsservices f\u00fcr die flexible Interaktion mit neuen Datenquellen. Ein typisches Beispiel ist der klassische Inventurprozess, bei dem per Scanner etwas im Lager gez\u00e4hlt wird.<\/p>\n<p>Ein solcher Service \u201eZ\u00e4hlauftrag\u201c sollte also so programmiert werden, dass er mit beliebigen Technologien unterst\u00fctzt werden kann, als Resultat jedoch ein Z\u00e4hlergebnis f\u00fcr die jeweiligen Inventurbelege systemseitig erfasst und verarbeitet wird.<\/p>\n<p>Verladende Unternehmen m\u00fcssen analysieren und entscheiden, mit welchen Anbietern sie zusammenarbeiten und wie die Schichten zwischen den externen Partnern und eigenen Systemen aussehen. Anstatt Hunderte Schnittstellen zu entwickeln und auf immer neue L\u00f6sungen, die aktuell wie die Pilze aus dem Boden schie\u00dfen, individuell einzugehen, kann nur ein generischer Ansatz funktionieren.<\/p>\n<p>Auch Sensorik und andere Hardware im Elektronikbereich unterliegt zunehmend kurzen Produktlebenszyklen: Sie sollte sich daher schnell durch neue austauschen lassen. Die Software-L\u00f6sung Leogistics Digital Supply Chain bildet die Ausgangsbasis f\u00fcr diese flexible Vorgehensweise.<\/p>\n<h3>Digitalisierung in der Automobilindustrie<\/h3>\n<p>Die Autoindustrie ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr, wie sich im Bereich von Equipment-Bewegungen deutliche Optimierungspotenziale heben lassen. Der Materialbestand ist oft in Containern auf H\u00e4ngern im Trailer Yard untergebracht und muss just in time oder just in sequence zum Ladetor an die Produktionsst\u00e4tte gebracht werden.<\/p>\n<p>Weil t\u00e4glich viele Bewegungen stattfinden, lohnen sich Ans\u00e4tze wie Big Data Analytics. Die Datenanalyse zeigt dann klar, unter welcher Konstellation welcher Anstellauftrag wie lange gedauert hat. Aus diesen Informationen l\u00e4sst sich eine nachhaltige, lernende Standortlogistik aufbauen.<\/p>\n<p>Erst wenn die Bewegungsbedarfe transparent sind, wird klar, wie diese sich durch intelligente Werksumfuhren decken lassen. So konnte ein deutscher Premiumhersteller an seinem gr\u00f6\u00dften, US-amerikanischen Produktions\u00adstandort in Spartanburg mit Leogistics seine Zulaufsteuerung in der Inbound Supply Chain optimieren.<\/p>\n<p>450.000 Autos laufen hier j\u00e4hrlich vom Band: Der Standort ist ein Knotenpunkt f\u00fcr Verkehrs- und Materialfluss in einer monumentalen Gr\u00f6\u00dfenordnung. Pro Tag kommen allein 1100 Lkw hier an, abgesehen von 50 Schiffscontainern mit importiertem Material, die per Bahn vom Hafen transportiert werden.<\/p>\n<p>In der Verbindung von SAP ERP und Telematik-Daten sorgt heute ein zentraler Supply Chain Control Tower f\u00fcr eine durchg\u00e4ngig transparente Visualisierung der Zulaufsteuerung \u00fcber alle Transportwege hinweg. Dabei werden Wetter- und Verkehrsdaten einbezogen, Geofences machen Lieferverz\u00f6gerungen fr\u00fchzeitig einplanbar.<\/p>\n<h3>Flaschenhals Laderampe<\/h3>\n<p>Laut BVL-Studie sind 61 Prozent der Datenbedarfe zu Materialflussst\u00f6rungen heute beispielsweise noch unbefriedigt. Ein besonders kritischer Flaschenhals in der Standortlogistik ist das Be- und Entladen von Fahrzeugen am Produktionsstandort.<\/p>\n<p>Da an der Rampe nur begrenzt Platz ist, gibt es sogenannte Zeitfenster (Slots). In g\u00e4ngigen Slot-L\u00f6sungen beinhaltet das Slot-Management erst einmal nur die verbindliche Zuweisung von Zeitfenstern. Kommt eine Lieferung zu sp\u00e4t, m\u00fcssen die Verladestandorte mit der Spedition telefonieren und die wiederum oft noch mit ihren Subunternehmern.<\/p>\n<p>So verstreicht wertvolle Zeit, oft ist es dann f\u00fcr ein Umplanen zu sp\u00e4t. Erst eine erweiterte L\u00f6sung wie beispielsweise der durch Leogistics implementierte Ansatz eines Supply Chain Control Tower bezieht die Echtzeitdynamik ein. Sie stellt dar, wie valide die geplanten Slots im jeweiligen Moment noch sind. Gegebenenfalls wird ein f\u00fcr sp\u00e4ter geplanter Lkw vorgezogen, der schon in der N\u00e4he ist.<\/p>\n<h3>Politik der kleinen Schritte<\/h3>\n<p>Die Umsetzung der Digitalisierung ist eine umfassende Aufgabe, die oftmals aufgrund fehlender Kapazit\u00e4ten oder angespannter Budgetlage nicht angegangen wird. Dennoch ist sie essenziell, um mit der entstehenden Dynamik der Gesch\u00e4ftsmodelle Schritt halten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Um in Bewegung zu kommen, helfen oft schon kleine Schritte. In vielen Projekten konnten gemeinsam mit Anwenderunternehmen auf Basis von Ans\u00e4tzen des Design Thinking und Proof-\u00adof-Concept-Projekten erste handhabbare Schritte entwickelt werden, die ganz konkreten Nutzen bringen.<\/p>\n<p>Ein Leogistics-Anwender aus der chemischen Industrie beispielsweise l\u00f6st mit einer automatisierten Echtzeitl\u00f6sung das Problem einer nicht sehr gro\u00dfen Laderampe, \u00fcber die F\u00e4sser mit temperierten Inhalten verladen werden.<\/p>\n<p>Kommt der Lkw nicht p\u00fcnktlich, mussten fr\u00fcher die F\u00e4sser erneut erw\u00e4rmt und bereitgestellt werden. Heute kann das System durch ein digitales und echtzeitbasiertes Zulaufmonitoring eingehender Transporte verl\u00e4sslich sagen, dass ein Lkw p\u00fcnktlich ist, sobald er einen um das Werk herum skizzierten Geo-Fence durchf\u00e4hrt und damit verl\u00e4sslich 20 Minuten sp\u00e4ter am Werks\u00adtor erscheinen wird. So l\u00e4sst sich erheblicher Aufwand einsparen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch neue Technologien wie das Internet der Dinge ver\u00e4ndern sich logistische Netzwerke massiv. Unternehmen und Logistikdienstleister stehen vor der Herausforderung, mehr und neue Daten in Echtzeit zu nutzen. 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