{"id":163797,"date":"2026-06-01T10:00:00","date_gmt":"2026-06-01T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/e3mag.com\/?p=163797"},"modified":"2026-05-29T18:41:19","modified_gmt":"2026-05-29T16:41:19","slug":"die-neue-ki-welt-aspekte-rund-um-llms","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/die-neue-ki-welt-aspekte-rund-um-llms\/","title":{"rendered":"Die neue KI-Welt: Aspekte rund um LLMs"},"content":{"rendered":"\n<p><br><em><strong>E3:<\/strong> Vor drei Jahren haben Sie auf der E3-Veranstaltung Steampunk und BTP Summit in Heidelberg einen viel beachteten Vortrag gehalten, den man so zusammenfassen kann: Sie haben die einzelnen Funktionen und Aktivit\u00e4ten der SAP sehr gelobt und gesagt, das habe alles Hand und Fu\u00df, aber SAP BTP sei keine Plattform, weil die gemeinsame Oberfl\u00e4che fehlt, das gemeinsame Lizenzmodell etc. Interessanterweise hat sich an dem Zustand nicht viel ge\u00e4ndert. Wie sehen Sie das?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wolfram Jost, CEO Scheer IDS:<\/strong> Ja und nein. Ich denke, dass die Verwaltungsoberfl\u00e4che von SAP schon vereinheitlicht wurde. Auf der anderen Seite aber auch, dass die einzelnen Tools oder Produkte oder Systeme, die in der BTP angeboten werden, f\u00fcr die verschiedenen Sichten, f\u00fcr Dateninte\u00adgration und Prozessautomatisierung und f\u00fcr andere Funktionalit\u00e4ten, was das Thema Methoden-UI betrifft, noch nicht sehr harmonisiert sind. Man sieht, dass sie von verschiedenen Ecken aus entwickelt wurden. Da ist aber auch viel in Bewegung. Das Thema UI ist momentan sehr stark in der Ver\u00e4nderung. KI-Agents und Coding-Agents haben nat\u00fcrlich gro\u00dfen Einfluss darauf, wie die BTP zuk\u00fcnftig aussieht. Gerade was das Thema Development betrifft.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de great-entity-placement\" style=\"float: left;\" id=\"great-587667598\"><div id=\"great-2506565609\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3sfeY6CxpaQ\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26_06_24_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_06_24_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>E3:<\/strong> Und wenn ich jetzt auf Ihr Unternehmen schaue: Wie positionieren Sie sich in genau diesem Umfeld? In dem Agentic AI immer mehr an Bedeutung gewinnt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jost:<\/strong> Jeder redet ja von KI-Agenten und Agentic AI und viele verstehen was anderes darunter. Also, f\u00fcr uns ist ein Agent ein St\u00fcck Software. Und es funktioniert autonom. Es geht also um Exekution. Das ist kein Chatbot. Das ist kein System, in dem man was fragt und eine Antwort bekommt. Das ist f\u00fcr mich kein Agent, sondern das ist ein Chatbot. Ein Agent ist ein St\u00fcck Software, das mit IT-Technik in der Lage ist, eine vorgegebene Aufgabenstellung weitestgehend autonom auszuf\u00fchren. Manchmal mit Human Touch. Wir kommen von der Prozessseite. Unsere Positionierung mit unserer Plattform sind agentische Gesch\u00e4ftsprozesse. Wir sind in der Lage, Agents zu entwickeln, die sich in bestehende Gesch\u00e4ftsprozesse integrieren oder komplette Gesch\u00e4ftsprozesse sogar abl\u00f6sen. Wir kommen immer vom Gesch\u00e4ftsprozess. Wir sagen seit \u00fcber 40 Jahren: Es beginnt alles beim Prozess und es endet alles beim Prozess. Daran wird sich auch nichts \u00e4ndern. Ja, es fehlt vielen Plattformen der Bezug zum Gesch\u00e4ftsprozess. Und wir glauben eben nicht, dass diese Agenten alleine durch die Gegend schwirren und irgendwas tun, denn sie m\u00fcssen ja auch orchestriert werden. Deswegen nennen wir unsere Plattform ja auch eine Agentic Orchestration Platform, weil diese Orches\u00adtrierung der einzelnen Agenten zu End-to-End-Prozessen f\u00fchrt. Das ist f\u00fcr uns der Mittelpunkt in unserer Positionierung. Damit unterscheiden wir uns auch.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"400\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/zitat_web_jost_wolfrarm_scheer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-163799\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/zitat_web_jost_wolfrarm_scheer.jpg 300w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/zitat_web_jost_wolfrarm_scheer-100x133.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/zitat_web_jost_wolfrarm_scheer-9x12.jpg 9w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><em>\u201eMCP-Server sind das Ma\u00df aller Dinge. Spannend wird sein, ob SAP einen Model-Content-Protocol-Server anbieten wird.&#8221;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wolfram Jost,<\/strong><br>CEO,<br>Scheer IDS<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em><strong>E3:<\/strong> Ist Scheer ein Unterst\u00fctzer der SAP-Gesch\u00e4ftsprozesse? Unterst\u00fctzen Sie das, was in einem S\/4-System stattfindet, mit Ihrer Agentic Platform oder geh\u00f6ren Sie zu den Killern von SAP-Systemen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jost:<\/strong> Ja, das ist die Frage aller Fragen. Werden diese SaaS-Applikationen \u00fcberleben, wie sie denn gebaut wurden vor vielen Jahren, oder nicht? Und das sehen wir ja an den Aktienkursen. Es gab viele Berichte dar\u00fcber, dass ebendiese Agenten dazu f\u00fchren k\u00f6nnten, dass diese SaaS-Anbieter nicht mehr die Benutzerschnittstelle sind, sondern nur noch das Backend bilden \u2013 und die Benutzerschnittstelle von Agenten ausgef\u00fchrt wird. Es ist momentan etwas \u00fcbertrieben, aber es ist was Wahres dran. Es gibt Prozesse, die \u00e4ndern sich schnell. Die haben eine h\u00f6here \u00c4nderungsrate. Und \u00fcberall dort, wo ich nicht den Prozess deterministisch vorbestimmen kann, wo er h\u00e4ufigen \u00c4nderungen unterliegt, ist die klassische harte Programmierung nicht der richtige Weg. Da, denke ich, k\u00f6nnen Agents mit ihren stochastischen Eigenschaften und ihrer Flexibilit\u00e4t die Kundenanforderungen besser abdecken. Das hei\u00dft, ich denke, dass wir zuk\u00fcnftig eine hybride Welt haben. Wir werden immer noch Prozesse haben, die relativ deterministisch sind, die laufen jeden Monat genauso ab, die \u00e4ndern sich kaum.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>E3:<\/strong> Und wo finden wir dann Agentic AI?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jost:<\/strong> Es macht keinen Sinn, mit Kanonen auf Spatzen zu schie\u00dfen und zu sagen, das m\u00fcsste jetzt alles Agentic AI sein. Im Gegenteil, es w\u00e4re auch kontraproduktiv, weil diese Agents bis heute noch nicht die Verl\u00e4sslichkeit haben, wie man sie braucht. Aber in den anderen Bereichen, in denen es um Innovation geht, in denen es um Geschwindigkeit geht, kann es sinnvoll sein. Und dann ist ja die Frage: Wer baut diese Agents? Baut die SAP mit ihrer Plattform oder wird es andere Plattformen geben, mit denen man solche Agents bauen kann? Und ich denke, die SAP wird sicherlich Standardagenten anbieten, also vordefinierte Agents out of the box, die man noch ein bisschen customizen kann. Dann wird es aber auch von SAP sicherlich eine Plattform geben, mit der man kunden\u00adindividuelle Agents entwickeln kann, quasi die nicht von SAP als Standard vorgegeben werden. Da, bin ich der Meinung, muss man sich als SaaS-Anbieter \u00f6ffnen. Da muss einfach die beste Plattform gewinnen oder die, die am besten passt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>E3:<\/strong> Ist also die Zukunft hybrid?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jost:<\/strong> Ich denke nicht, dass es eine allumfassende Plattform gibt, die s\u00e4mtliche Kundenanforderungen abdeckt. Wir haben das in der Vergangenheit gesehen mit Daten, Integrationsplattformen, mit Prozessautomatisierung, BPM-Plattformen etc. Das hei\u00dft, SAP hatte immer eigene Angebote. Aber man kann nicht davon ausgehen, dass man \u00fcberall der Beste ist. Es wird immer Spezialisten geben, die gewisse Dinge einfach besser machen. Und diese Vielf\u00e4ltigkeit brauchen wir. Und deswegen glaube ich, dass es eine hybride Landschaft geben wird. Ein SAP-Kunde wird SAP einsetzen f\u00fcr gewisse Standards. Er wird aber auch Custom Agents haben. Und bei den Custom Agents, da kommt es auf den Schwerpunkt des Kunden an, von welcher Seite er das Thema Agents angeht. Je nachdem kann eine Plattform besser passen als die von SAP.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>E3:<\/strong> Wenn ich mir aber die aktuelle Entwicklung anschaue mit dem neuen Papier von SAP zur API Policy, sehe ich einen monoli\u00adthischen Trend, oder?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jost:<\/strong> Auf der einen Seite verstehe ich, dass SAP sagt, wir k\u00f6nnen nicht jeden beliebigen Entwickler mit jeder beliebigen Plattform gegen unsere APIs entwickeln lassen. Da kann man auch viel Unfug treiben, weil ein SAP-ERP ein integriertes System ist \u2013 das hat eine integrierte Governance, das hat ein integriertes Datenmodell. Wir k\u00f6nnen hier nicht Wilder Westen spielen und jeder macht, was er will. Aber der zweite Schritt muss dann kommen. Und der zweite Schritt ist, dass SAP sich eine Governance \u00fcberlegt. Dann muss die T\u00fcr wieder aufgehen, denn der Closed Shop f\u00fcr die erste Phase ist okay. Ein \u201eClosed Shop forever\u201c w\u00e4re ein Armutszeugnis und w\u00e4re entgegen den Kundeninteressen. Man muss immer noch sagen: Der Kunde bezahlt die Party!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>E3:<\/strong> Viele SAP-Anwender bekennen sich zur BTP \u2013 das Preismodell ist komplex, oder?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jost:<\/strong> Ich denke, technisch gesehen werden die SaaS-Anbieter nicht verschwinden, denn die haben eine riesige Kundenbasis und diese Basis hat ein integriertes Backend. Was im Frontend passiert, ist eine andere Geschichte. Aber zur Frage \u201e\u00dcberleben die oder nicht?\u201c: Sie werden \u00fcberleben. Wird die SAP noch 28 Prozent Marge haben oder wird sie nur 12 haben? Ich denke, das ist die Frage aller Fragen. Wie stark ist dieses ERP-Modell, wenn die Agents mal am Werk sind? Wie markenrelevant ist dieses ERP-Businessmodell?<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>E3:<\/strong> Wie verkaufen Sie Ihre Plattform? \u00dcber welches Lizenzmodell?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jost:<\/strong> Unsere Plattform dient dazu, Prozess\u00adagenten zu entwickeln. Das hei\u00dft, wir verkaufen an Softwareentwickler, die bauen Agents. Wir sind eine Ebene tiefer. Das hei\u00dft, uns trifft das nicht in der Form, sondern es trifft prim\u00e4r die Anbieter von Standardsoftware, speziell von den cloudbasierten SaaS-Anwendungen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>E3:<\/strong> Sie haben zuerst ein ganz wichtiges Buzzword genannt: Compliance. Wie gehen Sie damit um, sodass KI-Agenten nicht verr\u00fccktspielen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jost:<\/strong> Da kann man viel tun. Und ich denke, das ist auch die Hauptthematik, die ich momentan bei diesen Agents sehe. Wie kriege ich sie unter Kontrolle? Wenn ich nicht wei\u00df, was das Ding tut, ist das nicht realisierbar. Und deswegen gibt es viele neue Ans\u00e4tze, die dazu dienen, diese Agents in gewisse Schranken zu weisen. Man versucht diese nicht deterministischen Systeme immer mehr deterministisch zu machen. Das widerspricht sich ein bisschen. Es gibt das Context Engineering. Und ein Context Window ist begrenzt. Je mehr da drin ist, desto schlechter wird das Ergebnis. Es gilt, das Context Window so klein wie m\u00f6glich zu halten. Es ist ein Schritt, die Performance der Agents besser zu machen. Das andere nennt man Harness Engineering. Das ist ein neuer Begriff, wo man sagt, die Modelle sind nicht so wichtig, sondern das Ranking der Modelle ist das Wichtige. (Siehe auch Kasten auf dieser Seite.)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>E3:<\/strong> Was kann damit erreicht werden?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jost:<\/strong> MCP-Server sind da das Ma\u00df aller Dinge. (Anm. d. Red.: Ein Model-Context-Protocol-Server (MCP) fungiert als standardisierter Anschluss f\u00fcr KI. Er erm\u00f6glicht es agentenbasierten LLMs, sicher und dynamisch auf externe Tools, APIs und Datenquellen zuzugreifen, ohne dass f\u00fcr jedes einzelne System eine eigene, manuell programmierte Integration erforderlich ist.) Spannend wird sein, ob SAP einen MCP-Server anbieten wird, das ist f\u00fcr mich eine gro\u00dfe Frage. Und dann gibt es Skills, normale Textdatei, wo Instruktionen beschrieben werden. Diese Textdateien k\u00f6nnen geladen und wieder entladen werden. Das hei\u00dft, die Skills: Con\u00adtext Engineering, Harness Engineering etc. Alle diese Dinge dienen dazu, die Modelle einzufangen, sodass sie noch ihre Flexibilit\u00e4t behalten, aber sicherstellen, dass sie keine Dinge tun, die der ERP-Anwender nicht will. Das sieht zwar spa\u00dfig aus, aber keiner wird das in seinem Unternehmen tolerieren. Die KI-Modelle gilt es auf Schiene zu bringen. Wir wollen aber nicht, dass sie nur auf Schienen fahren, denn dann k\u00f6nnen wir es auch sein lassen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>E3:<\/strong> Wenn ich Dr. Wolfram Jost als Wissenschaftler frage: Welche Chancen gibt er den Methoden, Algorithmen zu finden, um ohne Gefahr auf Schiene zu sein?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jost:<\/strong> Ich meine, was am weitesten fortgeschritten ist, ist die Codegenerierung. Diese Agents sind die besten Agents, die es momentan gibt. Und die haben es geschafft \u2013 \u00fcber Harness Engineering, \u00fcber Context Engineering, \u00fcber diese Skills \u2013, dass sie wie auf Schienen fahren, aber trotzdem ihre Kreativit\u00e4t und ihre Generierung beibehalten. In diesen Skills kann man auch Governance festlegen. Da kann man Unternehmensregeln festlegen und da kann man dem Modell sagen: Da sind deine Grenzen. Man kann da noch Human Touch reinbringen, wenn dann der Punkt kommt, fragt das System auch. Das ist ja eine spektakul\u00e4re Entwicklung. Auch bei uns gibt es keinen Entwickler mehr, der keinen Coding Agent einsetzt. Ich denke nicht, dass ein schlechter Entwickler durch einen Coding Agent ein guter wird. Aber ich denke, dass gute Entwickler durch den Coding Agent noch bessere Entwickler werden. Wenn du das Talent hast, dann kannst du mit diesen Agents schneller werden, effizienter werden und besser werden.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>E3:<\/strong> Danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-background\" style=\"background-color:#faebe4;padding-top:var(--wp--preset--spacing--50);padding-right:var(--wp--preset--spacing--60);padding-bottom:var(--wp--preset--spacing--50);padding-left:var(--wp--preset--spacing--60)\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-container-core-group-is-layout-5a3522f1 wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<h2 class=\"wp-block-heading\">AI Harness<\/h2>\n\n\n\n<p>In der Zeit von 2026 bis 2030 werden voraussichtlich mehr IT-Experten als gew\u00f6hnlich aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden. Stammwissen ist per Definition nicht im Abap-Code enthalten. Es ist sowohl f\u00fcr KI-Modelle als auch f\u00fcr Agentic AI unm\u00f6glich, Informationen zu finden, die nicht explizit im Text erw\u00e4hnt werden, unabh\u00e4ngig von der Gr\u00f6\u00dfe des Kontextfensters. Ohne eine strukturierte Grundlage in Form von Tests, die gew\u00fcnschtes Verhalten festhalten, Beschreibungen der Module und ihrer Abh\u00e4ngigkeiten sowie Glossaren, die Fachbegriffe zug\u00e4nglich machen, ist es selbst f\u00fcr die besten KI-Modelle sehr schwierig. Diese Grundlage wird als AI Harness bezeichnet und muss gezielt entwickelt werden. Die einzige M\u00f6glichkeit, KI auf einem gewachsenen System effektiv einzusetzen, ist daher der unbequeme und manuelle Weg. Der Aufbau von Harness sollte erfolgen, solange das n\u00f6tige Stammwissen noch vorhanden ist. Ohne eine entsprechende Vorverarbeitung ist es f\u00fcr LLMs nicht m\u00f6glich, Gesch\u00e4ftslogik vom Hilfscode zuverl\u00e4ssig zu trennen. Agentic Coding auf ECC-Systemen funktioniert nur mit Harness. Im Kontext von k\u00fcnstlicher Intelligenz bezeichnet Harness (auf Deutsch: Halterung, Gurt oder Rahmenwerk) die gesamte Software-Infrastruktur, die um ein KI-Sprachmodell herum aufgebaut wird. Es fungiert als ein \u201eGer\u00fcst\u201c oder ein \u201eMaschinenraum\u201c, der die KI bef\u00e4higt, Aufgaben in der realen Welt zuverl\u00e4ssig zu erledigen.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem erfolgreichen und langj\u00e4hrigen Mitglied der SAP-Community Wolfram Jost, CEO Scheer IDS, sprach E3-Chefredakteur Peter F\u00e4rbinger \u00fcber die zahlreichen Herausforderungen rund um KI und LLMs einer 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