{"id":130099,"date":"2023-06-29T09:55:00","date_gmt":"2023-06-29T07:55:00","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=130099"},"modified":"2023-06-29T07:57:36","modified_gmt":"2023-06-29T05:57:36","slug":"ein-orakel-fuer-sap","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/ein-orakel-fuer-sap\/","title":{"rendered":"Ein Orakel f\u00fcr SAP"},"content":{"rendered":"\n<p>Christian Klein hat seine SAP in einen sicheren Hafen gebracht. Der Aktienkurs ist zufriedenstellend und die Bestandskunden bes\u00e4nftigt. Die Mitarbeiter sind nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig demotiviert und einige Partner sind \u00fcberraschend optimistisch. Was fehlt, ist ein Plan, wie es weitergehen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>SAP-Chef Christian Klein wirkt tiefenentspannt. Er f\u00e4hrt mit der Bahn zum Weltwirtschaftsgipfel nach Davos und l\u00e4sst sich dort vom angeheuerten und gesponserten Chefredakteur des Handelsblatts interviewen. Alles ist gut und alles ist unter Kontrolle. Auch w\u00e4hrend der B\u00fchnenauftritte zur Sapphire in Orlando und Barcelona sahen die Bestandskunden und Partner einen gut gelaunten und selbstsicheren Christian Klein.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-574515195\"><div id=\"great-135170348\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6ZGXMPyM-nU\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26-04_29_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Damit auch niemand dieses Idyll st\u00f6rte, waren auf der Sapphire in Barcelona nur drei Journalisten aus Deutschland anwesend, ein versierter Redakteur von der Wirtschaftswoche und zwei Fachredakteure \u2013 keine allzu gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr Kleins Presseteam. Auch die diesj\u00e4hrige SAP-Hauptversammlung verlief erfolgreich und ohne Eskalationen: Professor Plattner bekam f\u00fcr sich selbst, sein Team aus Aufsichtsrat und Vorstand sowie f\u00fcr seine Antr\u00e4ge eine sehr breite Unterst\u00fctzung durch die Aktion\u00e4re. Alle Beteiligten waren mit sich selbst sehr zufrieden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt aktuell nur eine Person, die die SAP\u2019sche Idylle st\u00f6rt: Larry Ellison. Wieder einmal hat der OracleChef gezeigt, dass es noch besser geht. Durch kluge Entscheidungen \u00fcberfl\u00fcgelte er SAP technisch, betriebswirtschaftlich und mit dem eigenen Aktienkurs. Hasso Plattner und Christian Klein machten in den vergangenen Monaten keinen schlechten Job, aber Larry Ellison war um ein Vielfaches besser.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum erscheint Oracle besser als SAP? Die Antwort ist simpel: Larry Ellison schaut in die Zukunft \u2013 anders gesagt: Der Oracle-Boss bem\u00fcht ein Orakel; w\u00e4hrend Plattner und Klein versuchen, das Erreichte zu bewahren. SAP-Chef Christian Klein befragt kein Orakel zur ERP-Zukunft, sondern versucht, seine SAP vor dem Kollaps zu bewahren \u2013 das ist lobenswert, aber nicht strategisch! Das Bem\u00fchen von Klein und seinen Vorstandskollegen kann in einem Satz zusammengefasst werden: Wir garantieren einen Support f\u00fcr S\/4 Hana bis 2040, kein anderer IT-Anbieter verpflichtet sich \u00e4hnlich weitreichend.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Umkehrschluss bedeutet der S\/4-Support bis 2040: Christian Klein, Thomas Saueressig und J\u00fcrgen M\u00fcller haben keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Es gibt keine Vision f\u00fcr einen S\/4-Nachfolger. Die ERP-Strategie beruht allein auf Hana und S\/4. Peinlich f\u00fcr Christian Klein ist der Umstand, dass seine Bestandskunden, die Community und der Anwenderverein DSAG schon wesentlich weiter sind. Eine im Juni stattgefundene Diskussion zeigte unter anderem das Potenzial der Business Technology Platform (BTP) und des daraus resultierenden Embedded Abap, auch genannt Steampunk. Einige Experten sind sich sicher, dass BTP und Steampunk die SAP-Basis f\u00fcr einen Nach- und Nachnachfolger von S\/4 sein m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>2024 wird alles besser, wenn Punit Renjen den Aufsichtsratsvorsitz von Professor Hasso Plattner \u00fcbernimmt. Gleichzeitig laufen 2024 viele Aufsichtsratsmandate aus, sodass Punit Renjen die Chance besitzt, sich ein neues, innovatives Team zusammenzustellen. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende w\u00e4re gut beraten, wenn er es \u00e4hnlich wie Jim Hagemann Snabe bei Siemens macht. Der ehemalige SAP-Co-CEO Snabe l\u00e4sst seine Aufsichtsr\u00e4te ein Mal pro Jahr von einer externen Personalberatungsagentur evaluieren. Bei Siemens gibt es Aufsichtsratsposten nicht aufgrund freundschaftlicher Beziehungen, sondern ausschlie\u00dflich nach einem strengen Leistungskatalog.<\/p>\n\n\n\n<p>Die alternative Aufsichtsratskultur eines Jim Hagemann Snabe ist vielleicht ein Grund, warum er nach seinem Ausscheiden aus dem SAP-Vorstand niemals daran dachte, bei Professor Hasso Plattner wieder anzuheuern. Denn bis 2024 gilt im SAP-Aufsichtsrat noch ausschlie\u00dflich die Stimme von Plattner. Wer sich seiner Zuneigung, wie SAP-Technikvorstand J\u00fcrgen M\u00fcller, sicher sein kann, darf auf ein ungest\u00f6rtes Arbeitsleben hoffen. F\u00fcr eine erfolgreiche SAP-Zukunft braucht Punit Renjen einen agilen, innovativen Aufsichtsrat. Er braucht Personen, die mit Kompetenz, konstruktiver Kritik und scharfem Verstand ihrer Aufsichtspflicht nachkommen und gleichzeitig mit Erfahrung und Visionen die richtigen Ratschl\u00e4ge einem runderneuerten Vorstand offen und transparent vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer das Orakel befragt, wird erfahren, dass SAP ein gewaltiges Potenzial besitzt, dass die SAP-Zukunft \u00e4hnlich erfolgreich werden kann, wie Larry Ellison es aktuell vorlebt. Um dieses Potenzial aber zu aktivieren, ben\u00f6tigt SAP unter Punit Renjen einen Aufsichtsrat \u00e4hnlich dem Ex-SAP-Kollegen Snabe und definitiv einen vision\u00e4ren und mutigen Vorstand, der seine Arbeit nicht nur im Administrieren des ERP-Weltmarktf\u00fchrers sieht. Die zur\u00fcckliegenden SAP-Innovationen wie Hana und S\/4 werden nur noch technisch verwaltet. Das Customizing reduziert sich auf einen Cloud-Computing-Diskurs. Einen Mehrwert f\u00fcr die SAP-Bestandskunden liefert momentan weder Aufsichtsrat noch Vorstand.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SAP-Chef Christian Klein hat Gro\u00dfartiges vollbracht: Der vorprogrammierte Absturz wurde verhindert. SAP hat die Kurve bekommen, ist nicht im Graben gelandet und befindet sich nun in ruhigen Gew\u00e4ssern. Nur wohin soll es jetzt gehen? Das wei\u00df bei SAP niemand.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4146,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"pmpro_default_level":"0","footnotes":""},"categories":[8,43277],"tags":[39870,35728,15484,43278,8855,517,236,42082],"coauthors":[27825],"class_list":["post-130099","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-editorial","category-mag-23-07","tag-btp-bdc","tag-christian-klein","tag-editorial","tag-mag-23-07","tag-peter-faerbinger","tag-s4","tag-sap","tag-steampunk","pmpro-has-access"],"acf":[],"featured_image_urls_v2":{"full":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"thumbnail":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-150x150.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-400x160.jpg",400,160,true],"medium_large":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-768x307.jpg",768,307,true],"large":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"image-100":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-100x40.jpg",100,40,true],"image-480":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-480x192.jpg",480,192,true],"image-640":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-640x256.jpg",640,256,true],"image-720":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-720x288.jpg",720,288,true],"image-960":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-960x384.jpg",960,384,true],"image-1168":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"image-1440":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"image-1920":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"1536x1536":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"2048x2048":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-18x7.jpg",18,7,true],"bricks_large_16x9":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"bricks_large":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"bricks_large_square":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"bricks_medium":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-600x240.jpg",600,240,true],"bricks_medium_square":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-600x400.jpg",600,400,true],"profile_24":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-24x24.jpg",24,24,true],"profile_48":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-48x48.jpg",48,48,true],"profile_96":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-96x96.jpg",96,96,true],"profile_150":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-150x150.jpg",150,150,true],"profile_300":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-300x300.jpg",300,300,true]},"post_excerpt_stackable_v2":"<p>SAP-Chef Christian Klein hat Gro\u00dfartiges vollbracht: Der vorprogrammierte Absturz wurde verhindert. 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