{"id":35721,"date":"2018-04-02T08:00:47","date_gmt":"2018-04-02T06:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=35721"},"modified":"2024-01-19T14:51:58","modified_gmt":"2024-01-19T13:51:58","slug":"die-verschmelzung-von-physischer-und-virtueller-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/die-verschmelzung-von-physischer-und-virtueller-welt\/","title":{"rendered":"Die Verschmelzung von physischer und virtueller Welt"},"content":{"rendered":"<h3>Welche Herausforderungen birgt die weitere Digitalisierung der Supply Chain aus Ihrer Sicht?<\/h3>\n<p><strong>Andr\u00e9 K\u00e4ber:<\/strong> Es gibt kein allgemeing\u00fcltiges Rezept f\u00fcr die Digitalisierung der Logistikkette: Jede Branche und Industrie hat ihre spezifischen Anforderungen. Deshalb m\u00fcssen zun\u00e4chst diese Anforderungen verstanden und auf ihr Digitalisierungs\u00adpotenzial hin bewertet werden.<\/p>\n<p>Dabei stehen Unternehmen und deren Logistiknetzwerke vor der Aufgabe, eine sinnvolle Kombination der bestehenden Logistik- und IT-Systeme mit neuen disruptiven Technologien und Ans\u00e4tzen zu identifizieren, zu pr\u00fcfen und zu testen. Nur so wird der Schritt in neue Gesch\u00e4ftsmodelle gelingen.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-2101872492\"><div id=\"great-3038564800\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p>Dieser Prozess des Neu- und Umdenkens ist nicht einfach. Unsere Erfahrung zeigt: F\u00fcr die Umsetzung und den Test digitaler Innovationen bieten sich schlanke, agile und auf \u00fcbersichtliche Funktionsumf\u00e4nge reduzierte Proofs of Concept an. Sehen hilft beim Verstehen!<\/p>\n<h3>Mit welchen Folgen m\u00fcssen Unternehmen gerade aus der Zulieferbranche rechnen, wenn sie ihre Prozesse nicht digitalisieren?<\/h3>\n<p><strong>K\u00e4ber:<\/strong> Sie riskieren eine zunehmende Entkopplung von der Logistikkette ihrer Kunden. Es ist davon auszugehen, dass Kunden die entstehenden Kosten, die aufgrund manueller Prozesse und somit mangelnder Digitalisierung entstehen, k\u00fcnftig auf den Zulieferer umlegen. Perspektivisch k\u00f6nnte sogar ein Ausschluss aus dem Liefernetzwerk drohen.<\/p>\n<h3>Viele Logistikdienstleister tun sich schwer mit Digitalisierungsthemen. Was verursacht den Unternehmen in der Regel das meiste Kopfzerbrechen?<\/h3>\n<p><strong>K\u00e4ber:<\/strong> In unserem Umfeld, dem Bereich der Supply Chain Execution, besch\u00e4ftigen sich viele Kunden mit der Digitalisierung ihrer Transport- und Hoflogistik.<\/p>\n<p>Dabei sind derzeit mehrere Einflussfaktoren zu erkennen: Vor allem ist das der Wunsch nach einer nahtlosen Integration zuk\u00fcnftiger Systeme, speziell der Ver\u00e4nderung der bestehenden SAP-Landschaft hin zu S\/4 Hana.<\/p>\n<p>Man kommt aus einer monolithischen ERP-Welt und muss nun die Systeme so weit ert\u00fcchtigen, dass sie \u00fcberhaupt IoT-f\u00e4hig werden. Damit tun sich viele Unternehmen schwer, 15 Jahre ohne SAP-Release-Update sind nichts Ungew\u00f6hnliches in der Branche.<\/p>\n<p>Es gibt auch das Gef\u00fchl, dass bereits viel Geld in die IT geflossen ist. Erst nach der Modernisierung ist aber die Einbindung von Sensorik oder Funksystemen und vor allem von den gro\u00dfen, heute entstehenden Datenmengen m\u00f6glich, wie zum Beispiel Geodaten f\u00fcr das intelligente Routing von Lastkraftwagen.<\/p>\n<p>Kunden erwarten oft einen allgemeing\u00fcltigen Pfad: Den gibt es aber leider nicht. Am Ende ist die Digitalisierung doch individuell. Unser Ansatz besteht darin, mit einem ganzheitlichen Blick auf die Supply Chain eine Transformations-Roadmap beispielsweise von SAP LE TRA zu S\/4 Hana mit den Anwenderunternehmen zu entwickeln.<\/p>\n<p>Mit Ans\u00e4tzen wie Industrie 4.0 und Internet of Things werden immer mehr Dinge entlang der Produktions- und Lieferkette vernetzt und in Echtzeit verfolgbar. Auch das stellt die Logistik\u00adanbieter vor gro\u00dfe Herausforderungen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Leologistics.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-35722\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Leologistics.jpg\" alt=\"Leologistics\" width=\"900\" height=\"438\"><\/a><\/p>\n<h3>Welche Probleme m\u00fcssen die Unternehmen hier l\u00f6sen und wie wichtig ist das Thema offene Plattformen?<\/h3>\n<p><strong>K\u00e4ber:<\/strong> Es entsteht sehr viel Aufwand im Bereich der Hardware-Integration in der Werkslogistik und der Entkopplung von manuellen Prozessschritten. Den Unternehmen geht es darum, wie sie Standorte automatisieren k\u00f6nnen, dazu geh\u00f6ren Check-in-Terminals an der Pforte, Waagen, OCR-Erkennungssysteme, Scanner und nat\u00fcrlich Sensorik.<\/p>\n<p>Die Kunden der Logistikanbieter wollen ihre Lieferketten zunehmend proaktiv steuern. Dazu m\u00f6chten sie jederzeit wissen, ob eine Lieferung p\u00fcnktlich kommt und zu welcher Zeit exakt sie der Transport erreicht. Das Auslesen von Barcodes und Sensor informationen ist daher die Basis, um mit Realtime-Informationen innerhalb und au\u00dferhalb des Werksgel\u00e4ndes dieses Kundenbed\u00fcrfnis erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sobald also die Kernsysteme auf einen neuen, sozusagen IoT-kompatiblen Stand gebracht wurden, sollte in weiteren Schritten gepr\u00fcft werden, welche Gesch\u00e4ftsprozesse digitalisiert werden k\u00f6nnen und welche Technologien oder Plattformen hierf\u00fcr infrage kommen.<\/p>\n<p>Wichtig ist, dass man sich nicht nur auf eine Plattform konzentriert, sondern einen offenen Standard w\u00e4hlt, der einen Plattformwechsel ohne Weiteres erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>K\u00fcnftig werden sich mit 5G-Netzwerken, also dem Mobilfunk der n\u00e4chsten Generation, interessante M\u00f6glichkeiten ergeben, Prozesse mit noch mehr Daten anzureichern und weiter zu automatisieren.<\/p>\n<h3>Gibt es Unterschiede zwischen den Themen bei Gro\u00dfunternehmen und Mittelst\u00e4ndlern?<\/h3>\n<p><strong>K\u00e4ber:<\/strong> Mittelst\u00e4ndler sind nicht weniger komplex als Konzerne, im Gegenteil: Prozessschritte, die die Gro\u00dfen ausgesourct haben, werden im Mittelstand noch selbst geleistet.<\/p>\n<p>Deutliche Unterschiede bestehen jedoch bei den Budgets. Weil h\u00e4ufig keine separaten Budgets f\u00fcr die Digitalisierung eingeplant werden, erwarten mittelst\u00e4ndische Entscheider in der Regel, dass diese Themen bereits \u201eout of the box\u201c am Markt oder in den bestehenden L\u00f6sungen vorhanden sind. Die Realit\u00e4t sieht allerdings leider anders aus.<\/p>\n<h3>Wo liegen denn die Schwierigkeiten?<\/h3>\n<p><strong>K\u00e4ber:<\/strong> Es fehlt in der Regel ein Layer, der das klassische ERP mit der physischen Welt verbindet, dazu z\u00e4hlen Sensoren, Kollaborationsprozesse, die Lokalisierung von Waren. Da sind heute in der Praxis immer noch viele manuelle Zwischenschritte \u00fcblich.<\/p>\n<p>Obwohl es beispielsweise Datenstandards f\u00fcr den Containerverkehr gibt, nutzt jeder sie anders. Ein Benefit entsteht aber erst dann, wenn die Daten in einer Tracking-Plattform mit bestehenden Daten des Versenders verbunden werden.<\/p>\n<p>Das bedeutet jedes Mal einen Entwicklungs- und Integrationsaufwand, verbunden mit der Diskussion, wo im Prozess eine Schnittstelle am meisten Sinn ergibt.<\/p>\n<h3>Welche Rolle spielt die Leogistics-L\u00f6sung Digital Supply Chain in diesem Kontext?<\/h3>\n<p><strong>K\u00e4ber:<\/strong> Wir haben unsere L\u00f6sungen f\u00fcr Tracking &amp; Tracing, Transportplanung, Kollaboration, Transport Execution und werksinterne Logistikprozesse, die das SAP-SCM-Standardportfolio erg\u00e4nzen, in eine Plattform eingebunden.<\/p>\n<p>Die Digital Supply Chain bildet den Verbindungs-\u00adLayer zwischen physischer und virtueller Welt und unterst\u00fctzt die gesamte medienbruchfreie operative Steuerung sowohl von internen als auch externen Transportprozessen \u00fcber alle Verkehrstr\u00e4ger hinweg \u2013 auf der Stra\u00dfe, der See und in der Luft.<\/p>\n<p>Andere Prozessteilnehmer k\u00f6nnen effizient in Prozesslandschaften, aber auch in IT- und Systemumgebungen integriert werden. Die Plattform l\u00e4sst sich mit Internet-of-Things-Ans\u00e4tzen und mit anderen Cloud-IoT-Plattformen verkn\u00fcpfen.<\/p>\n<h3>Wo im Logistikmanagement k\u00f6nnte Blockchain-Technologie k\u00fcnftig die Prozesse deutlich verk\u00fcrzen?<\/h3>\n<p><strong>K\u00e4ber:<\/strong> Die Blockchain-Technologie wird weiter an Bedeutung gewinnen und sich zum Beispiel \u00fcberall dort etablieren, wo die gleichen Informationen unterschiedlichsten Prozessteilnehmern \u00e4nderungssicher zur Verf\u00fcgung gestellt werden sollen. Ein Beispiel sind Fracht- und Zollpapiere.<\/p>\n<p>Blockchain wird aber auch weitgehende Folgen f\u00fcr die Frachtplattform-Anbieter haben: Durch die M\u00f6glichkeit, per End-to-End- Kommunikation Anfragen und Vertr\u00e4ge rechtssicher abzuwickeln, k\u00f6nnten teure Intermedi\u00e4re \u00fcberfl\u00fcssig werden.<\/p>\n<p>Heute fallen einfach nur f\u00fcr die Beauftragung eines Transportes bis zu zw\u00f6lf Euro an, da kommen bei gro\u00dfen Volumen erhebliche Kosten zusammen. Gerade bei Frachtvertr\u00e4gen k\u00f6nnte Blockchain-Technologie B2B-Beziehungen zugunsten von End-to-End-Beziehungen abl\u00f6sen. Schlie\u00dflich ist es f\u00fcr jedes Unternehmen am interessantesten, mit seinen Kunden direkt zu reden.<\/p>\n<h3>Welche Auswirkungen werden KI-Algorithmen auf die Logistik haben? Was bedeutet das f\u00fcr die Logistiker und f\u00fcr das Supply Chain Management?<\/h3>\n<p><strong>K\u00e4ber:<\/strong> KI wird in der Logistik ein zunehmend wichtiges Thema. So lassen sich durch KI-Algorithmen, die auf Bilderkennung basieren, Inventurprozesse beschleunigen.<\/p>\n<p>In einem Proof of Concept haben wir beispielsweise das Z\u00e4hlen von Stahlrohren in B\u00fcndeln automatisiert, indem das System gelernt hat, die Strukturen f\u00fcr Stahlstangen zu erkennen. Damit konnte eine erhebliche Zeiteinsparung bei der Inventur erreicht werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr BMW im amerikanischen Spartanburg haben wir in der Werkslogistik Daten zu den Bewegungen von Fahrzeugen auf dem Werksgel\u00e4nde ausgewertet. Im Anschluss war es auf der Grundlage von Machine Learning m\u00f6glich, automatisiert zu berechnen, wie lange eine beliebige Umsetzfahrt einer Lkw-Ladung zwischen zwei Wegpunkten im Werk theoretisch dauern wird.<\/p>\n<p>Damit kann das System automatisch vorgeben, wann ein Trailer abfahren muss. Es ist davon auszugehen, dass evolution\u00e4re Algorithmen k\u00fcnftig die traditionelle JIT\/JIS-Logistik (Just in Time\/Just in Sequence) ver\u00e4ndern, indem in Sekundenintervallen durch die k\u00fcnstliche Intelligenz neu geplant wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Unternehmen sind noch auf SAP-Release-St\u00e4nden, die sich mit neuen Technologietrends nicht vertragen. 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