{"id":32787,"date":"2018-01-23T10:56:16","date_gmt":"2018-01-23T09:56:16","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=32787"},"modified":"2025-10-23T15:29:19","modified_gmt":"2025-10-23T13:29:19","slug":"neue-rezeptur-fuer-historische-daten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/neue-rezeptur-fuer-historische-daten\/","title":{"rendered":"Neue Rezeptur f\u00fcr historische Daten"},"content":{"rendered":"<p>Die \u00dcbernahme des Zentral- und Osteuropagesch\u00e4fts von SABMiller durch die japanische Asahi Group machte 2016 Schlagzeilen. Weniger bekannt ist das strategische SAP-Projekt dieser Gesch\u00e4ftssparte: Umstieg auf eine einheitliche SAP-L\u00f6sung und Abschaltung von rund 25 ERP-Altsystemen.<\/p>\n<h3>Megafusionen der Braukonzerne<\/h3>\n<p>Die Konzentration im Brauereiwesen nimmt st\u00e4ndig zu, sogar so sehr, dass die Wettbewerbsh\u00fcter bei den Mega\u00fcbernahmen der j\u00fcngsten Zeit t\u00e4tig wurden. So bestanden die Beh\u00f6rden darauf, dass Anheuser-Busch InBev im Zuge der \u00dcbernahme von SABMiller dessen Gesch\u00e4ft in der Tschechischen Republik, Slowakei, in Polen, Ungarn und Rum\u00e4nien verkauft. Als unangefochtene Nummer Eins in Europa sollte die Marktstellung von Anheuser-Busch nicht noch beherrschender werden. F\u00fcr Japans Nummer eins im Brauereigesch\u00e4ft, die Asahi Group, war das die perfekte Gelegenheit, eine starke Pr\u00e4senz in Europa aufzubauen. Asahi Breweries Eu\u00adrope ist dank der \u00dcbernahme heute die Nummer drei im europ\u00e4ischen Biermarkt und Eigent\u00fcmer bekannter Traditionsmarken wie Pilsner Urquell oder des Londoner Craft-Beer-Pioniers Meantime.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de great-entity-placement\" style=\"float: left;\" id=\"great-1851605132\"><div id=\"great-4242162721\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6ZGXMPyM-nU\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26-04_29_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p>\u00dcbernahmen und starke Marktkonzentration sind oft ein Anzeichen f\u00fcr versch\u00e4rften Wettbewerb mit gro\u00dfem Margendruck. Der Biermarkt in Europa ist hei\u00df umk\u00e4mpft. Wie bei allen gro\u00dfen Firmen der Fall, schl\u00e4gt das IT-Herz eines Unternehmens im ERP-System. \u00dcber 25 solcher Systeme, teils von lokalen Anbietern, hatte SABMiller in Zentral- und Osteuropa im Einsatz. Um Synergieeffekte und dadurch entsprechende Einsparungen bei Lizenzen, Rechenzentrumsinfrastruktur und Wartung zu erzielen, hatte SABMiller ein strategisches SAP-Projekt initiiert: die Konsolidierung s\u00e4mtlicher ERP-Systeme auf eine einheitliche SAP-L\u00f6sung, die in einem einzigen, zentralen Rechenzentrum betrieben werden sollte.<\/p>\n<h3>Datenarchivierung allein reicht nicht<\/h3>\n<p>Vom immensen technischen und personellen Aufwand abgesehen scheint der gesch\u00e4ftliche, finanzielle Nutzen bei diesem Projekt eindeutig zu sein. \u201eDas Ganze bleibt aber so lange eine \u201aMilchm\u00e4dchenrechnung\u2018, wie man die Kosten f\u00fcr die Verf\u00fcgbarkeit historischer Daten vernachl\u00e4ssigt. Denn ERP-Daten aus Altsystemen, ob im Finanz- oder Personalwesen, unterliegen verschiedenen landesspezifischen Aufbewahrungsfristen und m\u00fcssen dementsprechend unterschiedlich lange vorgehalten werden\u201c betont Maciej Malczynski, Head of Portfolio and Programs, IS Projects bei Asahi Breweries Europe. \u201eDatenarchivierung ist hier keine hinreichende L\u00f6sung. Schlie\u00dflich m\u00fcssen alle relevanten Datens\u00e4tze und Dokumente im urspr\u00fcnglichen Gesch\u00e4ftskontext aufbewahrt werden.\u201c<\/p>\n<p>Das bedeutet in der Regel, dass die Ursprungssysteme so lange weiterbetrieben werden m\u00fcssen, wie die Daten aus gesetzlichen Gr\u00fcnden vorzuhalten sind. Im Falle von Asahi Breweries Europe h\u00e4tte dies dazu gef\u00fchrt, dass einzelne Systeme, speziell im Personalwesen, bis zu f\u00fcnfzig Jahre lang h\u00e4tten weiterbetrieben werden m\u00fcssen. Die Einspareffekte durch die Zentralisierung auf eine einheitliche SAP-L\u00f6sung w\u00e4ren dadurch langfristig zunichtegemacht worden.<\/p>\n<p>\u201eAls 2015 die Entscheidung f\u00fcr ein einheitliches SAP-Template fiel, war deshalb sehr schnell klar, dass wir begleitend dazu die Altdaten zusammen mit der Gesch\u00e4ftslogik auf eine neue, idealerweise ebenfalls zentrale Plattform migrieren mussten, um unabh\u00e4ngig von den Ursprungssystemen und trotzdem mit voller Rechtssicherheit weiterhin darauf zugreifen zu k\u00f6nnen\u201c betont Maciej Malczynski. Die Suche nach einer passgenauen L\u00f6sung, die zudem dauerhaft niedrige Betriebskosten versprach, stellte sich jedoch als schwieriger heraus als gedacht. Denn auf dem Markt gab es nur wenige L\u00f6sungen, die f\u00fcr das Problem \u00fcberhaupt infrage kamen. Dazu Maciej Malczynski: \u201eUmso erfreulicher war es, dass wir im Herbst 2015 auf die L\u00f6sung JiVS stie\u00dfen. Hier stimmte einfach alles: Funktionsumfang, Anschaffungs- und Betriebskosten, Referenzen und Betriebsmodell.\u201c<\/p>\n<h3>Unterst\u00fctzung durch Topmanagement<\/h3>\n<p>Das JiVS-Projekt dauerte insgesamt 18 Monate und erforderte einige kundenspezifische Entwicklungen, um die Daten aus den teilweise sehr speziellen und von deren urspr\u00fcnglichen Herstellern nicht mehr unterst\u00fctzten Altsystemen zu ex\u00adtrahieren und rechtssicher, also ohne \u00c4nderungen und \u00c4nderbarkeit, in ein technisch neueres Format zu migrieren. Rund 25 Altsysteme konnten somit abgeschaltet werden. Insgesamt 10 TB an Daten, die alle auf ein SQL-Format normalisiert wurden, und 20 TB an Dokumenten wurden auf die JiVS-Plattform migriert und dort gespeichert.<\/p>\n<p>Rund 40 Anwender aus den Abteilungen Finanzen und Revision k\u00f6nnen so jederzeit auf die historisierten Altdaten zugreifen, die zudem alle mit einem Ablaufdatum belegt sind. Wird dieses erreicht, l\u00f6st das Retention Management von JiVS automatisch den L\u00f6schvorgang aus. \u201eDie Historisierung und Abschaltung der Altsysteme musste sozusagen \u201anebenherlaufen\u2018, da der Umstieg auf die zentrale SAP-L\u00f6sung den Gro\u00dfteil unserer internen Ressourcen in Anspruch nahm\u201c betont Maciej Malczynski.\u201eWir waren deshalb froh dar\u00fcber, dass Data Migra\u00adtion auch den Betrieb der L\u00f6sung f\u00fcr uns \u00fcbernahm. Wir nutzen die Plattform als Daten- und Dokumentenzugriff as a Service. Und bislang funktioniert alles einwandfrei. Keiner unserer Anwender hat das Recht, irgendetwas an den Datens\u00e4tzen zu \u00e4ndern, und die \u00dcbertragung der angezeigten Informationen erfolgt selbstverst\u00e4ndlich mit starker Verschl\u00fcsselung.\u201c<\/p>\n<p>Im April 2017 war das letzte der Altsysteme abgeschaltet und damit die Historisierung der Altdaten und -dokumente mittels JiVS abgeschlossen. Auch wenn die Zahl der Anwender einer solchen L\u00f6sung, da es sich um Altdaten handelt, naturgem\u00e4\u00df beschr\u00e4nkt ist, bedarf es doch der Unterst\u00fctzung des Topmanagements.<\/p>\n<p>\u201eDie war zwar einfach zu bekommen, denn der gesch\u00e4ftliche Vorteil lag auf der Hand. In unserem Fall hei\u00dft das: Wir sparen durch die Stilllegung pro Jahr so viel, wie das ganze Projekt gekostet hat. Und die Geb\u00fchren f\u00fcr den Zugriff as a Service liegen deutlich unter den fr\u00fcheren Ausgaben f\u00fcr Betrieb und Wartung der mittlerweile stillgelegten Altsysteme\u201c rechnet Maciej Malczynski vor. \u201eDoch der Widerstand aus den Fachabteilungen war sehr gro\u00df, wie immer, wenn es um Finanzdaten und rechtliche Auflagen geht. Das darf man nicht untersch\u00e4tzen. Aus diesem Grund ist der R\u00fcckhalt aus der Chefetage entscheidend f\u00fcr den gesamten Projekterfolg.\u201c<\/p>\n<p>Zurzeit evaluiert Asahi Breweries Eu\u00adrope die Auswirkungen der neuen europ\u00e4ischen Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) auf die eigene IT-Landschaft. Die den Unternehmen gew\u00e4hrte \u00dcbergangsfrist inklusive Straffreiheit endet am 25. Mai dieses Jahres.<\/p>\n<h3>Plattform f\u00fcr Altdaten und -dokumente<\/h3>\n<p>Mit dem JiVS-Projekt d\u00fcrfte Asahi Breweries Europe bereits einen wichtigen Schritt gegangen sein, um die Auflagen der Verordnung zu erf\u00fcllen, zumindest was die Altdaten und -dokumente betrifft. Denn mittels JiVS ist die Brauerei in der Lage, im Altbestand auf der Ebene der einzelnen Datens\u00e4tze und Dokumente gleichsam auf Knopfdruck zu ermitteln, welche personenbezogenen Daten und Informationen gespeichert wurden und in welchem Kontext.<\/p>\n<p>Damit erf\u00fcllt Asahi Breweries Europe seine Auskunftspflichten sowohl gegen\u00fcber Aufsichtsbeh\u00f6rden als auch gegen\u00fcber seinen Kunden. Zum anderen aber kann das Unternehmen jederzeit L\u00f6schungen vornehmen, sollte die Evaluierung zu einem entsprechenden Schluss kommen. \u201eSowohl aus finanziellen als auch rechtlichen Gr\u00fcnden stellt sich das JiVS-Projekt immer mehr als Investition in die Zukunft heraus\u201c res\u00fcmiert Maciej Malczynski. \u201eNach allem, was ich von meinen Kollegen in anderen Unternehmen zu h\u00f6ren bekomme, bin ich der Meinung, dass wir uns in einer komfortablen Ausgangslage befinden, was die EU-DSGVO betrifft.\u201c<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/E-3_1803_S4_Migration_Roadmap_DMS.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">PDF auf Englisch<\/a><\/h2>\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der japanische Brauereikonzern Asahi legt in Zentral- und Osteuropa 25 Altsysteme still und senkt dadurch seine Betriebskosten f\u00fcr den Zugriff auf Altdaten 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