{"id":108534,"date":"2021-10-21T08:20:00","date_gmt":"2021-10-21T06:20:00","guid":{"rendered":"http:\/\/e3mag.com\/?p=108534"},"modified":"2022-05-01T09:55:56","modified_gmt":"2022-05-01T07:55:56","slug":"lizenzdiskurs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/e3mag.com\/de\/lizenzdiskurs\/","title":{"rendered":"Lizenzdiskurs"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Erfolg und das schnelle Wachstum der SAP widerspiegeln sich in den Lizenzvertr\u00e4gen der Bestandskunden. Der ehemalige SAP-Finanzvorstand Werner Brandt meinte in einem Gespr\u00e4ch beil\u00e4ufig: \u201e<em>Wahrscheinlich gibt es bei uns keine zwei Kunden mit den gleichen Lizenzvertr\u00e4gen.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Anwenderverein DSAG fordert seit vielen Jahren eine konsolidierte Preisliste. Bei SAP gibt es die \u00f6ffentliche PKL, Preis- und Konditionenliste. In der PKL werden aber nur die Nutzungsrechte ohne Preise definiert. Die wirkliche Preisliste ist eine Excel-Tabelle, die nicht \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich ist. Ausk\u00fcnfte \u00fcber Produkte, die Metrik und Preise sowie Konditionen sind nur schwer zu bekommen. Auch bei den Bestandskunden gibt es nur wenige Vertrauenspersonen, die diese Excel-Preisliste besitzen. Nur bei Zugeh\u00f6rigkeit zum DSAG-Arbeitskreis Lizenzen besteht eine M\u00f6glichkeit auf Erhalt der aus Sicht von SAP so sensiblen Excel-Informationen.<\/p><div class=\"great-fullsize-content-de\" style=\"float: left;\" id=\"great-3675304286\"><div id=\"great-870662913\" style=\"margin-bottom: 20px;\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6yfv7eho3Gc\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"Fullsize\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg\" alt=\"Fullsize\"  srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150.jpg 1200w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-400x50.jpg 400w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-960x120.jpg 960w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-1168x146.jpg 1168w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-18x2.jpg 18w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/banner_26_04_08_1200x150-600x75.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" width=\"1200\" height=\"150\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Die strenge Geheimhaltung und das Misstrauen gegen\u00fcber der SAP-Community haben eine Ursache: SAP und die daf\u00fcr qualifizierten Partner verhandeln bez\u00fcglich Lizenzen mit jedem einzelnen Kunden in sehr intensiver und individueller Art. Dieses strategische Vorgehen hat f\u00fcr SAP den sehr angenehmen Nebeneffekt, jeweils das Maximum zu erlangen. Daf\u00fcr besitzt SAP eine Datenbank mit zahlreichen Parametern ihrer Bestandskunden. Somit wei\u00df der SAP-Vertriebsbeauftragte ziemlich genau \u00fcber das IT-Budget, Personalressourcen und Softwareausstattung seines Bestandskunden Bescheid.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Kundenseite ergibt sich nun die Notwendigkeit, nur gewissenhaft vorbereitet in Gespr\u00e4che mit SAP zu gehen und immer die eigene Lizenzsituation genauestens zu kontrollieren. Weil aber neben dem operativen Tagesgesch\u00e4ft nicht immer ausreichend Zeit f\u00fcr das Studium der SAP\u2019schen PKL und AGB bleibt, gibt es Experten wie Dr. Jana Jentzsch und kommerzielle Lizenzvermessungswerkzeuge von zahlreichen SAP-Partnern.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztendlich ist es ein offener Wettstreit um Argumente und Vertr\u00e4ge \u2013 ein Lizenzdiskurs. Dieser Diskurs kann im urspr\u00fcnglichen Sinn verstanden werden, als Wortspiel, wie es einst der Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889 bis 1951) definierte: Als Spiel bezeichnet Wittgenstein bestimmte Redensarten, weil sie eigenen Gesetzen folgen und den W\u00f6rtern spezifische Bedeutungen geben. \u00c4hnlich verl\u00e4uft nun ein SAP-Lizenzdiskurs.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">AnyDB versus Hana<\/h3>\n\n\n\n<p>Einer der aktuellen Lizenzdiskurse behandelt das Thema AnyDB und Hana. Mit dem Schritt in Richtung S\/4 ist es f\u00fcr die Bestandskunden auch notwendig, eine<br>Hana-Lizenz abzuschlie\u00dfen und f\u00fcr das S\/4-System dann die neue Datenbank produktiv zu setzen. Somit kann es passieren, dass doppelte DB-Lizenzen anfallen: f\u00fcr AnyDB in Form von Oracle, IBM DB2 oder MS-SQL-Server und f\u00fcr Hana. Weil jedoch vielfach nur das alte ERP\/ECC 6.0 mit AnyDB produktiv l\u00e4uft, w\u00e4hrend sich S\/4 mit Hana erst im Customizing befindet, argumentieren viele SAP-Bestandskunden, sie wollen nur f\u00fcr eine Datenbank die Lizenzen und Pflegegeb\u00fchr bezahlen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vertragslaufzeiten und Geb\u00fchren<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein teures Randthema w\u00e4hrend des S\/4-Releasewechsels ist die Datenbankgeb\u00fchr. SAP versucht, Hana-DB-Lizenzen zu verrechnen, auch wenn das System noch nicht produktiv ist. Damit zahlt der SAP-Bestandskunde in der \u00dcbergangszeit doppelt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Auf Basis der Order Forms sind die Lizenzgeb\u00fchren in der Regel mit Beginn der Vertragslaufzeit zu entrichten, unabh\u00e4ngig von der Frage, ob das System schon produktiv ist<\/em>\u201c, wei\u00df Anw\u00e4ltin Jana Jentzsch aus ihrer beruflichen Praxis. \u201e<em>Je nach Art der Konvertierung kann es Anrechnungen f\u00fcr die alte Datenbank geben. Hinsichtlich der Pflegegeb\u00fchren gilt, dass diese ebenfalls grunds\u00e4tzlich ab Lieferung zu entrichten sind. Hier Abweichungen zu erreichen ist schwierig, in bestimmten Konstellationen aber nicht ausgeschlossen.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im Falle von gemischten Datenbanklandschaften m\u00fcssen noch andere komplexe Regelungen beachtet werden. Da darf es nicht zu beliebigem Datenaustausch kommen: \u201e<em>Ein beliebter Fallstrick<\/em>\u201c, warnt Jana Jentzsch.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Rise-with-SAP-beitrag.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"Lizenzdiskurs\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Rise-with-SAP-beitrag.jpg\" alt=\"Der Rise with SAP TCO Calculator (wie die Preisliste ein Excel-Formular) verspricht signifikante Einsparungen beim Cloud-Angebot von SAP und m\u00e4\u00dfige Einsparungen bei den Hyperscalern. Rechtsanw\u00e4ltin Jana Jentzsch: \u201eDie Zahlen k\u00f6nnen allenfalls einen Einzelfall beschreiben; eine allgemeine Aussagekraft ist daraus meines Erachtens nicht ableitbar. Es stellt sich auch die Frage, ob eine solche Gegen\u00fcberstellung \u00fcberhaupt valide ist, weil die jeweiligen Gesch\u00e4ftsprozesse und auch die Leistungen umfassend gegen\u00fcbergestellt werden m\u00fcssen und gegebenenfalls unterschiedlich umzusetzen w\u00e4ren.\u201c\" class=\"wp-image-108478\"\/><\/a><figcaption>Der Rise with SAP TCO Calculator (wie die Preisliste ein Excel-Formular) verspricht signifikante Einsparungen beim Cloud-Angebot von SAP und m\u00e4\u00dfige Einsparungen bei den Hyperscalern. Rechtsanw\u00e4ltin Jana Jentzsch: \u201eDie Zahlen k\u00f6nnen allenfalls einen Einzelfall beschreiben; eine allgemeine Aussagekraft ist daraus meines Erachtens nicht ableitbar.  Es stellt sich auch die Frage, ob eine solche Gegen\u00fcberstellung \u00fcberhaupt valide ist, weil die jeweiligen Gesch\u00e4ftsprozesse und auch die Leistungen umfassend gegen\u00fcbergestellt werden m\u00fcssen und gegebenenfalls unterschiedlich umzusetzen w\u00e4ren.\u201c<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Mitglieder der IG SAP Schweiz meldeten, dass es bei geschickter Verhandlungsf\u00fchrung sehr wohl m\u00f6glich ist, das Aussetzen der Hana-Pflegegeb\u00fchr bis zum Produktivstart von S\/4 Hana zu erzwingen. Alle Beteiligten betonten aber, dass nur mit gewissenhafter Vorbereitung ein Erfolg erzielt werden kann. Andererseits ist SAP auch guten Argumenten nicht unaufgeschlossen. Letztendlich l\u00e4uft der SAP-Community-Diskurs auf ein Geben und Nehmen hinaus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Legal Navigator f\u00fcr S\/4<\/h3>\n\n\n\n<p>Die wahre Herausforderung der S\/4-Conversion sind somit weniger die Altdaten-best\u00e4nde oder Z-Modifikationen. Auf der Website der Kanzlei von Jana Jentzsch wird ein \u201eLegal Navigator f\u00fcr SAP S\/4 Hana\u201c beworben. Das klingt dramatisch. In der SAP-Community wurde bisher die S\/4-Farbenlehre diskutiert \u2013 ob Green-, Brown- oder Bluefield-Conversion. Liegt demnach die wirkliche Schwierigkeit in der juristischen Gestaltung des Releasewechsels und weniger in der organisatorischen oder technischen Aufgabenstellung? <\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Die Gestaltung des Umstiegs auf S\/4 Hana ist eine immense Herausforderung f\u00fcr Unternehmen. Es gilt sich sowohl rechtlich als auch organisatorisch, kaufm\u00e4nnisch und technisch dezidiert vorzubereiten, um die Vertragsverhandlungen erfolgreich zu bestehen<\/em>\u201c, beschreibt Jana Jentzsch die aktuelle Situation. \u201e<em>Dabei geht es nicht darum, was wichtiger ist. Es ist essenziell, das Projekt unternehmensweit aufzusetzen, auch den Vorstand zu beteiligen, und die unterschiedlichen Interessen der Fachabteilungen m\u00fcssen auf eine gemeinsame Linie gebracht werden. Wer bei der juristischen Aufstellung spart, hat sein Potenzial nicht ausgesch\u00f6pft und bezahlt das wom\u00f6glich sp\u00e4ter.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-background\" style=\"background-color:#f2e1ff\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Legal Navigator f\u00fcr SAP S\/4 Hana<\/h3>\n\n\n\n<p>Frau Dr. Jana Jentzsch erkl\u00e4rt den Navigator: \u201e<em>Der Legal Navigator f\u00fcr SAP S\/4 Hana ist der rechtliche Kompass f\u00fcr die S\/4-Migration. Er hilft in jeder Phase des Projekts, aber seine Wirkung ist bei einer fr\u00fchzeitigen Einbindung am gr\u00f6\u00dften. Wir starten mit einer Bestandsaufnahme der aktuellen Situation, planen das Projekt ansonsten individuell nach W\u00fcnschen des Kunden. Auch bieten wir dank des unerm\u00fcdlichen Einsatzes meines Mitgesch\u00e4ftsf\u00fchrers Dr. Daniel Taraz inzwischen Unterst\u00fctzung mit LegalTech an, das hei\u00dft, der Kunde kann den S\/4-Vertrag bzw. alle SAP-Vertr\u00e4ge in unserem LegalSAM for SAP Tool zum akkuraten Lizenz- und Vertragsmanagement \u00fcberf\u00fchren. Das Compliance Management kann dann entweder der Kunde selbst \u00fcbernehmen oder wir machen das.<\/em>\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Und gelten die Handlungsanweisungen in der ganzen SAP-Community oder nur in Deutschland? Jana Jentzsch: \u201e<em>Wir haben schon erfolgreich Unternehmen in vielen L\u00e4ndern zu SAP-Vertragsthemen beraten, einmal sogar in Asien. Als Rechtsanw\u00e4lte sind wir zugelassen zur Beratung auf Basis des Rechts der Bundesrepublik Deutschland. Wenn wir in anderen EU-L\u00e4ndern, der Schweiz oder im au\u00dfereurop\u00e4ischen Ausland beraten, ist der Beratungsvertrag etwas anders gestaltet. Hier beschr\u00e4nken wir uns auf reine Consulting-Leistungen. Die SAP-Bedingungen sind zu gro\u00dfen Teilen globalisiert. Daher z\u00e4hlt unsere Erfahrung auch im Ausland.<\/em>\u201c<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Erfolgreiche S\/4-Conversions ber\u00fccksichtigen von Beginn an alle Aspekte. Der Releasewechsel von ERP\/ECC 6.0 auf S\/4 Hana ist holistisch zu betrachten und auf viele Schultern zu verteilen. Ein CCoE-Leiter w\u00e4re demnach \u00fcberfordert. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch Frau Jentzsch betont im E-3 Gespr\u00e4ch das ganzheitliche Vorgehen: \u201e<em>Wichtig ist eine Einbindung aller in einer sehr fr\u00fchen Phase des Projekts. Eine juristische Pr\u00fcfung nur des Vertragsentwurfs am Ende reicht nicht; das funktioniert schon lang nicht mehr. Nur wenn wir ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Projektziele, die Historie und der Status quo haben, k\u00f6nnen wir erkennen, was der Kunde wirklich braucht. Es wird immer wichtiger, Projekte von Beginn an interdisziplin\u00e4r aufzusetzen und zu managen.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Historie ist bei der Beurteilung der SAP\u2019schen Lizenzsituation ein besonders wichtiger Punkt. Schon vor zehn Jahren haben die Analysten von Gartner den SAP-Bestandskunden geraten, existierende SAP-Lizenzen unter keinen Umst\u00e4nden zu wandeln und f\u00fcr diese auch keine neue AGB zu akzeptieren. Weil alte SAP-Lizenzen oft \u00fcber wesentlich mehr Rechte verf\u00fcgen als neu hinzugekaufte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Individuelle Herausforderungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Gilt das heute auch noch? \u201e<em>Ich w\u00fcrde mir nie anma\u00dfen zu behaupten, ich w\u00fcsste, was f\u00fcr alle SAP-Kunden pauschal besser oder schlechter ist. Das kann man nur im Einzelfall entscheiden<\/em>\u201c, relativiert Jana -Jentzsch und erkl\u00e4rt: \u201e<em>Es ist richtig, dass in Altvertr\u00e4gen h\u00e4ufig noch Sondernutzer zu finden sind, die SAP heute so nicht mehr anbietet. Es gilt dann auszuloten, was die beste Strategie ist und welche Rechte der Kunde in Zukunft wirklich ben\u00f6tigt. Dies kann sich im Laufe der Jahre gravierend \u00e4ndern. Vor zehn Jahren ausf\u00fchrlich definierte Sondernutzer k\u00f6nnen heute im Zuge der Digitalisierung an Bedeutung verloren haben, nat\u00fcrlich ist auch Umgekehrtes denkbar. Im \u00dcbrigen ist hier zwischen den klassischen AGB \u2013 die ja die Nutzungsrechte nicht im Detail regeln \u2013 und der ausf\u00fchrlichen Preis- und Konditionenliste, die die Metriken enth\u00e4lt, zu unterscheiden.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/jentsch_beitrag.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"Lizenzdiskurs\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/jentsch_beitrag.jpg\" alt=\"Dr. Jana Jentzsch ist Fachanw\u00e4ltin f\u00fcr Informationstechnologierecht und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der JIT Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in Hamburg.\" class=\"wp-image-108479\"\/><\/a><figcaption>Dr. Jana Jentzsch ist Fachanw\u00e4ltin f\u00fcr Informationstechnologierecht und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der JIT Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in Hamburg.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ein erfolgreicher Lizenzdiskurs beginnt offensichtlich bei der Definition der eigenen Bed\u00fcrfnisse, wie Jana Jentzsch betont: \u201e<em>Die Kernfrage \u2013 auch f\u00fcr die S\/4-Transition \u2013 ist doch immer: Was ben\u00f6tigt der Kunde wirklich? Wo braucht er Spielraum? Wie sieht seine Zukunftsstrategie aus? Aber auch: Worauf kann er verzichten? Was man kritisieren kann, ist, dass SAP heute deutlich weniger User-Typen anbietet und pauschale Umgruppierungen in die neue SAP-Lizenzsystematik f\u00fcr den Kunden oft nicht finanziell vorteilhaft sind, auch weil hier gegebenenfalls Rechte einger\u00e4umt werden, die so gar nicht ben\u00f6tigt werden. Das Ziel muss ein zukunftsf\u00e4higer Vertrag sein, der dem Kunden alle Rechte gibt, die er ben\u00f6tigt, aber auch Gestaltungsoptionen gew\u00e4hrt, und der finanziell auch auf lange Sicht \u2013 und nicht nur im Moment der Vertragsunterschrift \u2013 attraktiv ist.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der S\/4-Vertragsentwurf<\/h3>\n\n\n\n<p>Es stellt sich f\u00fcr jeden SAP-Bestandskunden die Frage: Wie soll sich ein Betroffener auf die S\/4-Conversion vorbereiten? \u201e<em>Er sollte so fr\u00fch wie m\u00f6glich mit der Planung beginnen und ein unternehmensweites Projekt unter Einbindung aller relevanten Fachabteilungen aufsetzen<\/em>\u201c, ist die schnelle Antwort von Jana Jentzsch. Die technischen, kaufm\u00e4nnischen und rechtlichen Herausforderungen m\u00fcssen definiert werden. \u201e<em>Der Vertragsentwurf, den SAP sendet, ist die Endphase des Projekts, nicht die Anfangsphase<\/em>\u201c, betont die Lizenzexpertin.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus der Sicht eines Nicht-Juristen die Frage an die Rechtsanw\u00e4ltin Jana Jentzsch: Wie migriert nun ein SAP-Bestandskunde rechtssicher nach S\/4? \u201e<em>Die Frage ist, was \u201arechtssicher\u2018 bei einer S\/4-Hana-Migration eigentlich bedeutet. Falls Sie das mit \u201aohne<\/em> <em>jegliches rechtliche Risiko\u2018 \u00fcbersetzen wollen, dann sage ich Ihnen, dass das nicht geht.<\/em>\u201c SAP ist in den Verhandlungen zu m\u00e4chtig, interpretiert Jana Jentzsch die Situation, aber \u201e<em>es geht hier um Risikomanagement. Mit \u201arechtssicher zu SAP S\/4 Hana migrieren\u2018 meinen wir, dass der Kunde insbesondere die rechtlichen Risiken verstehen und effizient abfedern soll.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die S\/4-Conversion wird zur Sisyphusaufgabe. \u201e<em>Stellen Sie sich die S\/4-Migration als Puzzle mit 100.000 Teilen vor<\/em>\u201c, veranschaulicht Jana Jentzsch die Herausforderung. \u201e<em>Diese 100.000 Teile haben direkt oder indirekt auch einen rechtlichen Bezug. Es gilt die einzelnen Teile zu identifizieren, zu verstehen, zu priorisieren und letztendlich zusammenzusetzen. Beim Zusammensetzen muss an vielen Ecken und Kanten noch gefeilt werden, damit es letztlich auch passt. Und nat\u00fcrlich muss entschieden werden, wo man wirklich keine Kompromisse machen kann, wo das Risiko zwingend minimiert werden muss, hier muss dann alles passen.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Recht haben und recht bekommen sind nicht dasselbe. \u201e<em>Das Recht und die darauf basierende Vertragsgestaltung sind das richtige Instrument, ein akkurates Risikomanagement umzusetzen<\/em>\u201c, betont die Lizenzrechtsanw\u00e4ltin. \u201e<em>Wir erleben oft, dass Risiken nicht richtig eingeordnet werden, weil das rechtliche Verst\u00e4ndnis fehlt. Viele Kunden kennen die vertraglichen Details \u2013 ich meine die Inhalte der AGB, PKL, der Datenschutzvereinbarungen und der Product Supplements \u2013 nicht. Wir haben schon ein Dutzend DAX-Konzerne beraten, meistens im Hintergrund. Das Ziel ist es zun\u00e4chst, die Mandanten in einen Zustand zu versetzen, informierte Entscheidungen zu treffen und sich bereits im Vorfeld der Vertragsgestaltung bestm\u00f6glich zu positionieren.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Cloud-Exitstrategie<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein sehr schwieriges Thema in der SAP-Community ist eine m\u00f6gliche Exitstrategie f\u00fcr Cloud-Anwender. Rise with SAP und die SAP-Cloud-Strategie machen den Eindruck einer Einbahnstra\u00dfe. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Eine Exitstrategie ist wichtig und sollte vom Kunden unbedingt bedacht werden<\/em>\u201c, bekr\u00e4ftigt Jana Jentzsch. \u201e<em>Nat\u00fcrlich bieten die Cloud-Vertr\u00e4ge auch die M\u00f6glichkeit einer Beendigung. Ein Renewal ist keine Pflicht; der Kunde kann k\u00fcndigen. Allerdings sind diese Rechte eher unflexibel ausgestaltet und es sollten m\u00f6gliche Handlungsoptionen fr\u00fchzeitig ausgelotet werden. Dabei ist es wichtig zu wissen, welche Szenarien abgefedert werden sollen. Cloud ist auch nicht gleich Cloud. Zum Beispiel kann auch die Private Cloud ein m\u00f6gliches Exitszenario f\u00fcr die Public Cloud sein, wenn das dem Bed\u00fcrfnis des Kunden entspricht.<\/em>\u201c Vielen Dank f\u00fcr den Diskurs.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2111_e_3_Magazin_Online_Coverstory.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"125\" title=\"Lizenzdiskurs\" src=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory.jpg\" alt=\"Download Coverstory\" class=\"wp-image-37442\" srcset=\"https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory.jpg 1000w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory-768x96.jpg 768w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory-100x13.jpg 100w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory-480x60.jpg 480w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory-640x80.jpg 640w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory-720x90.jpg 720w, https:\/\/e3mag.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Download-Coverstory-960x120.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vergangenen Monaten sind SAP-Lizenzen, Pflegegeb\u00fchr, Wartungskosten und Subskriptionen f\u00fcr On-prem und Cloud zum zentralen Thema in der Community geworden. Mit der renommiertesten Expertin Jana Jentzsch konnte das E-3 Magazin ein Exklusivinterview f\u00fchren. Frau Dr. Jentzsch ist Mitinhaberin einer Kanzlei in Hamburg und unter anderem spezialisiert auf alle rechtlichen und organisatorischen Fragestellungen zum Thema Lizenzen und AGB bei IT-Anbietern.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"pmpro_default_level":"","footnotes":""},"categories":[40011,40010],"tags":[40015,35728,707,16867,269],"coauthors":[27825],"class_list":["post-108534","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-coverstory-21-11","category-mag-21-11","tag-40015","tag-christian-klein","tag-coverstory","tag-jana-jentzsch","tag-lizenzen","pmpro-has-access"],"acf":[],"featured_image_urls_v2":{"full":"","thumbnail":"","medium":"","medium_large":"","large":"","image-100":"","image-480":"","image-640":"","image-720":"","image-960":"","image-1168":"","image-1440":"","image-1920":"","1536x1536":"","2048x2048":"","trp-custom-language-flag":"","bricks_large_16x9":"","bricks_large":"","bricks_large_square":"","bricks_medium":"","bricks_medium_square":"","profile_24":"","profile_48":"","profile_96":"","profile_150":"","profile_300":""},"post_excerpt_stackable_v2":"<p>In den vergangenen Monaten sind SAP-Lizenzen, Pflegegeb\u00fchr, Wartungskosten und Subskriptionen f\u00fcr On-prem und Cloud zum zentralen Thema in der Community geworden. 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