{"id":161938,"date":"2026-03-19T12:02:39","date_gmt":"2026-03-19T11:02:39","guid":{"rendered":"https:\/\/e3mag.com\/?p=161938"},"modified":"2026-03-19T12:47:14","modified_gmt":"2026-03-19T11:47:14","slug":"sap-bdc-die-neue-business-data-complexity","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/sap-bdc-die-neue-business-data-complexity\/","title":{"rendered":"SAP BDC, die neue Business Data Complexity"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">KI und Agentic AI brauchen konsistente Datenbasis<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Erfolg von KI h\u00e4ngt von einer konsistenten Datenbasis ab, was Datenmanagement und Archivierung zu einem strategischen Handlungsfeld macht. Das Fundament f\u00fcr die Harmonisierung von SAP-Daten und ihre Integration mit Drittquellen hat SAP mit der Business Data Cloud (SAP BDC) gelegt. Damit die BDC ihre Wirkung als einheitliche Datenplattform in den Unternehmen entfalten kann, muss die BDC kontinuierlich weiterentwickelt werden, um ihre Rolle als transparente und anschlussf\u00e4hige Datenschicht zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Aktuell sind jedoch die Vorschriften, Anweisungen und Werkzeuge der SAP BDC noch v\u00f6llig inkonsistent und unpr\u00e4zise, sodass diese Weiterentwicklung von ERP-Daten kaum stattfinden wird. Teilnehmer der DSAG-Technologietage 2026 in Hamburg berichten von einer ironisch gemeinten Uminterpretation der SAP BDC durch die DSAG: Aus Business Data Cloud wurde auf den Technologietagen Business Data Complexity!<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-2109364366\"><div id=\"great-243744338\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Wie dem E3-Magazin berichtet wurde, hat Michael Bloch, Fachvorstand Lizenzen, Vertragswesen und Support der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), in einem Vortrag zahlreiche Stolperfallen und Widerspr\u00fcche bei der Lizenzierung des BDC-Universums pr\u00e4sentiert. Das von den SAP-Bestandskunden gew\u00fcnschte und konsolidierte Datenuniversum scheint mehr ein Multiversum zu sein. Michael Bloch hat laut einigen DSAG-Mitgliedern angek\u00fcndigt, mit SAP \u00fcber die Probleme und Inkonsistenzen der BDC-Lizenzierung in Verhandlungen zu treten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verfallsdatum von Credit und Capacity Units<\/h2>\n\n\n\n<p>SAP-Bestandskunden und -Partner kennen den j\u00e4hrlichen Verfall der BTP-Credit-Units. Nun hat SAP diese Regelung bei der Business Data Cloud versch\u00e4rft: Gekaufte und notwendige Capacity Units verfallen bereits monatlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso kritisierte DSAG-Fachvorstand Michael Bloch laut den Vortragsteilnehmern den administrativen Aufwand bei der Berechnung der Lizenzgeb\u00fchren: Fast jeder Teilaspekt der SAP BDC hat seine eigene Metrik und sein eigenes Preisschema mit zahlreichen Ausnahmen und Erweiterungen. DSAG-Mitglieder meinten, dass es unter den gegebenen Umst\u00e4nden fast unm\u00f6glich ist, im Voraus die zu erwartenden Lizenzkosten festzulegen. Zu der Komplexit\u00e4t einer S\/4-Hana-Landschaft kommt nun die Business Data Complexity!<\/p>\n\n\n\n<p>Dem stehen die oft noch fragmentierten IT-Landschaften bei Unternehmen im Weg. \u201eAbhilfe schaffen mehr vorgefertigte, dokumentierte Datenprodukte mit Kontrolle \u00fcber die Dom\u00e4nen durch den Anwender plus praxisorientierte und vordefinierte Schulungs- und Governance-Pakete. Auch brauchen die Unternehmen eine klare Katalogisierung der Datenprodukte sowie ein Mapping zwischen kundenspezifischen Strukturen und Standardprodukten\u201c, erkl\u00e4rte Stefan Nogly, DSAG-Technologievorstand, in Hamburg auf den Technologietagen 2026. Die Abbildung einer modernen Data Governance stellt sicher, dass Datensilos, redundante Strukturen und unterschiedliche Interpretationen von Begriffen und Kennzahlen aufgel\u00f6st werden. Hier kann die SAP BDC wirksam unterst\u00fctzen, damit KI durch KI-Agenten, moderne Analytics-Funktionen und intelligente Prozesse nutzenstiftend eingesetzt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Innovationstempo von SAP in den Bereichen Cloud, KI und Analytics ist hoch und stellt SAP-Bestandskunden vor erhebliche Herausforderungen. Viele befinden sich noch in der Einf\u00fchrung neuer Cloud\u2011Technologien sowie der S\/4-Conversion mit Clean Core und ben\u00f6tigen weitere Orientierung, sonst w\u00e4chst die technische Distanz zwischen SAP und den Bestandskunden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Klarheit \u00fcber zuk\u00fcnftige IT-Architekturen<\/h2>\n\n\n\n<p>Um den strategischen Hebel von KI optimal nutzen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigen SAP-Bestandskunden zudem Transparenz \u00fcber ihre zuk\u00fcnftigen IT-Architekturen. In der Unternehmensrealit\u00e4t wird sehr oft zur SAP-Strategie parallel in eigene KI-L\u00f6sungen investiert. Dies ist zum einen ein Zeichen daf\u00fcr, dass sich manche Unternehmen noch in einer Experimentierphase befinden, und zum anderen daf\u00fcr, dass die Einstiegsh\u00fcrden von SAP f\u00fcr Bestandskunden zu hoch sind, siehe Business Data Complexity.<\/p>\n\n\n\n<p>Das zeigt sich auch im aktuellen Investitionsverhalten: Laut&nbsp;DSAG-Investitionsreport 2026&nbsp;setzen die befragten Mitgliederunternehmen bislang im KI-Bereich noch wenige KI-Use-Cases produktiv ein. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass die befragten Unternehmen noch keine SAP-Cloud-Anwendungen im Einsatz haben. \u201eDarum brauchen die Unternehmen jetzt Klarheit \u00fcber die zuk\u00fcnftigen Architekturen und Anwendungsszenarien. Gleichzeitig sind sie aber auch gefordert, gezielt, strukturiert und nachhaltig ihr eigenes KI-Know-how aufzubauen, um mit den rasanten Entwicklungen Schritt zu halten\u201c, so Stefan Nogly, DSAG-Technologievorstand, in Hamburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Werfen wir einen n\u00fcchternen und analytischen Blick hinter die Kulissen der Walldorfer Marketingmaschinerie. SAP preist das Modell SAP-RPT-1 (Relational Pre-trained Transformer) vollmundig als das erste Foundation Model an, das nativ f\u00fcr relationale und strukturierte Gesch\u00e4ftsdaten \u2013 also die nackten Tabellen des ERP-Systems \u2013 konzipiert wurde. Doch wie bekommt ein SAP-Bestandskunde dieses Werkzeug tats\u00e4chlich auf der eigenen SAP Business Technology Platform (BTP) zum Laufen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">KI mit SAP BTP und SAP-RPT-1<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Implementierung gleicht weniger einem simplen Plug-and-Play, sondern vielmehr dem Aufbau einer durchdachten Architektur, die strategische Vorabentscheidungen, spezifische Lizenzen (Business Data Complexity) und robuste Datenpipelines erfordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor auch nur eine Zeile Code geschrieben wird, zwingt SAP den Bestandskunden in das Premium-Segment der BTP. RPT-1 ist nicht in den Basis- oder kostenlosen Tier-Pl\u00e4nen verf\u00fcgbar. Sie ben\u00f6tigen zwingend eine Instanz des SAP AI Core unter dem Extended Plan. Zus\u00e4tzlich wird das SAP AI Launchpad (in der Regel im Standard Plan) als grafische Steuerzentrale ben\u00f6tigt, um den \u00dcberblick nicht zu verlieren. F\u00fcr den IT-Leiter bedeutet es: Anwender m\u00fcssen sich auf die verbrauchsbasierten Lizenzmodelle (CPEA oder BTPEA) in Form von Cloud-Credits oder AI-Units einlassen, deren tats\u00e4chliche Kosten im laufenden Betrieb exakt \u00fcberwacht werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit das RPT-1-Modell arbeiten kann, m\u00fcssen die ERP-Daten zu ihm flie\u00dfen. Da RPT-1 als \u201eGPT f\u00fcr Tabellen\u201c fungiert und Zahlenfolgen nicht in fehleranf\u00e4llige Text-Token zerlegt, sondern als mathematische Werte versteht, ist eine saubere Datenbereitstellung essenziell. In der Praxis bedeutet das: Anwender m\u00fcssen Datenpipelines aufbauen. Sie nutzen beispielsweise OData-Services, um relevante Tabelleninhalte aus SAP ECC oder S\/4 zu extrahieren und an das auf der BTP liegende RPT-1-Modell zu verf\u00fcttern. Hier kommt dann auch wieder das Thema Business Data Complexity mit den OData-Services auf die Tagesordnung. Erst diese Integrationsarbeit macht aber aus der theoretischen KI-Funktion einen operativen Gesch\u00e4ftswert.<\/p>\n\n\n\n<p>SAP positioniert RPT-1 als technischen Befreiungsschlag, um die ber\u00fcchtigten Halluzinationen von klassischen Sprachmodellen (LLMs) bei reinen Zahlenwerken zu umgehen. Die Bereitstellung in der BTP \u00fcber den Generative AI Hub plus BDC ist standardisiert und f\u00fcr Cloud-Entwickler z\u00fcgig machbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch ist Skepsis geboten: In der SAP-Community wird das Modell teils als KI-Chaostheorie bezeichnet und der Verdacht ge\u00e4u\u00dfert, dass SAP hier m\u00f6glicherweise klassische Machine-Learning-Algorithmen (wie aus der Hana Predictive Analysis Library, PAL) lediglich neu verpackt und unter dem Marketing-Hype \u201eFoundation Model\u201c monetarisiert. Da das In-Context-Learning den permanenten Transfer von ERP-Datenstr\u00f6men via API (SAP BDC) zur BTP erzwingt, entsteht f\u00fcr den Bestandskunden ein hoher initialer Integrationsaufwand \u2013 und ein tiefer Vendor-Lock-in in das lukrative BTP- und BDC-\u00d6kosystem des Walldorfer ERP-Konzerns SAP.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits die Business Technology Platform, SAP BTP, bereitet vielen Bestandskunden bei der Lizenzierung veritable Probleme. 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