{"id":23757,"date":"2016-07-01T15:30:38","date_gmt":"2016-07-01T13:30:38","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=23757"},"modified":"2019-04-01T10:11:34","modified_gmt":"2019-04-01T08:11:34","slug":"missverstaendnisse-im-hana-kontext","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/missverstaendnisse-im-hana-kontext\/","title":{"rendered":"Missverst\u00e4ndnisse im Hana-Kontext"},"content":{"rendered":"<p>Die Startzeit bis zur Verf\u00fcgbarkeit des SAP-Systems kann l\u00e4nger als 30 bis 60 min sein, um alle Daten in den Hauptspeicher zu laden: Ja, um alle Daten in den Hauptspeicher zu laden, dauert es einige Zeit, aber dies ist bei einer AnyDB nicht anders.<\/p>\n<p>Diese ben\u00f6tigt auch einige Zeit, um den Puffer zu f\u00fcllen. Dies passiert \u00fcblicherweise nach dem ersten Zugriff auf die Daten und diese verweilen dort, bis der LRU-Algorithmus (Least Recently Used) in Aktion tritt und sie verdr\u00e4ngt.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-2202199014\"><div id=\"great-1140433129\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p>Hana l\u00e4dt den kompletten Zeilenspeicher (Row Store) bei jedem Start in den RAM. Danach ist das System sofort verf\u00fcgbar. Kurze Beschreibung des Startprozesses:<\/p>\n<ol>\n<li>\u00d6ffnen der Datendateien;<\/li>\n<li>Auslesen der Informationen des letzten erfolgreichen Savepoints (Zuordnung von logischen Seiten zu physischen Seiten in den Datendateien und Laden der Liste f\u00fcr offene Transaktionen);<\/li>\n<li>Laden des Row Stores (abh\u00e4ngig vom I\/O-Subsystem \u2013 ca. f\u00fcnf Minuten f\u00fcr 100 GB);<\/li>\n<li>Zur\u00fcckspielen der Redologs;<\/li>\n<li>Zur\u00fcckrollen der nicht erfolgreich (Commit) gespeicherten Transaktionen;<\/li>\n<li>Schreiben eines Savepoints;<\/li>\n<li>Laden des Column Stores, der als Preload gekennzeichnet ist<\/li>\n<li>\u201elazy load\u201c der restlichen Tabellen (asynchrones Laden der Spaltentabellen, die vor dem Neustart bereits geladen waren).<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Testsystem ist ein BW on Hana on IBM Power. Die DB-Gr\u00f6\u00dfe ist 40 GB, Row Store hat 6 GB und der Startvorgang dauert etwa 60 Sekunden, der Stopvorgang etwa 75 Sekunden.<\/p>\n<p>Im zweiten Lauf kommt eine 5-GB-Column-Tabelle (REPORSRC) hinzu sowie SQL f\u00fcr den Preload: alter table REPOSRC preload all. Wieder dauerte der Startvorgang etwa 60 und der Stopvorgang etwa 75 Sekunden.<\/p>\n<p>Warum wurde der Startvorgang nicht deutlich l\u00e4nger, obwohl mehr Daten zu laden sind?<br \/>\nSeit SPS7 findet der Preloading-Vorgang, zusammen mit dem Reloading der Tabellen, asynchron statt, direkt nachdem der Startvorgang der Hana-DB abgeschlossen ist.<\/p>\n<p>Auf diesem Weg ist das System sofort wieder verf\u00fcgbar, ohne auf den Ladevorgang der spaltenorientierten Tabellen zu warten. Wenn man testen will, wie lange es dauert, damit alle Tabellen in den RAM geladen werden, kann man dies mit dem Skript loadAllTables.py (Speicherort: <em>\/usr\/sap\/HDB\/SYS\/exe\/hdb\/python_support\/<\/em>) testen (als sidadm): <em>python .\/loadAllTables.py &#8211;user=System &#8211;password= &#8211;address=&lt;hostname&gt; &#8211;port=3xx15 &#8211;namespace=&lt;schema_name&gt;<\/em><\/p>\n<p>Statistiken werden mit Hana nicht mehr ben\u00f6tigt; es m\u00fcssen keine Statistiksammell\u00e4ufe mehr eingeplant werden: teilweise korrekt. F\u00fcr die spaltenorientierten Tabellen ist die Aussage richtig. Es werden keine speziellen Sammell\u00e4ufe ben\u00f6tigt, da der Optimizer sehr schnell durch das Dictionary \u00fcber die Verteilung Bescheid wei\u00df.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Zeilenspeicher werden Statistiken automatisch generiert, sobald diese ben\u00f6tigt werden (on-the-fly). Diese m\u00fcssen also ebenso nicht durch Sammell\u00e4ufe eingeplant werden. Aktuell ist es nicht offiziell dokumentiert, wie man diese Statistiken beeinflussen kann (z. B. Samplesize, manueller Statistiklauf etc.).<\/p>\n<h3>Backup<\/h3>\n<p>Ein Restore ben\u00f6tigt immer Logs f\u00fcr ein konsistentes Recovery! Falsch, die Hana-Backups basieren auf einer Snapshot-Technologie. Es ist also ein komplett eingefrorener Stand der Datenbank, der von der Logposition bestimmt ist zur Zeit der Ausf\u00fchrung des Backups.<\/p>\n<p>Das Backup ist somit ohne jegliches Log in einem konsistenten Zustand. Sicherlich werden die Logs f\u00fcr ein Vorw\u00e4rtsrollen ben\u00f6tigt, z. B. Point in Time Recovery oder zum letztm\u00f6glichen Stand vor einem Ausfall.<\/p>\n<p>Backup Catalog: Kataloginformationen werden wie bei Oracle (*.anf-Datei) gespeichert, welche unbedingt zum Recovery ben\u00f6tigt werden. Der Backup-Katalog wird mit jedem Daten- und Logbackup gesichert!<\/p>\n<p>Es ist keine normal lesbare Datei. Auch ohne diese originale Datei aus dem Backup kann ein Recovery stattfinden (siehe SAP Note 1812057, Rekonstruktion des Backup-Katalogs mit hdbbackupdiag).<\/p>\n<p>Zu finden ist diese in der Backup-Lokation (bei Backup-to-Disk) oder im Backup-Set eines Dritt\u00adanbieters sowie erkennbar am Namen <em>log_backup_0_0_0_0.&lt;backupid&gt;<\/em>.<\/p>\n<p>Der Katalog enth\u00e4lt alle n\u00f6tigen Informationen, welche f\u00fcr ein Recovery ben\u00f6tigt werden, wie zum Beispiel welche Logs zu welchem Zeitpunkt ben\u00f6tigt werden oder welche Dateien zu welchem Backupset geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Wenn die Backups physisch auf Festplatte-, VTL- oder Band-Ebene gel\u00f6scht werden, h\u00e4lt der Backup-Katalog dennoch diese ung\u00fcltigen Informationen. Aktuell gibt es keinen ausgelieferten Automatismus, der dies bereinigt.<\/p>\n<p>Wie gro\u00df ist diese Katalogdatei im System? Das kann man selbst testen! Einblick erh\u00e4lt man mit dem Hana-Studio im Back\u00adup-Editor, wenn man alle Backups inklusive Logs anzeigen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Wenn diese Datei gr\u00f6\u00dfer als 20 MB ist, sollte man auf das Housekeeping achten, denn wie bereits erw\u00e4hnt wird sie bei jedem Backup mitgesichert. Dies bedeutet mehr als 200-mal am Tag! 200-mal 20 MB mal 3 (weil 3-System-Landschaft) sind schon 12.000 MB.<\/p>\n<p>Das Ergebnis des Sizing-Reports muss verdoppelt werden: Die neuen Sizing-Ergebnisse der SAP-Reports sind final und m\u00fcssen nicht mehr erneut verdoppelt werden, wie vielleicht noch aus alten Dokumentationen hervorgeht.<\/p>\n<p>Als Beispiel kann man eine BW-Scale-up-L\u00f6sung nehmen. Dies bedeutet, dass sich Master- und Slave-Knoten auf einem Server befinden. Ein Scale-out-Ansatz im BW-Umfeld besteht nach SAP-Empfehlungen aus einem Master-Knoten, der die transaktionale Last tr\u00e4gt, und mindestens zwei Slave-Knoten, die f\u00fcr das Reporting zust\u00e4ndig sind.<\/p>\n<p>Das SAP-Hauptspeicher-Sizing besteht aus einem statischen und dynamischen Teil. Der statische Anteil sind Indizes sowie Spalten- und Zeilendaten, was der Summe der Nutzdaten entspricht.<\/p>\n<p>Der dynamische Anteil sind tempor\u00e4re Dateien f\u00fcr das Reporting (OLAP BW Queries), Delta-Merge sowie das Sortieren und Gruppieren, was in Summe dem tempor\u00e4ren Speicher entspricht, der nach Abschluss der Aktion wieder freigegeben wird.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Der Row Store mit 53 GB mal 2 entspricht 106 GB; Master-Column hat 11 GB mal 2 entspricht 21 GB (gerundet) plus 67 GB mal 2 entspricht 135 GB (gerundet). Ergibt in Summe 156 GB. 50 GB Caches und Services werden f\u00fcr jeden Server ben\u00f6tigt. Was letztendlich 312 GB in Summe ergibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit SAP im Jahr 2011 Hana generell f\u00fcr die Kunden freigegeben hat, gab es viele Spekulationen \u00fcber die Technologie, Architektur und die Bedienbarkeit. Da die Entwicklung rasant voranschreitet, \u00fcberholen sich die Aussagen, Dokumentationen und Informationen stetig. 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