{"id":161253,"date":"2026-02-27T15:06:06","date_gmt":"2026-02-27T14:06:06","guid":{"rendered":"https:\/\/e3mag.com\/?p=161253"},"modified":"2026-03-13T09:52:28","modified_gmt":"2026-03-13T08:52:28","slug":"die-alten-regeln-gelten-nicht-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/die-alten-regeln-gelten-nicht-mehr\/","title":{"rendered":"Die alten Regeln gelten nicht mehr"},"content":{"rendered":"\n<p>SAP muss sich neu erfinden, denn die alten Regeln gelten nicht mehr: Nicht nur die Bestandskunden und Partner erdulden die erratische Produktentwicklung und die ausufernde Lizenzpolitik, auch die Finanzanalysten und Investoren strafen an der B\u00f6rse den ERP-Weltmarktf\u00fchrer ab. Einige Analysten hegen noch immer den Traum von einem B\u00f6rsenkurs jenseits von 300 Euro, momentan h\u00e4lt sich der SAP-Aktienkurs aber nur bei um die 170 Euro \u2013 die alten Regeln gelten nicht mehr!<br>\u201eGleichzeitige Ungleichzeitigkeiten\u201c hei\u00dft ein Lehrbuch von Manfred F\u00fcllsack. Es ist eine Einf\u00fchrung in die Komplexit\u00e4tsforschung und beschreibt ziemlich genau den aktuellen Zustand der Welt. Umso erstaunlicher ist diese Tatsache, weil das Buch in seiner ersten Auflage bereits 2011 erschien. Die Schlussfolgerung: Auch wenn die alten Regeln nicht mehr gelten, Grunds\u00e4tzliches \u00e4ndert sich kaum oder nur sehr langsam. In diesem Diskurs aus Ver\u00e4nderung und Beharrung ist SAP-Chef Christian Klein stecken geblieben. F\u00fcr ihn gibt es kein Vorw\u00e4rts und kein R\u00fcckw\u00e4rts mehr.<br>SAP-Bestandskunden, Partner, Freunde, Mitarbeiter, Investoren und Analysten r\u00e4tseln \u00fcber die zuk\u00fcnftigen M\u00f6glichkeiten von SAP im Speziellen und ERP im Allgemeinen. SAP-Chef Christian Klein liefert dazu keine verst\u00e4ndlichen und tiefgreifenden Antworten. Das Mantra eines Dreigestirns aus Cloud, KI und Quantencomputing ist zu wenig. Die Gefahr ist gro\u00df, dass durch das Cloud Computing der Hyperscaler, durch die KI von OpenAI, Anthropic, Meta und Google und durch eine m\u00f6gliche Quantencomputerrevolution in etwa zehn Jahren sowohl kurzfristig als auch langfristig die SAP-Ums\u00e4tze wegbrechen und der SAP-Aktienkurs deutlich unter 100 Euro sinkt.<br>Der Mehrwert von SAP zum Thema Cloud Computing ist bescheiden. Ex-CEO Bill McDermott versuchte den R\u00fcckstand mit zahlreichen Zuk\u00e4ufen wettzumachen. Christian Klein musste dann viele Baustellen schlie\u00dfen oder sanieren. F\u00fcr echte Innovation war bei SAP keine Ressource mehr vorhanden. Das Ergebnis: SAP macht Cloud Computing wie alle anderen Mitbewerber auch \u2013 der ERP-Weltkonzern wurde im Bereich Cloud beliebig und austauschbar. Der Cloud-B\u00f6rsenhype ist zu Ende.<br>Mit KI ist SAP mehrfach gegen die Wand gefahren. Von Beginn an gelang es Christian Klein nicht, eine konsistente Strategie zu entwickeln. Zahlreiche KI-Partnerschaften sollten wom\u00f6glich die Planlosigkeit vertuschen. Eine Kooperation mit dem deutschen KI-Start-up Aleph Alpha endete im Niemandsland. SAP fehlt es an KI-Konzepten, der IT-Markt hingegen verlangt nach Antworten: Aktuell versucht Aleph-Alpha-Gr\u00fcnder Jonas Andrulis mit der Unternehmensberatung Roland Berger, was Christian Klein nicht gelang, ein LLM, Large Language Model, f\u00fcr Business-to-Business-Prozesse.<br>Das j\u00fcngste Bet\u00e4tigungsfeld von SAP ist nach einem Bericht des deutschen Handelsblatts das neumodische Quantencomputing. \u00dcberraschend f\u00fcr viele Beobachter ist die Naivit\u00e4t, mit der SAP hier zur Sache geht: Der Erfolg von Quantencomputing ist lange noch nicht selbstverst\u00e4ndlich und der Aufwand wird um ein Vielfaches h\u00f6her sein als bei Cloud und KI. Eine Quanten\u00fcberlegenheit als der Beweis, dass Quantenalgorithmen klassischen Algorithmen und Datenstrukturen \u00fcberlegen sind, ist nur partiell erbracht. Sollte Quantencomputing jemals einen Mehrwert f\u00fcr ERP erbringen k\u00f6nnen, dann wird es zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Quantenwerkzeuge und Programmbibliotheken geben, sodass aktuelle Bem\u00fchungen der SAP reine Ressourcenverschwendung sind.<br>Naturgem\u00e4\u00df wird sich die IT-Geschichte wiederholen: \u00c4hnlich wie heute die Ausl\u00f6schung klassischer IT-Anbieter wie SAP durch KI ansteht, kann es in Zukunft zu einer Existenzbedrohung f\u00fcr KI-Unternehmen wie OpenAI und Anthropic durch Quantencomputing kommen. SAP wird immer durch den technischen Wandel bedroht sein, somit waren die alten Regeln der Vergangenheit richtig: betriebswirtschaftliche und organisatorische Excellence und m\u00e4\u00dfige technische Innovation \u2013 aber diese Regeln gelten nicht mehr, denn KI und KI-Agenten k\u00f6nnen mittlerweile betriebswirtschaftliche Excellence aus sich heraus erschaffen. Was nun, SAP?<br>Es gibt eine Theorie komplexer Systeme. Die Vermutung liegt nahe, dass sich SAP in den vergangenen Jahren zu wenig mit den Grundlagen der Informatik und Betriebswirtschaft besch\u00e4ftigt hat und zu sehr den IT-Trends wie Cloud, KI und Quantencomputing hinterhergelaufen ist. Disziplinen wie Kybernetik, System-, Spiel- und Netzwerktheorie oder Simulation komplexer Systeme kommen im SAP-Diskurs nicht vor. Aus den Gebieten zellularer Automaten, der Spiel- und Netzwerktheorie bis hin zu Machine Learning, Agentic AI und Selbst\u00adreferenzialit\u00e4t g\u00e4be es genug Stoff f\u00fcr ERP-Innovationen. Das Buch von Manfred F\u00fcllsack ist SAP-CEO Christian Klein dringendst empfohlen, denn in der gleichzeitigen Ungleichzeitigkeit gelten die alten Regeln nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SAP ist aus der Zeit gefallen: Es ist nicht so, dass S\/4 ein<br \/>\nschlechtes ERP ist, vielmehr hat SAP-Chef Christian Klein den gesellschaftlichen und technischen Wandel verschlafen. <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":161260,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"pmpro_default_level":"","footnotes":""},"categories":[44382,7,8],"tags":[39,73,624],"coauthors":[27825],"class_list":["post-161253","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-mag-26-03","category-meinung","category-editorial","tag-cloud","tag-erp","tag-ki-joule","pmpro-has-access"],"acf":[],"featured_image_urls_v2":{"full":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1.jpg",1000,450,false],"thumbnail":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-150x150.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-400x180.jpg",400,180,true],"medium_large":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-768x346.jpg",768,346,true],"large":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1.jpg",1000,450,false],"image-100":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-100x45.jpg",100,45,true],"image-480":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-480x216.jpg",480,216,true],"image-640":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-640x288.jpg",640,288,true],"image-720":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-720x324.jpg",720,324,true],"image-960":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-960x432.jpg",960,432,true],"image-1168":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1.jpg",1000,450,false],"image-1440":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1.jpg",1000,450,false],"image-1920":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1.jpg",1000,450,false],"1536x1536":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1.jpg",1000,450,false],"2048x2048":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1.jpg",1000,450,false],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-18x8.jpg",18,8,true],"bricks_large_16x9":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1.jpg",1000,450,false],"bricks_large":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1.jpg",1000,450,false],"bricks_large_square":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1.jpg",1000,450,false],"bricks_medium":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-600x270.jpg",600,270,true],"bricks_medium_square":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-600x450.jpg",600,450,true],"profile_24":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-24x24.jpg",24,24,true],"profile_48":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-48x48.jpg",48,48,true],"profile_96":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-96x96.jpg",96,96,true],"profile_150":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-150x150.jpg",150,150,true],"profile_300":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Editorial-1-300x300.jpg",300,300,true]},"post_excerpt_stackable_v2":"<p>SAP ist aus der Zeit gefallen: Es ist nicht so, dass S\/4 ein<br \/>\nschlechtes ERP ist, vielmehr hat SAP-Chef Christian Klein den gesellschaftlichen und technischen Wandel verschlafen. <\/p>\n","category_list_v2":"<a href=\"https:\/\/e3mag.com\/de\/category\/mag-26-03\/\" rel=\"category tag\">MAG 26-03<\/a>, <a href=\"https:\/\/e3mag.com\/de\/category\/meinung\/\" rel=\"category tag\">Die Meinung der SAP-Community<\/a>, <a href=\"https:\/\/e3mag.com\/de\/category\/meinung\/editorial\/\" rel=\"category tag\">Editorial<\/a>","author_info_v2":{"name":"Peter M. 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