{"id":55056,"date":"2018-11-05T08:00:23","date_gmt":"2018-11-05T07:00:23","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=55056"},"modified":"2024-01-19T14:51:19","modified_gmt":"2024-01-19T13:51:19","slug":"gemeinsam-besser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/gemeinsam-besser\/","title":{"rendered":"Gemeinsam besser"},"content":{"rendered":"<p>Die von SAP erfundene \u201eindirekte Nutzung\u201c und die damit drohenden Lizenznachzahlungen gef\u00e4hrden zunehmend die digitale Transformation. Im SAP\u2019schen Universum werden Anwendungen wie IoT und Blockchain nahezu unfinanzierbar, wenn die \u201eindirekte\u201c Nutzung der SAP letztendlich zur Anwendung kommt.<\/p>\n<p>Der IT-Verband Voice hat sich zum Ziel gesetzt, auf lokaler und europ\u00e4ischer Ebene nach L\u00f6sungen zu suchen und dem Copyright, EU-Richtlinien und Kartellrecht zu mehr Geltung zu verhelfen, denn juristisch ist die Sachlage nicht so komplex, wie sie manchmal den SAP-Bestandskunden technisch erscheint.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-3345939016\"><div id=\"great-2517861026\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p>Mit Patrick Quellmalz, Leiter Services und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Voice &#8211; CIO Service GmbH, f\u00fchrte Peter F\u00e4rbinger, E-3 Magazin, folgendes Interview.<\/p>\n<h3>Die SAP will bis 2025 alle Bestandskunden auf die Hana-Plattform bringen \u2013 entweder in der Cloud oder On-Premises. Wie bewerten die Voice-Mitglieder dieses Ziel in Bezug auf das Lizenzmodell und die Kosten?<\/h3>\n<p><strong>Patrick Quellmalz:<\/strong> Unsere Mitglieder gehen von h\u00f6heren Kosten aus. Au\u00dferdem haben wir eine ungerechtfertigte Kopplung von Produkten. Hana wird Pflicht, weil SAP keine andere Datenbank f\u00fcr S\/4 zertifiziert.<\/p>\n<p>Wenn zum Beispiel die Oracle-Datenbank ebenfalls zertifiziert w\u00fcrde, w\u00e4ren die Kosten deutlich geringer. Wenn gro\u00dfe Unternehmen die DB wechseln m\u00fcssen, reden wir allein im Datenbankbereich von Kosten, die bis in den zweistelligen Millionenbereich reichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wenn Sie das \u201eFull Use\u201c-Modell heranziehen, kann es noch teurer werden, weil da nicht der prozentm\u00e4\u00dfige Anteil der Lizenzen zur Berechnung herangezogen wird, sondern das Datenvolumen in Gigabyte berechnet wird, das schnell in den Terabyte-Bereich hineingeht.<\/p>\n<p>In dem Fall m\u00fcssen gro\u00dfe Unternehmen mit hohen zweistelligen Millionenbetr\u00e4gen rechnen. Da alle Prognosen von einem weiteren Anstieg der Datenvolumina ausgehen, w\u00e4re dieses Modell eine regelrechte Gelddruckmaschine f\u00fcr SAP. Hinzu kommt, dass die bisherige Lizenzmessung der SAP bei Hana nicht wirklich funktioniert. Da gibt es noch viel Optimierungsbedarf.<\/p>\n<h3>Sehen Anwender die Gefahr, sich mit S\/4 Hana von einem Monopolisten abh\u00e4ngig zu machen? Zumal ab 2025 auch Hana-Entwicklungslizenzen wesentlich teurer werden?<\/h3>\n<p><strong>Quellmalz:<\/strong> Sie sind sich dieser Gefahr bewusst, vor allem bei den gro\u00dfen Softwareanbietern. Die Gefahr besteht nicht nur bei SAP, auch Microsoft hat \u00e4hnliche Versuche unternommen, abh\u00e4ngige Anwender st\u00e4rker zur Kasse zu bitten.<\/p>\n<p>Bei den Nachverhandlungen der Office-365-Vertr\u00e4ge wurden die Preise deutlich angehoben. Bei Hana stellt sich zus\u00e4tzlich die Frage, ob Unternehmen das On-Prem oder in der Cloud betreiben. Im eigenen Rechenzentrum m\u00fcssen die Unternehmen zus\u00e4tzlich mit massiven Hardwarekosten rechnen.<\/p>\n<h3><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Gemeinsam besser\" class=\"aligncenter size-full wp-image-55057\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Quellmalz.jpg\" alt=\"Gemeinsam besser\" width=\"800\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Quellmalz.jpg 800w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Quellmalz-150x150.jpg 150w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Quellmalz-768x768.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Quellmalz-100x100.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Quellmalz-480x480.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Quellmalz-640x640.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Quellmalz-720x720.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Quellmalz-24x24.jpg 24w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Quellmalz-48x48.jpg 48w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Quellmalz-96x96.jpg 96w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Quellmalz-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/h3>\n<h3>Sehen Sie in einem so starken Vendor-Lock-in einen generellen Trend in der Softwareindustrie?<\/h3>\n<p><strong>Quellmalz:<\/strong> Das ist die Krux der Plattform\u00ad\u00f6konomie. Sie funktioniert nach dem Prinzip \u201ethe winner takes it all\u201c. Deshalb versucht jeder gro\u00dfe Softwareanbieter, die n\u00e4chste gro\u00dfe Plattform aufzubauen.<\/p>\n<p>Im Office-Markt gibt es de facto nur noch eine Plattform. Google versucht \u00c4hnliches. Auch im Industrie-4.0-Bereich werden Plattformen aufgebaut, auch da werden wir in K\u00fcrze heftige Konsolidierungstrends erleben.<\/p>\n<p>In dem Sektor werden auch nur sehr wenige Plattformen langfristig \u00fcberleben. Solange keine einfachen M\u00f6glichkeiten geschaffen werden, gro\u00dfe Datenmengen leicht zu transferieren, bleibt der starke Vendor-Lock-in bestehen.<\/p>\n<h3>K\u00f6nnen Anwender sich dagegen wehren?<\/h3>\n<p><strong>Quellmalz:<\/strong> Das m\u00fcssen sie, und zwar nicht einzeln, sondern gemeinsam. Sie werden dabei unterst\u00fctzt. Die Europ\u00e4ische Union hat entsprechende Initiativen aufgelegt wie den Code of Conduct for Data Portability for IaaS vom Kommissionsbereich DG Connect.<\/p>\n<p>Aber die Gegenwehr funktioniert nur gemeinsam. In Einzelverfahren streben die Anbieter h\u00e4ufig au\u00dfergerichtliche Einigungen an, die dann mit Non-Disclosure-Klauseln belegt sind. So gelangen die Ergebnisse nicht an die \u00d6ffentlichkeit und niemand kann daraus lernen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem verhalten sich fast alle Software-Anbieter, auch die SAP, je nach Kundengr\u00f6\u00dfe unterschiedlich. Je gr\u00f6\u00dfer der Kunde, desto mehr Zugest\u00e4ndnisse macht der Anbieter.<\/p>\n<h3>K\u00f6nnen Sie uns daf\u00fcr ein Beispiel geben?<\/h3>\n<p><strong>Quellmalz:<\/strong> Als das Thema indirekte Nutzung aufkam, hat SAP bei Gro\u00dfkonzernen nachgefragt, was sie unter indirekter Nutzung verstehen. Den Mittelst\u00e4ndlern hat man dagegen sehr klar gesagt, wie die SAP das Thema versteht.<\/p>\n<p>Deshalb m\u00fcssen die Anwender hier zusammenarbeiten \u2013 \u00adnat\u00fcrlich unter Beachtung des Kartellrechts \u2013, um den gleichen Informations\u00adstand zu erreichen und verbindliche Aussagen von SAP zum Thema zu bekommen, die f\u00fcr alle gleicherma\u00dfen gelten. Dabei werden wir die Anwender als Bundesverband und auf der europ\u00e4ischen Ebene unterst\u00fctzen \u2013 auch auf dem juristischen Weg.<\/p>\n<h3>Bef\u00fcrchten Sie nicht, dass das Thema technisch zu komplex ist und von den Gerichten nicht verstanden wird? Bisher hat die SAP sich immer mit Hinweisen auf die Technik herausman\u00f6vrieren k\u00f6nnen. Wie begegnen Sie als Verband dieser Herausforderung?<\/h3>\n<p><strong>Quellmalz:<\/strong> Zun\u00e4chst einmal brauchen Sie wirklich gute IT-Juristen. Leider gibt es in Deutschland nicht allzu viele Kanzleien, die sich mit SAP-Vertr\u00e4gen und der IT-Rechtsprechung auseinandersetzen sowie sich Feedback von den Anwendern holen.<\/p>\n<p>Voice hat ein juristisches Gutachten zur indirekten Nutzung erstellen lassen. Das hat nur funktioniert, weil uns die Community viele Fragen zu fachspezifischen und technischen Themen beantwortet hat.<\/p>\n<h3>Wie reagieren Ihre Mitglieder auf die Aufforderung, gemeinsam gegen SAP vorzugehen? Wir h\u00f6ren auch von SAP-Bestandskunden, die lieber zahlen, weil sie um die gute Zusammenarbeit mit der SAP f\u00fcrchten?<\/h3>\n<p><strong>Quellmalz:<\/strong> Wir rufen unsere Mitglieder nicht dazu auf, gegen die SAP zu arbeiten. Wir wollen nur Transparenz und faire Lizenzpraktiken und die bekommen wir offenbar nur, wenn wir mit einer Stimme sprechen, die f\u00fcr ein breites Spektrum von deutschen und europ\u00e4ischen Anwendern steht.<\/p>\n<p>Wir reagieren auf die Bed\u00fcrfnisse unserer Mitglieder. Wir verstehen uns auch als eine Schutzschicht zwischen dem Anwender und den Ansichten der IT-Anbieter. Mit uns dazwischen muss kein einzelner Anwender allein k\u00e4mpfen.<\/p>\n<h3>M\u00fcssen in einer m\u00f6glichen juristischen Auseinandersetzung nicht am Ende doch Anwender namentlich auftreten und finanzielle Sch\u00e4den oder Wettbewerbsnachteile ins Feld f\u00fchren?<\/h3>\n<p><strong>Quellmalz:<\/strong> Als Verband haben wir andere M\u00f6glichkeiten als einzelne Anwender. Zum Beispiel mit dem bereits erw\u00e4hnten juristischen Gutachten. Wenn Juristen ein solches Gutachten erstellen, fallen die individuellen Aussagen der Anwender, die f\u00fcr ein Gutachten herangezogen werden, unter die anwaltliche Schweigepflicht.<\/p>\n<p>Erst wenn eine Instanz wie das Kartellamt nachfragt, m\u00fcssen die Anwender nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschr\u00e4nkungen dem Auskunftsverlangen gegen\u00fcber den Kartellbeh\u00f6rden entsprechen.<\/p>\n<h3>Das Thema indirekte Nutzung beeinflusst den Fortschritt in der Digitalisierung. Indirekte Nutzung wird in einer digitalisierten Welt eine der wesentlichen Nutzungsgr\u00f6\u00dfen sein, weil eben Software immer \u00f6fter mit Software kommuniziert. Wie bewerten Sie als Verband diese Diskussion? Sehen Sie indirekte Nutzung als Bedrohung und Bremsklotz f\u00fcr Innovationen?<\/h3>\n<p><strong>Quellmalz:<\/strong> Wir sehen die indirekte Nutzung als Damoklesschwert f\u00fcr die digitale Transformation. Aus zwei Gr\u00fcnden: Zum einen wissen Anwender nicht, welchem zus\u00e4tzlichen Investitionsbedarf und welchen lizenzrechtlichen Risiken sie sich aussetzen, wenn sie zukunftsgerichtete Technologien einsetzen, wie APIs, Container, oder nur eine moderne E-Commerce-L\u00f6sung, die auch SAP-Daten nutzt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sch\u00e4digt die SAP mit ihrem Lizenzverhalten den Markt f\u00fcr Third-Party-Applikationen ganz massiv. Nur zur Erinnerung: Die Third-Party-Anbieter haben die SAP erst zu dem gemacht, was sie heute ist. Ihrem Gesch\u00e4ftsmodell schiebt die SAP jetzt einen Riegel vor.<\/p>\n<p>Das ist aus unserer Sicht innovationsfeindlich. Denn im Third-Party-Markt entstehen zus\u00e4tzliche L\u00f6sungen f\u00fcr das SAP-\u00d6kosystem, aber eben nicht unter vollst\u00e4ndiger Kontrolle der SAP. Wenn durch die indirekte Nutzung der Datenaustausch \u00fcber Schnittstellen durch zus\u00e4tzliche Kosten verhindert wird, kann man sich den negativen Einfluss auf die Innovationst\u00e4tigkeit leicht vorstellen.<\/p>\n<h3>Die bestimmungsgem\u00e4\u00dfe Benutzung von Software beinhaltet laut EU-Richtlinie die Kommunikation der Software mit Menschen und \u00fcber Schnittstellen. Ist damit die indirekte Nutzung nur ein Fantasiegebilde der SAP?<\/h3>\n<p><strong>Quellmalz:<\/strong> Wenn die Interpretation des Lizenzfalls indirekte Nutzung den Zugang und den Datenaustausch mit Drittsystemen tats\u00e4chlich verhindert, widerspricht diese Interpretation der SAP der EU-Richtlinie.<\/p>\n<p>Wenn sich die SAP mit dieser Definition durchsetzt, haben wir ein riesiges Pro\u00adblem in der gesamten IT-Landschaft: Die Systeme d\u00fcrfen nicht mehr miteinander kommunizieren, ohne dass die SAP mitverdient.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich muss sauber lizenziert werden, aber nicht zum Schaden von Anwendern und Drittanbietern, indem Zugangssperren errichtet werden oder man auf die eigenen Systeme nicht mehr zugreifen kann.<\/p>\n<h3>Bei dem neuen Softwarelizenzierungsprogramm, das die SAP im April dieses Jahres vorgelegt hat, wird die SAP Hana Cloud Platform als Third-Party-Produkt eingestuft. Wird die SAP dann ein Feind im eigenen Bett, wenn ein Anwender eine Applikation auf dieser Plattform entwickelt?<\/h3>\n<p><strong>Quellmalz:<\/strong> Ja. Das Lizenzmodell ist an dieser Stelle ganz klar innovationsfeindlich. Mit der Definition von indirekter Nutzung beziehungsweise., wie es seit April hei\u00dft, \u201eindirect\/digital access\u201c ist SAP zwar einen Schritt in die richtige Richtung gegangen, hat aber das Modell nicht zu Ende gedacht.<\/p>\n<p>So wie er heute gestaltet ist, beschert der neue Entwurf den Anwendern massive Schwierigkeiten. Uns erscheint das Digital-Access-Modell prinzipiell als der richtige Weg, aber aufgrund der derzeitigen Umsetzung entstehen zus\u00e4tzliche, nicht vorhersehbare Lizenzkosten.<\/p>\n<p>Nehmen Sie zum Beispiel das Thema Audits. Diese gewinnen in diesem Zusammenhang weiter an Bedeutung. Es ist zu kl\u00e4ren, in welchen F\u00e4llen und zu welchen Zeiten sie stattfinden und wie die Ergebnisse von der SAP bewertet werden.<\/p>\n<p>Wir brauchen auch hier eine rechtliche Verbindlichkeit und keine in die Vergangenheit reichende Wirkung, wie das unsere Anwender zurzeit bei der indirekten Nutzung erleben.<\/p>\n<p>Da passiert es, dass Anwender zwei Jahre hintereinander auditiert werden. Gab es in der letztj\u00e4hrigen Lizenzpr\u00fcfung nichts zu beanstanden, kommt das Audit in diesem Jahr zu dem Ergebnis, dass f\u00fcr die vergangenen zwei oder drei Jahre Lizenzgeb\u00fchren f\u00fcr die indirekte Nutzung nachzubezahlen sind.<\/p>\n<p>Es darf einfach nicht sein, dass Anwender durch neue Lizenzbestimmungen der SAP r\u00fcckwirkend ins Unrecht gesetzt werden. Das ist f\u00fcr niemanden nachvollziehbar und l\u00e4sst die Lizenzpolitik der SAP willk\u00fcrlich erscheinen.<\/p>\n<h3>Bei der Definition der indirekten Nutzung l\u00e4sst SAP eine gewisse Willk\u00fcr erkennen. Im kommenden Jahr sollen neue Lizenz-Vermessungswerkzeuge von SAP auf den Markt kommen. Wie sollen die funktionieren, wenn indirekte Nutzung nicht eindeutig definiert ist? Ist angesichts dieser Ungenauigkeiten aufseiten der Anwender \u00fcberhaupt eine Planung ihrer Lizenzkosten m\u00f6glich?<\/h3>\n<p><strong>Quellmalz:<\/strong> Einige unserer Mitglieder haben die SAP-Vermessung ausgesetzt, bis die offenen Fragen gekl\u00e4rt sind. Die Ergebnisse sind teilweise willk\u00fcrlich. Weil sie nicht wissen, wie der Auditor die aktuellen Lizenzregeln interpretiert, gehen die Anwender bei jeder Vermessung ein unkalkulierbares Risiko ein.<\/p>\n<h3>Soll SAP das neue Lizenzmodell nachsch\u00e4rfen oder muss erst gerichtlich festgestellt werden, dass Interoperabilit\u00e4t zur bestimmungsgem\u00e4\u00dfen Benutzung von Software geh\u00f6rt, die nicht mit Lizenzgeb\u00fchren f\u00fcr indirekte Nutzung belegt werden darf?<\/h3>\n<p><strong>Quellmalz:<\/strong> Die SAP muss klar und f\u00fcr alle F\u00e4lle definieren, was indirekte Nutzung ist, einschlie\u00dflich des \u201edirect human access\u201c und des \u201eindirect\/digital access\u201c. Diese Klarstellung muss auch in allen anderen SAP-Vertr\u00e4gen nachgereicht werden. Bisher fehlen solche eindeutigen Formulierungen.<\/p>\n<p>Wir fordern die Klarstellung und Weiterentwicklung des SAP-Lizenz- und Access-Modells. Die Anwender haben sich auf die neuen, cloudbasierten IT-Landschaften eingestellt. Das ist gut. Aber wir wollen weiterhin gew\u00e4hrleistet sehen, dass die Anwenderunternehmen in diesen Landschaften auch Third-Party-Produkte einsetzen k\u00f6nnen, ohne Geld an die SAP zu zahlen.<\/p>\n<p>Es darf nicht sein, dass die SAP mit ihrer Doppelstrategie durchkommt. Auf der einen Seite kauft sie am Markt befindliche L\u00f6sungen und integriert sie in ihr Portfolio, auf der anderen Seite erschwert oder verhindert sie, dass ihre Kunden Nicht-SAP-L\u00f6sungen einsetzen.<\/p>\n<p>Ein solches Verhalten verhindert einen freien und fairen Softwaremarkt und behindert die innovative Weiterentwicklung der Systeme beim Kunden. Wir fordern, dass SAP die Audits auch f\u00fcr sich als bindend erkl\u00e4rt und r\u00fcckwirkend keine weiteren Nachforderungen erhoben werden.<\/p>\n<h3>IT-Systeme werden immer komplexer. Sind sie lizenztechnisch \u00fcberhaupt noch beherrschbar? Gibt es Auswege aus diesem Dilemma?<\/h3>\n<p><strong>Quellmalz:<\/strong> Standardvertr\u00e4ge statt Individualvertr\u00e4ge w\u00e4ren zum Beispiel deutlich einfacher. Aber daran haben die Anbieter offenbar kein Interesse. Wir sehen stattdessen, dass Anbieter \u00fcber immer mehr Juristen immer mehr aus alten Vertr\u00e4gen herauszuholen versuchen.<\/p>\n<p>Wir sind der \u00dcberzeugung, dass wir nur faire Lizenzbedingungen bekommen, wenn Anwender und Anbieter endlich wieder auf Augenh\u00f6he und partnerschaftlich diskutieren.<\/p>\n<p>Das funktioniert nur, wenn sich Anwender gegen bestimmte Praktiken der IT-Anbieter wehren, die trotz einer zweistelligen Marge noch mehr aus ihren Kunden herausholen wollen. Voice unterst\u00fctzt die Anwenderunternehmen dabei.<\/p>\n<h3>Es geht also um Komplexit\u00e4t und um versteckte Preiserh\u00f6hungen?<\/h3>\n<p><strong>Quellmalz:<\/strong> Versteckte Preiserh\u00f6hungen \u00fcber ver\u00e4nderte Lizenzbedingungen und Metriken sind f\u00fcr die Anbieter einfacher, als den Anwendern eine regul\u00e4re Preiserh\u00f6hung zu vermitteln, und sie sichern deutlich mehr Einnahmen, als wenn ein Unternehmen Preiserh\u00f6hungen durchf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Wenn in Zukunft immer mehr Programme und immer weniger Menschen auf SAP-Services zugreifen, dann wird indirekte Nutzung deutlich h\u00e4ufiger, wahrscheinlich sogar die Standardnutzungsart. Dass die SAP da nicht tatenlos zusehen will, ist verst\u00e4ndlich. Aber es muss klar definiert und ausgestaltet werden.<\/p>\n<p>Das tut die SAP nicht und wir wollen Anwendern helfen, das durchzusetzen. Die Komplexit\u00e4t der Lizenzbestimmungen ist unserer Meinung nach nicht \u00fcberall notwendig. Sie wird von den Herstellern auch deshalb gepflegt, um so wenig kostentransparent zu sein wie m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die alten Lizenzbestimmungen passen nicht f\u00fcr die digitale Transformation. SAP hat dieses Jahr mit einem alternativen Lizenzmodell einen Versuch gestartet, der aber auf halber Strecke gescheitert ist. Gefahr ist in Verzug, aber der Bundesverband der IT-Anwender e. 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