{"id":145096,"date":"2024-08-27T07:00:00","date_gmt":"2024-08-27T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=145096"},"modified":"2024-09-02T14:19:24","modified_gmt":"2024-09-02T12:19:24","slug":"die-schattenentwickler-der-sap","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/die-schattenentwickler-der-sap\/","title":{"rendered":"Die Schattenentwickler der SAP"},"content":{"rendered":"\n<p>Es gibt bei SAP zahlreiche Entwickler, die nicht auf den offiziellen Personallisten stehen oder die Vorz\u00fcge eines SAP-Angestelltenvertrags genie\u00dfen: SAP bedient sich vieler Leiharbeiter in der Software-Entwicklung. Dieses Personal wird von SAP-Partnern bereitgestellt und \u00fcber Projektkosten abgerechnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Umfrage des E3-Magazins hat ergeben, dass ausgew\u00e4hlte SAP-Partner bis zu 1000 Entwickler zur Verf\u00fcgung stellen. Weltweit k\u00f6nnte die Zahl der Schattenentwickler somit deutlich 10.000 Personen \u00fcbersteigen. Die Motivation von SAP-Chef Christian Klein d\u00fcrfte sehr unterschiedlich sein: Teils geht es um fehlendes Spezialwissen und teils um Kapazit\u00e4tsm\u00e4ngel.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-1722529310\"><div id=\"great-1936162967\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6ZGXMPyM-nU\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26-04_29_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend also in der Wiederaufnahme der Mozart-Oper Don Giovanni durch den Intendanten Markus Hinterh\u00e4user in Salzburg diesen Sommer Teodor Currentzis, musikalische Leitung, und Romeo Castellucci, Regie, B\u00fchne, Kost\u00fcme und Licht, einen triumphalen Erfolg feierten, musste sich virtuell und real Don Giovanni auf der B\u00fchne des Gro\u00dfen Festspielhauses mit weniger Personal begn\u00fcgen. Sein Diener Leporello singt in der Mozart-Oper: \u201eIn Italien sechshundertvierzig; in Deutschland zweihunderteinunddrei\u00dfig; hundert in Frankreich; in der T\u00fcrkei einundneunzig; doch in Spanien sind\u2019s schon tausenddrei.\u201c In der Realit\u00e4t waren es 120 Statistinnen in wunderbaren Gew\u00e4ndern und eine davon war meine Lebenspartnerin, somit wei\u00df ich ganz genau, von was ich hier schreibe.<\/p>\n\n\n\n<p>Was sind die Beweggr\u00fcnde des SAP-Chefs Christian Klein, einem Don Giovanni nachzueifern und ihn in absoluten Zahlen dann bei Weitem zu \u00fcbertreffen? Ein \u00fcber drei\u00dfig Jahre zur\u00fcckliegendes Erlebnis er\u00f6ffnete mir zum ersten Mal die Logik des Gesch\u00e4fts- und B\u00f6rsenlebens: Ich arbeitete damals f\u00fcr DEC, einen US-amerikanischen IT-Hersteller, der in Quartalen dachte. Wurden in einem Quartal die K\u00fcndigungen von Mitarbeitern angek\u00fcndigt, so stieg im n\u00e4chsten Quartal der B\u00f6rsenkurs.<\/p>\n\n\n\n<p>An diesem urs\u00e4chlichen Zusammenhang von Stellenk\u00fcrzungen und Entwicklung des B\u00f6rsenkurses scheint sich bis heute nichts ge\u00e4ndert zu haben: Anfang dieses Jahres verlautete Christian Klein zusammen mit dem SAP-Finanzvorstand Dominik Asam, dass 8000 Stellen wegrationalisiert werden sollen. Sp\u00e4ter wurde die Zahl auf 10.000 erh\u00f6ht. Anfang des Sommers erreichte der SAP-Aktienkurs ein Allzeithoch. Mit weniger Personal und steigendem Umsatz erh\u00f6ht sich die Rentabilit\u00e4t und wahrscheinlich auch die Dividende. Und der Rest?<\/p>\n\n\n\n<p>Aus guten Gr\u00fcnden macht sich die SAP-Community viele Sorgen um die ERP-Weiterentwicklung. Die aktuellen Kernthemen von SAP-Chef Klein sind KI und Cloud. F\u00fcr diese Megatrends braucht er naturgem\u00e4\u00df weniger Personal: KI-Innovationen werden zugekauft und lizenziert; Cloud-Infrastruktur kann preiswert bei den Hyperscalern und Unternehmen wie Cloudflare zugebucht werden. Aber eine inhaltliche und strukturierte Weiterentwicklung des ERP k\u00f6nnen nur die Spezialisten und Entwickler von SAP.<\/p>\n\n\n\n<p>SAP ist ERP-Weltmarktf\u00fchrer, weil es dieses betriebswirtschaftliche Wissen nirgendwo sonst gibt \u2013 eine Anekdote: Vor einigen Jahren gab es schon einmal ein Restrukturierungsprogramm mit zahlreichen Stellenstreichungen. SAP war mit dem Abfindungsprogramm gro\u00dfz\u00fcgig, sodass auch erfahrene und verdiente Mitarbeiter das Angebot akzeptierten, weil sie genau wussten, mit dem erarbeiteten SAP-Wissen schnell eine neue Aufgabe zu finden. Einer dieser Executives war APO- und MRP-Spezialist mit umfangreichem Wissen \u00fcber Supply Chain Planning. Aktuell arbeitet er als freier Berater f\u00fcr einen SAP-Bestandskunden mit zweistelliger Kundennummer. Es wird ein APO-Nachfolger gesucht: SAP hat das On-prem-Produkt APO (Advanced Planner and Optimizer) abgek\u00fcndigt; den Nachfolger, IBP (Integrated Business Planning), gibt es nur als Cloud-Produkt. Mithilfe des ehemaligen SAP-Mitarbeiters ist der SAP-Bestandskunde bei einem anderen Unternehmen f\u00fcndig geworden. Ein APO-\u00e4hnliches Produkt wird nun on-prem customized!<\/p>\n\n\n\n<p>Die SAP-Personalpolitik erscheint somit kontraproduktiv und ist lediglich dem Ziel eines hohen Aktienkurses verpflichtet. SAP-Software ist nicht kompliziert, aber komplex. Der ERP-Konzern braucht Tausende erfahrene Entwickler und Software-Ingenieure \u2013 ganz unabh\u00e4ngig von KI und dem Infrastrukturmodell, ob Cloud, On-prem oder Hybrid. Die SAP-Bestandskunden erwarten in erster Linie eine inhaltliche Weiterentwicklung des ERP-Kerns, ob nun im S\/4 selbst oder auf der SAP Business Technology Platform. Auch Christian Klein kennt diesen Umstand, aber er kann sich auf die zahlreichen Schattenentwickler der SAP-Partner verlassen. Es d\u00fcrften weit mehr sein, als Positionen jetzt zur Disposition stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ende ist tragisch: Don Giovanni und Leporello treffen sich auf einem Friedhof. Don Giovanni erz\u00e4hlt von seinen Abenteuern, als die Statue des Komturs zu ihm zu sprechen beginnt. Don Giovanni l\u00e4dt den Komtur zum Abendessen ein. Donna Elvira warnt Don Giovanni vor seinem Untergang. Der Komtur erscheint. Er versucht, Don Giovanni zur Umkehr zu bewegen. Doch Don Giovanni bereut nichts und muss daf\u00fcr in die H\u00f6lle fahren. Alle kommen zu dem Schluss: \u201eSo geht es dem, der B\u00f6ses tut.\u201c<\/p>\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Salzburger Festspiele sind beendet und Don Giovanni war ein \u00fcberw\u00e4ltigender Erfolg. W\u00e4hrend er sich in Spanien mit 1003 Frauen verabredet, hat Christian Klein weltweit mehrere 10.000 Entwickler.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":139010,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"pmpro_default_level":"","footnotes":""},"categories":[7,8,43996],"tags":[],"coauthors":[27825],"class_list":["post-145096","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-meinung","category-editorial","category-mag-24-09","pmpro-has-access"],"acf":[],"featured_image_urls_v2":{"full":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial.jpg",1000,450,false],"thumbnail":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-150x150.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-400x180.jpg",400,180,true],"medium_large":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-768x346.jpg",768,346,true],"large":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial.jpg",1000,450,false],"image-100":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-100x45.jpg",100,45,true],"image-480":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-480x216.jpg",480,216,true],"image-640":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-640x288.jpg",640,288,true],"image-720":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-720x324.jpg",720,324,true],"image-960":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-960x432.jpg",960,432,true],"image-1168":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial.jpg",1000,450,false],"image-1440":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial.jpg",1000,450,false],"image-1920":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial.jpg",1000,450,false],"1536x1536":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial.jpg",1000,450,false],"2048x2048":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial.jpg",1000,450,false],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-18x8.jpg",18,8,true],"bricks_large_16x9":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial.jpg",1000,450,false],"bricks_large":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial.jpg",1000,450,false],"bricks_large_square":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial.jpg",1000,450,false],"bricks_medium":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-600x270.jpg",600,270,true],"bricks_medium_square":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-600x450.jpg",600,450,true],"profile_24":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-24x24.jpg",24,24,true],"profile_48":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-48x48.jpg",48,48,true],"profile_96":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-96x96.jpg",96,96,true],"profile_150":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-150x150.jpg",150,150,true],"profile_300":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Editorial-300x300.jpg",300,300,true]},"post_excerpt_stackable_v2":"<p>Die Salzburger Festspiele sind beendet und Don Giovanni war ein \u00fcberw\u00e4ltigender Erfolg. 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