{"id":140638,"date":"2024-03-14T10:00:00","date_gmt":"2024-03-14T09:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=140638"},"modified":"2024-03-15T14:07:58","modified_gmt":"2024-03-15T13:07:58","slug":"sap-ki-dystopie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/sap-ki-dystopie\/","title":{"rendered":"SAP-KI-Dystopie"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Indirekte Nutzung verhindert den KI-Erfolg<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Um die selbst verschuldete ERP-Komplexit\u00e4t zu verringern, hat SAP im Jahr 2018 ein neues Preismodell vorgestellt. Dieses soll den Bestandskunden helfen, den Bedarf an zus\u00e4tzlichen Lizenzen f\u00fcr die indirekte Nutzung ihrer eigenen Daten zu ermitteln. Die rechtliche Grundlage ist juristisch umstritten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel: Der SAP-Bestandskunde verwendet eine Abrechnungssoftware eines Drittanbieters, hierbei werden automatisch Daten an eine SAP-L\u00f6sung \u00fcbermittelt werden. Diese Datenverbindung kann gegen\u00fcber SAP lizenzpflichtig werden! SAP verschickt unregelm\u00e4\u00dfig Listen von Programmen, die aus Sicht von SAP eine indirekte Datennutzung verursachen. In der Regel muss der SAP-Bestandskunde seine IT-Infrastruktur nach Datenverbindungen durchforsten, die zwischen den eigenen SAP-Systemen und anderer Software bestehen. Das ist m\u00fchselig und zeitraubend, aber es ist notwendig! SAP ist in Lauerstellung und kann bei indirekter Nutzung sehr hohe Lizenznachforderungen einklagen.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-41367743\"><div id=\"great-1495026240\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6ZGXMPyM-nU\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26-04_29_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Letztendlich ist der Taschenspielertrick leicht durchschaubar: SAP will nicht, dass die eigenen Bestandskunden neben ERP, CRM, HCM, SCM etc. Software von anderen Anbietern einsetzen. Weil aber meistens das SAP ERP das f\u00fchrende System ist, sind alle Fremdsysteme indirekte Nutzer der in SAP generierten und vorhandenen Daten. Was diese juristisch umstrittene Sichtweise f\u00fcr zuk\u00fcnftige generative KI bedeutet, muss noch ausdiskutiert werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Generative KI lebt von fremden Daten<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Es ist ein Wesensmerkmal generativer KI, dass die Systeme zu Beginn leer und dumm sind. Mit vielen Trainingsdaten erwachen diese KI-Systeme. Letztendlich ist es sehr komplexe Statistik, die die Daten klassifiziert und zur\u00fcckspielt. Tatsache ist, ohne Trainingsdaten gibt es keine generative KI.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnliches gilt jedoch auch f\u00fcr ein CRM-System von Salesforce, das an ein SAP-ERP-System angeschlossen wird. W\u00fcrde dieses fremdartige CRM nicht mit Daten aus dem SAP-System versorgt werden, g\u00e4be es kein Beziehungsmanagement zu den Endkunden. ERP und SCM und CRM und HCM bedingen einander \u2013 indirekt helfen sie einander, aber nur SAP will f\u00fcr diesen Daten- und Bluttransfer auch Lizenzen einkassieren.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Datenaustausch zwischen SAP und Salesforce noch weitgehend kontrolliert und minimalistisch ablaufen kann, wird es bei generativer KI schon wesentlich chaotischer und volumin\u00f6ser. Je mehr, umso besser.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abap scheitert an Datenarmut<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Je mehr Trainingsdaten eine KI gef\u00fcttert bekommt, desto intelligenter kann sie werden. Ein Beispiel: Aktuell scheitert SAP noch an einem Co-Pilot f\u00fcr Abap, die eigene Programmiersprache der SAP. Es gibt weltweit viel zu wenig Abap-Programmcode, um eine generative KI wie ChatGPT von OpenAI zu trainieren. Auch SAP selbst hat kein Large Language Model, mit dem sich ein Abap-Co-Pilot im Sinne einer generativen KI herstellen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Das offizielle Fehlen eines Abap-Co-Pilot sagt jedoch nur etwas \u00fcber die Willenlosigkeit und geringen KI-Ressourcen der SAP selbst aus. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! SAP-Partner Microsoft hat nach inoffiziellen Angaben bereits einen experimentellen Abap-Co-Pilot und bei Microsoft gibt es mit Sicherheit auch nicht mehr Abap-Code, oder?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Indirekte Nutzung versus KI-Trainingsdaten<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Das SAP-Konstrukt f\u00fcr die indirekte Nutzung von Daten, die in SAP-Systemen generiert und gespeichert wurden, ist aller Wahrscheinlichkeit nach der Tod jeder generativen ERP-KI. Ohne ausreichende Trainingsdaten drohen den SAP-Bestandskunden eine KI-Dystopie und der finanzielle Untergang. Alle Daten eines SAP-ERP-Systems f\u00fcr die indirekte Nutzung zu lizenzieren w\u00fcrde wahrscheinlich jeden Bestandskunden \u00fcberfordern. Mit dem Konzept der indirekten Nutzung ist SAP der erste Innovationsfeind ihrer eigenen Kundenbasis.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Den ERP-Datenschatz heben<\/h2>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Die aktuelle Situation ist ambivalent, denn SAP ist sehr bem\u00fcht, umf\u00e4nglich ERP-Daten zur Verf\u00fcgung zu stellen. Mit den Zuk\u00e4ufen Signavio und LeanIX lassen sich SAP-ERP-Systeme auf einem wesentlich h\u00f6heren Niveau analysieren, was letztendlich optimale Trainingsdaten hervorbringen wird. Aleph-Alpha-Mitgr\u00fcnder Jonas Andrulis schw\u00e4rmte auf einer KI-Tagung des deutschen Handelsblatts von der Kombination Process Mining mit Signavio und einem Large Language Model (LLM) aus seinem Haus.<\/p>\n\n\n\n<p>Das SAP-Unternehmen Signavio k\u00f6nnte mit ERP-Process-Mining die Trainingsdaten f\u00fcr das Aleph-Alpha-LLM von Jonas Andrulis liefern, wenn nicht das Damoklesschwert der indirekten Nutzung \u00fcber allem schweben w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SAP nimmt das Thema KI nicht ernst. SAP investiert zu wenige Ressourcen in KI. SAP schafft keine Ausnahmen der indirekten Nutzungslizenzen f\u00fcr KI-Applikationen. 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