{"id":119535,"date":"2022-12-06T08:00:00","date_gmt":"2022-12-06T07:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=119535"},"modified":"2022-12-07T14:04:14","modified_gmt":"2022-12-07T13:04:14","slug":"dsgvo-datenballast-loswerden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/dsgvo-datenballast-loswerden\/","title":{"rendered":"DSGVO: Datenballast loswerden"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vier Jahre Datenschutz-Grundverordnung<\/h2>\n\n\n\n<p>Michael Kleine-Beckel, Jurist und Vorstand von t.serv, kennt die Herausforderungen und hat Empfehlungen f\u00fcr die Umsetzung. Catrin Schreiner, Fachjournalistin aus K\u00f6ln, hat f\u00fcr das E-3 Magazin mit Herrn Kleine-Beckel ein Interview gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"669\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/michael-kleine-beckel_800.jpg\" alt=\"Michael Kleine Beckel\" class=\"wp-image-119537\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/michael-kleine-beckel_800.jpg 800w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/michael-kleine-beckel_800-768x642.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/michael-kleine-beckel_800-100x84.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/michael-kleine-beckel_800-480x401.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/michael-kleine-beckel_800-640x535.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/michael-kleine-beckel_800-720x602.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Michael Kleine-Beckel, Jurist und Vorstand, t.serv<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\" style=\"font-size:16px\"><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie ist der Status quo in Unternehmen vier Jahre nach Einf\u00fchrung der DSGVO?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Michael Kleine-Beckel, t.serv:<\/strong> Viele Unternehmen haben bereits erste Ma\u00dfnahmen umgesetzt und Daten bereinigt, andere sind in der Konzeption oder haben noch gar nicht begonnen. \u201eWir warten lieber ab, es wird schon nichts passieren\u201c ist ein Satz, den ich von Unternehmen weiterhin oft zu h\u00f6ren bekomme. Diese Einstellung kann jedoch verheerende Folgen haben. Die Strafen f\u00fcr Verst\u00f6\u00dfe sind empfindlich. Wobei ich zugeben muss, dass Unternehmen im Business-to-Consumer-Bereich f\u00fcr den fehlerhaften Umgang mit Kundendaten bisher st\u00e4rker geahndet werden. Es lohnt sich aber, auch im Business-to-Business-Bereich gut aufgestellt zu sein, denn irgendwann werden die Regelungen rechtssicherer und die Kontrollen sch\u00e4rfer. Ich kann mir gut vorstellen, dass Beh\u00f6rden in diesem Zusammenhang k\u00fcnftig automatisierte Pr\u00fcfprogramme einsetzen werden, so wie bei der digitalen Betriebspr\u00fcfung. Softwareanbieter w\u00e4ren dann verpflichtet, diese in ihre L\u00f6sung einzubinden.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-3957574240\"><div id=\"great-656231762\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was gilt es bei der Konzeption eines DSGVO-Vorgehens zu beachten?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Kleine-Beckel:<\/strong> Zum einen geht es um rechtliche Aspekte wie Aufbewahrungsfristen verschiedener Datens\u00e4tze, beispielsweise Krankschreibungen und Urlaubsantr\u00e4ge, sowie L\u00f6schfristen, wobei zwischen Tabellen- und Komplettl\u00f6schungen von Objekten zu unterscheiden ist. Jeder Datensatz muss einzeln bewertet werden, und zwar jedes Jahr wieder. Zum anderen geht es um technische Aspekte. Viele Unternehmen fokussieren sich dabei nur auf Personaldaten von Besch\u00e4ftigten und vergessen, Kunden- und Lieferantendaten einzubeziehen \u2013 die z\u00e4hlen aber auch als Personendaten!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum tun sich Unternehmen schwer mit dem Thema?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Kleine-Beckel:<\/strong> Es gibt mehrere Fallstricke. Viele sind schlicht von der gro\u00dfen Menge an Daten \u00fcberfordert. Je mehr Ansprechpartner ein Unternehmen hat, desto schwerer ist es nat\u00fcrlich, den \u00dcberblick zu behalten. Im Zweifelsfall merkt ein Unternehmen gar nicht, wenn ein einzelner Mitarbeiter ausscheidet \u2013 dann versanden die Daten einfach. Hinzu kommt, dass gerade Tabellenl\u00f6schungen sehr komplex sind und eine hohe Auseinandersetzung mit dem System erfordern. Ein Fehler im Umgang mit personenbezogenen Daten in IT-Systemen, beispielsweise dem SAP HCM, ist, dass L\u00f6schkonzepte im Vorfeld der Realisierung h\u00e4ufig ohne Systemkenntnisse erarbeitet wurden. Dies f\u00fchrt dazu, dass Teile des Konzepts bei der Umsetzung teilweise unbrauchbar sind, da die Systemdeterminanten zur Wahrung der Datenintegrit\u00e4t nicht ber\u00fccksichtigt wurden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was gilt speziell f\u00fcr SAP-Kunden?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Kleine-Beckel:<\/strong> Personaler sammeln gerne Daten nach dem Motto: \u201eWas ich nicht l\u00f6schen muss, behalte ich.\u201c Das Problem dabei ist, dass SAP-Kunden gezwungen sind, ihr HR-System bis 2027 auf Success Factors oder die neue L\u00f6sung H4S4 umzustellen. Letztere basiert auf einer Hana-Datenbank, die Daten im Memoryspeicher aufbewahrt. Je mehr Speicher ein Unternehmen ben\u00f6tigt, desto teurer wird die Datenbank. Daher ist es schon aus Kostengr\u00fcnden sinnvoll, Daten auszusortieren. Personaler sollten also umdenken: Alles, was nicht aufbewahrt werden muss oder gebraucht wird, kommt weg. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise Informationen zum Lebenslauf von Mitarbeitenden, die Jahre zur\u00fcckliegen. Besch\u00e4ftigte achten \u00fcbrigens nicht nur im privaten, sondern auch im beruflichen Umfeld immer st\u00e4rker darauf, was mit ihren Daten passiert. Datenschutz ist noch nicht so pr\u00e4sent wie das Thema Nachhaltigkeit, aber definitiv im Kommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Inwiefern kann ein IT-Dienstleister unterst\u00fctzen?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Kleine-Beckel:<\/strong> Bei genauerer Betrachtung ist auch die L\u00f6schung von Daten ein Projekt wie jedes andere. Es gibt ein standardisiertes Projektvorgehen, das alle Themen und Beteiligten vereint. Dienstleister k\u00f6nnen inhaltlich beraten, gemeinsam mit dem Kunden eine gute und rechtssichere L\u00f6sung entwickeln und die erste Datenbereinigung vornehmen. Daf\u00fcr sollten sie technisch wie fachlich ausgebildet sein. Wichtig ist: Dienstleister d\u00fcrfen keine Rechtsberatung machen. Das bedeutet, dass Kunden f\u00fcr den laufenden Betrieb selbst verantwortlich sind und haften.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welche konkreten Schritte empfehlen Sie den Unternehmen?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Kleine-Beckel:<\/strong> Ich empfehle, einen internen Datenschutzbeauftragten mit juristischer Ausbildung zu benennen, der f\u00fcr die Einhaltung des Regelwerks sorgt. Au\u00dferdem sollten einzelne Besch\u00e4ftigte f\u00fcr die zentrale Datenl\u00f6schung eingeteilt werden, nicht ganze Abteilungen. Trotzdem ist es wichtig, alle Mitarbeitenden im Unternehmen zu schulen \u2013 denn nur dadurch ist DSGVO-Sicherheit im Arbeitsalltag erreichbar. Au\u00dferdem sind die entr\u00fcmpelten Daten die Basis daf\u00fcr, dass Unternehmen ihre Analysen auf aktuellen und aussagekr\u00e4ftigen Informationen aufbauen. F\u00fcr neuartige Analysen und Entscheidungswege ist das enorm hilfreich.<\/p>\n\n\n\n<p>E-3: Danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2016 regelt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europ\u00e4ischen Union die Verarbeitung personenbezogener Daten. 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