{"id":164594,"date":"2026-06-25T12:46:08","date_gmt":"2026-06-25T10:46:08","guid":{"rendered":"https:\/\/e3mag.com\/?p=164594"},"modified":"2026-06-25T12:46:10","modified_gmt":"2026-06-25T10:46:10","slug":"autonomous-illusion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/autonomous-illusion\/","title":{"rendered":"Autonomous Illusion"},"content":{"rendered":"\n<p>Mit der Vorstellung des \u201eAutonomous Enterprise\u201c auf der SAP Sapphire in Orlando hat SAP erneut einen weitreichenden Technologieschritt angek\u00fcndigt. Das Konzept umfasst eine einheitliche KI-Plattform zur Entwicklung, Kontextualisierung und Steuerung von Agenten, eine autonome Anwendungssuite f\u00fcr zentrale Gesch\u00e4ftsprozesse sowie neue Benutzeroberfl\u00e4chen, die die Interaktion mit Unternehmenssoftware grundlegend ver\u00e4ndern sollen. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen einer Partnerschaft mit Anthropic AI will SAP k\u00fcnftig auch auf die Claude-Modelle zur\u00fcckgreifen. Diese erg\u00e4nzen die Foundation Models, die bereits heute die Basis f\u00fcr Joule-Agenten in Personalwesen, Beschaffung und Lieferkettenmanagement bilden. SAP-Vorstandsvorsitzender Christian Klein verspricht sich von der Zusammenf\u00fchrung der Business AI Platform mit der SAP Autonomous Suite eine tiefere Verankerung von KI-Agenten in Gesch\u00e4ftsprozessen, Unternehmensdaten und Steuerungsmechanismen. Die Systeme sollen pr\u00e4zise, gesetzeskonforme und sichere Ergebnisse liefern, neue Umsatzpotenziale erschlie\u00dfen und zugleich Kosten senken. Die zuverl\u00e4ssige und effiziente Umsetzung komplexer nationaler und internationaler Regulierungsvorgaben z\u00e4hlt seit jeher zu den St\u00e4rken des Walldorfer Softwarekonzerns. Gerade in Europa gewinnt dieser Aspekt zus\u00e4tzliche Bedeutung. Der EU AI Act schreibt f\u00fcr viele KI-Anwendungen vor, dass menschliche Aufsicht gew\u00e4hrleistet bleiben und Risiken kontinuierlich \u00fcberwacht werden m\u00fcssen.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de great-entity-placement\" style=\"float: left;\" id=\"great-778529950\"><div id=\"great-2775862368\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3sfeY6CxpaQ\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26_06_24_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Showstopper Anthropic AI<\/h2>\n\n\n\n<p>Nur wenige Wochen nach der Bekanntgabe der Partnerschaft sorgte Anthropic-CEO Dario Amodei f\u00fcr Irritationen. Er sprach sich \u00f6ffentlich f\u00fcr eine internationale und anbieter\u00fcbergreifende Verlangsamung der KI-Entwicklung aus und verwies dabei auf die potenziellen Risiken leistungsf\u00e4higer neuer Modelle. Gesellschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen k\u00f6nnten mit der Geschwindigkeit technologischer Fortschritte kaum Schritt halten: \u201eWir halten es f\u00fcr w\u00fcnschenswert, dass die Welt die M\u00f6glichkeit hat, die Entwicklung hochmoderner KI-Systeme zu verlangsamen oder vor\u00fcbergehend auszusetzen, damit gesellschaftliche Strukturen und die Forschung zur Ausrichtung der KI mit dem technologischen Fortschritt Schritt halten k\u00f6nnen.\u201c Entwicklungszyklen, die sich inzwischen oft in wenigen Wochen vollziehen, stellen Gesetzgeber und Anwenderunternehmen weltweit vor erhebliche Herausforderungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was zun\u00e4chst wie eine zugespitzte Warnung oder geschickte Positionierung im Wettbewerb wirkte, erhielt eine neue Dimension, als die US-Regierung den Zugang zu bestimmten fortschrittlichen KI-Modellen f\u00fcr nicht US-amerikanische Nutzer einschr\u00e4nkte. Wie sich das bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Anthropic umsetzen l\u00e4sst, sei dahingestellt. Klar ist dagegen, dass mit dem Schritt erstmals k\u00fcnstliche Intelligenz nicht nur als wirtschaftlicher Faktor, sondern auch als strategische Technologie mit sicherheitspolitischer Relevanz behandelt wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Man stelle sich vor, die Europ\u00e4ische Union oder die deutsche Bundesregierung h\u00e4tte den Einsatz von S\/4 Hana f\u00fcr Unternehmen au\u00dferhalb Europas untersagt. Genau diese Form technologischer Fragmentierung r\u00fcckt nun auch bei KI in den Bereich des Denkbaren.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">KI-Geist aus der Flasche<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Begr\u00fcndung lautet, dass hochentwickelte Modelle in den falschen H\u00e4nden Sicherheitsl\u00fccken in bislang unbekanntem Ausma\u00df aufdecken, kritische Infrastrukturen angreifen oder ganze Wirtschaftszweige destabilisieren k\u00f6nnten \u2013 sich also der Geist aus der Flasche kaum wieder einfangen l\u00e4sst. Ob diese Risiken die getroffenen Ma\u00dfnahmen rechtfertigen, wird kontrovers diskutiert. Unbestritten ist jedoch, dass KI damit endg\u00fcltig zu einem geopolitischen Faktor geworden ist. F\u00fcr Europa stellt sich daher die zentrale Frage: Werden Unternehmen k\u00fcnftig von den neuesten Entwicklungen ausgeschlossen und gegen\u00fcber Wettbewerbern in den USA auf \u00e4ltere oder weniger leistungsf\u00e4hige Modelle zur\u00fcckgeworfen? Steckt hinter den Sicherheitsargumenten wom\u00f6glich auch eine neue Form technologischen Protektionismus, die den globalen Wettbewerb zunehmend pr\u00e4gt?<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">KI-Modelle als Risikofaktor<\/h2>\n\n\n\n<p>Will Europa die selbst auferlegten Vorgaben des AI Act konsequent umsetzen, muss die Risikobewertung k\u00fcnftig nicht nur die Speicherung von Daten, sondern verst\u00e4rkt auch die eingesetzten KI-Modelle und deren langfristige Verf\u00fcgbarkeit ber\u00fccksichtigen. Denn das Konzept des Autonomous Enterprise basiert auf einer zentralen Annahme: Die leistungsf\u00e4higsten KI-Modelle stehen dauerhaft und uneingeschr\u00e4nkt zur Verf\u00fcgung. F\u00fcr SAP-Kunden mag diese Entwicklung auf den ersten Blick weit entfernt erscheinen. Tats\u00e4chlich ber\u00fchrt sie jedoch einen Kernaspekt der langfristigen SAP-Strategie. Bislang lautete die entscheidende Compliance-Frage: Darf ich diese KI einsetzen? K\u00fcnftig k\u00f6nnte eine weitere hinzukommen: Kann ich diese KI auch dauerhaft einsetzen?<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"600\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Autonomous_Enterprise_SAP_web.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-164709\" style=\"width:1000px\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Autonomous_Enterprise_SAP_web.jpg 1000w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Autonomous_Enterprise_SAP_web-400x240.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Autonomous_Enterprise_SAP_web-768x461.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Autonomous_Enterprise_SAP_web-100x60.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Autonomous_Enterprise_SAP_web-480x288.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Autonomous_Enterprise_SAP_web-640x384.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Autonomous_Enterprise_SAP_web-720x432.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Autonomous_Enterprise_SAP_web-960x576.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Autonomous_Enterprise_SAP_web-18x12.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Autonomous_Enterprise_SAP_web-600x360.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>SAPs Zielbild der Autonomous Enterprise verbindet KI-Assistenten und autonome Agenten mit Gesch\u00e4ftsprozessen, Daten und Governance-Strukturen auf einer gemeinsamen Plattform.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Autonomie versus Souver\u00e4nit\u00e4t<\/h2>\n\n\n\n<p>Hier gewinnt auch die Diskussion \u00fcber digitale Souver\u00e4nit\u00e4t an Bedeutung. Dabei gilt es, zwischen Autonomie und Souver\u00e4nit\u00e4t zu unterscheiden. Eine zentrale Schw\u00e4che des Konzepts des Autonomous Enterprise liegt bereits im Begriff selbst. W\u00e4hrend autonome Systeme in klar definierten technischen Umgebungen \u2013 etwa in Rechenzentren oder Produktionsanlagen \u2013 durchaus realisierbar sind, gestaltet sich ihre Umsetzung in komplexen Unternehmensstrukturen deutlich schwieriger.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bezeichnung \u201eAutonomous Enterprise\u201c weckt daher Erwartungen, die sich technisch und organisatorisch nur eingeschr\u00e4nkt erf\u00fcllen lassen. Realistischer erscheint die Vorstellung eines hochautomatisierten Unternehmens, in dem KI-Systeme menschliche Entscheidungen unterst\u00fctzen, anstatt sie vollst\u00e4ndig zu ersetzen. \u201eHuman in the Loop wird zunehmend zu Human above the Loop: Der Mensch f\u00fchrt nicht mehr jeden einzelnen Schritt selbst aus, sondern \u00fcberwacht, bewertet und steuert autonome Systeme\u201c, sagt Ulrich Faisst, CTO der All for One Group. Die eigentliche Herausforderung besteht somit weniger darin, den Menschen aus den Prozessen herauszunehmen, sondern vielmehr darin, seine Rolle neu zu definieren. Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t bedeutet in diesem Zusammenhang nicht den Verzicht auf Automatisierung, sondern die F\u00e4higkeit, die Kontrolle \u00fcber die eingesetzten Technologien, Daten und KI-Modelle dauerhaft zu behalten.<\/p>\n\n\n\n<p>KI ist kein kurzfristiger Hype, sondern gekommen, um zu bleiben. In diesem Spannungsfeld m\u00fcssen SAP-Bestandskunden heute Investitionsentscheidungen treffen und zugleich die technischen sowie organisatorischen Voraussetzungen f\u00fcr den Einsatz der neuen Technologien schaffen. Dabei prallen zwei sehr unterschiedliche Innovationswelten aufeinander.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">SAP und KI \u2013 zwei Welten<\/h2>\n\n\n\n<p>Auf der einen Seite steht die KI-Branche, in der neue Modelle im Rhythmus weniger Wochen ver\u00f6ffentlicht werden und Leistungssteigerungen in bislang unbekannter Geschwindigkeit erfolgen. Auf der anderen die SAP-Welt, die traditionell von langfristiger Stabilit\u00e4t und Kontinuit\u00e4t gepr\u00e4gt ist \u2013 ganz im Sinne des Miele-Slogans \u201eVerl\u00e4sslichkeit f\u00fcr viele Jahre\u201c. Genau das entspricht auch der Erwartung von SAP-Bestandskunden. Die Komplexit\u00e4t gewachsener SAP-Landschaften erschwert schnelle technische und organisatorische Anpassungen zus\u00e4tzlich. Ein Blick auf die laufende S\/4-Transformation verdeutlicht dies: SAP k\u00fcndigte das Ende der Mainstream Maintenance f\u00fcr ECC 6.0 bereits 2020 an. Dennoch hat ein erheblicher Teil der Bestandskunden den Umstieg bis heute nicht abgeschlossen. Die Einf\u00fchrung neuer KI-Technologien wird daher zwangsl\u00e4ufig auf Strukturen treffen, die sich nur schrittweise ver\u00e4ndern lassen. Vor diesem Hintergrund ist es einfach, die Partnerschaft zwischen SAP und Anthropic zu bel\u00e4cheln oder die Vision des Autonomous Enterprise als weiteres Marketing-Schlagwort abzutun. Nicht SAP gef\u00e4hrdet hier die digitale Zukunft europ\u00e4ischer Unternehmen. Vielmehr k\u00f6nnte das Festhalten an \u00fcberholten ERP- und IT-Denkmodellen dazu f\u00fchren, dass Unternehmen den Anschluss an die n\u00e4chste Technologiegeneration verlieren. Genau das erwarten Kunden von einem Softwarehersteller. W\u00fcrde SAP aus ideologischen Gr\u00fcnden auf technologisch schw\u00e4chere Alternativen setzen, w\u00e4re die Kritik vermutlich noch lauter.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"400\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_web_englbrecht_michael_exxcellent_solutions.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-164698\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_web_englbrecht_michael_exxcellent_solutions.jpg 300w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_web_englbrecht_michael_exxcellent_solutions-100x133.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_web_englbrecht_michael_exxcellent_solutions-9x12.jpg 9w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>\u201e<em>Die Meisten Unternehmen haben kein KI-Problem. Sie stehen vielmehr vor der Herausforderung, neue technologische M\u00f6glichkeiten mit ihrer bestehenden Realit\u00e4t zu verbinden<\/em>.&#8221;<\/em><br><br><br><strong>Michael Englbrecht,<br><\/strong>Mitglied der Gesch\u00e4ftsleitung, <br>Head of SAP,<br>Exxcellent Solutions<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"810\" height=\"1080\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_web_faisst_ulrich_all_for_one.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-164700\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_web_faisst_ulrich_all_for_one.jpg 810w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_web_faisst_ulrich_all_for_one-300x400.jpg 300w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_web_faisst_ulrich_all_for_one-768x1024.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_web_faisst_ulrich_all_for_one-100x133.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_web_faisst_ulrich_all_for_one-480x640.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_web_faisst_ulrich_all_for_one-640x854.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_web_faisst_ulrich_all_for_one-720x960.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_web_faisst_ulrich_all_for_one-9x12.jpg 9w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_web_faisst_ulrich_all_for_one-600x800.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 810px) 100vw, 810px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em><em>\u201e<em>Human in the Loop wird zunehmend Human above the Loop: Der Mensch f\u00fchrt nicht mehr jeden einzelnen Schritt aus, sondern \u00fcberwacht, bewertet und steuert autonome Systeme.<\/em>&#8220;<\/em><\/em><br><br><br><strong>Dr. Ulrich Faisst,<br><\/strong>CTO,<br>All for One Group<br><br>                                  <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"400\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_webott_dirk_milliarium.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-164702\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_webott_dirk_milliarium.jpg 300w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_webott_dirk_milliarium-100x133.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/zitat_webott_dirk_milliarium-9x12.jpg 9w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em><em>\u201e<em>In der SAP-Community hat sich die Meinung verfestigt, dass KI-Anwendungen nur in der Cloud genutzt werden k\u00f6nnen. Tats\u00e4chlich m\u00fcssen SAP-Anwender nicht auf S\/4 oder die Cloud warten.<\/em>&#8220;<\/em><\/em><br><br><strong><strong>Dirk Ott<\/strong>,<br><\/strong>Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer,<br>Milliarum<br><br><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Multi-Model-Strategien<\/h2>\n\n\n\n<p>Die KI-Branche bewegt sich zunehmend in Richtung sogenannter Multi-Model-Strategien. Dabei werden unterschiedliche Sprachmodelle je nach Anwendungsfall eingesetzt und bei Bedarf ausgetauscht, um die Abh\u00e4ngigkeit von einem einzelnen Anbieter oder Modell zu reduzieren. Wer hier zu wenig diversifiziert, hat ein Problem und wird eher schneller als l\u00e4ngerfristig handlungsunf\u00e4hig. Das gilt sowohl f\u00fcr SAP als auch f\u00fcr Bestandskunden. Die eigentliche Gefahr f\u00fcr Europas Unternehmen liegt daher nicht darin, dass SAP m\u00f6glicherweise auf das falsche KI-Modell setzt. Sie besteht vielmehr darin, dass Europa aus Sorge vor Abh\u00e4ngigkeiten erneut den Anschluss an eine technologische Revolution verpasst.<br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">ERP-Romantik und KI-Realit\u00e4t<\/h2>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt eine oft romantisierte Sicht auf die bisherige ERP-Welt. Die Vorstellung, Unternehmen verf\u00fcgten heute \u00fcber vollst\u00e4ndige Kontrolle ihrer Systeme und Prozesse, h\u00e4lt einer n\u00e4heren Betrachtung kaum stand. Die Realit\u00e4t sieht anders aus: Viele SAP-Landschaften sind \u00fcber Jahrzehnte gewachsene Komplexit\u00e4tsgebilde. Wer SAP seit Jahrzehnten nutzt, wei\u00df zudem, dass die Abh\u00e4ngigkeit nicht erst durch KI entsteht. Sie resultiert aus der tiefen Integration gesch\u00e4ftskritischer Prozesse in zentrale Unternehmenssysteme. Diese Realit\u00e4t existierte lange vor Cloud Computing, BTP oder Joule. Die Frage lautet daher nicht, ob Abh\u00e4ngigkeiten bestehen, sondern welchen Mehrwert Unternehmen im Gegenzug erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Autonomie bedeutet im 21. Jahrhundert nicht technologische Isolation. Autonomie bedeutet die F\u00e4higkeit, die besten verf\u00fcgbaren Technologien souver\u00e4n und kontrolliert einzusetzen. Genau an diesem Punkt wird jedoch die Bezeichnung \u201eAutonomous Enterprise\u201c problematisch. Der Begriff suggeriert Erwartungen, dass Lieferketten, Beschaffung, Produktion oder Personalmanagement k\u00fcnftig weitgehend autonom gesteuert werden. Das erinnert an fr\u00fchere Digitalisierungsversprechen wie das Software-Defined Enterprise. Auch diese erwiesen sich h\u00e4ufig als deutlich langsamer und komplexer als urspr\u00fcnglich prognostiziert.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie meisten Unternehmen haben kein KI-Problem. Sie stehen vielmehr vor der Herausforderung, neue technologische M\u00f6glichkeiten mit ihrer bestehenden Realit\u00e4t zu verbinden\u201c, sagt Michael Englbrecht, Mitglied der Gesch\u00e4ftsleitung und Head of SAP bei Exxcellent Solutions.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vision oder Illusion?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Zukunft des Unternehmens liegt wohl nicht im vollst\u00e4ndig autonomen Betrieb, sondern in einer intelligenten Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine. KI kann Transparenz schaffen, Entscheidungen beschleunigen und Prozesse optimieren. Die Verantwortung f\u00fcr unternehmerische Entscheidungen bleibt auf absehbare Zeit beim Menschen. Die Kombination aus Prozesswissen, Unternehmensdaten und bestehender Kundenbasis verschafft SAP eine solide Basis. Ob daraus tats\u00e4chlich das \u201eautonome Unternehmen\u201c entsteht, bleibt offen. Viele der angek\u00fcndigten Funktionen befinden sich noch im Aufbau oder m\u00fcssen ihre Praxistauglichkeit erst beweisen. Unternehmen stehen zudem vor der Herausforderung, ihre Datenqualit\u00e4t zu verbessern, Prozesse zu harmonisieren und Governance-Strukturen aufzubauen \u2013 Aufgaben, die sich nicht allein durch neue KI-Funktionen l\u00f6sen lassen. Die Vision von SAP ist damit weder reine Marketing-Fiktion noch bereits Realit\u00e4t. Sie markiert einen Richtungswechsel, dessen Erfolg sich erst in den kommenden Jahren im praktischen Unternehmenseinsatz zeigen wird.<br><br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/e3mag.com\/de\/pdfs\/2607-cover\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"125\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/download_banner_D_1000x125.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-162017\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/download_banner_D_1000x125.jpg 1000w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/download_banner_D_1000x125-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/download_banner_D_1000x125-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/download_banner_D_1000x125-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/download_banner_D_1000x125-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/download_banner_D_1000x125-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/download_banner_D_1000x125-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/download_banner_D_1000x125-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/download_banner_D_1000x125-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/download_banner_D_1000x125-600x75.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SAP propagiert das Autonomous Enterprise als n\u00e4chsten Evolutionsschritt der Digitalisierung. Doch mit jeder Entscheidung, die an KI-Agenten delegiert wird, w\u00e4chst die Abh\u00e4ngigkeit von den Modellen dahinter. 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