{"id":141409,"date":"2024-03-29T07:00:00","date_gmt":"2024-03-29T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=141409"},"modified":"2024-04-08T10:10:43","modified_gmt":"2024-04-08T08:10:43","slug":"sap-technik-versus-betriebswirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/sap-technik-versus-betriebswirtschaft\/","title":{"rendered":"SAP: Technik versus Betriebswirtschaft"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Liebe zur Technik kann SAP seit einigen Jahren nicht abgesprochen werden. Mit viel Enthusiasmus verschrieb sich der ERP-Konzern der Entwicklung einer In-memory-Computing-Datenbank. Naturgem\u00e4\u00df ging die Initiative von SAP-\u00dcbervater Professor Hasso Plattner aus, der an seinem Universit\u00e4tsinstitut in Potsdam dazu auch alle Ressourcen hatte. Und SAP nahm diesen Datenbank-Kick-off gerne auf. So entstand Hana.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">SQL-Datenbank Hana<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Aus Sicht der SAP ist die SQL-Datenbank Hana naturgem\u00e4\u00df mehr als ein Mitbewerber zu Oracle, IBM und Microsoft. Hana soll eine DB-Plattform sein, die Funktionen zur Verf\u00fcgung stellt, die weit \u00fcber eine relationale Datenbank hinausgehen. Dieser Ansatz mag von Beginn an im Kopfe von Hasso Plattner vorhanden gewesen sein, aber der Anspruch, mehr zu sein als eine SQL-Maschine, kristallisiert sich erst sp\u00e4t, vielleicht zu sp\u00e4t heraus.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-1661915479\"><div id=\"great-621442727\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6ZGXMPyM-nU\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26-04_29_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Bereits in fr\u00fchen Jahren verf\u00fcgte Hana neben der SQL-Engine auch \u00fcber die M\u00f6glichkeit zum Graph Computing. Die Graphentheorie ist ein Zweig der Informatik. Graphen k\u00f6nnen Beziehungen zwischen Objekten wiedergeben und sind relativ leicht handhabbar durch Matrizenrechnungen. Wirklich popul\u00e4r wurde die Hana-Graph-Engine nicht, auch sind kaum praktische Anwendungen bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun \u00fcberraschte SAP-Technikvorstand J\u00fcrgen M\u00fcller mit einer Hana-Vektor-Engine, die kommende Large-Language-Modelle (LLM) in der generativen KI unterst\u00fctzen und kontrollieren soll. Graphen und Vektoren sind zwei ganz unterschiedliche Denkans\u00e4tze. Sie lassen sich wahrscheinlich aber auf einer Datenbankplattform wie Hana orchestrieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Vektoren spannen einen Raum auf und sind meist mehrdimensional. Was der normalen r\u00e4umlichen Vorstellung zwangsl\u00e4ufig widerspricht, sind Vektoren h\u00f6herer Dimension, auch einmal \u00fcber einhundert. F\u00fcr den Menschen ist meistens bei der dritten Dimension Ende der Fahnenstange, vielleicht noch die Zeit als vierte Dimension. Aber mit Vektoren im mehrdimensionalen Raum l\u00e4sst sich sehr leicht und gut rechnen, um etwa \u00c4hnlichkeiten zwischen Objekten zu finden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Technische Innovationen und SAP<\/h2>\n\n\n\n<p>Viel Mathematik und Informatik m\u00f6gen vielleicht f\u00fcr Professor Hasso Plattner und seinen ehemaligen Doktoranden J\u00fcrgen M\u00fcller faszinierend sein. Noch h\u00e4lt sich der Mehrwert f\u00fcr die Mehrzahl der SAP-Bestandskunden aber in Grenzen. Und damit gilt es die Frage zu stellen, ob SAP wirklich ihre Bestimmung in technischen Innovationen finden sollte oder doch lieber dem Sprichwort \u201eSchuster, bleib bei deinem Leisten\u201c folgen und die betriebswirtschaftlichen Innovationen voranbringen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei aller Wertsch\u00e4tzung dem SAP-Technikvorstand J\u00fcrgen M\u00fcller gegen\u00fcber muss dennoch gesagt werden, dass es andere besser k\u00f6nnen! Vergangenes Jahr pr\u00e4sentierte J\u00fcrgen M\u00fcller in Bangalore, Indien, auf der SAP TechEd 2023 einen Co-Pilot f\u00fcr die Erstellung von Software auf der SAP Business Technology Platform (BTP). Auf Nachfrage erkl\u00e4rte M\u00fcller, dass der Co-Pilot JavaScript beherrschen w\u00fcrde, was auch in einem SAP-ERP-Umfeld mitunter hilfreich sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Nochmals nachgefragt, was denn nun mit der SAP-eigenen Programmiersprache Abap w\u00e4re, musste J\u00fcrgen M\u00fcller eingestehen, dass der Co-Pilot noch beim Erlernen ist. Auch ein halbes Jahr sp\u00e4ter scheint es bei SAP noch keine Fortschritte hinsichtlich Abap-Co-Pilot zu geben. Am Rande einer BTP-Konferenz wurde aber bekannt, dass in den Microsoft-Labors bereits ein experimenteller Abap-Co-Pilot existiert. Keine sehr \u00fcberraschende Entwicklung! Microsoft ist einer der Hauptsponsoren von OpenAI, den Betreibern von ChatGPT, damit einer der Weltmarktf\u00fchrer f\u00fcr generative KI, wozu auch Co-Pilots im weitesten Sinn zu z\u00e4hlen sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schuster, bleib bei deinem Leisten<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Wenn nun Microsoft tats\u00e4chlich einen Abap-Co-Pilot besitzt, sehe ich darin keinen Nachteil f\u00fcr SAP und die SAP-Community \u2013 vielleicht eine pers\u00f6nliche Niederlage f\u00fcr SAP-Technikvorstand J\u00fcrgen M\u00fcller. Warum? SAP muss keine Tech Company sein, um weltweit Erfolge einzufahren. Das betriebswirtschaftliche Wissen aus 50 Jahren ERP-Entwicklung ist einzigartig. Die Probleme der Welt bei Logistik, Finanzwesen, Controlling und Supply Chain Planning sind gewaltig. Hier hat SAP alle M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein nachhaltiges Alleinstellungsmerkmal. Warum also Cloud Computing, In-memory Computing, Co-Pilot und generative KI?<\/p>\n\n\n\n<p>Schuster, bleib bei deinem Leisten, will ich SAP zurufen. In den Bereichen der unternehmerischen und betriebswirtschaftlichen Aufbau- und Ablauforganisation gibt es gen\u00fcgend Herausforderungen f\u00fcr SAP. Wo ist der betriebswirtschaftliche und organisatorische Mehrwert von Cloud ALM, Signavio und LeanIX? SAP k\u00f6nnte auf einem guten Weg sein, wenn SAP-Chef Christian Klein mehr \u00fcber Enterprise-Architekten, Process Mining und Composable ERP, aber weniger \u00fcber Cloud Computing und KI reden w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Worin liegt der Mehrwert von SAP? 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