{"id":132343,"date":"2023-09-20T08:00:00","date_gmt":"2023-09-20T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=132343"},"modified":"2023-09-13T11:17:03","modified_gmt":"2023-09-13T09:17:03","slug":"software-testing-wissenschaft-trifft-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/software-testing-wissenschaft-trifft-kunst\/","title":{"rendered":"Software-Testing \u2013 Wissenschaft trifft Kunst"},"content":{"rendered":"\n<p>Dies \u00e4ndert sich erst, wenn sie nicht funktioniert. Damit das nicht passiert, ist eine best\u00e4ndige Qualit\u00e4tskontrolle wichtig. Das Zauberwort hierzu: Software-Testing.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Software-Testing: Der Versuch einer Ann\u00e4herung<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201eEine einheitliche Definition f\u00fcr Software-Testing existiert nicht\u201c, berichtet Thomas Steirer, Testing-Experte bei Nagarro. \u201eAus meiner Sicht ist es aber sinnvoll, den Begriff weit zu definieren. Dann umfasst er alle Ma\u00dfnahmen, die sicherstellen, dass Software die Aufgaben erf\u00fcllt, f\u00fcr die sie konzipiert wurde. Software-Testing wird so zu einer ganzheitlichen Aufgabe, die bestenfalls bereits bei der Entwicklung beginnt.\u201c<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-1965538080\"><div id=\"great-30588116\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26-04_29_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich etablierte sich unter dem Begriff \u201eDevOps\u201c eine Philosophie, die genau dies verfolgt. \u201eDevOps\u201c, zusammengesetzt aus \u201eDevelopment\u201c und \u201eOperations\u201c, r\u00fcckt Softwareentwicklung und Softwarebetrieb n\u00e4her zusammen. Unternehmen etablieren dazu Prozesse und Tools, die Feedbackschleifen erleichtern. Ein Ziel dabei: starre, sequenzielle Abl\u00e4ufe aufzul\u00f6sen und so die Qualit\u00e4tssicherung zu verbessern. \u201eFr\u00fcher wurde oft t\u00e4tigkeitsbezogen gedacht. Entwickler*innen spezifizierten die neue Software und umrissen ihren logischen Aufbau, die Programmierer*innen setzten sie um. Im Anschluss testeten dann unternehmensinterne User*innen eine erste Alpha-Version\u201c, erl\u00e4utert Thomas Steirer.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Nachteil dieses Vorgehens: Selbst gravierende M\u00e4ngel entdeckten die Testenden vielfach erst zu einem sp\u00e4ten Zeitpunkt \u2013 im schlimmsten Fall beim Endkunden. Dadurch verl\u00e4ngerten sich Entwicklungszeiten, gleichzeitig entstanden teilweise erhebliche Zusatzkosten. \u201eDaher begleiten wir heute schon den Entwicklungsprozess. Unsere Erfahrungen zeigen, dass rund 80 Prozent aller Fehler bereits dort entstehen: Die Entwicklung \u00fcbersieht so zum Beispiel f\u00fcr User*innen wichtige Funktionalit\u00e4ten oder bedenkt nicht, mit welchen Drittsystemen die Software h\u00e4ufig interagieren wird. Durch fr\u00fchzeitige Qualit\u00e4tskontrollen l\u00e4sst sich das vermeiden\u201c, wei\u00df Thomas Steirer aus Erfahrung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Must-have \u2013 nicht nur f\u00fcr Softwarehersteller\u00a0<\/h2>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst scheint es, als ob Testing prim\u00e4r Softwareh\u00e4user betrifft. Doch weit gefehlt! Alle Unternehmen nutzen heute Software: ERP- und CRM-Systeme, Web-sites mit angegliederten Onlineshops, Steuerungssysteme f\u00fcr die Produktion sind klassische Beispiele. Oft handelt es sich dabei um L\u00f6sungen, die Unternehmen bed\u00fcrfnisbezogen zuschneiden \u2013 und dabei h\u00e4ufig ganze IT-\u00d6kosysteme konzipieren. \u201eBetrachten wir beispielsweise SAP. Dabei handelt es sich nicht nur um einfache Software, sondern eher um einen bunten Werkzeugkasten, aus dem sich Unternehmen bedarfsorientiert bedienen k\u00f6nnen\u201c, so Thomas Steirer. \u201eGerade die SAP Business Technology Platform (BTP) belegt das: Es geht immer mehr um unternehmensspezifische, orchestrierte Systemlandschaften.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr reibungslose Betriebsabl\u00e4ufe sind diese IT-\u00d6kosysteme unerl\u00e4sslich. Bei Websites und Onlineshops betrifft die unternehmensinterne IT zudem direkt die Endkonsumenten. Dann ist es \u00e4rgerlich, wenn diese wegen Softwarefehlern beispielsweise nicht bestellen k\u00f6nnen. Software-Tester*innen stellen somit nicht \u201enur\u201c passiv reibungslose Abl\u00e4ufe sicher, sondern sch\u00fctzen vielmehr Unternehmen vor fundamentalen Gesch\u00e4ftsrisiken \u2013 denn ohne moderne IT l\u00e4uft in Unternehmen heute nichts mehr. Dazu Thomas Steirer: \u201eSoftware ist ein \u00fcberlebensnotwendiger Faktor f\u00fcr so gut wie alle Unternehmen. Und damit bleiben Softwarerisiken nicht nur in der Software \u2013 sondern betreffen die gesamte Organisation und deren Existenzgrundlage. Ein gut aufgesetzter Softwaretest reduziert dieses Risiko auf ein niedriges und beherrschbares Niveau. Dadurch wird die Arbeit der Testenden im Grunde zu einer Form von Risikomanagement.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Systemlandschaften testen \u2013 eine Frage der Erfahrung<\/h2>\n\n\n\n<p>Komplexe Systemlandschaften sind aber prinzipiell fehleranf\u00e4llig. Im Fokus steht hier daher, inwiefern sich die einzelnen Komponenten zweckm\u00e4\u00dfig und stimmig zusammenf\u00fcgen. Daf\u00fcr definieren Sys-temarchitekt*innen schon vor dem Go-live, welchen Anforderungen diese gen\u00fcgen m\u00fcssen. Dazu spezifizieren sie etwa&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Aufgaben und Ziele der neuen Umgebung<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 g\u00e4ngige Use-Cases sowie<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 ben\u00f6tigte APIs, damit die einzelnen Komponenten miteinander<br>interagieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tester*innen unterst\u00fctzen sie, indem sie Annahmen hinterfragen, Anforderungen auf Vollst\u00e4ndigkeit pr\u00fcfen oder Use-Cases auf Praxisrelevanz durchleuchten. Operativ checken sie zudem Eingabeformulare oder testen Schnittstellen. Diffizil dabei: Damit das gelingt, ist vor allem Erfahrungswissen wichtig. Thomas Steirer: \u201eBeim Testing kommen Wissenschaft und Kunst zusammen. Die wissenschaftlichen Aspekte lassen sich durch ein Literaturstudium lernen. Einschl\u00e4gige Publikationen f\u00fcllen ganze B\u00fccherregale. Aber wirklich gut wird man erst, wenn man ein Gesp\u00fcr f\u00fcr typische Probleme entwickelt. Ein Beispiel: In der Praxis sind unendlich viele Anwendungsszenarien denkbar. Es lassen sich aber nur endlich viele Szenarien durchspielen. Die Kunst besteht darin, einzusch\u00e4tzen, welche realistisch sind \u2013 und sich auf diese zu fokussieren. Klar, dass daf\u00fcr Projekterfahrung n\u00f6tig ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Testing<\/h2>\n\n\n\n<p><br>Ein Experimentierfeld f\u00fcr das Zusammenspiel von \u201eMensch und Maschine\u201c? M\u00f6glicherweise gewinnt Erfahrungswissen durch KI sogar noch an Bedeutung. Der Grund: KI \u00fcbernimmt derzeit vor allem operative, h\u00e4ufig langweilige und repetitive T\u00e4tigkeiten. So lesen wohl nur wenige Personen gerne Quellcode. Dann ist es sch\u00f6n, wenn ChatGTP &amp; Co. ihn \u00fcberpr\u00fcfen. Aber nur Menschen k\u00f6nnen einsch\u00e4tzen, wo KI-Einsatz und Testautomatisierung sinnvoll sind \u2013 und wo nicht. Zudem nutzen immer mehr Unternehmen Machine Learning. Ein praktisches Beispiel hierf\u00fcr: virtuelle Assistenten. Diese m\u00fcssen allerdings zun\u00e4chst trainiert und durch Testdaten validiert werden \u2013 ein weiteres T\u00e4tigkeitsfeld f\u00fcr Tester*innen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Fazit f\u00fcr Unternehmen<\/h2>\n\n\n\n<p><br>In Zeiten datengetriebener Gesch\u00e4ftsmodelle und unsicherer Lieferketten wird die IT noch erfolgskritischer. Unternehmen sollten daher das Thema im Auge behalten und zumindest sukzessive in dieses investieren. Gerade anfangs k\u00f6nnen kompetente Spezialisten Unternehmen dabei begleiten, als externe Dienstleister oder durch Schulungen der Belegschaft. Thomas Steirer: \u201eNach den ersten Projekten wird sich dann zeigen, ob ein Unternehmen eigene Spezialisten einstellt oder dauerhaft auf externe Partner zur\u00fcckgreift. Zun\u00e4chst kann es sich so dem Thema aber unkompliziert n\u00e4hern. Bei der heutigen Bedeutung der IT schadet es jedenfalls nicht, es auf einen Versuch ankommen zu lassen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Software ist allgegenw\u00e4rtig: Sie steuert moderne Herzschrittmacher,<br \/>\nerm\u00f6glicht alltagsunterst\u00fctzende Apps auf dem Handy und sorgt f\u00fcr effiziente<br \/>\nAbl\u00e4ufe in Unternehmen. 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