{"id":165690,"date":"2026-08-20T11:00:00","date_gmt":"2026-08-20T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/e3mag.com\/?p=165690"},"modified":"2026-08-18T17:11:14","modified_gmt":"2026-08-18T15:11:14","slug":"start-ups-retten-das-autonomous-enterprise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/start-ups-retten-das-autonomous-enterprise\/","title":{"rendered":"Start-ups retten das Autonomous Enterprise"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Cleanfield-Strategie und SAP Clean Core<\/h2>\n\n\n\n<p>Die von SAP-Chef Christian Klein und seinem Vorstandsteam propagierte Clean-Core-Strategie ist weit mehr als ein technisches Update. Clean Core markiert einen radikalen, f\u00fcr viele Bestandskunden schmerzhaften Paradigmenwechsel (Cleanfield), der die \u00c4ra der architektonischen Freiheiten im R\/3- und ECC-Zeitalter endg\u00fcltig beendet. In der Vergangenheit wurde die Programmiersprache Abap genutzt, um Standardsoftware durch Millionen Zeilen von Z-Programmen und Modifikationen exakt an individuelle W\u00fcnsche anzupassen, was als toxisches Erbe die Modernisierung l\u00e4hmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine technische Analyse der globalen SAP-Community macht deutlich, dass ein SAP-Bestandskunde das Clean-Core-Programm nicht aus \u00e4sthetischen Gr\u00fcnden anwenden sollte, sondern weil es die fundamentale Lebensversicherung f\u00fcr den wirtschaftlich tragbaren Einsatz von k\u00fcnstlicher Intelligenz und f\u00fcr die dringend ben\u00f6tigte Upgrade-F\u00e4higkeit in der Cloud sowie langfristig den Weg zum Autonomous Enterprise darstellt.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de great-entity-placement\" style=\"float: left;\" id=\"great-3063400142\"><div id=\"great-4036634521\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/e3mag.com\/de\/podcast-autonomous-illusion\/\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"e3pc_banner_2607_800x100\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/e3pc_banner_2607_800x100.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/e3pc_banner_2607_800x100.jpg 800w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/e3pc_banner_2607_800x100-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/e3pc_banner_2607_800x100-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/e3pc_banner_2607_800x100-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/e3pc_banner_2607_800x100-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/e3pc_banner_2607_800x100-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/e3pc_banner_2607_800x100-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/e3pc_banner_2607_800x100-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/e3pc_banner_2607_800x100-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">SAP BTP als strategischer Anker<\/h2>\n\n\n\n<p>Das zentrale architektonische Leitprinzip lautet: Keep the Core Clean. Der digitale Kern von S\/4 muss absolut unangetastet bleiben, w\u00e4hrend s\u00e4mtliche kundenindividuellen Erweiterungen konsequent entkoppelt und auf externe Plattformen ausgelagert werden. Die Business Technology Platform (SAP BTP) fungiert hierbei als das unumg\u00e4ngliche technische Herzst\u00fcck und die \u201eSpielwiese\u201c f\u00fcr Innovationen. Sie bietet als Platform-as-a-Service (PaaS) den notwendigen Rahmen f\u00fcr Side-by-Side-Extensions, die \u00fcber standardisierte APIs (Achtung: SAP API Policy) mit dem Kernsystem kommunizieren, ohne dessen Stabilit\u00e4t zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Innerhalb dieser Strategie m\u00fcssen SAP-Bestandskunden auf moderne Entwicklungswerkzeuge wie Abap Cloud, das Abap RESTful Application Programming Model (RAP) und das SAP Cloud Application Programming Model (CAP) setzen. Diese Modelle erzwingen bereits durch ihren Compiler die Einhaltung von Clean-Core-Regeln, da sie den Zugriff auf nicht freigegebene SAP-Objekte technisch unterbinden. F\u00fcr Fachbereiche gewinnt zudem die Low-Code\/No-Code-Plattform SAP Build an Bedeutung, um einfache Anpassungen schnell und standardnah umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Cleanfield: Der intelligente dritte Weg zur Transformation<\/h2>\n\n\n\n<p>In der Auseinandersetzung mit Migrationspfaden wie Brownfield (technische Konvertierung inklusive aller Altlasten) und Greenfield (Neuimplementierung mit Verlust von Prozesswissen) hat sich mit Cleanfield ein innovativer dritter Weg etabliert. Dieser Ansatz, der ma\u00dfgeblich durch das Start-up Nova Intelligence und dessen Agentic-AI-Plattform erm\u00f6glicht wird, setzt auf eine \u201earch\u00e4ologische\u201c Analyse statt auf blo\u00dfe \u00dcbersetzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Autonome KI-Agenten durchleuchten dabei den gesamten historischen Code-Bestand semantisch und rekonstruieren die tats\u00e4chliche Gesch\u00e4ftslogik (Business Intent). In einem systematischen Fit-to-Standard-Abgleich identifiziert die KI, welche einstigen Speziall\u00f6sungen heute durch den S\/4-Standard abgedeckt werden k\u00f6nnen. Nur die wertsch\u00f6pfenden Differenzierungsmerkmale werden anschlie\u00dfend Clean-Core-konform f\u00fcr die Zielarchitektur neu generiert. Cleanfield verspricht somit ein schlankes S\/4-System, das von Tag eins an upgradef\u00e4hig ist, ohne dass unternehmenskritisches Know-how auf der Strecke bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der gegenw\u00e4rtigen S\/4-Transformationslandschaft hat sich ein interessanter Wettbewerb zwischen zwei technischen Kraftzentren entwickelt, die beide versprechen, den Gordischen Knoten aus historischem Custom-Code und technischen Schulden durch den Einsatz von Agentic AI zu zerschlagen: Nova Intelligence und Conduct.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lift-and-Shift versus Agentic AI<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den SAP-Bestandskunden, der vor der Wahl zwischen einem riskanten technischen \u201eLift-and-Shift\u201c (Brownfield) oder einem verlustreichen Neuanfang auf der gr\u00fcnen Wiese (Greenfield) steht, markieren Nova und Conduct einen Paradigmenwechsel weg von der manuellen Beraterarbeit hin zur algorithmischen Intelligenz. W\u00e4hrend Nova Intelligence tief in der Walldorfer DNA verwurzelt ist und durch den SAP-Hana-Miterfinder Professor Alexander Zeier sowie KI-Expertise von Google DeepMind und Meta AI gepr\u00e4gt wird, entspringt Conduct dem Stall der Daten-Spezialisten von Palantir Technologies.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">SAP Hana, Clean Core und Abap Cloud<\/h2>\n\n\n\n<p>Nova positioniert sich mit seinem propriet\u00e4ren Cleanfield-Ansatz als eine Art arch\u00e4ologischer Architekt des ERP-Systems. Das System nutzt autonome KI-Agenten, um den gewachsenen Abap-Code nicht nur syntaktisch zu \u00fcbersetzen, sondern dessen fachliche Gesch\u00e4ftslogik, den sogenannten Business Intent, zu rekonstruieren und auf Pflichtenheft-Niveau zu dokumentieren. Ein entscheidender architektonischer Differenzierungsfaktor von Nova ist der native Zugriff auf SAP-interne Primitives wie das Transportwesen, die Indexierung der gesamten Code-Basis und die direkte Integration in moderne Modelle wie Abap Cloud oder RAP.<\/p>\n\n\n\n<p>Nova ist dabei explizit als lebenszyklusorientierte Plattform konzipiert, die das S\/4-System auch nach der Migration dauerhaft standardnah und \u201eclean\u201c halten soll. Referenzkunden wie Festo oder die Kion Group berichten hierbei von drastischen Effizienzsteigerungen, bei denen Code-Analysen, die fr\u00fcher Wochen dauerten, nun in wenigen Tagen erledigt werden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">KI-Betriebssystem f\u00fcr das Autonomous Enterprise<\/h2>\n\n\n\n<p>Conduct.ai hingegen tritt als das \u201eKI-Betriebssystem f\u00fcr Unternehmenssoftware\u201c an. Die von den ehemaligen Palantir-Ingenieuren Jan Philipp Haas, Philipp H\u00f6fer und Henry Thompson gegr\u00fcndete Firma nutzt ihre Erfahrung im Umgang mit massiven Datenmengen und komplexen Szenarien, um IT-Teams bei der Transformation ihrer ERP-Landschaften zu unterst\u00fctzen. \u00c4hnlich wie Nova setzt Conduct auf Agenten, die Altsysteme durchleuchten, Dokumentationen erstellen und Custom-Code automatisiert in die S\/4-Welt \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wesentliches Signal f\u00fcr die strategische Relevanz von Conduct ist die Tatsache, dass SAP nicht nur als Partner agiert, sondern \u00fcber seinen Investmentarm direkt in das Londoner Start-up investiert hat, das bereits 60 Millionen US-Dollar an Risikokapital einsammeln konnte. Conduct wird bereits von Schwergewichten wie Daimler Truck, DHL oder Heidelberg Materials genutzt, um die kognitive L\u00fccke zwischen veralteten Prozessen und der neuen digitalen Realit\u00e4t zu schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im direkten Vergleich offenbart sich eine unterschiedliche strategische Akzentsetzung: W\u00e4hrend Nova seine St\u00e4rke aus der tiefen vertikalen Integration und dem Verst\u00e4ndnis der SAP-DNA sowie der spezifischen Clean-Core-Vorgaben zieht, punktet Conduct mit einem eher horizontalen Ansatz eines \u00fcbergeordneten IT-Steuerungssystems. Nova agiert als spezialisierte Intelligenzschicht, die sich nahtlos in die SAP-Governance einf\u00fcgt und Entwickler direkt an der Codebasis unterst\u00fctzt. Conduct hingegen nutzt die methodische Strenge und das Intelligence-First-Mindset von Palantir, um die Transformation als Ganzes zu orchestrieren.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">R\/3-Historie und S\/4-Zukunft<\/h2>\n\n\n\n<p>Die SAP-Bestandskunden befinden sich gegenw\u00e4rtig in einem architektonischen Zwangskorsett, das von den Strategen bei SAP unter dem Versprechen des Clean Core als alternativlose Entwicklungsdoktrin propagiert wird. Kritisch analysiert bedeutet dieses Konzept f\u00fcr ein Unternehmen, dass der digitale Kern von S\/4 absolut unangetastet bleiben muss, was f\u00fcr viele Organisationen mit Millionen Zeilen historisch gewachsenem Z-Code einer schmerzhaften Operation am offenen Herzen gleicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ziel ist eine reaktionsf\u00e4hige IT-Architektur, die durch Standardisierung wartungsarm bleibt und reibungslose Cloud-Upgrades sowie die Integration von KI-Innovationen erm\u00f6glicht. F\u00fcr den Bestandskunden ist dies existenziell, da technische Schulden in veralteten Systemen die Innovationsf\u00e4higkeit bremsen und die Betriebskosten (TCO) durch aufwendige manuelle Tests bei jedem Release-Wechsel explodieren lassen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">SAP Autonomous Enterprise<\/h2>\n\n\n\n<p>Die \u00c4ra der monolithischen SAP-Modifikationen endet unwiderruflich: Sowohl Nova als auch Conduct beweisen, dass die technische Souver\u00e4nit\u00e4t des Kunden heute davon abh\u00e4ngt, wie schnell er in der Lage ist, seine gewachsenen Eigenentwicklungen in eine standardnahe, KI-f\u00e4hige Architektur zu \u00fcberf\u00fchren. Die Wahl zwischen beiden Plattformen ist eine Entscheidung zwischen der spezialisierten Tiefe eines SAP-Insiders (Nova) und der methodischen Breite eines Daten-Intelligence-Experten (Conduct). Da SAP bei beiden Anbietern als F\u00f6rderer oder Investor auftritt, wird deutlich, dass SAP selbst erkannt hat, dass der Weg in das Autonomous Enterprise nur \u00fcber solche agentischen Br\u00fccken f\u00fchrt, die den historischen Ballast der Kunden intelligent entsorgen, anstatt ihn nur in die Cloud zu verschieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass Clean Core kein IT-Selbstzweck ist, sondern die zwingende Voraussetzung, um das ERP-System vom starren Datengrab hin zum reaktionsf\u00e4higen Autonomous Enterprise zu transformieren, das auf Basis sauberer Daten und upgrade-stabiler Logik echte Wettbewerbsvorteile generiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SAP-Chef Christian Klein ist mit der Ank\u00fcndigung des Autonomous Enterprise ein gro\u00dfes Versprechen gegen\u00fcber den Bestandskunden eingegangen, denn es fehlt an IT-Werkzeugen, ERP-Architekturen und B2B-Methoden. 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