{"id":41927,"date":"2018-05-24T11:00:35","date_gmt":"2018-05-24T09:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=41927"},"modified":"2024-01-19T14:51:44","modified_gmt":"2024-01-19T13:51:44","slug":"neues-sap-lizenzmodell-alte-herausforderungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/neues-sap-lizenzmodell-alte-herausforderungen\/","title":{"rendered":"Neues SAP-Lizenzmodell, alte Herausforderungen"},"content":{"rendered":"<p>Die SAP-Lizenzwelt steht vor gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen: Neue Messverfahren und Preismodelle zur indirekten Nutzung, die anstehende S\/4-Migration, die Einf\u00fchrung zahlreicher neuer SAP-Cloud-Produkte und die Unsicherheiten zwischen der nutzungsbasierten und berechtigungsbasierten User-Lizenzierung katapultierten den SAP-Kunden mitten in ein Lizenzierungs-Labyrinth.<\/p>\n<h3>Klare Definition fehlt<\/h3>\n<p>\u201eIch wei\u00df, dass ich nichts wei\u00df.\u201c \u2013 SAP zum Thema indirekte Nutzung, 2018. Dieses Zitat existiert so nat\u00fcrlich nicht. Fakt ist jedoch: Weder in den AGB noch in der Preis- und Konditionenliste liefert SAP eine klare Definition dar\u00fcber, was genau indirekte Nutzung eigentlich ist.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-1549649875\"><div id=\"great-1980381355\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p>Hier hei\u00dft es lediglich, dass jeder Benutzer, der die SAP-Software nutzt \u2013 ob direkt oder indirekt \u2013, eine entsprechende Lizenz ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Wie genau \u201eNutzung\u201c definiert ist, beschreibt der Auszug aus der PKL 2018\/2 (April 2018), Seite 13:<\/p>\n<p><em>\u201e,Nutzung\u2018 bezeichnet die Ausf\u00fchrung der Prozessfunktionen der Software, das Laden, das Ausf\u00fchren, den Zugriff auf, die Verwendung der Software oder das Anzeigen von Daten, die aus diesen Funktionen hervorgehen. <\/em><\/p>\n<p><em>Die Nutzung kann \u00fcber eine Schnittstelle, die mit der Software oder als Teil der Software ausgeliefert wurde, \u00fcber eine Schnittstelle des Auftraggebers oder eines Drittanbieters oder \u00fcber ein anderes zwischengeschaltetes System erfolgen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Was sagt uns das zur indirekten Nutzung? Die indirekte Nutzung kann mit den Vermessungstools (USMM\/LAW) der SAP nicht ermittelt werden. Daher verlangt SAP von ihren Kunden, dass sie den Bedarf (Anzahl und Lizenztyp) an Named-User-Lizenzen selber ermitteln.<\/p>\n<p>Allein die Tatsache, dass es keine klare Definition bez\u00fcglich indirekter Nutzung gibt, verst\u00f6\u00dft gegen das AGB-Recht, das eine klare und verst\u00e4ndliche Formulierung fordert.<\/p>\n<p>Aufgrund zahlreicher Ausnahmen (z. B. bei \u201eStatic Read\u201c) ist ebenfalls nicht immer zu hundert Prozent nachvollziehbar, bei welchen Schnittstellen eine indirekte Nutzung vorliegen k\u00f6nnte oder nicht.<\/p>\n<p>Die Anzahl der Benutzer und die, je nach Nutzung, ben\u00f6tigten Named-User-Lizenz\u00adtypen lassen sich bei der Vielzahl von Schnittstellen und Third-Party-Applikationen nicht manuell ermitteln.<\/p>\n<p>Bei jeder Analyse kommt unweigerlich die Frage auf, ob es sich hierbei nicht doch um \u201ebestimmungsgem\u00e4\u00dfe Nutzung\u201c handelt. Immerhin wurde im Unternehmen f\u00fcr die SAP-Software viel Geld ausgegeben.<\/p>\n<p>SAP bietet standardm\u00e4\u00dfig die M\u00f6glichkeit, \u00fcber Schnittstellen andere Applikationen anzuschlie\u00dfen. Warum sollte also f\u00fcr die Nutzung der Standard-Funktionen zus\u00e4tzlich bezahlt werden?<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich besteht die Funktion eines Computerprogramms nach der Softwarerichtlinie 2009\/24\/EG gerade darin, \u201emit den anderen Komponenten eines Computersystems und den Benutzern in Verbindung zu treten und zu operieren\u201c.<\/p>\n<p>Nehmen wir also an, dass bei der indirekten Nutzung \u00fcberhaupt urheberrechtlich zustimmungspflichtige Nutzungshandlungen stattfinden, sind ebendiese Nutzungshandlungen dann nicht als \u201ebestimmungsgem\u00e4\u00dfe Nutzung\u201c einer ERP-Software im Sinne der Softwarerichtlinie 2009\/24\/EG zu qualifizieren?<\/p>\n<p>Nach dieser Interpretation w\u00e4ren sie bereits vollst\u00e4ndig mit den Lizenzgeb\u00fchren f\u00fcr die \u201edirekte\u201c Nutzung der SAP-Software abgegolten.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<figure id=\"attachment_41929\" aria-describedby=\"caption-attachment-41929\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Neues sap-lizenzmodell, alte herausforderungen\" class=\"size-full wp-image-41929\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-2.jpg\" alt=\"Aspera Grafik 2\" width=\"1000\" height=\"526\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-2.jpg 1000w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-2-768x404.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-2-100x53.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-2-480x252.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-2-640x337.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-2-720x379.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-2-960x505.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-41929\" class=\"wp-caption-text\">Direkte und indirekte Nutzung von SAP-Applikationen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Forderungen stets \u00fcberpr\u00fcfen<\/h3>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist die Forderung der SAP nach zus\u00e4tzlichen Lizenzgeb\u00fchren f\u00fcr die indirekte Nutzung zu \u00fcberpr\u00fcfen und gegebenenfalls abzulehnen.<\/p>\n<p>Kl\u00e4ren Sie den Sachverhalt mit SAP und halten Sie die Vereinbarungen in Ihrem Vertrag schriftlich fest. Eine Ausnahme bilden offensichtliche Missbrauchsversuche, bei denen Kunden eine Non-SAP-Applikation neben die SAP-Systeme stellen, \u00fcber die Benutzer indirekt auf die Software-Funktionen eins zu eins zugreifen.<\/p>\n<p>F\u00fcr solche F\u00e4lle m\u00fcssen die Anzahl der Benutzer und die entsprechenden Lizenztypen ermittelt werden. Da sich die aktuelle Nutzung st\u00e4ndig \u00e4ndert und eine Unterlizenzierung zu jedem Zeitpunkt vermieden werden sollte, bleibt nur eine automatisierte \u00dcberpr\u00fcfung der Schnittstellen und der Non-SAP-Applikation \u00fcbrig.<\/p>\n<p>SAP stellt hierf\u00fcr keine Tools bereit, daher sollten Kunden auf eine externe L\u00f6sung, wie LicenseControl for SAP Software, zur\u00fcckgreifen. In dieser Non- SAP-Applikation wird nicht nur der t\u00e4gliche Bedarf f\u00fcr den direkten und den indirekten Zugriff ermittelt, sondern auch die entsprechenden Lizenztypen automatisiert und vertragskonform zugewiesen und verwaltet.<\/p>\n<h3>Ein Fall f\u00fcr das Kartellamt?<\/h3>\n<p>Mit der Einf\u00fchrung des neuen Preismodells f\u00fcr \u201eDigital Access\u201c (April 2018) hat sich an der zus\u00e4tzlichen Lizenzpflicht f\u00fcr indirekte Nutzung nichts ge\u00e4ndert. Die Berechnungsbasis ist aber eine andere geworden.<\/p>\n<p>Im neuen Modell z\u00e4hlt SAP die Erzeugung von Dokumenten, die durch indirekte Nutzer ausgel\u00f6st wurden. Der direkte Zugriff wird von SAP nun als \u201eDirect Human Access\u201c bezeichnet und der indirekte als \u201eIndirect\/Digital Access\u201c.<\/p>\n<p>Die Lizenzpflicht gilt f\u00fcr Drittanwendungen, Partnerl\u00f6sungen oder andere Ger\u00e4te, nicht aber f\u00fcr SAP-eigene Produkte. Third Party Applications werden dabei eindeutig schlechtergestellt als SAP-eigene Applikationen, wie z. B. SAP SuccessFactors oder SAP Hybris.<\/p>\n<p>Die indirekte Nutzung des \u201eDigital Core\u201c ist durch SAP-eigene Applikationen mit den Lizenzgeb\u00fchren f\u00fcr die direkte Nutzung des \u201eDigital Core\u201c abgegolten. Eine solche Unterscheidung k\u00f6nnte ein Fall f\u00fcr das Kartellamt sein.<\/p>\n<h3>Indirekte Nutzung wird messbar<\/h3>\n<p>Lizenziert werden muss die Anlage der folgenden Dokumenttypen: Sales Document, Invoice Document, Purchase Document, Material Document, Manufacturing Document, Financial Document, Service &amp; Maintenance Document, Time Management Document, Quality Management Document.<\/p>\n<p>Jeder Dokumententyp hat einen Verrechnungsfaktor. Bei den Financial und Material Documents liegt dieser bei 0,2 und bei allen anderen bei 1,0. Hierbei soll nur die initiale Erzeugung kostenwirksam sein.<\/p>\n<p>\u00c4nderungen, Aktualisierungen oder die Weiterverarbeitung von bestehenden Dokumenten werden nicht berechnet.<\/p>\n<p>SAP wird in Zukunft neue Vermessungstools zur Verf\u00fcgung stellen, wodurch die indirekte Nutzung messbar wird. Dabei muss die Trennung zwischen den gez\u00e4hlten Dokumenten im direkten Zugriff und im indirekten Zugriff gew\u00e4hrleistet werden. Ansonsten zahlen SAP-Kunden doppelt.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Wenn eine Person direkt Dokumente (z. B. Sales Orders) in SAP anlegt und daf\u00fcr eine \u201eSAP Professional User\u201c-Lizenz ben\u00f6tigt, wird dann das Dokument gez\u00e4hlt? Wahrscheinlich nicht.<\/p>\n<p>Wenn dieselbe Person Dokumente durch einen indirekten Zugriff \u00fcber eine technische Schnittstelle (Third Party Applications) erstellt, werden diese Dokumente zus\u00e4tzlich gez\u00e4hlt? Wahrscheinlich ja, da die Vermessungstools der SAP diese Person nicht kennen. Sie sehen nur ein neu angelegtes Dokument und z\u00e4hlen es. Im alten Modell hat daf\u00fcr die Named-User-Lizenz ausgereicht.<\/p>\n<p>Bestandskunden d\u00fcrfen sich zwischen dem alten und neuen Preismodell entscheiden. Aber wie sollen sie dabei vorgehen? Es gibt viele Schnittstellen und Applikationen, welche indirekt auf SAP-Systeme zugreifen.<\/p>\n<p>Bei jeder Applikation muss entschieden werden, ob indirekte Nutzung nach dem alten oder dem neuen Modell vorliegt. Dann muss die Anzahl (Personen und Dokumente) ermittelt werden.<\/p>\n<p>Bei den Named- Usern liegen die Listenpreise der Lizenzen zwischen 60 Euro (SAP Employee Self-Service Core) und 1300 Euro (SAP Platform User) pro Benutzer. Beim SAP Digital Access variieren die Preise pro Dokument zwischen 0,15 Euro und 0,50 Euro je nach Rabattstaffel.<\/p>\n<p>Eine Mischung der beiden Modelle w\u00e4re aus Kundensicht sinnvoll, denn einige Applikationen werden von vielen Benutzern verwendet, andere legen viele neue Dokumente an. Die Entscheidung pro Applikation w\u00e4re daher zu begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Neues sap-lizenzmodell, alte herausforderungen\" class=\"wp-image-41928 size-full\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-1.jpg\" alt=\"Aspera Grafik 1\" width=\"1000\" height=\"589\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-1.jpg 1000w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-1-768x452.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-1-100x59.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-1-480x283.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-1-640x377.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-1-720x424.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Aspera-Grafik-1-960x565.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Use of SAP ERP and Types of Access, Quelle: SAP.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>SAPs neue Empathie?<\/h3>\n<p>Ist das neue Preismodell vielleicht doch zu Ihrem Vorteil? Bei der Vorstellung des neuen Preismodells bezeichnete SAP es als \u201eeinzigartig\u201c. Dabei sollen sowohl die Bedenken als auch die W\u00fcnsche der Kunden ber\u00fccksichtigt worden sein. \u201eEmpathy\u201c und Transparenz waren dabei zwei ganz gro\u00dfe Schlagworte.<\/p>\n<p>Transparenz hat SAP lediglich f\u00fcr sich geschaffen, denn endlich kann sie indirekte Nutzung messen. Zudem existiert schlie\u00dflich ein Preismodell, um IoT abzurechnen und auch in Zukunft Umsatz im digitalen Zeitalter zu sichern. Von \u201eEmpathy\u201c keine Spur.<\/p>\n<p>Mit den Vermessungstools der SAP kann keine Transparenz geschaffen werden. Hier wird nur abgerechnet, was genutzt worden ist, ob berechtigt oder nicht.<\/p>\n<p>Um das zu \u00fcberpr\u00fcfen, ist auch hier wieder eine externe L\u00f6sung n\u00f6tig, die Transparenz f\u00fcr den Kunden schafft und verschiedene Szenarien simulieren kann. Nur so kann ein Vergleich der Lizenzmodelle abgebildet und eine strategische Entscheidung getroffen werden.<\/p>\n<p>Ob das neue Preismodell ausgew\u00e4hlt werden sollte, kann also nicht pauschal beantwortet werden. Die \u00dcberpr\u00fcfung der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit ist jedoch stets zu empfehlen.<\/p>\n<h3>Angriffsfl\u00e4che Named-User<\/h3>\n<p>SAP hat die Basis f\u00fcr die User-Lizenzvergabe vor Jahren ge\u00e4ndert. Fr\u00fcher sollten die Userlizenzen auf Grundlage der tats\u00e4chlich ausgef\u00fchrten Transaktionen erfolgen.<\/p>\n<p>In den aktuellen AGB und PKL ist allerdings von Berechtigungen und \u201ebefugt sein\u201c die Rede. Fragen Sie direkt bei SAP, auf welcher Basis die Kunden die User-Lizenzen vergeben sollen, so erhalten Sie die Antwort: \u201eNat\u00fcrlich nach vorhandenen Berechtigungen.\u201c<\/p>\n<p>Das gilt jedoch nur f\u00fcr SAP-Neu\u00adkunden oder Unternehmen, die vor rund zehn Jahren SAP erstmalig eingef\u00fchrt haben. Bei \u00e4lteren Bestandskunden ist die Sachlage m\u00f6glicherweise anders.<\/p>\n<p>Aus juristischer Sicht ist nicht eindeutig gekl\u00e4rt, ob die alten nutzungsbasierten Vertr\u00e4ge trotz Nachk\u00e4ufen zu den neuen Konditionen uneingeschr\u00e4nkt gelten.<\/p>\n<p>Im Zweifelsfall ist hier eine rechtliche Pr\u00fcfung erforderlich. Diese k\u00f6nnte feststellen, dass immer die neuesten, f\u00fcr den Kunden beim Nachkauf g\u00fcltigen AGB und PKL gelten. Demnach m\u00fcssten auch alle Bestandskunden ihre User-Lizenzen nach Berechtigungen vergeben.<\/p>\n<p>Eine weitere M\u00f6glichkeit ist jedoch, dass alle Vertr\u00e4ge mit beiden Lizenzmetriken gelten. Das w\u00fcrde allerdings bedeuten, dass ein Teil der User-Lizenzen nach Berechtigungen und der andere Teil nach Nutzung lizenziert werden m\u00fcsste. Das als Kunde auseinanderhalten zu k\u00f6nnen ist praktisch jedoch fraglich und in jedem Fall technisch schwierig.<\/p>\n<p>Die Tatsache ist: In diesem Jahr wurden langj\u00e4hrige Bestandskunden der SAP bereits aufgefordert, ihre User-Lizenzen bei der n\u00e4chsten SAP-Systemvermessung auf Basis der vorhandenen Berechtigungen zu vergeben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_41930\" aria-describedby=\"caption-attachment-41930\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Guido-Schneider.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Neues sap-lizenzmodell, alte herausforderungen\" class=\"size-full wp-image-41930\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Guido-Schneider.jpg\" alt=\"Guido-Schneider\" width=\"800\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Guido-Schneider.jpg 800w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Guido-Schneider-150x150.jpg 150w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Guido-Schneider-768x768.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Guido-Schneider-100x100.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Guido-Schneider-480x480.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Guido-Schneider-640x640.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Guido-Schneider-720x720.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Guido-Schneider-24x24.jpg 24w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Guido-Schneider-48x48.jpg 48w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Guido-Schneider-96x96.jpg 96w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Guido-Schneider-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-41930\" class=\"wp-caption-text\">Der SAP-Experte ist Autor und Herausgeber mehrerer Fachb\u00fccher zum Thema SAP-Security.<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Vertrauen war gestern<\/h3>\n<p>Fr\u00fcher hat die SAP es ihren Kunden \u00fcberlassen, wie sie die gekauften User-Lizenzen vergeben. SAP hat den Kunden vertraut. Die Vermessungstools haben lediglich die Anzahl der vergebenen User-Lizenzen gez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>In der USMM gab es die sogenannte Klassifizierungshilfe. Diese basierte darauf, auf welche Tabellen der User mit seinem Account zugegriffen hat. Waren dies \u2013 nach Meinung von SAP \u2013 teure oder wichtige Tabellen, sollten die Kunden die \u201eSAP Professional User\u201c-Lizenz vergeben und nicht die \u201eSAP Employee User\u201c- oder \u201eSAP Employee Self-Service User\u201c-Lizenz.<\/p>\n<p>Die USMM wird derzeit von der SAP erneuert. Dabei wird auch die Klassifizierungshilfe \u00fcberarbeitet. Wann diese bei den Kunden ankommt, h\u00e4ngt von der jeweiligen SAP-Release-Version ab.<\/p>\n<p>SAP wird \u00fcberpr\u00fcfen, welche Berechtigungen der SAP-Account besitzt, und danach die Aussage treffen, ob die \u201eSAP Professional User\u201c-Lizenz vergeben werden sollte.<\/p>\n<p>Ob nun die juristische Pr\u00fcfung ergibt, dass Bestandskunden nach Nutzung oder Berechtigungen vergeben werden sollten, wird sich jedoch sp\u00e4testens mit der Einf\u00fchrung von S\/4 Hana erledigt haben.<\/p>\n<p>Hier sind die Berechtigungen als Basis f\u00fcr die User-Lizenzvergabe eindeutig definiert. Die zus\u00e4tzliche Ebene der sogenannten L\u00f6sungsfunktionen erschwert die Vergabe f\u00fcr die Kunden dennoch.<\/p>\n<p>Vor der Migration zu S\/4 Hana m\u00fcssen gegebenenfalls die SAP-Rollen angepasst werden, damit sie in das neue S\/4-Berechtigungsmodell passen. Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verlangt das Minimal-Prinzip bei der Vergabe der Berechtigungen.<\/p>\n<p>Zum Schutz der Integrit\u00e4t und Vertraulichkeit von Informationen und Daten, personenbezogen oder nicht, soll der Datenzugriff auf immer nur so wenige Mitarbeiter wie n\u00f6tig beschr\u00e4nkt sein.<\/p>\n<p>Das bedeutet, die SAP-Berechtigungen d\u00fcrfen nur zu den wirklich notwendigen T\u00e4tigkeiten und Aufgaben eines Mitarbeiters passen. In der Praxis hat sich allerdings gezeigt, dass Mitarbeiter oft sehr viel mehr Berechtigungen besitzen, als sie f\u00fcr ihre tats\u00e4chliche Arbeit ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Das ist nicht nur aus rechtlicher Sicht bedenklich, sondern auch aus lizenztechnischer.<\/p>\n<h3>Nutzungs- oder berechtigungsbasiert?<\/h3>\n<p>Welche Basis f\u00fcr die Vergabe von User-Lizenzen letztendlich gilt, sollte jeder individuell pr\u00fcfen und mit der SAP gemeinsam festlegen. Eine Vermischung von nutzungsbasiert und berechtigungsbasiert ist in jedem Fall nicht zu empfehlen und auch von der SAP-Systemvermessung nicht messbar.<\/p>\n<p>Wenn Sie wissen m\u00f6chten, welches der beiden Modelle f\u00fcr Ihr Unternehmen g\u00fcnstiger ist, k\u00f6nnen Sie ein externes Tool wie LicenseControl for SAP zurate ziehen.<\/p>\n<p>Dieses simuliert die Lizenzvergabe nach beiden Modellen. Dar\u00fcber hinaus zeigt es f\u00fcr beide Verfahren das Optimierungspotenzial an. Auch f\u00fcr die Vorbereitung auf die neue S\/4-Welt gibt es Tool- und Beratungs-Anbieter, wie z. B. Xiting, welche die SAP-Rollen und Berechtigungen f\u00fcr die S\/4-Migration vorbereiten und die ben\u00f6tigten neuen Berechtigungskonzepte umsetzen.<\/p>\n<h3><a href=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pflanzer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Neues sap-lizenzmodell, alte herausforderungen\" class=\"aligncenter size-full wp-image-41932\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pflanzer.jpg\" alt=\"Pflanzer\" width=\"800\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pflanzer.jpg 800w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pflanzer-150x150.jpg 150w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pflanzer-768x768.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pflanzer-100x100.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pflanzer-480x480.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pflanzer-640x640.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pflanzer-720x720.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pflanzer-24x24.jpg 24w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pflanzer-48x48.jpg 48w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pflanzer-96x96.jpg 96w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Pflanzer-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/h3>\n<h3>Neue Cloud-Produkte und Lizenzen<\/h3>\n<p>\u201eSAP brings integrated enterprise to cloud\u201c, Bill McDermott, 2014: Mit dieser Aussage hat der Vorstandsvorsitzende der SAP bereits im Februar 2014 beim Weltwirtschaftsforum die eindeutige Richtung f\u00fcr SAP beschrieben. Die Auswirkungen der Fokussierung auf \u201eCloud first\u201c sind mittlerweile mehr als deutlich zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Erheblich dazu beigetragen haben die \u00dcbernahmen und Integrationen von cloud\u00adbasierten Anbietern wie Concur, Fieldglass, Hybris, Ariba und SuccessFactors durch SAP. F\u00fcr den Kunden ergibt sich hieraus eine erh\u00f6hte Komplexit\u00e4t im Design seiner Systemlandschaft und angewendeten Lizenzmetriken.<\/p>\n<p>Werfen wir einmal einen Blick in die aktuelle PKL: Es stellt sich heraus, dass SAP bei den neuen Lizenzmodellen eindeutig das Miet- und Verbrauchsmodell favorisiert und hier vor Komplexit\u00e4t nicht zur\u00fcckschreckt. So gibt es allein im Bereich SAP Ariba vier unterschiedliche Benutzer und 26 verbrauchsspezifische Metriken.<\/p>\n<p>Die Kombination aus bereits bestehenden Nutzungsrechten wie \u201eSAP Process Orchestration\u201c und neuen wie \u201eSAP Cloud Platform Integration Option\u201c wirft weitere Fragen auf, da es in der Regel mehrere Optionen gibt, welche der Kunde technisch umsetzen und lizenztechnisch abbilden kann.<\/p>\n<p>Ist der Umstieg bzw. die Integration in die Cloud geschafft, wird es erst recht kompliziert. Bei den verschiedenen Verbrauchsmodellen im laufenden Betrieb einen \u00dcberblick zu bewahren und gleichzeitig die Optimierungspotenziale zu identifizieren ist ein fast unm\u00f6gliches Unterfangen.<\/p>\n<p>Das bedeutet am Ende einen unkontrollierten Anstieg der Kosten. Klar, was sonst?<\/p>\n<h3>Geld aus der Wolke<\/h3>\n<p>Die SAP m\u00f6chte mit der Cloud mehr Geld verdienen: So sorgen Sie daf\u00fcr, dass es nicht Ihres ist. Oberstes Ziel f\u00fcr den Kunden sollte die vollst\u00e4ndige und durchg\u00e4ngige Transparenz der aktuellen Kosten, des Lizenzvolumens und der tats\u00e4chlichen Nutzung sein.<\/p>\n<p>Dies ist f\u00fcr eine optimierte Kostenstruktur unabdingbar und eine der zuk\u00fcnftigen Kernaufgaben im SAP-Lizenzmanagement. SAP unterst\u00fctzt dabei ihre Kunden nur bedingt, was den Einsatz einer unabh\u00e4ngigen L\u00f6sung zwingend erfordert.<\/p>\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr den Einsatz einer toolgest\u00fctzten SAM-L\u00f6sung f\u00fcr SAP-Lizenzen? Diese muss die F\u00e4higkeit besitzen, einerseits die klassischen Lizenzmodelle der On-premise-Welt zu integrieren und andererseits den sich immer mehr dynamisierenden Markt von Cloud-Szenarien und die dort existierenden Verbrauchsmodelle abzudecken.<\/p>\n<p>Achten Sie darauf, dass die L\u00f6sung nicht nur den aktuellen Ist-Status des Lizenzverbrauchs zur Verf\u00fcgung stellt, sondern vor allem die verschiedenen M\u00f6glichkeiten der Nutzungsrechte aus der PKL kennt und den Kunden proaktiv auf Einsparpotenziale hinweist.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Eines steht fest: Die Komplexit\u00e4t im SAP-Lizenzmanagement ist mit der indirekten Nutzung, S\/4 Hana und den neuen SAP- Cloud-Produkten eindeutig gestiegen. SAP m\u00f6chte auch in der digitalisierten Welt und mit ihren neuen Produkten Geld verdienen.<\/p>\n<p>Als b\u00f6rsennotiertes Unternehmen, nat\u00fcrlich und nachvollziehbar, auch mehr Geld. Die Basis daf\u00fcr versucht SAP mit dem neuen Preismodell und der indirekten Nutzung zu schaffen.<\/p>\n<p>Damit hat sie auch das Problem gel\u00f6st, dass sie bisher die indirekte Nutzung nicht messen konnte. Jetzt kann sie es, wenn sich die Kunden f\u00fcr das neue Preismodell entscheiden. Ohne dieses Modell lie\u00dfe sich der Datenaustausch zwischen Maschinen und Computerprogrammen nicht abrechnen.<\/p>\n<p>Das l\u00e4sst sich jedoch wahrscheinlich mit der bestehenden Softwarerichtlinie 2009\/24\/EG nicht vereinbaren. Solange diese nicht angepasst worden ist, sollte gr\u00fcndlich gepr\u00fcft werden, ob die Forderungen der SAP angemessen sind.<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit ist es ratsam, als SAP-Kunde von erfahrenen IT-Juristen und SAP-Beratern Unterst\u00fctzung in Sachen Lizenzmanagement einzuholen. Vorhandenes Wissen \u00fcber die alte SAP-Lizenzwelt und Vertr\u00e4ge reichen nicht mehr aus, um in Zukunft noch einen bezahlbaren, der Nutzung entsprechenden und juristisch abgesicherten SAP-Vertrag zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umgeben von Mauern aus rechtlich fragw\u00fcrdigen Klauseln und zahlreichen Stolperfallen \u2013 denen er nur mit \u00fcberh\u00f6hten Zahlungen entgehen kann \u2013 sieht sich der SAP-Kunde vor der Mission, der SAP unbeschadet zu 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