{"id":29390,"date":"2017-10-11T08:00:10","date_gmt":"2017-10-11T06:00:10","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=29390"},"modified":"2022-05-01T08:41:35","modified_gmt":"2022-05-01T06:41:35","slug":"indirekte-nutzung-gestern-heute-und-morgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/indirekte-nutzung-gestern-heute-und-morgen\/","title":{"rendered":"Indirekte Nutzung: \u00adGestern, heute und morgen"},"content":{"rendered":"<p>In der guten alten R\/3-Welt zwischen 1992 und 2001 war die Welt aus Sicht der IT-Anwender und der SAP-Lizenzierung vergleichsweise \u00fcberschaubar und einsch\u00e4tzbar.<\/p>\n<p>Nutzer, die im Dialogbetrieb mit SAP-Standardfunktionalit\u00e4ten arbeiteten, ben\u00f6tigten eine Named-User-Lizenz, je nach Bedarf und Ausgestaltung als Professional oder Limited Professional User oder als andere Nutzerklassen.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de great-entity-placement\" style=\"float: left;\" id=\"great-169423487\"><div id=\"great-2662795893\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6ZGXMPyM-nU\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26-04_29_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p>Der Professional User umfasste dabei im Regelfall in der Wichtigkeit die Anwendungsfunktionalit\u00e4t der anderen \u201eniederwertigen\u201c Klassifikationen. Drittsysteme, die mit SAP-Systemen synchron oder asynchron Daten austauschten (lesend oder schreibend), konnten dies \u00fcber verschiedene technische Verfahren mittels eines sogenannten technischen User erledigen, der nicht gesondert berechnet wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Programm- Modifikationen und Vorabkorrekturen sowie die Entwicklung neuer Funktionalit\u00e4ten in Erg\u00e4nzung zum SAP-Standard stand die Programmiersprache Abap zur Verf\u00fcgung, f\u00fcr die eine Entwicklungslizenz zur Erstellung von Programmen ben\u00f6tigt wurde.<\/p>\n<p>Der Betrieb dieser Funktionen erfolgte im Rahmen der ohnehin lizenzierten SAP-Basis ohne erg\u00e4nzende Berechnung. Diese war ja mit der Entwicklerlizenz f\u00fcr das Programmierwerkzeug Abap sowie der zugrunde liegenden Lizenz f\u00fcr die SAP-Basis abgegolten.<\/p>\n<p>Seit 2001 kam es dann schrittweise zum Umtausch der vorhandenen R\/3-Lizenzen in das Nachfolge-Lizenzprodukt mySAP.com bzw. SAP Business Suite, dessen Hauptfokus u. a. im Zusammenwirken bzw. der Kollaboration von SAP-Systemen unterschiedlicher Unternehmen lag.<\/p>\n<p>Wer Anfang der 2000er-Jahre das neue Lizenz\u00adangebot von SAP annahm, erhielt eine neue Lizenz auf Basis der damals aktuellen SAP-AGB, wobei der Softwareanwendungswert der bisherigen SAP-R\/3-Lizenz auf den neuen Lizenzpreis angerechnet wurde, sodass lediglich ein Aufpreis zu entrichten war.<\/p>\n<p>Mit der neuen mySAP Business Suite wurde die ehemalige SAP-Basis unter Erg\u00e4nzung von Funktionalit\u00e4ten umbenannt in SAP NetWeaver. Mit Abschluss der neuen Lizenzen wurden SAP-AGB zugrunde gelegt, die auch erstmals das Thema indirekte Benutzung adressierten, in der Weise, dass diese nicht automatisch inkludiert war. Allerdings wurde nicht klar umrissen bzw. definiert, was denn unter indirekter Nutzung zu verstehen war.<\/p>\n<p>In der Anwender-Community und in Gespr\u00e4chen mit SAP wurde damals unter indirekter Nutzung Folgendes verstanden: wenn \u00fcber ein Drittsystem im Dialog mit dem SAP-System kommuniziert wurde und in dem Drittsystem reale Nutzer angemeldet, lesend oder schreibend auf das SAP-System zugegriffen hatten, egal auf welche Weise.<\/p>\n<p>Als Beispiel galt damals die nutzergesteuerte Erfassung von Kommt- und Geht-Zeiten \u00fcber Zeiterfassung-Terminals mit Zugriff auf das SAP-System.<\/p>\n<p>Die Erstellung von ge\u00e4nderten oder neu programmierten Funktionalit\u00e4ten im SAP-System selbst wurde zum damaligen Zeitpunkt nicht explizit als indirekte Nutzung tituliert, war jedoch im Einvernehmen mit SAP h\u00e4ufig Vertriebsgegenstand, sei es \u00fcber Kundenprojekte der SAP oder den Vertrieb von SAP-Entwicklerlizenzen.<\/p>\n<p>SAP wusste, dass hiermit Modifikationen oder Neuentwicklungen von Funktionen innerhalb des SAP-Systems durch Entwickler vom Kunden oder Beratungsunternehmen erfolgten, kannte teilweise auch die konkreten Projekte und Einsatzzwecke.<\/p>\n<p>Die heutige Definition, niedergelegt in den aktuellen SAP-AGB und der Preis- und Konditionsliste (PKL), definiert die indirekte Nutzung sehr viel umfangreicher.<\/p>\n<p>Jede Form von Entwicklung neuer Funktionalit\u00e4t mit Drittsoftware oder auch SAP-Entwicklungswerkzeugen (Abap), egal ob von Kundenseite selbst vorgenommen (z. B. Z-Transaktionen) oder Software von Drittunternehmen, die direkt auf die SAP-Datenbank zugreift (auch \u00fcber BAPis, RFCs, Webservices o. \u00c4.), wird demnach pauschal als indirekte Nutzung verstanden.<\/p>\n<p>Das hierzu erforderliche Nutzungsrecht wird seit Ende der 2000er-Jahre \u00fcber die SAP NetWeaver Foundation for Third Party Applications (NW FTPA) angeboten, wobei dieses Recht auch zeitweise innerhalb der Named-User-Typen der Plattform-User-License inkludiert war.<\/p>\n<p>In Kenntnis dieser Historie ist das derzeitige Dilemma vieler langj\u00e4hriger SAP-Kunden zu sehen, die darauf vertraut haben, dass sich das einmal k\u00e4uflich Erworbene in der Lizenzierung im Zeitverlauf nicht ver\u00e4ndert, hierzu auch sp\u00e4ter Nachk\u00e4ufe m\u00f6glich sind und insbesondere der Nutzungsumfang nicht beschnitten wird.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gilt, je \u00e4lter der vorhandene Vertrag mit SAP und auch die Vertragshistorie durch Zuk\u00e4ufe in Bezug auf die urspr\u00fcngliche Lizenz sind, desto mehr stellt sich die Frage der heutigen Lizenzierungspflicht der indirekten Nutzung in der aktuellen Definition (nicht in der urspr\u00fcnglichen!).<\/p>\n<h3>Aufgepasst:<\/h3>\n<p>Das Softwarelizenzprodukt SAP NetWeaver Foundation for Third Party Applications umfasst zwar das Recht, Eigenentwicklungen des Kunden und auch von Drittunternehmen einzusetzen, explizit ausgeschlossen sind jedoch dazugeh\u00f6rige gegebenenfalls notwendige Datenbank-Lizenzen.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich, d. h. in \u00e4lteren Vertr\u00e4gen, wurde hier nicht immer explizit differenziert. Erst eine fundierte Vertragsanalyse zeigt auf, inwieweit hier immer noch ein weiteres Lizenzierungs- und damit Kostenrisiko besteht.<\/p>\n<p>Dass die Lizenzierungspflicht ein ex\u00adtrem kostenrelevantes Risiko darstellt, zeigen die spektakul\u00e4ren Verfahren von SAP verbunden mit Lizenzkosten-Nachforderungen in Gr\u00f6\u00dfenordnungen, die sich teilweise im sechs- bis achtstelligen Euro-Bereich bewegen.<\/p>\n<p>Im Rahmen der j\u00e4hrlichen neu angelegten Lizenzvermessung erfragt SAP mittlerweile durchg\u00e4ngig den Umfang der indirekten Nutzung bei den jeweiligen Kunden bzw. zeigt anschlie\u00dfend \u201eGaps\u201c zur indirekten Nutzung nach heutiger Definition auf \u2013 soweit der SAP-Vertrieb spezielle Einsatzgebiete beim jeweiligen Kunden fokussiert.<\/p>\n<p>Der Erwerb der Core-basierten Variante der SAP NetWeaver Foundation for Third Party Applications verspricht auf den ersten Blick eine Lizenzierung in einem \u00fcberschaubaren Kostenrahmen, wobei die Preis- und Konditionsliste von SAP detaillierter definiert, wie Cores gez\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p>Genau dieser Multiplikationseffekt f\u00fchrt jedoch aus Sicht von Anwendern zu teilweise horrenden, absurd hohen Forderungen, die \u00fcberraschend und nicht vorhersehbar sind.<\/p>\n<p>Bei der alternativen User-basierten Lizenzierung entsteht zudem das Ph\u00e4nomen, dass der Besitzer einer Professional User License in der Vergangenheit alles nutzen durfte, was er im Dialog mit SAP-Systemen zu tun hatte, heute jedoch erg\u00e4nzende, weitere Nutzerlizenzen ben\u00f6tigt, um auch Erg\u00e4nzungen zum SAP-Standard verwenden zu d\u00fcrfen. Hierdurch verteuert sich das Nutzungs\u00adszenario vieler Unternehmen erheblich.<\/p>\n<p>Am 4. August 2017 hat die DSAG als gemeinsames Ergebnis von SAP und DSAG die Lizenzierungspflicht von SAP NetWeaver Foundation for Third Party Applications in einer News konkretisiert.<\/p>\n<p>Danach gibt es keine Lizenzierungspflicht bei der Erstellung von Modifikationen von SAP-Standard-Funktionen. Dies beinhaltet auch kundenspezifische Reports, Views und sogenannte Vorschalttransaktionen.<\/p>\n<p>Ebenso besteht allerdings keine Lizenzierungspflicht in den F\u00e4llen, in denen APIs genutzt werden und dar\u00fcber hinaus neue und SAP-System-unabh\u00e4ngige Funktionalit\u00e4ten hinzugef\u00fcgt werden, die nicht auf die in der Datenbank enthaltenen Informationen zugreifen.<\/p>\n<p>Diese letzte SAP-Einschr\u00e4nkung widerspricht allerdings der Ver\u00f6ffentlichung von SAP vom Juni 2017, in der der statische Zugriff auf Informationen des Kunden (hierzu geh\u00f6ren beispielsweise Kostenstellen, Kontenpl\u00e4ne, Buchungskreise u. \u00c4.) als nicht lizenzierungspflichtig dargestellt wurde.<\/p>\n<p>So f\u00fchrt jede Ver\u00f6ffentlichung und Klarstellung wieder zu neuen Fragen. Insbesondere auch, was die kommerziellen Aspekte der Lizenzpflicht f\u00fcr SAP Net\u00adWeaver Foundation for Third Party Applications betrifft, die zurzeit SAP-intern gekl\u00e4rt werden. Genau hier spielt die Lizenzhistorie jedes l\u00e4ngeren SAP-Bestandkunden hinein.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich unterscheidet sich die j\u00fcngste Stellungnahme leider nicht von dem, was seitens SAP in \u00e4hnlicher Form schon 2016 benannt wurde, jedoch teilweise 2017 relativiert wurde.<\/p>\n<p>Ist das alles oder was k\u00f6nnte die Zukunft noch bringen? Leider sind in den aktuelleren Preis- und Konditionenlisten von SAP seit einiger Zeit noch weitere Lizenzprodukte aufgef\u00fchrt, die im Einzelnen nicht zweifelsfrei definiert und damit nicht eindeutig auslegbar sind. Zuk\u00fcnftige Konkretisierungen von Definitionen k\u00f6nnten Klarheit oder weiteren Verdruss bringen.<\/p>\n<h3>Was dagegen tun? Wie das Risiko begrenzen?<\/h3>\n<p>Eine detaillierte Vertragsanalyse, die f\u00fcr SAP-Bestandskunden eine ausf\u00fchrliche \u201ehistorische\u201c Darstellung der letzten Jahrzehnte beinhaltet, ist unerl\u00e4sslich, um den Bestand der vorhandenen SAP-Lizenzierung klar umrei\u00dfen und zielf\u00fchrend Vertragsgespr\u00e4che mit SAP f\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist die Ermittlung bzw. Inventarisierung der indirekten Nutzungsszenarien nach der \u00e4lteren Definition Anfang der 2000er-Jahre genauso unerl\u00e4sslich wie nach der heutigen Definition von SAP, um f\u00fcr alle Seiten einen transparenten Compliance-Status durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sinnvoll ist hierf\u00fcr auch die Nutzung von erg\u00e4nzender Software, um den \u00dcberblick zu schaffen und Optimierungsm\u00f6glichkeiten aufzuzeigen. Hinreichend ist dies allerdings nicht. Es ist der wissende Experte gefordert, der den Weg durch den Lizenzierungsdschungel aufzeigt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/e3mag.com\/partners\/circle-unlimited-ag\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Indirekte nutzung: \u00adgestern, heute und morgen\" class=\"aligncenter wp-image-24228 size-full\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Circle-United-CI-Banner.jpg\" alt=\"https:\/\/e3mag.com\/partners\/circle-unlimited-ag\/\" width=\"1000\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Circle-United-CI-Banner.jpg 1000w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Circle-United-CI-Banner-768x86.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Circle-United-CI-Banner-100x11.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Circle-United-CI-Banner-480x54.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Circle-United-CI-Banner-640x72.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Circle-United-CI-Banner-720x81.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Circle-United-CI-Banner-960x108.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema indirekte Nutzung im Rahmen der SAP-Lizenzierung ist kein neues Thema. 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