{"id":120647,"date":"2023-01-11T08:00:00","date_gmt":"2023-01-11T07:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=120647"},"modified":"2024-01-19T12:49:11","modified_gmt":"2024-01-19T11:49:11","slug":"sap-s4hana-cloud-einfuehrung-anwr-group","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/sap-s4hana-cloud-einfuehrung-anwr-group\/","title":{"rendered":"Mut zum Piloten"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">SAP-S\/4-Hana-Cloud-Einf\u00fchrung bei ANWR Group<\/h2>\n\n\n\n<p>Die ANWR Group mit Zentrale in Mainhausen (Hessen) geh\u00f6rt mit einem Abrechnungsvolumen von 19,8 Milliarden Euro zu den erfolgreichsten und umsatzst\u00e4rksten Handelskooperationen in Europa. Die genossenschaftlich organisierte Unternehmensgruppe optimiert Prozesse und stellt Handels- und Kommunikationsplattformen f\u00fcr den selbstst\u00e4ndigen Einzelhandel zur Verf\u00fcgung. Der ANWR-Unternehmensgruppe sind rund 20.000 mittelst\u00e4ndische Unternehmen angeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ANWR Group \u00fcbernimmt \u00fcber ihre Tochtergesellschaft DZB Bank die Finanzdienstleistung der Zentralregulierung f\u00fcr die angeschlossenen H\u00e4ndler und Lieferanten. Aus historischen Gr\u00fcnden wurde ein R\/3-System von der Handelskooperation und der Bank gemeinsam genutzt. Durch das stark angepasste SAP R\/3 und die zugrunde liegenden bankenspezifischen Regularien konnten neue Anforderungen der ANWR kaum noch umgesetzt werden. Um diese Abh\u00e4ngigkeit aufzul\u00f6sen, fiel die Entscheidung f\u00fcr getrennte Systeme bei der Suche nach einem Nachfolge-System f\u00fcr die ANWR auf S\/4 Hana Public Cloud.&nbsp;<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-3873862845\"><div id=\"great-1083032903\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Im bestehenden stark angepassten On-prem-Vorg\u00e4nger waren Updates kaum mehr m\u00f6glich. Mit der R\u00fcckkehr zum Standard bleibt der Aufwand f\u00fcr die halbj\u00e4hrlichen Updates des Public-Cloud-Produkts \u00fcberschaubar. Die Buchhalter und Buchhalterinnen k\u00f6nnen Einstellungen vornehmen oder Ansichten erstellen, f\u00fcr die sie fr\u00fcher auf IT-Unterst\u00fctzung angewiesen waren. Die Standardisierung der Abl\u00e4ufe f\u00fchrt dazu, dass \u00c4nderungen, zum Beispiel durch gesetzliche Vorschriften, nur noch einmal implementiert werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Migration verlief in neun Wellen, pro Welle wurde jeweils eine Gruppe von Landesgesellschaften auf das S\/4-Public-Cloud-System umgestellt. Das Projekt wurde p\u00fcnktlich zum Jahreswechsel 2021\/2022 beendet. Das gelang auch, weil die S\/4-Transformation ein gemeinsames Projekt der IT und der Gesch\u00e4ftsbereiche Finanzbuchhaltung und Controlling war, unterst\u00fctzt durch den SAP-Partner Camelot ITLab. Die Leiter dieser Bereiche bildeten den Projekt-Steuerungskreis aus f\u00fcnf Experten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Funktionsumfang im Standard<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Learning aus dem Projekt ist, Kernfunktionalit\u00e4ten in der Analysephase detaillierter zu pr\u00fcfen, da ein Standardprodukt funktionale Einschr\u00e4nkungen haben kann. Gleichzeitig besteht die Gefahr, 60 Prozent des Projektes bereits in der Analysephase zu leisten \u2013 was eine z\u00fcgige Implementierung behindert. Wichtig ist hier die richtige Balance aus Pr\u00fcfen der Anforderungen einerseits und andererseits Mut, offene Punkte im Projekt zu l\u00f6sen. Deswegen ist eine Beschr\u00e4nkung auf wichtige oder kritische Prozesse wichtig. Nach ihrer Definition gilt es in der Zusammenarbeit mit dem Fachbereich herauszufinden, ob die erhobenen Anforderungen die richtigen sind und ob alle notwendig sind. Im laufenden Projekt empfiehlt sich ein agiles Vorgehen, um pragmatische Workarounds f\u00fcr fehlende Funktionalit\u00e4ten zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Learning aus dem Projekt ist die hohe Relevanz von Change Management. Wie bei jeder S\/4-Einf\u00fchrung gab es Ver\u00e4nderungen f\u00fcr die t\u00e4gliche Arbeit der Buchhalter und Buchhalterinnen. Ver\u00e4nderungen, die erkl\u00e4rt und kommuniziert werden m\u00fcssen. Der Start des 18-monatigen Projektes fiel zudem mit dem ersten Corona-Lockdown zusammen, wodurch das Projekt weitgehend remote durchgef\u00fchrt wurde. Dank der Remote-Erfahrung der Camelot ging das nicht zulasten des Projekterfolgs. Zwei Ma\u00dfnahmen erwiesen sich als besonders hilfreich: die Teilnahme der Fachkollegen an der \u00fcbergreifenden Projektabstimmung und das Adressieren von konkreten Fragen an die Key-User.<\/p>\n\n\n\n<p>Um den straffen Projektplan einzuhalten, war es wichtig, dass die Mitarbeitenden in jeder Welle mitziehen. Nachdem wir in den ersten Liveg\u00e4ngen auf Vorbehalte stie\u00dfen, nahmen etwa ab der Mitte des Projektes die Buchhalter der laufenden Welle an den w\u00f6chentlichen Projektabstimmungen teil. Sie wurden explizit aufgefordert, Fragen zu stellen und Vorbehalte zu formulieren. Dadurch bekam das Projektteam einen ungefilterten Eindruck zum Stand der Umsetzung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein sch\u00f6ner Nebeneffekt: Durch die gemeinsamen Arbeitssitzungen erlebten die Fachmitarbeiter, dass die Verantwortlichen aus den Fachbereichen Finanzbuchhaltung und Controlling und der IT auf die gleiche Vision hinarbeiten. Auch das konkrete Adressieren von Fehlern und Fragen half, Vorbehalte abzubauen. Dazu sammelten die Buchhalter Fehler, Fragen und Unklarheiten in einer Liste, zwei Mal pro Woche besprachen die Key-User diese Punkte mit dem gesamten Team. Dadurch wurden Fehler schnell gefunden und gepr\u00fcft. Der Kommunikationsaufwand lohnt sich: Die Fragen der Mitarbeitenden wurden durch die beiden Ma\u00dfnahmen zuverl\u00e4ssig und z\u00fcgig beantwortet. Die Mitarbeiter f\u00fchlten sich bei Vorbehalten besser geh\u00f6rt und insgesamt besser mitgenommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mut zum Durchziehen<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei Start der S\/4-Public-Cloud-Einf\u00fchrung gab es kaum Pilotprojekte von vergleichbarer Gr\u00f6\u00dfe. Damit wurde das Projekt zum Piloten. Den Mut dazu gab dem Projektteam die gemeinsame Vision und die schnelle Abstimmung untereinander: Die Projektspitzen arbeiteten sehr eng zusammen und einigten sich auf klare Zust\u00e4ndigkeiten, Ziele und Priorit\u00e4ten \u2013 etwa, dass Buchungen von Zahlungen zu jedem Zeitpunkt m\u00f6glich sein m\u00fcssen. Die laufende Abstimmung sorgte daf\u00fcr, dass das Projektteam immer handlungsf\u00e4hig war. Das war wesentlich, damit das Projekt in der geplanten Zeit abgeschlossen werden konnte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem gelang es, dass auch in schwierigen Projektphasen kein Dissens zwischen den Bereichen entstand, sondern gemeinsam konkrete L\u00f6sungen gefunden wurden. So war beispielsweise die Anbindung zum bereits bestehenden SAP HCM als HR-System aufw\u00e4ndiger, als man es innerhalb eines \u00d6kosystems vermuten w\u00fcrde. Hier hat Camelot auf der SAP Business Technology Platform (BTP) eine standardnahe L\u00f6sung zur Deckung der fehlenden Standardfunktionalit\u00e4t implementiert. Durch eine geschickte Integration auf der Cloud Platform Integration (CPI) konnte eine Modifikation der Standardprozesse in den jeweiligen Systemen vermieden und die Anforderungen erf\u00fcllt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Wunsch in Richtung SAP: In dieser Phase des Projektes h\u00e4tte eine engere Betreuung zugunsten der Kundenzufriedenheit gewirkt, und die SAP h\u00e4tte f\u00fcr nachfolgende Kundenprojekte mit \u00e4hnlichen System-Konstellationen lernen k\u00f6nnen. Denkbar w\u00e4re beispielsweise, dass die SAP Pilotprojekte automatisch und ohne Kosten f\u00fcr den Kunden als Preferred-Success-Projekte einstuft.<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile ist die Migration auf die S\/4 Public Cloud seit fast einem Jahr abgeschlossen und es l\u00e4uft zur Zufriedenheit. An den ersten Stellen sind die im Projekt vorgenommenen Workarounds mit den von der SAP im Standard nachgelieferten Prozessen komplett in den Standard zur\u00fcckgef\u00fchrt worden, Prozesse sind \u00fcber die Landesgesellschaften synchronisiert und vereinheitlicht. Man sieht, dass es sich lohnt, dranzubleiben und das System nach der initialen Migration iterativ zu verbessern. So machen Release-Wechsel mittlerweile kaum mehr Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erwartung ist, dass sich diese Komplexit\u00e4tsreduktion in den n\u00e4chsten drei bis f\u00fcnf Jahren auszahlt. Auch das Feedback aus den Fachbereichen ist nach anf\u00e4nglichen Vorbehalten positiv: Obwohl viele der Controller und Buchhalter seit Jahren mit dem alten System gearbeitet hatten, finden sie die jetzige prozessorientierte Benutzerf\u00fchrung nach kurzer Umgew\u00f6hnung deutlich angenehmer. So m\u00fcssen sie beispielsweise nicht mehr mehrere Fenster \u00f6ffnen, um zusammenh\u00e4ngende Daten zu betrachten und zu bearbeiten. Stattdessen werden sie vom System deutlich konsistenter durch den Prozess gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/e3mag.com\/partners\/camelot-itlab-gmbh\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"112\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CAMELOT.jpg\" alt=\"https:\/\/e3mag.com\/partners\/camelot-itlab-gmbh\/\" class=\"wp-image-11359\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CAMELOT.jpg 1000w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CAMELOT-768x86.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CAMELOT-100x11.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CAMELOT-480x54.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CAMELOT-640x72.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CAMELOT-720x81.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/CI-CAMELOT-960x108.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ANWR gelang in nur 18 Monaten die Einf\u00fchrung von S\/4 Public Cloud \u2013 dank agiler Wellen mit klar definierten Zielen. 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