{"id":128280,"date":"2023-05-25T12:08:07","date_gmt":"2023-05-25T10:08:07","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=128280"},"modified":"2023-05-25T12:08:12","modified_gmt":"2023-05-25T10:08:12","slug":"interner-richtungsstreit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/interner-richtungsstreit\/","title":{"rendered":"Interner Richtungsstreit"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich schreibe hier \u00fcber Cloud Computing im komplexen ERP-Umfeld, wie es die Anwendungen R\/3, ECC 6.0 und S\/4 seit vielen Jahren repr\u00e4sentieren. Dieser Diskurs \u00fcber das Wolkenkuckucksheim bezieht sich nicht auf E-Mail-Hosting, Google-Suche, ChatGPT, Amazon Storage oder cloudnative Anwendungen von Salesforce (CRM) und Workday (HCM), sondern ausschlie\u00dflich auf eine mehrstufige, komplexe SAP-Architektur. Auch werden nicht die Anliegen und Pl\u00e4ne von SAP-Neukunden ber\u00fccksichtigt, die ohne Altlasten munter und hoffnungsvoll in die Public Cloud marschieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der SAP\u2019sche Richtungsstreit ist etwa ein halbes Jahr alt und tobt zwischen erfahrenen SAP-Executives und dem Vorstand. Die Ausgangssituation ist trivial: Das beste aller weltweiten ERP-Systeme beruht auf einer wohldurchdachten und komplexen Architektur. Vor vielen Jahrzehnten erfanden Professor Hasso Plattner und sein damaliger Technikvorstand Peter Zencke das dreistufige Client-Server-Modell. Es bestand aus einem zentralen Datenbankserver, mehreren Applikationsservern und Hunderten bis Tausenden Clients. Diese Architektur wurde sp\u00e4ter virtualisiert und nichts spricht dagegen, das Client-Server-Modell erfolgreich in eine Cloud zu transformieren.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-3771090237\"><div id=\"great-4005471381\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6ZGXMPyM-nU\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"banner_26-04_29_1200x150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26-04_29_1200x150-1-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Die Cloud-Transformation eines operativen SAP-Systems ist aufwendig und komplex in der Planung, aber als Betriebsmodell fast trivial \u2013 was letztendlich zahlreiche SAP-Vorst\u00e4nde immer wieder von \u201eCloud only\u201c hat tr\u00e4umen lassen. Einen Vorwurf darf man Christian Klein nicht machen. Der SAP-CEO ist kein Techniker. Er sieht die vermeintlich niedrigen Cloud-Preise f\u00fcr seine Bestandskunden und die hohen Margen f\u00fcr SAP. Aber so einfach ist es im SAP-Universum nicht, sodass einige SAP-Manager besorgt an Christian Kleins T\u00fcr klopften, um ihn zu hybriden, wenn nicht sogar zu On-prem-Betriebsmodellen zu motivieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Lange Zeit blieb Christian Klein stur. Er pochte auf \u201eCloud only\u201c, war dann unter Druck der SAP-Community zu einem ersten Schritt in Richtung \u201eCloud first\u201c bereit und sprach schlie\u00dflich im Herbst des vergangenen Jahres von hybriden Szenarien.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie es um die Cloud bei SAP steht, offenbarte nun die j\u00fcngste Finanzmarktmeldung: Der Konzernumsatz soll bis 2025 auf mehr als 37,5 Milliarden Euro steigen. Bislang waren 36 Milliarden Euro angepeilt. Die Erwartungen f\u00fcr die Cloud-Ums\u00e4tze, den SAP\u2019schen Wachstumstreiber und Lieblingsthema von Christian Klein der vergangenen Jahre, schraubte dieser dagegen auf 21,5 zur\u00fcck, von zuerst geplanten mehr als 22 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz soll demnach steigen, der Cloud-Umsatz f\u00e4llt \u2013 eine radikale Richtungs\u00e4nderung, oder?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein SAP\u2019sches ERP-System besteht nicht nur aus einem operativen Teil, der durchaus in der Wolke sein kann, sondern auch aus vorgelagerten Systemen wie Entwicklung, Qualit\u00e4tssicherung und Transportwesen. F\u00fcr diese Systeme zahlt der Bestandskunde keine Lizenzen, weil sie dem Support des operativen ERP dienen. Vielleicht stehen sie auch deshalb nicht im Fokus des SAP-Vorstands? Tatsache ist, dass eine End-to-End-Betrachtung des ERP Landscape Management (LaMa) und Application Lifecycle Management aus der Perspektive des SolMan (on-prem) und ALM (Cloud) ganz besonders wichtig ist. Der interne Streit bei SAP bezieht sich fast ausschlie\u00dflich auf diese Tatsache, dass die Serverarchitektur f\u00fcr Entwicklung, Qualit\u00e4tssicherung, Transportwesen und das operative ERP bei Weitem noch nicht cloudready ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel: Automatisiertes Testen ist f\u00fcr die Public Cloud mit ihren regelm\u00e4\u00dfigen und dynamischen Updates eine unverzichtbare Notwendigkeit. Zusammen mit dem Unternehmen Tricentis will SAP diese Funktion anbieten. Was in sehr kleinem Ma\u00dfstab f\u00fcr eine operative Public Cloud funktionieren kann, ist f\u00fcr eine komplexe SAP-Systemlandschaft noch lange nicht verf\u00fcgbar. Erfahrene SAP-Manager dr\u00e4ngen somit Christian Klein, verst\u00e4rkt und auch nachhaltig auf On-prem-Betriebsmodelle zu achten, wo mit SolMan und vielen anderen IT-Werkzeugen ein stabiler SAP-Basis-Betrieb m\u00f6glich ist. Es kann sein, dass in ein paar Jahren auch automatisiertes Testen m\u00f6glich wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Gefahr ist nicht im Verzug: Wie an der zitierten Finanzmarktmeldung zu erkennen ist, beginnen Christian Klein und der SAP-Vorstand die Realit\u00e4t zu akzeptieren. Die Private Cloud als On-prem-Betriebsmodell wird die einzig logische ERP-Architektur f\u00fcr die kommenden Jahre bleiben. SAP hat bereits Gespr\u00e4che mit f\u00fchrenden IT-Server-Anbietern aufgenommen, um den Bestandskunden entsprechende Private-Cloud-Angebote zu offerieren. Der Richtungsstreit wird noch ein paar Monate anhalten. Er wird sich auf eine Marketing- und Kommunikationsebene verlagern und in einem Jahr vergessen sein.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Offiziell glaubt Christian Klein immer noch an \u201eCloud first\u201c und hofft auf \u201eCloud only\u201c. Tausende SAP-Bestandskunden und seine eigenen Experten wissen es besser: Cloud Computing bleibt f\u00fcr ERP mittelfristig unerreichbar.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4146,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"pmpro_default_level":"","footnotes":""},"categories":[8,43065],"tags":[35728,621,15484,73,43067,8855,236],"coauthors":[27825],"class_list":["post-128280","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-editorial","category-mag-23-06","tag-christian-klein","tag-cloud-computing","tag-editorial","tag-erp","tag-mag-23-06","tag-peter-faerbinger","tag-sap","pmpro-has-access"],"acf":[],"featured_image_urls_v2":{"full":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"thumbnail":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-150x150.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-400x160.jpg",400,160,true],"medium_large":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-768x307.jpg",768,307,true],"large":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"image-100":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-100x40.jpg",100,40,true],"image-480":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-480x192.jpg",480,192,true],"image-640":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-640x256.jpg",640,256,true],"image-720":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-720x288.jpg",720,288,true],"image-960":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-960x384.jpg",960,384,true],"image-1168":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"image-1440":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"image-1920":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"1536x1536":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"2048x2048":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-18x7.jpg",18,7,true],"bricks_large_16x9":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"bricks_large":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"bricks_large_square":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479.jpg",1000,400,false],"bricks_medium":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-600x240.jpg",600,240,true],"bricks_medium_square":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-600x400.jpg",600,400,true],"profile_24":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-24x24.jpg",24,24,true],"profile_48":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-48x48.jpg",48,48,true],"profile_96":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-96x96.jpg",96,96,true],"profile_150":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-150x150.jpg",150,150,true],"profile_300":["https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Editorial-e1699258340479-300x300.jpg",300,300,true]},"post_excerpt_stackable_v2":"<p>Offiziell glaubt Christian Klein immer noch an \u201eCloud first\u201c und hofft auf \u201eCloud only\u201c. 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