{"id":22694,"date":"2017-05-26T08:00:05","date_gmt":"2017-05-26T06:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=22694"},"modified":"2024-01-19T14:53:35","modified_gmt":"2024-01-19T13:53:35","slug":"unendlich-muehsam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/unendlich-muehsam\/","title":{"rendered":"Unendlich m\u00fchsam"},"content":{"rendered":"<p>Ein einziger kurzer gemeinsamer Auftritt einer Google-Managerin mit SAP-Technikvorstand Bernd Leukert offenbarte das ganze Dilemma. SAP hat ihre Tugenden verloren:<\/p>\n<p>Vor ein paar Jahren hie\u00df es noch Hana Enterprise Cloud (HEC), dann kam die Hana Cloud Platform (HCP), nun hei\u00dft es nur noch SAP Cloud und die Akzeptanz ist so gering, dass sich der ERP-Weltmarktf\u00fchrer an AWS, Microsoft Azure und Google Cloud wenden muss.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-386267157\"><div id=\"great-898256110\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n<p>In diesen drei Cloud-Angeboten ist mittlerweile verf\u00fcgbar, was vor vielen Jahren der HEC unter Leitung des Ex-Technikvorstands Vishal Sikka alleine vorbehalten war.<\/p>\n<p>Aber auch diese \u00adSAP\u2019sche Cloud-Exit-Strategie funktioniert nur eingeschr\u00e4nkt: Gemeinsam mit Google lobte man in Orlando das gemeinsame Angebot und pr\u00e4sentierte voller Stolz den ersten gemeinsamen Referenzkunden f\u00fcr eine Hana- und S\/4-Anwendung aus der Google Cloud:<\/p>\n<p>Interessant w\u00e4re zu wissen, ob dem Sapphire-Publikum der Referenzkunde Sovanta als Heidelberger Unternehmen des ehemaligen SAP-Vorstandsmitglieds Professor Claus Heinrich bekannt ist.<\/p>\n<p>Zufall oder fand sich weltweit kein anderes \u201eOpfer\u201c, um f\u00fcr Google und SAP eine Referenz abzugeben?<\/p>\n<p>Und in diesem intransparenten, unscharfen Stil ging es weiter: Selbst auf mehrmaliges Nachfragen von Analysten wurde bis zum Schluss der Sapphire nicht wirklich offensichtlich, was nun Leonardo ist:<\/p>\n<p>Ende vergangenes Jahr war Leonardo noch die IoT-Initiative der SAP \u2013 entstanden aus dem Zukauf des amerikanischen Unternehmens Telit. Ein erster Erfolg war eine IoT-Applikation inklusive Predictive Maintenance bei der italienischen Staatsbahn, was sehr stolz von Bill McDermott und Bernd Leukert bei einem IoT-Symposium in Rom pr\u00e4sentiert wurde.<\/p>\n<p>Ein halbes Jahr sp\u00e4ter die Leonardo-Metamorphose: Jetzt steht der Name f\u00fcr ein Framework, mit dem sich so gut wie alles entwickeln l\u00e4sst \u2013 von IoT \u00fcber Big Data, Blockchain bis hin zu Machine Learning.<\/p>\n<h3>Leonardo<\/h3>\n<p>Ab sofort ist Leonardo das Innovationsportfolio der SAP, ein zusammenfassender Sammelbegriff f\u00fcr unterschiedliche Dinge: Internet of Things, Machine Learning, Analytics, Kollaboration, Big Data, Design Thinking, Blockchain und Data Intelligence.<\/p>\n<p>Leonardo setzt auf die SAP-Cloud-Plattform auf, die wiederum im SAP Datacenter, auf Microsoft Azure, AWS oder der Google Cloud laufen kann. Die Go-to-Market-Strategie wirkt noch recht dynamisch \u2013 Dokumente, Website und Pr\u00e4sentation sind nicht immer deckungsgleich.<\/p>\n<p>IoT ist ein Teilbereich von Leonardo \u2013 und beinhaltet u. a. auch Funktionen wie das Reselling von Telit, einer Software zum bidirektionalen Ansprechen von IoT Devices. Dies dient zur Versorgung der dahinter liegenden Services von SAP (Hana, Analytics, Machine Learning etc.) mit entsprechenden Daten \u2013 das Roh\u00f6l \u2013, aus denen dann Mehrwerte geschaffen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In diesen Bereichen ist SAP nat\u00fcrlich im Wettbewerb mit etablierten Herstellern von \u201eThings\u201c, z. B. Siemens, Bosch, General Electric. Hier werden der Marktzugang der n\u00e4chsten Jahre und die Value Proposition interessant werden.<\/p>\n<p>SAP will in Zukunft auf den digitalen Kern, zukunftsweisende Technologien und ERP-Know-how setzen, damit Kunden ihre Gesch\u00e4ftsprozesse digital, programmierbar und intelligenter machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr cloudbasierte Unternehmen sind das offene SAP-Partnernetz und starke Kooperationen von entscheidender Bedeutung, um in der heutigen globalen Wirtschaft erfolgreich zu sein.<\/p>\n<p>Zudem geht SAP mit zwei neuen Initiativen auf Kunden und deren gr\u00f6\u00dfte Herausforderungen ein. Mit dem SAP Cloud Trust Center und einem neuen Werkzeug mit Namen SAP Transformation Navigator erhalten Kunden k\u00fcnftig mehr Transparenz und einen besseren \u00dcberblick \u00fcber das SAP-Produktangebot.<\/p>\n<h3>Machine Learning<\/h3>\n<p>Zu den Neuentwicklungen geh\u00f6ren neben der Leonardo Machine Learning Foundation eine Reihe neuer Anwendungen, die auf maschinellem Lernen basieren und von der Rechnungspr\u00fcfung \u00fcber den Abgleich von Lebensl\u00e4ufen bis hin zu Kundenservice und Kundenbindung verschiedene Unternehmensbereiche unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus verf\u00fcgt das Portfolio \u00fcber einen SAP Cloud Platform Blockchain Service f\u00fcr die Entwicklung von Anwendungserweiterungen und neuen L\u00f6sungen mithilfe der Distributed-Ledger-Technologie.<\/p>\n<p>Im Rahmen ihrer IoT-Initiativen stellt die SAP zudem eine neue Digital-Twin-L\u00f6sung und weitere Services bereit, mit denen sich das Anlagenmanagement optimieren l\u00e4sst. Gleichzeitig w\u00e4chst das SAP-Leonardo-Partnernetz weiter; neuester Kooperationspartner ist Deloitte.<\/p>\n<p>Der Schwerpunkt wird zun\u00e4chst auf IoT und intelligenten L\u00f6sungen f\u00fcr Branchen, Supply Chain Management und Finanzabteilungen liegen.<\/p>\n<p>SAP Cloud Platform bietet ab sofort eine Multi-Cloud-Umgebung, in der Kunden mit Infrastrukturanbietern ihrer Wahl \u2013 wie SAP, Amazon Web Services, Microsoft Azure (Beta) und Google Cloud Platform (Demo-Installation) \u2013 Anwendungen entwickeln und betreiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gesteuert wird dabei alles \u00fcber das neue Cockpit der SAP Cloud Platform. Die auf Cloud Foundry basierende SAP Cloud Platform umfasst mehrsprachige Laufzeitumgebungen, einschlie\u00dflich Java, node.js und Hana XS Advanced.<\/p>\n<h3>Nvidia &amp; SAP<\/h3>\n<p>Bemerkenswert war die Keynote von Hasso Plattner hinsichtlich des Eingest\u00e4ndnisses, dass Hana f\u00fcr Machine\/Deep Learning gemeinsam mit den Prozessoren von Intel nicht hinreichend gut geeignet ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr Machine Learning, insbesondere Deep Learning, ist viel Rechenleistung vonn\u00f6ten \u2013 deshalb arbeitet SAP mit Nvidia zusammen, um mit deren GPU-Clustern die n\u00f6tige Rechenleistung via Cuda nutzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nvidia-CEO Jensen Huang hat vor der Sapphire bereits die verst\u00e4rkte Zusammenarbeit mit SAP angek\u00fcndigt. Nvidia und SAP b\u00fcndeln ihre Kompetenzen in den Bereichen k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) und Enterprise-Software, um neue Business-Applikationen zu entwickeln.<\/p>\n<p>SAP profitiert dabei nicht nur von den Fortschritten, die Nvidia im GPU-Bereich erzielt hat, sondern auch bei den Weiterentwicklungen im Bereich Software. So bietet Nvidia mit DGX-1 beispielsweise einen Supercomputer, der sowohl Hardware als auch eine Software-Suite beinhaltet. D<\/p>\n<p>azu geh\u00f6ren auch die Deep Learning SDKs inklusive der bekannten Deep Learning Frameworks. Zu den Applikationen, die Nvidia und SAP bereits entwickelt haben und die alle auf den Deep-Learning-Technologien von Nvidia basieren, z\u00e4hlen:<\/p>\n<p>SAP Brand Impact (Die Applikation kann den Erfolg von Werbema\u00dfnahmen wie Aufstellern auf Events messen. Anwender erhalten innerhalb k\u00fcrzester Zeit akkurate und \u00fcberpr\u00fcfbare Ergebnisse), Accounts Payable (Mit dieser Anwendung l\u00e4sst sich die manuelle Bearbeitung von Rechnungen in Unternehmen automatisieren und dabei auftretende Fehler reduzieren.<\/p>\n<p>Die Applikation w\u00e4hlt dazu relevante Informationen auf der Rechnung aus und klassifiziert sie. Dadurch werden Daten innerhalb weniger Sekunden \u00fcbermittelt und der Cashflow soll beschleunigt werden), SAP Service Ticketing (Die L\u00f6sung erm\u00f6glicht eine automatisierte Handhabung von Support-Anfragen und tr\u00e4gt damit zu einem verbesserten Kundenservice bei. Mit der Applikation lassen sich unstrukturierte Daten analysieren und automatische Regeln erstellen, um Service-Tickets bestimmten Kategorien und im n\u00e4chsten Schritt den richtigen Personen zuzuweisen).<\/p>\n<h3>Nat\u00fcrlich Hana<\/h3>\n<p>Mit Hana ist man jetzt nach Meinung von Hasso Plattner in ruhigem Fahrwasser, mit der neuen Hot-Standby-Technik auch bei 100 Prozent Verf\u00fcgbarkeit.<\/p>\n<p>Zum Themenbereich Analytics betonte Plattner mehrfach den Vorteil, direkt auf den Originaldaten der Gesch\u00e4ftsprozesse zu arbeiten. So erspare sich der Kunde das aufw\u00e4ndige, zeitraubende Kopieren der Daten.<\/p>\n<p>Dies wird auch eine der Verlockungen des Umstiegs auf Hana sein, dass ein stetig zunehmender Teil der Analysen direkt ohne ETL durchgef\u00fchrt werden kann. Dies im ersten Schritt auch ohne die Einf\u00fchrung von S\/4.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Kunden war in Orlando die Art und Weise des Umstiegs auf Hana das beherrschende Thema. Es wird konstruktiv nach L\u00f6sungen und Wegen gesucht und dies kommt den IaaS-Anbietern zugute:<\/p>\n<p>Um gerade in den Vorprojekten keine kostenintensive Hardware beschaffen zu m\u00fcssen, die ggf. dann vom Sizing her nicht passt, werden f\u00fcr diese nicht produktiven Projekte gerne die Cloud-Angebote ebenfalls verprobt. So schl\u00e4gt man zwei Fliegen mit einem PoC!<\/p>\n<p>Der Umstieg auf Hana und die Nutzung von Cloud Services werden validiert und der Kunde erh\u00f6ht seinen Spielraum und den L\u00f6sungsraum.<\/p>\n<p>Weil die Portierung ECC 6.0 zu S\/4 fertig ist, k\u00f6nnen jetzt neue Funktionalit\u00e4ten entwickelt werden: Die Vorteile des Umstiegs auf S\/4 werden von vielen Kunden akzeptiert und positiv wahrgenommen \u2013 die Verprobung und stattfindende Optimierung sowie Anpassung der Gesch\u00e4ftsprozesse stellen viele Kunden jedoch vor eine H\u00fcrde, denn die daf\u00fcr ben\u00f6tigten Key-User sind oft kaum verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Die SAP-Cloud auf den verschiedenen IaaS-L\u00f6sungen (Google, Azure, AWS) wird als Plattform gesehen und gef\u00f6rdert, wenn auch in noch sehr hom\u00f6opathischen Dosierungen:<\/p>\n<p>So gab es f\u00fcr die Kombination Google\/SAP-Cloud nur einen Referenzkunden und das war ein Unternehmen des ehemaligen SAP-Vorstandsmitglieds Professor Claus Heinrich. Hier werden Google und SAP noch deutlich nachlegen m\u00fcssen, um gegen AWS und Microsoft Azure an Boden zu gewinnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Jahr war die Sapphire unterhaltsam, aber nicht erkenntnisreich. Was SAP wirklich will und wo der Konzern nur versucht, den Anschluss zu behalten, wurde in den Keynotes nicht offensichtlich. 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