{"id":156996,"date":"2025-10-23T06:11:30","date_gmt":"2025-10-23T04:11:30","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=156996"},"modified":"2025-12-16T13:41:37","modified_gmt":"2025-12-16T12:41:37","slug":"cloud-zwischen-euphorie-und-absturz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/cloud-zwischen-euphorie-und-absturz\/","title":{"rendered":"Cloud zwischen Euphorie und Absturz"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Entscheidung \u00fcber die zuk\u00fcnftige ERP-Architektur stellt SAP-Bestandskunden im Zeitalter der digitalen Transformation vor ein komplexes Dilemma, das weit \u00fcber die einfache Wahl zwischen dem eigenen Rechenzentrum (on-prem) und der externen Wolke (Private oder Public Cloud) hinausgeht. W\u00e4hrend lange Zeit das klassische On-prem-System als ERP-Standard inklusive Virtualisierung dominierte, r\u00fcckte in den vergangenen Jahren das Ideal der Cloud-Technik immer st\u00e4rker in den Fokus der SAP-Community, wobei hybride und souver\u00e4ne Modelle spezifische Herausforderungen und Risiken mit sich bringen, die es zu meistern gilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das traditionelle On-prem-Modell, bei dem die Software auf unternehmenseigener Hardware betrieben wird, bietet den ERP-Anwendern die volle Hoheit \u00fcber Daten, Gesch\u00e4ftsprozesse und Lizenzen. Zudem erm\u00f6glicht es eine vollst\u00e4ndige Kon-trolle und Anpassbarkeit der Compliance&#8211;Ma\u00dfnahmen und der individuellen Gesch\u00e4ftsprozesse (Abap-Modifikationen). Diese ERP-Autonomie wird jedoch teuer erkauft: On-prem-L\u00f6sungen sind mit hohen Anschaffungskosten f\u00fcr Hardware und Software verbunden, m\u00fcssen auf potenzielle Lastspitzen ausgelegt sein, was unn\u00f6tig hohe Kosten verursacht, und sind stark vom Fachkr\u00e4ftemangel betroffen sowie von qualifiziertem IT-Personal abh\u00e4ngig, das f\u00fcr den 24\/7-Betrieb ben\u00f6tigt wird. Zudem k\u00f6nnen Altsysteme oftmals neue Techniken wie KI oder Analytics nicht unterst\u00fctzen. Hierbei k\u00f6nnen jedoch SAP-Bestandskunden auf die Business Technology Platform (SAP BTP) ausweichen, die auch in Kombination mit einer On-prem-Business-Suite 7 betrieben werden kann.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-3000539156\"><div id=\"great-557723226\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Die Public Cloud der Hyperscaler (wie AWS, Azure oder GCP) geht den umgekehrten Weg: Sie bietet Services \u00f6ffentlich \u00fcber das Internet an, nutzt eine Multi&#8211;Tenant-Struktur und lockt mit hoher Flexibilit\u00e4t und elastischer Skalierbarkeit sowie einer nutzungsabh\u00e4ngigen Abrechnung (Pay-as-you-go). Doch dieser Komfort ist f\u00fcr SAP-Bestandskunden nicht risikofrei. Die Annahme, die Public Cloud sei generell kosteng\u00fcnstiger als der Inhouse-Betrieb, hat sich in den vergangenen Jahren nicht bewahrheitet. Viele SAP-Bestandskunden haben ihre Rechenzentren in den vergangenen Jahren optimal orchestriert.<\/p>\n\n\n\n<p>Hingegen berichten ERP-Anwender von einem Gef\u00fchl der Hilflosigkeit bei Serviceausf\u00e4llen, da der direkte Zugriff auf das Rechenzentrum und die eigenen IT-Mitarbeiter fehlt. Und das Konzept der Cloudifizierung bedeutet nicht automatisch Simplifizierung, da die Komplexit\u00e4t des Rechen-zentrumsbetriebs, siehe auch Rise with SAP, bestehen bleibt. Hinzu kommen das Risiko des Vendor Lock-in und Sicherheitsbedenken, da die wertvollen Unternehmensdaten sich au\u00dferhalb der Unternehmens-Firewall befinden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hybrid Cloud<\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund dieser Spannungsfelder entwickelte sich die Hybrid Cloud. Dieses Cloud Computing kombiniert On-prem- und Private\/Public-Cloud-Ressourcen und erm\u00f6glicht es, sensible Daten lokal zu halten, w\u00e4hrend skalierbare Cloud-Services und Angebote von Drittanbietern wie Salesforce (CRM) und Workday (HCM) genutzt werden. Die zentrale und gr\u00f6\u00dfte Herausforderung liegt hierbei jedoch in der Orchestrierung der IT-Landschaft. Das Management hybrider Systeme erfordert die Integration unterschiedlicher Betriebsmodelle und Service Level Agreements (SLAs). Die Interoperabilit\u00e4t zwischen den oft organisch gewachsenen On-prem-L\u00f6sungen und den cloudnativen Services unterschiedlicher ERP-Anbieter muss m\u00fchsam sichergestellt werden. Dar\u00fcber hinaus ist das Verschieben von Workloads und gro\u00dfen Datenmengen zwischen den IT-Welten technisch aufw\u00e4ndig und kann bei gro\u00dfen Systemen zu langen Laufzeiten f\u00fchren, was eine hohe Netzwerkbandbreite voraussetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eng verbunden mit der Hybrid-Strategie ist der Wunsch nach digitaler Souver\u00e4nit\u00e4t, der insbesondere in Deutschland hoch im Kurs steht, da viele SAP-Bestandskunden eine Datenhaltung und -verarbeitung in eigenen oder gehosteten Rechenzentren vor Ort erwarten. Die souver\u00e4ne Cloud oder spezifische Private-Cloud-Modelle (wie HPE GreenLake) zielen darauf ab, die Hoheit \u00fcber gesch\u00e4ftskritische Daten zu sichern und gleichzeitig Cloud-Vorteile wie Flexibilit\u00e4t und verbrauchsabh\u00e4ngige Abrechnung zu bieten. Die Herausforderung hier ist die hohe Komplexit\u00e4t von Vorschriften und Governance, da strenge regulatorische Anforderungen (etwa in regulierten Branchen wie dem Gesundheits- oder Finanzwesen) vorschreiben k\u00f6nnen, dass bestimmte ERP-Daten das eigene Haus nicht verlassen d\u00fcrfen. Die Cloud-Nutzung in globalen Szenarien, insbesondere mit Anbietern au\u00dferhalb der EU, erfordert h\u00f6chste Vorsicht und eine intensive Auseinandersetzung mit rechtlichen Rahmenbedingungen wie der DSGVO und potenziellen Einfl\u00fcssen durch den Cloud Act, um Incompliance zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die umfassende Transformation von SAP-Bestandskunden hin zu S\/4, insbesondere im Rahmen der Cloud-Strategie Rise with SAP, ist weit mehr als nur ein technisches Up-grade; die S\/4-Conversion ist eine betriebswirtschaftliche, organisatorische, technische und nicht zuletzt lizenztechnische Herausforderung. Die Herausforderungen, Risiken und Gefahren sind vielschichtig und ber\u00fchren kritische Bereiche wie Kostenkontrolle, Datensicherheit und Autonomie. Eine der gr\u00f6\u00dften H\u00fcrden stellt die wirtschaftliche Rechtfertigung dar, da die hohen Kosten eines ERP-Releasewechsels oft den Nutzen in der ROI-Analyse aufwiegen. Diese Kosten werden ma\u00dfgeblich durch die komplizierte SAP-Lizenzierung bestimmt. Die SAP-Preisliste f\u00fcr S\/4 ist ein komplexes Werk von \u00fcber 200 Seiten, das mit Optionen wie Digital Access und SAP OpenHub die Kundenbasis verunsichert. Besonders heikel ist das Thema der indirekten Nutzung, da die Lizenzierung von Digital Access die vertragliche Zustimmung impliziert, dass Belege, die \u00fcber Schnittstellen in das SAP-System importiert werden, lizenzpflichtig sind. Wurde dieses Thema in der Vergangenheit juristisch mitunter ausgehebelt, so gilt es nach einer Lizenzierung von Digital Access als gekl\u00e4rt, wobei das Risiko teurer Nachzahlungen oder einer \u00dcberlizenzierung hoch bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Abo- und Subskriptionsmodell von Rise with SAP entstehen f\u00fcr Bestandskunden tiefgreifende Abh\u00e4ngigkeiten. Die Umwandlung der existierenden unbefristeten On-prem-Lizenzen in Cloud-Subskriptionen erfolgt \u00fcber das komplexe Regelwerk des Full Use Equivalent (FUE), siehe auch E3-Coverstory Oktober 2025. Dieser Prozess ist f\u00fcr den SAP-Bestandskunden faktisch irreversibel und f\u00fchrt zum Verlust der Autonomie \u00fcber das ERP-System, da das Eigentum an der Software vom Kunden auf SAP \u00fcbergeht und ein Mietverh\u00e4ltnis entsteht. Diese Umwandlung ist mit der Sorge vor einer Kostensteigerung verbunden. SAP r\u00e4umt zwar ein, dass die Migration in die Cloud mit FUE nicht zwangsl\u00e4ufig zu h\u00f6heren Einnahmen f\u00fcr SAP f\u00fchren muss, doch die Bef\u00fcrchtung einer Erh\u00f6hung der Berechnungsgrundlage um 20 bis 50 Prozent nach dem Wechsel in die Cloud besteht weiterhin. SAP-Chef Christian Klein hat bei der Hauptversammlung 2025 gemeint, dass die Ums\u00e4tze pro Bestandskunde durch Rise um das Drei- bis Vierfache zulegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fehlen einer nachhaltigen Cloud-Exit-Strategie seitens SAP wird als existenzielle Gefahr f\u00fcr Kunden betrachtet. Scheitert eine Rise-Conversion, steht der Kunde mit den Tr\u00fcmmern seines ERP-Systems da, ohne in die Cloud gelangt zu sein, aber mit entzogenen On-prem-Lizenzen, was das Risiko einer doppelten Bezahlung mit sich bringen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf technischer Ebene bringt die S\/4-Transformation hohe Risiken mit sich. Die L\u00f6sung von Datenproblemen gilt als gr\u00f6\u00dfte Herausforderung. Die Konsolidierung von Debitor- und Kreditor-Stammdaten in den neuen Gesch\u00e4ftspartner-Ansatz ist kritisch, da historisch gewachsene Systeme oft unter schlechter Datenqualit\u00e4t, Dubletten und mangelnden Strukturen leiden. Der Ballast von Altdaten und Legacy-Informationen behindert zudem die R\u00fcckkehr zum SAP-Standard (Clean Core) und zieht Projekte in die L\u00e4nge.<\/p>\n\n\n\n<p>Die von SAP propagierte Clean-Core-Strategie, die Modifikationen und Eigenentwicklungen aus dem S\/4-Kern verbannt, kollidiert mit dem traditionellen Individualisierungsgrad vieler ERP-Systeme. F\u00fcr Kunden mit einem stark \u201everschmutzten\u201c Core und umfangreichen Z-Entwicklungen ist der Umbau extrem komplex und arbeitsintensiv, was zu hohen zeitlichen Verz\u00f6gerungen f\u00fchren kann. Zuk\u00fcnftige Anpassungen m\u00fcssen au\u00dferhalb des Kernsystems, beispielsweise \u00fcber die Business Technology Platform, erfolgen, was zus\u00e4tzlichen architektonischen Aufwand und die Notwen-digkeit neuen Know-hows in den IT-Ab-teilungen nach sich zieht. Zum Thema Clean Core und BTP gibt es am 22. und 23. April in Heidelberg einen Summit der SAP-Community.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl SAP und die Hyperscaler ein hohes Sicherheitsniveau bieten, tr\u00e4gt der ERP-Anwender auch in der Cloud weiterhin die Verantwortung f\u00fcr die Einhaltung der Compliance und korrekte Lizenzierung \u2013 auch mit Rise with SAP. Die Verarbeitung sensibler Daten in der Public Cloud, insbesondere bei Cloud-Anbietern mit Sitz au\u00dferhalb der EU, ist aufgrund von Gesetzeswerken wie dem Cloud Act, der DSGVO-Regularien aushebeln kann, mit Vorsicht zu genie\u00dfen. Hinzu kommt die Gefahr, dass SAP alle Daten in der Cloud l\u00f6schen darf, sobald der Vertrag endet, was die Kunden zur proaktiven Sicherung der Daten vor Vertragsende zwingt. Hier vermissen SAP-Bestandskunden oft die schon erw\u00e4hnte fehlende Cloud-Exit-Strategie.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts des nahenden Endes der Mainstream-Wartung f\u00fcr ERP\/ECC 6.0 bis sp\u00e4testens 2030 oder auch 2033 sehen sich SAP-Bestandskunden gezwungen, strategische Entscheidungen zu treffen. SAP begegnet dieser Herausforderung mit dem umfassenden Angebot Rise with SAP, das als Business Transformation as a Service (BTaaS) konzipiert ist und den Weg in die Cloud vereinfachen und beschleunigen soll.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"816\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/sap_wayfinder_header1_cmyk-1200x816.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-157065\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/sap_wayfinder_header1_cmyk-1200x816.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/sap_wayfinder_header1_cmyk-400x272.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/sap_wayfinder_header1_cmyk-768x522.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/sap_wayfinder_header1_cmyk-100x68.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/sap_wayfinder_header1_cmyk-480x326.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/sap_wayfinder_header1_cmyk-640x435.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/sap_wayfinder_header1_cmyk-720x490.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/sap_wayfinder_header1_cmyk-960x653.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/sap_wayfinder_header1_cmyk-1168x794.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/sap_wayfinder_header1_cmyk-18x12.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/sap_wayfinder_header1_cmyk-600x408.jpg 600w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/sap_wayfinder_header1_cmyk.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Rise with SAP auf IBM Power Virtual Server erm\u00f6glicht es Unternehmen, ihre bestehende SAP-Landschaft aus der eigenen IT-Infrastruktur schnell und sicher in eine Cloud-Umgebung zu migrieren.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die strategische Cloud-Transformation mit Rise beginnt nicht mit der Technik, sondern mit der Kl\u00e4rung der mittel- und langfristigen Gesch\u00e4ftsstrategie, aus der die Ziele f\u00fcr die S\/4-Conversion abgeleitet werden m\u00fcssen. Die Frage, welches Deployment-Modell das passende ist \u2013 On-prem, Public Cloud oder Private Cloud \u2013, ist dabei von elementarer strategischer Bedeutung und muss ergebnisoffen gepr\u00fcft werden. Obwohl SAP eine klare Cloud-First-Strategie verfolgt und diese in den vergangenen Jahren immer st\u00e4rker forciert hat, zeigt sich in der Realit\u00e4t, dass hybride Systemlandschaften f\u00fcr die meisten SAP-Bestandskunden die Regel sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Rise-Angebot b\u00fcndelt verschiedene Kernkomponenten in einem einzigen Abonnementvertrag, um die Komplexit\u00e4t zu reduzieren und SAP als Generalunternehmer zu positionieren. Es umfasst neben dem Cloud-ERP S\/4 (in Private oder Public Edi-tion) auch die Business Technology Platform, Business Process Intelligence (Signavio), das SAP Business Network sowie integrierte Tools und Services. Die BTP fungiert dabei als technologische Br\u00fccke und Innovationsplattform, die Side-by-Side-Erweiterungen erm\u00f6glicht und damit die wichtige Clean-Core-Strategie unterst\u00fctzt. Diese Strategie, die darauf abzielt, das Kernsystem so nah wie m\u00f6glich am SAP-Standard zu halten, ist entscheidend, um kontinuierlich von Innovationen und Updates zu profitieren, und ist sowohl f\u00fcr die Public als auch die Private Cloud relevant. Innerhalb von Rise k\u00f6nnen S\/4-Bestandskunden zwischen zwei Haupt-Deployment-Optionen w\u00e4hlen: der Cloud Public Edition und der Cloud Private Edition. Die Public Cloud, die auf einem Multi-Tenant-Modell basiert, eignet sich f\u00fcr Unternehmen, die standardisierte Prozesse verfolgen und geringste Total Cost of Ownership (TCO) anstreben, l\u00e4sst jedoch nur begrenzte Konfiguration und Anpassung zu. Hingegen richtet sich die Private Cloud Edition (PCE), die technisch als PaaS\/SaaS in einer dedizierten Public-Cloud-Umgebung l\u00e4uft, an mittlere und gro\u00dfe SAP-Bestandskunden mit komplexen und individuellen Anforderungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Erfolg der S\/4-Conversion, insbesondere in die Cloud, h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich von einer sorgf\u00e4ltigen Vorbereitung und der Beseitigung von Altlasten ab. Experten raten, die Transformation als gro\u00dfe Chance f\u00fcr die Datenharmonisierung zu nutzen, die idealerweise vor dem eigentlichen Umstieg erfolgt. Eine zentrale Anforderung sind die Bereinigung und Konsolidierung von Kunden- und Lieferantenstammdaten, da diese in S\/4 obligatorisch in das neue Datenmodell des Gesch\u00e4ftspartners (Business Partner, BP) \u00fcberf\u00fchrt werden m\u00fcssen. Des Weiteren sollte die Transformation mit dem Aufbau einer separaten, kontextbewussten Datenschicht verbunden werden, um Altsysteme stillzulegen und die Datenmenge, die in das neue S\/4-System migriert wird, massiv zu reduzieren, was Kosten senkt und den Umstieg beschleunigt. Auch der Umgang mit kundeneigenem Abap-Code (Custom Code) ist kritisch; hierf\u00fcr sind Werkzeuge wie der SAP Readiness Check und das Abap Test Cockpit essenziell, um die notwendigen Anpassungsaufw\u00e4nde fr\u00fchzeitig zu ermitteln und den Code idealerweise auf die BTP auszulagern (um den Clean Core zu gew\u00e4hrleisten).<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich festhalten, dass die Wahl der Cloud-Strategie mit Rise with SAP ein komplexes Unterfangen ist, das f\u00fcr die meisten SAP-Bestandskunden \u00fcber die Private Cloud Edition und hybride Architekturen f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Buchtipps<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"756\" height=\"1080\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/ABAP_Cloud-__-Copy-6i37-zbjc-xndh-vrf2-1_cmyk-1071x1530.jpg\" alt=\"\" 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sizes=\"auto, (max-width: 756px) 100vw, 756px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Andr\u00e9 Tiebing, Benjamin Kunold,<br>Patrick Jungk, 2025, 606 Seiten, <\/em><br><em>ISBN 978-3-367-10239-6<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"759\" height=\"1080\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/SAP-S4HANA_-_Architektur-__-Copy-f63h-xicn-kewm-da58-1_cmyk-1075x1530.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-157062\" style=\"width:272px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/SAP-S4HANA_-_Architektur-__-Copy-f63h-xicn-kewm-da58-1_cmyk-scaled.jpg 759w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/SAP-S4HANA_-_Architektur-__-Copy-f63h-xicn-kewm-da58-1_cmyk-281x400.jpg 281w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/SAP-S4HANA_-_Architektur-__-Copy-f63h-xicn-kewm-da58-1_cmyk-768x1093.jpg 768w, 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class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"759\" height=\"1080\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/SAP_auf_Hyperscaler_Clouds-__-Copy-jsw2-8eik-dvhr-c9ta-1_cmyk-1075x1530.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-157063\" style=\"width:272px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/SAP_auf_Hyperscaler_Clouds-__-Copy-jsw2-8eik-dvhr-c9ta-1_cmyk-scaled.jpg 759w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/SAP_auf_Hyperscaler_Clouds-__-Copy-jsw2-8eik-dvhr-c9ta-1_cmyk-281x400.jpg 281w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/SAP_auf_Hyperscaler_Clouds-__-Copy-jsw2-8eik-dvhr-c9ta-1_cmyk-768x1093.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/SAP_auf_Hyperscaler_Clouds-__-Copy-jsw2-8eik-dvhr-c9ta-1_cmyk-100x142.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/SAP_auf_Hyperscaler_Clouds-__-Copy-jsw2-8eik-dvhr-c9ta-1_cmyk-480x683.jpg 480w, 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Cloud ALM wird von SAP als die strategische ALM-L\u00f6sung f\u00fcr alle SAP-Bestandskunden positioniert. Es handelt sich um eine native Public-Cloud-Anwendung, die vollst\u00e4ndig aus der Cloud kon-sumiert wird und sich prim\u00e4r an Kunden richtet, die cloudzentrierte L\u00f6-sungen wie S\/4 Cloud, SuccessFactors oder das SAP-CX-Portfolio einsetzen oder planen. Im Gegensatz zum SolMan l\u00e4sst sich Cloud ALM schnell in&nbsp; Betrieb nehmen und liefert rasch erste Moni-toring-Daten. Die Nutzungs-rechte f\u00fcr SAP Cloud ALM sind im Rahmen&nbsp; von Supportvertr\u00e4gen wie dem SAP En-terprise Support, Cloud Editions, ent-halten. Trotz dieser strategischen Neuausrichtung birgt der Umstieg erhebliche Herausforderungen und Risiken f\u00fcr langj\u00e4hrige SolMan-Nutzer, da Cloud ALM keine vollwertige Alternative zum SolMan darstellt. Der Funktionsumfang des SolMan, der ein wesentlich breiteres Spektrum an Funktionen f\u00fcr den gesamten Anwendungslebenszyklus (einschlie\u00dflich Projektmanagement, Monitoring, Incident Management, Change Management und Testmanagement) bietet, wird von Cloud ALM aktuell nicht erreicht. Insbesondere fehlen SAP Cloud ALM das Lifecycle Management f\u00fcr die SAP Business Suite und Non-SAP-Applikationen sowie Funktionen f\u00fcr das IT Service Management (ITSM).<\/p>\n\n\n\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Risiko liegt in der Eignung f\u00fcr hybride Umgebungen. W\u00e4hrend der SolMan in der Vergangenheit auf On-prem- und hybride Landschaften zugeschnitten war, erscheint SAP Cloud ALM derzeit v\u00f6llig ungeeignet f\u00fcr hybride Systemlandschaften, da es prim\u00e4r auf die Public Cloud ausgerichtet ist. Kunden, die weiterhin Teile ihrer SAP-Landschaft on-prem oder in der Private Cloud betreiben, m\u00fcssen kl\u00e4ren, inwieweit Cloud ALM diese heterogenen Topologien wirkungsvoll unterst\u00fctzen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Umstellung bedeutet zudem einen tiefgreifenden Wandel der Rolle der SAP-Basis-Abteilung (vom CCC zum CCoE): Statt eigene Systeme zu pflegen, verlagern sich die Aufgaben hin zur Koordination, zum Provider Management und zur Annahme von Gesch\u00e4ftsanforderungen, die an SAP oder Hyperscaler weitergegeben werden. Ein weiteres Risiko besteht in der lizenztechnischen Abh\u00e4ngigkeit, da das Nutzungsrecht f\u00fcr Cloud ALM sofort erlischt, wenn der Bestandskunde den SAP-Support k\u00fcndigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassend bildet SAP Cloud ALM, integriert mit Signavio und Lean-IX sowie dem SAP Business Transformation Center f\u00fcr die Datenmigration, eine Plattform, die das Management von Datentransformation, Innovationen und system\u00fcbergreifender Business Continuity gew\u00e4hrleisten soll. SAP verfolgt damit das Ziel, eine umfassende Grundlage f\u00fcr KI-gesteuerte Pro-zess-optimierung zu schaffen. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><br>Hyperscaler: Freund und Feind<\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Weg in die Cloud ist f\u00fcr SAP-Bestandskunden l\u00e4ngst unumg\u00e4nglich, doch die Entscheidung, welche Cloud die optimale ist, gleicht einer strategischen Gratwanderung zwischen SAPs eigenen Angeboten wie Rise with SAP und der direkten Nutzung der Infrastruktur gro\u00dfer Hyperscaler.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Hyperscaler \u2013 allen voran Microsoft Azure, Amazon Web Services (AWS) und die Google Cloud Platform (GCP) \u2013 bieten eine Deployment-Option, die als Infrastructure as a Service (IaaS) bezeichnet wird und sich fundamental von den paketierten SAP-L\u00f6sungen der Private Cloud Edition (PCE) oder der Public Cloud Edition unterscheidet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hauptattraktivit\u00e4t eines SAP-Systems, das direkt auf einem Hyperscaler im IaaS-Modell betrieben wird, liegt in der maximierten Flexibilit\u00e4t und Agilit\u00e4t. Im Gegensatz zu den starren, vordefinierten Hardware-Anforderungen eines On-prem-Systems erm\u00f6glicht die Hyperscaler-Plattform eine elastische Skalierbarkeit. Ressourcen, wie beispielsweise f\u00fcr Entwicklungs-, Test- oder Sandbox-Systeme, k\u00f6nnen innerhalb weniger Stunden bereitgestellt oder dynamisch hochgefahren und wieder heruntergefahren werden. Dies bietet nicht nur Investitionssicherheit, sondern erm\u00f6glicht auch einen zeitlich flexiblen Betrieb, der bei Nichtnutzung der virtuellen Maschinen (VMs) minutengenau abgerechnet wird \u2013 ein wesentlicher Faktor zur Senkung der Betriebskosten (TCO). Einige Studien weisen auf Kosteneinsparungen von 40 bis 75 Prozent f\u00fcr den SAP-Betrieb auf Azure hin oder auf j\u00e4hrliche Einsparungen von \u00fcber drei Millionen US-Dollar durch die Migration der SAP-Infrastruktur auf Google Cloud.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer entscheidender Vorteil des Hyperscaler-Ansatzes (IaaS) ist die M\u00f6glichkeit, vorhandene SAP-Lizenzen weiter zu nutzen (Bring Your Own License, BYOL). Dies erlaubt es Bestandskunden, ihre gekauften On-prem-Lizenzen in die Cloud mitzunehmen, ohne sofort auf das Subskriptionsmodell umstellen zu m\u00fcssen, das mit Rise with SAP verbunden ist. Die serverlosen, fully managed L\u00f6sungen der Hyperscaler erm\u00f6glichen eine hohe Innovationsgeschwindigkeit, die \u00fcber das hinausgeht, was SAP selbst im Kernsystem bietet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vergleich dazu ist Rise with SAP \u2013 das oft auf denselben Hyperscalern gehostet wird, aber als Private Cloud Edition l\u00e4uft \u2013 ein geb\u00fcndeltes Gesamtpaket. Es bietet dem Kunden zwar einen einzigen Ansprechpartner (One Face to the Customer), schr\u00e4nkt jedoch die Flexibilit\u00e4t ein, da es Software, Hosting und Betrieb in einer einzigen Subskription zusammenfasst. Wer auf Hyperscaler IaaS setzt, kann dagegen individuelle Vertr\u00e4ge mit Hyperscalern und Dienstleistern aushandeln und die Lizenzen \u00fcber die gesamte IT-Infrastruktur hinweg optimieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz dieser Vorteile ist der Betrieb von SAP auf Hyperscaler-Clouds mit erheblichen Risiken und Herausforderungen verbunden. Eines der zentralen Probleme ist, dass der Lift and Shift eines alten ERP-Systems auf die Hyperscaler-Infrastruktur zwar die Infrastruktur-ebene modernisiert, aber das alte ERP auf Software-Ebene beibeh\u00e4lt. Die wahren Vorteile von SaaS, wie Agilit\u00e4t und Innovation, k\u00f6nnen so verpasst werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zuletzt stellen die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Datensicherheit eine gro\u00dfe H\u00fcrde dar. Die Migration von SAP-Systemen in die Cloud, insbesondere in die Public Cloud eines Hyperscalers, ist technisch aufw\u00e4ndig. F\u00fcr regulierte Branchen gelten besondere, oft branchenspezifische Gesetzesregelungen, die die Cloud-Nutzung komplex machen. Die Einhaltung der Compliance (z. B. DSGVO) muss der Kunde in der Public Cloud sehr ernst nehmen und aktiv adressieren. SAP selbst versucht zudem, Cloud-Innovationen wie KI in S\/4 nur noch f\u00fcr seine Cloud-L\u00f6sungen anzubieten, was On-prem-Bestandskunden oder IaaS-Anwender au\u00dferhalb von Rise potenziell benachteiligen k\u00f6nnte. Die Entscheidung f\u00fcr SAP auf einem Hyperscaler erfordert daher die sorgf\u00e4ltige Abw\u00e4gung zwischen der gewonnenen Infrastrukturflexibilit\u00e4t und der erh\u00f6hten Managementkomplexit\u00e4t sowie den Unsicherheiten bei Kosten und Compliance.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/e3mag.com\/de\/pdfs\/2511-cover\/\" target=\"_blank\" rel=\" noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"150\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-1200x150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-154042\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-1440x180.jpg 1440w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-scaled.jpg 1920w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-1536x192.jpg 1536w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-2048x257.jpg 2048w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/download-banner_1000x125-600x75.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<p><script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/e3coverstory-2511.podigee.io\/embed?context=external\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cloud Computing war lange Zeit ein viel diskutiertes Thema, dann ein Standard, und durch die Hyperscaler wurde Cloud ein gewaltiger Markt mit riesenhaften Ums\u00e4tzen. 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